Christian Buchen, Kandidat der CDU für das Bürgermeisteramt, verbindet die Themen Kultur und Stadtentwicklung. Neben kulturellen Ideen für das Zanders-Areal geht es um ein neues Gewerbegebiet, ein Baulandmodell und ein „Einheimischenmodell” für junge Familien.

Für eine „Stadtentwicklung mit Mut zur Zukunft“, in der kulturelle Angebote eine feste Größe einnehmen, spricht sich der Bürgermeisterkandidat der CDU, Christian Buchen, aus.

„In der Gestaltung unserer Stadt brauchen wir Nachhaltigkeit, Weitsicht und Augenmaß; so sollen junge Familien über ein zu entwickelndes Modell preisgünstig in Bergisch Gladbach Bauland erwerben können“, bekräftigt Buchen bei der Vorstellung seiner Themenpapieren „Stadtentwicklung“ und „Kultur“.

Hinweis der Redaktion: Wir dokumentieren die beiden umfangreichen Themen-Papiere unten im Wortlaut

Um eine „lebendige kulturelle Vielfalt“ zu erreichen, setze er nicht nur auf „die städtische Förderung“, sondern verstärkt auch auf privates Engagement.

Die große Zanders-Halle steht schon lange leer. Im Hintergrund: Die Rückseite der Hauptstraße und die RheinBerg Galerie

Buchen kündigt an, dass er als Bürgermeister überprüfen werde, ob sich die große Halle auf dem Zanders-Gelände als Veranstaltungsstätte für Festivals und Konzerte eigne.

Zur Stärkung der Wirtschaft in Bergisch Gladbach werde er einen Prüfauftrag für die Erschließung eines neuen Gewerbegebietes entlang der A 4 in Mitteleschbach erteilen, betont Buchen in seinem Themenfeld „Stadtentwicklung“.

Östlich des Gewerbegebiet Obereschbach soll die Machbarkeit einer weiteren Gewerbeansiedlung geprüft werden

Zudem will der CDU-Bürgermeisterkandidat die „Entwicklung einer neuen Stadtmitte“ auf dem 38 ha großen Zanders-Areal beherzt angehen, wobei für die CDU nach wie vor gelte, dass die Papierproduktion mit der Sicherung der fast 400 Arbeitsplätze weiterhin Priorität habe.

Zum Thema Bauen heißt es in dem Papier: „Junge Familien ziehen nur aufs Land, wenn verkehrliche Anbindungen sowie digitale und soziale Infrastruktur gegeben sind. Aus ökologischen und ökonomischen Gründen setzte ich mich daher im Rahmen des Baulandmanagements für die Entwicklung großer Flächen ein.“

Christian Buchen

Seine Position zum Stadthaus-Projekt bekräftigt Buchen erneut: „Mit seiner anspruchsvollen Architektur wird das neue Stadthaus am S-Bahnhof identitätsstiftend für Bergisch Gladbach sein. Zudem bietet es flexible Raumkonzepte für moderne Arbeitsweisen einerseits und mehr Bürgernähe andererseits.“

Das neue Stadthaus wolle er mit aller Kraft verwirklichen; er setze sich aber auch dafür ein, „dass die Kosten nicht aus dem Ruder laufen“.

Dokumentation

Kultur ist Leben. Und Leben braucht Freiraum.

1. Den „Pakt für die Kultur“ setze ich weiter konsequent um. Das Kunstmuseum Villa Zanders und die Musikschule wurden bereits personell gestärkt. Zug um Zug werden nun auch für die anderen Kultureinrichtungen Kennzahlen entwickelt, die eine ergebnisorientierte Steuerung ermöglichen und die städtische Kulturarbeit zukunftsfähig aufstellen.

2. Stiftungen gibt es viele in unserer Stadt. Ich werde sie an einen Tisch bringen, um die Perspektiven einer KulturStiftung für Bergisch Gladbach zu diskutieren und, wenn möglich, Konzepte zur stärkeren Einbeziehung der Privatwirtschaft in den Kulturbetrieb zu entwickeln.

3. Fördervereinen will ich im Rahmen der Stärkung des Ehrenamts mit einem neuen Ehrenamtsbüro helfen. Für private Geldgeber möchte ich die Unterstützung städtischer Kultureinrichtungen, also auch die Übernahme von Betriebs- und Personalkosten, transparenter, einfacher und attraktiver gestalten. 

4. Kunstwerke sollen künftig unser Stadtbild interessanter und abwechslungsreicher machen. Gemeinsam mit Experten aus Kultur und Stadtplanung will ich hierfür geeignete Orte in unserer Stadt festlegen.

5. Die Vermarktung des städtischen Kulturangebots muss professioneller, digitaler und intensiver werden, damit es von der gesamten Stadtgesellschaft wahrgenommen und noch besser genutzt wird. Gemeinsam mit den Experten aus der Verwaltung erstelle ich hierzu ein Konzept – zunächst unter der Prämisse, vorhandene Ressourcen zu bündeln statt eine neue Stelle auszuschreiben.

6. Pop-up-Kultur, auch als Street-Art bekannt, steht für nichtkommerzielle Formen der Kunst im öffentlichen Raum, deren Ziel es ist, Innenstädte auf kreative Weise mitzugestalten. In Zukunft wird das Kulturbüro junge Künstler unterstützen dies in Bergisch Gladbach zu tun. Dies gilt auch für OpenAir-Events und andere Veranstaltungen im öffentlichen Raum. 

7. Unser Bergischer Löwe bietet Räumlichkeiten für eine Vielzahl von Veranstaltungsformaten, aber eben nicht für alle. In unserer Stadt fehlt eine Veranstaltungshalle, in der auch sehr große, mitunter laute Festivals, Konzerte oder ähnliche Veranstaltungen bis in den frühen Morgen hinein stattfinden können. Ich werde prüfen, ob sich die große Halle auf dem Zanders-Gelände hierfür eignet. 

8. Digitale Programme und Arbeitsabläufe machen die Führung von Kultureinrichtungen effizienter, verbessern die Kommunikation mit Besuchern, Teilnehmern oder Schülern/Innen und erleichtern die Entwicklung und Auswertung von Kennzahlen. Damit will ich die Kultureinrichtungen wettbewerbsfähiger machen.

9. Das neue Stadtbücherei-Konzept mit einem Neubau – Erhalt der Außenstellen Bensberg und Paffrath inklusive – begrüße ich ausdrücklich. Dieser „Dritte Ort“ wird ein nichtkommerzieller, öffentlicher Ort des Lernens, der Begegnung und gemeinsamer Aktivität für alle Bergisch Gladbacher sein

Und: Kultur ist das, was uns zusammenhält. Kultur heißt Lebensqualität, von der es in Bergisch Gladbach reichlich gibt. So spannt sich über unsere Stadt ein ebenso dichtes wie buntes Netz unterschiedlichster kultureller Aktivitäten. 

Unseren städtischen Kultureinrichtungen kommt dabei eine zentrale Bedeutung zu: Musikschule, Stadtbücherei, Kunstmuseum Villa Zanders, Bergisches Museum, Schulmuseum, Bergischer Löwe und Kulturbüro. Sie sind offen für alle Bergisch Gladbacher, arbeiten untereinander eng zusammen und kooperieren mit Kindergärten, Schulen, Seniorenheimen, Jugendzentren, freien Kulturschaffenden und vielen anderen Institutionen und Vereinen.

Ich stehe hinter dem „Pakt für Kultur“, durch den unsere Kultureinrichtungen Schritt für Schritt finanziell gestärkt und fit für die Zukunft gemacht werden. Ich setze mich insbesondere für ein nachhaltiges Kulturmanagement, die Stärkung der Fördervereine und für eine zentrale, digitale Vermarktungsstrategie unserer Kulturangebote ein. 

Zwei Dinge liegen mir außerdem am Herzen: Für junge Pop-up-Künstler will ich in Bergisch Gladbach mehr Raum schaffen und unseren Künstlern an prominenten Standorten Gelegenheit geben, ihre Kunstwerke zu zeigen.

Wachstum mit Augenmaß

1. Zusammen mit Experten werde ich ein „Einheimischenmodell“ entwickeln, um jungen Menschen den Erwerb eines Eigenheims in Bergisch Gladbach zu ermöglichen. Wer bestimmte Kriterien bezüglich Ortsgebundenheit erfüllt, soll künftig bevorzugt Bauland in Bergisch Gladbach kaufen können.

2. Mit einem guten Mix aus „grün und grau“ werde ich im Innenraum die Bebauung vorantreiben, um den Wohnungsmarkt weiter zu entlasten. Wo baurechtlich möglich und städtebaulich sinnvoll, will ich Verdichtungsbestrebungen mit Bebauungsplänen entgegentreten. 

3. Junge Familien ziehen nur aufs Land, wenn verkehrliche Anbindung sowie digitale und soziale Infrastruktur gegeben sind. Aus ökologischen und ökonomischen Gründen setze ich mich daher im Rahmen des Baulandmanagements für die Entwicklung großer Flächen ein.

4. Für ein neues Gewerbegebiet in Mitteleschbach entlang der A4 werde ich einen Prüfauftrag erteilen, um Bergisch Gladbach auch als Wirtschaftsstandort mit wohnortnahen Arbeitsplätzen weiter zu entwickeln.

5. Bürgerbeteiligung ist mir wichtig. Die Erfahrungen aus dem integrierten Handlungskonzept Bensberg und dem Flächennutzungsplan haben aber gezeigt, dass sie noch transparenter und konstruktiver werden kann. Ich setze mich deshalb für neue Formate ein, bei denen Bürger zum Beispiel direkt über konkrete Projektalternativen abstimmen können

6. Nach dem Kauf des Zanders-Areals haben wir die historische Möglichkeit, auf einem 38 ha großen Grundstück Stadtmitte neu zu denken und zu gestalten. Natürlich gilt für die CDU, dass die Papierproduktion mit der Sicherung von fast 400 Arbeitsplätzen weiterhin Priorität hat. Aber ich habe die Vorstellungskraft und den langen Atem, dieses Projekt zum Erfolg zu führen.

7. In Alt-Refrath entsteht zurzeit ein neues Mehrgenerationenhaus. Wo möglich, unterstütze ich diese modernen Wohnkonzepte in unserer Stadt.

8. Mit seiner anspruchsvollen Architektur wird das neue Stadthaus am S-Bahnhof identitätsstiftend für Bergisch Gladbach sein. Zudem bietet es flexible Raumkonzepte für moderne Arbeitsweisen einerseits und mehr Bürgernähe andererseits. Dafür setze ich mich ein, aber auch nachdrücklich dafür, dass die Kosten nicht aus dem Ruder laufen.

9. Das Grundstück, auf dem jetzt noch das alte Stadthaus steht, bietet die Chance, das südliche Stadtentrée z.B. mit einem Kino städtebaulich aufzuwerten. Die Einbeziehung der Villa Zanders und des umliegendes Parks ist mir dabei besonders wichtig. Dieses Thema werde ich weiter voranbringen.

Offensichtlich liegt „metropolnahes Wohnen und Arbeiten im Grünen“ im Trend, denn immer mehr Menschen zieht es nach Bergisch Gladbach. Ein Kompliment für unsere Stadt, aber auch eine Herausforderung hinsichtlich der Steuerung der künftigen Entwicklung. 

Ich finde es richtig, dass wir uns – entsprechend des neuen Flächennutzungsplans – für ein Wachstum mit Augenmaß entschieden haben. Damit erhalten und entwickeln wir das, was unsere Stadt liebenswert macht: die Vielfalt der Stadtteile, ein breites Freizeit-, Kultur und Naturangebot kombiniert mit den Vorzügen einer funktionierenden städtischen Infrastruktur sowie den umliegenden Großstädten in Reichweite. Unter dieser Prämisse entstehen zurzeit fast 400 neue Wohnungen im Norden und Westen der Stadt. Die neue Schlossgalerie und bald neu gestaltete Schloßstraße mit ihren Zuwegungen sowie der Errichtung eines dynamischen Parkleitsystems werden den Bensberger Handel beflügeln und die Aufenthaltsqualität des Stadtteils deutlich erhöhen

Für die Ansiedlung junger Menschen ich den ländlicheren Bereichen unserer Stadt will ich ein „Einheimischenmodell“ auflegen, über das Bergisch Gladbacher unter bestimmten Voraussetzungen Bauland bevorzugt erwerben können. Zur Stärkung der Wirtschaft werde ich außerdem die Erschließung eines neuen Gewerbegebiets entlang der A4 in Mitteleschbach prüfen. Chefsache wird es sein, die Entwicklung einer neuen Stadtmitte auf dem 38 ha großen Zanders-Areal zur Erfolgsstory für ein noch lebenswerteres Bergisch Gladbach zu machen.

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4 Kommentare

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  1. Es ist sehr interessant die Vorstellungen der beiden Bürgermeisterkandidat zu lesen. Viel und sicherlich auch viel erforderlich haben beide vor umzusetzen. Viele verschiedene Projekte und Personengruppen werden angesprochen. Was aber ist mit den Menschen mit Behinderung? Gibt es für sie auch Gedanken/ Pläne? Hildegard Allelein (Von 1997 bis 2017 Behindertenbeauftragte der Stadt Bergisch Gladbach)

  2. Immer wieder lustig, was Herr Buchen schreibt. Ein unbedarfter Leser könnte glatt auf die Idee kommen, Buchens Partei sei hierzugegend seit mehreren Dekaden durchgängig in der Opposition und wolle das jetzt endlich mal ändern.

  3. Der Herr Buchen ist zu bedauern, weil ihm im Wahlkampf nur die Aufzählungen von Absichtserklärungen bleiben. Dabei fählt auf, dass er Themen auf seine Fahnen schreibt, die nicht auf seinem Mist gewachsen oder schon altbekannt sind. Die sachliche und finanzielle Seiten seiner Vorschläge nimmt er überhaupt nicht in den Blick. Wohlweislich will er daher alles “prüfen lassen” oder in “Auftrag
    geben”. Um ein Beispiel zu nennen: Herr B. möchte jungen Bergisch Gladbacher Familien zu einem Eigenheim in dieser Stadt verhelfen. Wie soll das gehen? Erstens hat die Stadt keine bebaubaren Grundstücke, zweitens hat sie in der Verwaltung überhaupt keine freien personellen Kapazitäten um Planungsrecht zu schaffen (siehe die ständigen Klagen des Bürgermeisters über zu wenig Personal) und drittens haben Verwaltung und Bürgerschaft gerade eine sehr kontroverse Diskussion zum neuen Flächennutzungsplan hinter sich. Auf Grund von massiven Protesten aus der Bürgerschaft, fand dieser, im Gegensatz zu den Vorschlägen der Verwaltung, nur in sehr abgespeckter Form im Rat eine politische Mehrheit.
    Zusamengefasst: Der Kandidat der CDU wirft “Kamelle” unters Volk, die er noch garnicht gekauft hat.
    Von meiner Großmutter habe ich gelernt: Was man hat das weis man (in unserem Fall Frank Stein mit seiner 20jährigen erfolgreichen Arbeit in Rat und Verwaltung) oder jemandem von dem man nicht weis, was man bekommt.
    Peter Hoffstadt