Nach 12 Wochen Pause hat sich der Männergesangverein Heimatklänge Nußbaum wieder zu einer echten Probe getroffen, mit einem ausgeklügelten Hygienekonzept. Die Jubiläumsfeiern wurden ins nächste Jahr verschoben. Und auch darüber hinaus gibt es viele Neuigkeiten.

Seit dem letzten Montag proben sie wieder: Die Sänger des Männergesangvereins Heimatklänge Nußbaum mit ihrem Chorleiter Rolf Pohle. Möglich gemacht hat das ein umfangreiches Hygienekonzept, das der Vorstand des 6-fachen Meisterchores erstellt hat und das sowohl vom Gesundheits- als auch vom Ordnungsamt genehmigt wurde.

Veranstaltungen zum 100-jährigen Bestehen des Chores wurden einfach auf das nächste Jahr verschoben wie auch die feierliche Übergabe der Zelter-Plakette durch den Bundespräsidenten.

Probenarbeit auf Abstand und im Freien  

Nun sitzen die Männer in einem Abstand von zwei Metern versetzt auf der Außentreppe der Integrierten Gesamtschule in Paffrath. Acht Meter vor ihnen steht der Dirigent hinter einem mit Akku betriebenen elektronischen Klavier.

Aktuell werden bekannte Lieder wiederholt wie Die Spanischen Nächte oder auch das Bergische Heimatlied. Schließlich hat die Probenarbeit über 12 Wochen geruht. Voller Begeisterung und äußerst diszipliniert setzen die 35 Sänger die Wünsche und Anordnungen ihres Chorleiters Rolf Pohle um.

Dass sie allesamt eine große Verantwortung tragen – darüber sind sich die Sänger des Meisterchores einig. „Nur wenn wir uns alle an die Regeln halten, dürfen wir weiter in Gemeinschaft – wenn auch auf Abstand – singen.“

Der Vorstand des Chores um den 1. Vorsitzenden Karl-Heinz Setzekorn hat ein umfangreiches Hygienekonzept entworfen. Es richtet sich nach der Coronaschutzverordnung des Landes NRW vom 20. Mai 2020 und in enger Anlehnung an die Vorgaben des Chorverbandes NRW.  

Es wurden Sitzpläne erstellt, Fotos gemacht und das Regelwerk dem Ordnungs- und Gesundheitsamt zur Freigabe übermittelt. Auch der Umgang der Sänger untereinander wird hier geregelt. So verzichten die Männer auf das Händeschütteln und das Umarmen zur Begrüßung.

Auf dem Weg zum Sitzplatz soll eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden. Die Noten bringen die Sänger selbst mit. Das Singen im Stehen ist laut Konzept nicht gestattet und gesungen wird ausschließlich im Freien.

Bei der ersten Probe vor eine Woche hat das so gut geklappt, dass selbst die im Vorfeld skeptischen Sänger jetzt mit Überzeugung dabei sind. „Wie diszipliniert die Sänger hier arbeiten und das Konzept des Vorstands umsetzen, ist schon bemerkenswert“, meint Fabian Herbst. Er ist der Vizechorleiter und Solist der Heimatklänge. Seine anfängliche mahnende Haltung konnte so in Unterstützung umgewandelt werden.

Erst Yulia dann Corona – 100-jähriges Jubiläum wird verschoben

Was für ein Jahr für den Gesangverein und sein Umfeld. Eigentlich wollten sie ihr 100-jähriges Jubiläum groß feiern mit einem Symphoniekonzert im Mai. Das wurde abgesagt und auf das nächste Jahr verschoben.

Die bereits erworbenen Eintrittskarten werden zurückgenommen und der Eintrittspreis komplett erstattet. Auch der Festkommers im September wurde auf das nächste Jahr verschoben.

Zum Auftakt des Ehrenjahres veranstaltete der Chor erfolgreich einen ökumenischen Gottesdienst im Januar in der St. Clemenskirche in Paffrath. Und die Männer standen auch schon auf dem festlich dekorierten Karnevalswagen und freuten sich auf den Umzug durch Bergisch Gladbach, als Sturm Yulia kam und der Zug kurzfristig abgesagt wurde.

Und dann kam Corona und das Singen im Chor wurde plötzlich zum gefährlichsten Hobby der Welt. „Wir haben sofort die Probenarbeit eingestellt“, erzählt der 1. Vorsitzende Karl-Heinz Setzekorn. „Erste Priorität haben bei unseren Entscheidungen der Schutz der Sänger und unseres Publikums.“

Schnell wurden Konzerte abgesagt und auch das Pfingstsingen fand nicht statt. Und schnell waren sich die Verantwortlichen des Chores einig: Wir feiern unser 100 +1 Jubiläum einfach 2021. Auch die Konzertreise nach Rothenburg ob der Tauber wurde auf nächstes Jahr verschoben. Sie hätte dieses Wochenende stattgefunden.

Doch auch unter den besonderen Einschränkungen mit Corona ging das Chorleben weiter. Schon im März trafen sich rund 20 Sänger auf der Online-Konferenzplattform Zoom – einfach zum „Plaudern“ aber auch um ein Ständchen zu proben. Das wurde dem langjährigen Vorsitzenden und Sangesbruder Heinz Fluß zum 80 online dargeboten.

Die wöchentlichen Zoommeetings wurden dann einfach beibehalten – immer nach Einladung des Chorleiters Rolf Pohle. Für die Sänger hat der Musiker CDs zum Üben eingespielt. Für den Berufschorleiter ist die Situation durch Corona mehr als ungewöhnlich und fast bedrohlich.

Anfang März noch durfte er mit seinen neun Chören und rund 300 Sängerinnnen und Sängern seinen 60sten Geburtstag feiern. Eine Woche später dann das „Berufsverbot“ durch die Pandemie. Keine Proben, keine Konzerte. Aber jetzt geht es vorsichtig wieder los und die Hoffnung ist groß, dass vielleicht zu Weihnachten wieder die ersten Konzerte stattfinden können.

Heimatklänge erhält die Zelter-Plakette für besondere kulturelle Verdienste

Ende des letzten Jahres traf sie ein die gute Nachricht vom Bundesmusikverband Chor & Orchester: Die Heimatklänge Nußbaum erhält die Zelter-Plakette „als Auszeichnung für Chorvereinigungen, die sich in langjährigem Wirken besondere Verdienste um die Pflege der Chormusik und des deutschen Volksliedes und damit um die Förderung des kulturellen Lebens erworben haben“.

Die Plakette sollte dem Chor im März dieses Jahres vom Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier in Dessau verliehen werden. Auch diese Veranstaltung wurde abgesagt – die Plakette wurde erst einmal virtuell verliehen. Der Chor ist äußerst stolz auf diese hohe Auszeichnung.

Im Oktober dieses Jahres fährt der Chor – wenn die Pandemie das zulässt – auf Einladung des Bundestagsabgeordneten Hermann-Josef Tebroke nach Berlin. Ein Treffen mit dem Bundespräsidenten ist zwar nicht vorgesehen, aber in diesen Zeiten ist ja nichts unmöglich.

So wird 2021 für die Heimatklänge auf jeden Fall ein besonderes Jahr. Wenn die Pandemie das zulässt, werden die Sänger zum 100 + 1 Jubiläum im Karnevalszug in Bergisch Gladbach mitfahren. Das Symphoniekonzert wird am 30. Mai nachgeholt ebenso wie der Festkommers im September.

Im Herbst wird der Chor dann auch antreten, um seinen Meisterchortitel zu verteidigen. Und auch die Zelter-Plakette soll dann feierlich überreicht werden.

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Wir können alles singen: Beethoven, Wagner, Silcher, Schubert, Bläck Fööss, DJ Bobo, Folklore und Sakrales. Das Kulturgut Gesang und damit Musik im Allgemeinen den Sängern laienverständlich zu vermitteln, ist Zweck des Vereins.

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1 Kommentar

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  1. Wir bedanken uns nochmals für das kleine Konzert am Samstag 4.7 vor der Linde in Paffrath. Anlass war unsere Goldene Hochzeit. Es war super. Manni u Mechthild.