Mit 1200 Dollar will US-Präsident „hart arbeitenden Amerikanern” in der Corona-Krise helfen. Diese Hilfe kommt an: Auch bei einer Frau in Bergisch Gladbach landete das Geld auf dem Konto, ein Brief mit dem Absender „The White House” und Donald Trumps Unterschrift im Briefkasten.

Our great country is experiencing an unprecedented public health and economic challenge as a result of the coronavirus pandemic. (…) we are working around the clock to protect hardworking Americans like you from the consequences of the conomic shoutdown.”

So lauten die ersten Zeilen eines Brief des US-Präsidenten Donald Trump, der Frau T. aus Bergisch Gladbach (Name der Redaktion bekannt) erreichte. Das Schreiben kündigt eine persönliche Hilfszahlung in Höhe von 1.200 US-Dollar an, erreicht aber nicht nur „hardworking Americans“.

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Sie habe den Brief gleich ernst genommen, berichtet die Empfängerin. Denn sie weiß: „Der Kongress in den Staaten hatte die Maßnahme vor kurzem gebilligt.“ Und tatsächlich, noch vor dem Eingang des Schreibens sei das Geld schon auf ihrem Konto gewesen. Sie wolle das Geld gar nicht; zurückgeben könne sie es aber auch nicht.

Hintergrund ist offenbar eine milliardenschwere Datenpanne: Durch ein Versehen versendet die USA nach WDR-Informationen die Coronahilfen in über 100 Länder. Hilfen, die eigentlich nur für US-Bürger gedacht waren.

Warum gehört nun die Bergisch Gladbacherin T. zum Kreis der Empfängerinnen?

„Ich habe keine amerikanische Staatsbürgerschaft. Ich kann es nur so erklären: Ich bin im Sozialsystem der USA angemeldet, weil ich dort lange Zeit gearbeitet habe. Darüber muss ich wohl in den Verteiler und so in den Kreis der Bedachten gerutscht sein”, schmunzelt sie.

Das Geld gehöre in die USA nicht zu ihr nach Deutschland. Aber nun sei es nicht zu ändern.

„Der Brief ist anstrengend, ganz im Duktus von Trumps Gebaren”, sagt Frau T. Seine Zurschaustellung von Macht – speziell mit inszenierten Unterschriften vor TV-Kameras – lehne sie ab.

Zweiter Brief eines Präsidenten

Dabei ist dies nicht der erste Brief, den sie von einem US-Präsidenten erhalten hat. Bill Clinton bedankte sich kurz vor seiner Wahl mit ein paar Zeilen für ein Gedicht, dass Frau T. über ihn verfasst hatte. Es hat ganz den Anschein, dass ihr diese immaterielle Anerkennung weitaus mehr bedeutet als das Geldgeschenk von Donald Trump.

Holger Crump

ist freier Journalist und vielseitig interessierter fester Mitarbeiter des Bürgerportals.

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