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Die Katholische Kirche in der Innenstadt von Bergisch Gladbach reicht lange in die Geschichte zurück – auch wenn das Bauwerk St. Laurentius am Konrad-Adenauer-Platz vergleichsweise neu ist. 

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So soll Gladbach bereits im 9/10. Jahrhundert eine eigene Kapelle besessen haben. Um 1300 wird im Steuerverzeichnis der Kölner Erzbischöfe, dem „Liber valoris“, die Gladbacher Kapelle urkundlich erwähnt. 

Bis Ende des 14. Jahrhunderts gehört die Gemeinde im Zentrum der Stadt zu Bensberg, bevor sie eigenständig wird. Symbolisiert durch eine Kirche mit Turm, die im 15. Jahrhundert hinter dem Chor der heutigen Kirche St. Laurentius zu finden ist. Sie wird im 17. und 18. Jahrhundert erweitert.

Neubau in drei Etappen

Auf dem Friedhof dieser alten Kirche beginnt 1845 die Zeitrechnung von St. Laurentius. Die Errichtung des Bauwerks erfolgt in drei Etappen. Nach den Plänen von Matthäus Biercher entsteht zwischen 1845 und 1847 ein Langhaus (später Mittelschiff) mit provisorischem Chor.

1871 bis 1878 kommt der Ostteil mit Querschiff und Chor hinzu. Zudem baut man den vorgesetzten Westturm, die alte Kirche wird abgerissen. 1905 bis 1907 folgen die Seitenschiffe. Die letzten beiden Bauetappen fallen unter der Leitung der Architekten Heinrich Renard bzw. Hans Hansen.

St. Laurentius 1883, links die Gaststätte Am Bock, rechts das Gasthaus Kolter, darüber Haus Steinkrug, unten der Park der Villa Zanders. Foto: J.H. Braschoss. Original bei Karin Lenaerts. Veröffentlicht in: BLZ vom 1.3.1963

Die Erweiterungsbauten werden seinerzeit nicht nur aufgrund der steigenden Bevölkerungszahlen notwendig. Sie spiegelen auch den Stellenwert der Katholischen Kirche für weite Teile der Bevölkerung wieder. So entstehen im späten 19. Jahrhundert neben St. Laurentius auch St. Johann Baptist in Refrath, St. Nikolaus in Bensberg oder St. Severin in Sand. 

Kopie von St. Aposteln

Zahlenmäßig überschaubar lassen sich im Innenraum von St. Laurentius gleichwohl bemerkenswerte kunsthistorische Entdeckungen machen. Der Kölner Kirchenmaler Johannes Osten sorgt in den Jahren 1914 bis 1918 für die Bemalung im Innenraum. Hans Hansen gestaltet 1934 den Chorraum. Er zeichnet auch für die Ausgestaltung der Taufkapelle verantwortlich, die anstatt eines Seitenaltars im südlichen Seitenschiff zu finden ist. 

Hinweis der Redaktion: Dieser Beitrag ist Teil einer Serie über die kulturellen Einrichtungen in Bergisch Gladbachs kultureller Mitte, verbunden mit einer 360-Grad-Panoramatour durch die Museen, Kirchen und Veranstaltungsorte in der City. Alle Beiträge finden Sie hier.

Ältestes Kunstwerk der Kirche ist ein Vesperbild aus der Zeit um 1470 aus der Kölner Werkstatt Johan Spee. Die geschnitzten Heiligenfiguren an den Pfeilern stammen aus der alten Kirche. Die Orgel stammt aus der berühmten Manufaktur Klais (Bonn) und wurde 2000/2001 eingerichtet. Ein Mosaik über dem Seitenportal des südlich gelegenen Seitenschiffes verweist auf den Heiligen Laurentius. 

Das Patronat (der Namenstag) des Hl. Laurentius wird am 10. August begangen.  St. Laurentius gilt als Kopie der Kirche St. Aposteln in Köln. Beim Bau kam Kalkstein aus der Umgebung zum Einsatz, der auch am Rathaus gegenüber sowie beim Wasserturm auf dem Quirlsberg zu finden ist.

Quellen:

  • Albert Eßer, Bergisch Gladbacher Stadtgeschichte, Stadtarchiv Bergisch Gladbach 2006
  • Michael Werling, Baudenkmäler in Bergisch Gladbach, BGV Rhein Berg 2019
  • Website St. Laurentius

Die historische Aufnahme von 1883 wurde mit freundlicher Unterstützung des Stadtarchivs Bergisch Gladbach bereitgestellt. 

Holger Crump

ist freier Journalist und vielseitig interessierter fester Mitarbeiter des Bürgerportals.

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