Stephan Santelmann, Landrat des Rheinisch-Bergischen Kreises

Noch liegt die 7-Tage-Inzidenz im Rheinisch-Bergischen Kreis deutlich unter 100. Dennoch legt sich Landrat Stephan Santelmann fest: sollte die Grenze überschritten werden und die sogenannte Notbremse greifen werde der Kreis das hinnehmen und auf eine Lockerung verzichten. Statt dessen arbeite der Kreis gemeinsam mit den Kommunen an einer umfassenden Impf- und Teststrategie.

„Wir setzen auf zügiges und effizientes Impfen, und tun alles was in unserem Einflussbereich liegt um einen schnellen Fortschritt in der Immunisierung unserer Bevölkerung zu erreichen,“ sagte Landrat Stephan Santelmann am Dienstag bei einer Bilanz der Impfkampagne am Osterwochenende. Das Impfzentrum habe unter Volllast gearbeitet und insgesamt 3.850 Menschen geimpft.

Die Kreisverwaltung arbeite gemeinsam mit den acht kreisangehörigen Kommunen an einer kreisweiten Teststrategie, erläuterte Santelmann weiter. Der Plan: „So zügig wie möglich Impfen, systematisch Testen und danach erst bedachte und behutsame Öffnungen in den Blick nehmen.”

Das bedeutet auch, dass der Kreis Rhein-Berg eine mögliche „Notbremse“ mit neuen Einschränkungen der privaten Kontakte und des Einzelhandels hinnehmen würde. „Sollte die 7-Tage-Inzidenz, die in unserem Kreis ja noch als einer der wenigen Kreise in NRW unter 100 liegt, über diese 100er-Marke steigen, werden wir keine Allgemeinverfügung zur Lockerung der dann staatlich angeordneten Notbremse erlassen,“ sagte Santelmann.

Hintergrund: Bund und Länder hatten eine Notbremse vereinbart: Regionen, deren Inzidenz über 100 liegt, müssen Lockerungen der Corona-Auflagen zurücknehmen; so müssen Geschäfte das Terminshopping einstellen. Das Land NRW fügte die Test-Option hinzu: Betroffene Städte oder Kreise können diese Option ziehen, wenn sie über ausreichend Schnellteststellen verfügen. Dann dürfen Geschäfte, Museen und Galerien Besucher:innen einlassen, die einen negativen Schnelltest vom gleichen Tag vorweisen.

Erst Testen und Impfen, dann Öffnen

Auf diesem Weg sollten „bedachte und behutsame Öffnungen“ mittelfristig möglich werden, durch „ein Ineinandergreifen von zügiger Impfung und systematischer, kreisweiter Testung“, so der Landrat. Über weitere Schritte werde der Kreis rechtzeitig vorab informieren, um den Unternehmen und Bürger:innen Planungssicherheit zu geben.

Damit hat sich der Rheinisch-Bergische Kreis für einen anderen Weg entschieden, als er in der vergangenen Woche von Bergisch Gladbachs Bürgermeister Frank Stein vorgeschlagen worden war. Er wollte die Stadt zu einer der Modellregionen machen, die trotz Inzidenzen von jenseits der 100er Marke Lockerungen für Menschen möglich macht, die einen tagesaktuellen Test vorweisen können.

Damit, so Stein, werde ein starker Anreiz für noch sehr viel mehr Tests gesetzt. Denn auch die Stadt setzt auf eine intensive Teststrategie, hatte bereits selbst die Schulen mit Testkits beliefert und eine eigene mobile Teststelle organisiert.

Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

Reden Sie mit, geben Sie einen Kommentar ab

1 Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

  1. Die Entscheidung des Landrats eine neue Strategie mit den Kommunen zu erarbeiten ist richtig und gut. Nur auf die Infektionen und auf die Inzidenz schauen bringt den Menschen nicht das gewohnte Leben zurück. Entscheidend ist doch wieviel Menschen schwer erkranken und sterben. Und wie ich das aus den Medien ersehen kann, ist seit Wochen in Berg. Gladbach niemand an Covid 19 gestorben.