Die älteren Bevölkerungsgruppen sind längst geimpft, jetzt kann sich jeder ab 16 für das Impfzentrums in der RheinBerg Galerie einen Termin geben lassen. Foto: RBK

Wie das Land NRW vor einer Woche angekündigt hatte erhalten ab Freitag auch Bürger:innen mit bestimmten Vorerkrankungen Impftermine. Grundsätzlich werden in Rhein-Berg aber weiterhin nur Personen aus den Priorisierungsgruppen 1 und 2 geimpft. Das hat etwas mit der Altersstruktur des Kreises zu tun.

Wer laut Impfverordnung aufgrund einer Vorerkrankung Anspruch auf Schutzimpfungen mit hoher Priorität hat, kann ab kommendem Freitag, 30. April, Termine vereinbaren. Darauf weist die Kreisverwaltung hin – und warnt zugleich, dass auch im Mai der Impfstoff noch knapp sein wird.

Laut Impfverordnung sind jetzt Menschen an der Reihe, bei denen ein hohes oder sehr hohes Risiko für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf bei einer Corona-Infektion besteht. Dies sind

  • Personen mit Trisomie 21 oder einer Conterganschädigung
  • Personen nach Organtransplantation
  • Personen mit einer Demenz oder mit einer geistigen Behinderung oder mit schwerer psychiatrischer Erkrankung, insbesondere bipolare Störung, Schizophrenie oder schwere Depression
  • Personen mit behandlungsbedürftigen Krebserkrankungen
  • Personen mit interstitieller Lungenerkrankung, COPD, Mukoviszidose oder einer anderen, ähnlich schweren chronischen Lungenerkrankung
  • Personen mit Muskeldystrophien oder vergleichbaren neuromuskulären Erkrankungen, Personen mit Diabetes mellitus mit Komplikationen
  • Personen mit Leberzirrhose oder einer anderen chronischen Lebererkrankung
  • Personen mit chronischer Nierenerkrankung
  • Personen mit Adipositas (Personen mit Body-Mass-Index über 40)

Nachweis per Attest – aber ohne Diagnose

„Der Nachweis der Impfberechtigung hat mittels ärztlichem Attest zu erfolgen, wobei lediglich die Zugehörigkeit zur beschriebenen Personengruppe bestätigt werden muss – eine konkrete Diagnose muss nicht aufgeführt werden“, erklärt Dezernent Klaus Eckl, der die Impfungen in der Kreisverwaltung koordiniert.

Vorerkrankte können ab dem 30. April 2021 über die üblichen Portale der Kassenärztliche Vereinigung (Tel. 0800 116 117 – 01 oder online über www.116117.de) Termine buchen. Die Kreisverwaltung ist dabei nicht beteiligt; sie bittet, weitere Belastungen durch Anfragen zu vermeiden.

Einzelfallprüfung läuft weiter

Weiterhin sind Personen impfberechtigt, bei denen nach individueller ärztlicher Beurteilung aufgrund anderer besonderer Umstände im Einzelfall ein hohes Risiko vorliegt. Das gilt seit Ende Februar, führt aber immer wieder zu Nachfragen, daher hier noch einmal die Hinweise zum Verfahren.

Impfung der Prio-Gruppen 1 und 2 dauert in Rhein-Berg länger

Eckl betont noch einmal, dass bislang die Priorisierungsgruppe 3 der Impfverordnung noch nicht freigegeben ist, wozu zum Beispiel Lehrer:innen weiterführender Schulen gehören.

Eckl erläutert auch, warum das zum Beispiel in Köln anders ist. Zwar erfolge die Verteilung des Impfstoffs durch das Land gleichmäßig, anhand der Einwohnerzahl. Weil aber die älteren Bürger:innen priorisiert worden sind und diese Altersgruppe in Rhein-Berg einen besonders hohen Bevölkerungsanteil habe, brauche das Impfzentrum in der RheinBerg Galerie deutlich länger zur Impfung der priorisierten Gruppen als andere Kreise oder kreisfreien Städte mit geringerem Seniorenanteil.

Aber auch in Rhein-Berg, so Eckl, seien auch andere berufsspezifisch priorisierte Gruppen oder Vorerkrankte zusätzlich geimpft worden, sofern Sie der Priorisierungsgruppe 1 oder 2 angehörten.

Immerhin würden „bundesweite Überlegungen, die Priorisierung spätestens im Juni aufzugeben, dazu führen, dass auch bald die Priorisierungsgruppe 3 Impfangebote erhalten kann“, stellt Eckl in Aussicht.

Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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6 Kommentare

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  1. Leider habe ich keinen Termin mehr bekommen, seitdem rufe ich ständig die 116117 an um einen Termin zu bekommen.
    Bin auch bereit andere Impfzentrum zu besuchen,immer das selbe: KEINE TERMINE
    Habe eine Impfberechtigung Prioritätsgruppe 2 !!!
    Es gibt schon so viele Geimpfte die kein Vorerkrankungen habe!?
    Wie lange soll ich denn noch warten?

  2. Hallo und guten Morgen.
    Ich bin begeistert, wir haben gestern Mittag noch einen Termin bekommen.
    Danke Bensberger für ihre schnelle Antwort.
    Schönes Wochenende

  3. [Es schreibt der Mensch, der dieses Pseudonym seit mehreren Jahren nutzt und dessen Name der Redaktion vorliegt…]

    @ Frau Werker
    Probieren Sie es online unter https://termin.corona-impfung.nrw . Dort sind derzeit ab dem 03.05. noch reichlich Termine frei und der Zugriff auf die Seite funktioniert auch (wieder).

  4. Jetzt schon keine Leitungen mehr frei. Wird wohl wieder nichts. Bei der letzten Aktion 115 Wahlwiederholungen.
    Mein Mann und ich seit Wochen als Risikopatienten mit Attest auf der Liste.
    Bergisch Gladbach absolut schlapp, andere Bundesländer deutlich weiter.

  5. @Bensberger
    Stimme Ihnen 100%ig zu. Außerdem kann man doch nicht mitten in einer Kampagne die Verteilungs-/Priorisierungsstrategie ändern. Wer dann die bessere Technik oder bessere Nerven hat, wird einen Impftermin ergattern. Das ist doch nicht gerecht!!!

  6. [Es schreibt der Mensch, der dieses Pseudonym seit mehreren Jahren nutzt und dessen Name der Redaktion vorliegt…]

    „Immerhin würden „bundesweite Überlegungen, die Priorisierung spätestens im Juni aufzugeben, dazu führen, dass auch bald die Priorisierungsgruppe 3 Impfangebote erhalten kann“, stellt Eckl in Aussicht.“

    Das sind ja tolle Aussichten. Dann können sich die Menschen, die aus guten Gründen der Priorisierungsgruppe 3 angehören und eigentlich vorzeitig geimpft werden sollten, mit ca. 50% der Bevölkerung um den dann immer noch begrenzten Impfstoff streiten. Am besten deckt man sich vorher mit ausreichend Rezepten für alle benötigten Arzneimittel ein, denn beim Hausarzt wird man ab dem Moment der Freigabe vermutlich für lange Zeit telefonisch niemanden mehr erreichen können.

    Die Lösung kann doch nur sein, dass das Land bei der Impfstoffverteilung die Altersstruktur berücksichtigt. Der Kreis sollte sich dafür einsetzen, anstatt seine Energie in die Entwicklung eigener Zählsysteme und persönliche Eitelkeiten zu stecken.