Beim jährlichen Ausbildertreffen kommen Berufsschule und Unternehmen zum intensiven Austausch am BKSB in Bergisch Gladbach zusammen Foto: Joachim Tolxdorff

Dem Berufskolleg Kaufmännische Schulen ist sehr wichtig, dass die Unternehmen bei der Ausbildung eingebunden sind. Darum fand jetzt ein Ausbildertreffen im BKSB statt. Unternehmen konnten sich informieren, wie sie Ausbildungsinhalten, Projekte und Zusatzqualifikationen mitgestalten können.

Am Montag den 14. Juni kamen Berufskolleg und Unternehmen für einen engen Austausch zusammen. Neben Lehrer:innen des Berufskollegs Kfm. Schulen (BKSB) und Ausbilder:innen des Berufsbildes „Kaufleute im Groß- und Außenhandelsmanagement“ war mit Torsten Schmitt, Leiter des Koordinierungsbüros „Übergang Schule-Beruf“, auch der Rheinisch Bergische Kreis vertreten.

Im Zentrum stand die intensive und enge Zusammenarbeit, um Auszubildenden auf die Ansprüche der Arbeitswelt bestmöglich vorzubereiten. Dabei sei es dem Berufskolleg Kfm. Schulen sehr wichtig, dass die Unternehmen sowohl bei der Gestaltung des Unterrichts als auch bei außerschulischen Projekten, wie z. B. Berufsfindungsprojekten mit eingebunden sind, erklärte Schulleiterin Nicole Schuffert.

Beim Austausch wurde auch deutlich: Die Ausbildungsbetriebe und Auszubildenden vor Ort brauchen für eine erfolgreiche und ganzheitliche berufliche Ausbildung einen qualitativ hochwertigen Unterricht in der Berufsschule. Insbesondere die technischen Neuentwicklungen in den Bereichen Hard- und Software sowie die zunehmende Digitalisierung von Arbeits- und Geschäftsprozessen haben direkte Auswirkungen auf die Arbeitswelt. Daher sei ein regelmäßiger gegenseitiger Austausch über die Ausbildungsinhalte und das Anforderungsprofil der Betriebe unerlässlich und biete für beide Seiten große Chancen, erklärte Schmitt. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, wird „SAP for school“ im nächsten Jahr fester Bestandteil des Unterrichts sein, berichtete Bildungsgangleiter und Lehrer Thomas Bartsch.

Auch die Folgen von Corona waren Thema in der Runde. Während einige Betriebe trotz enormer Anstrengungen – von der Internetschalte auf privaten Plattformen bis zu unzähligen verteilten Flyern – keine Auszubildenden finden konnten, konnten andere Unternehmen, darunter die Bach & Wesco KG und die Soennecken eG, alle Ausbildungsplätze besetzen. Bach & Wesco KG stellte in diesem Jahr zusätzliche Auszubildenden ein, sodass nun sieben junge Menschen zum 01.08.2021 ihre Ausbildung antreten können.

Die beiden Unternehmen stellen dabei die sehr gute Zusammenarbeit mit der Schule heraus. Durch den engen Kontakt und guten Dialog konnten Schüler:innen der Schule direkt in die duale Ausbildung der Unternehmen vermittelt werden. Ängste als auch Vorbehalte vor einer dualen Ausbildung konnten sehr früh genommen und Perspektiven gegeben werden. So bietet gerade der Groß- und Außenhandel breitgefächerte Aufstiegschancen durch Fortbildungen, attraktive Gehälter als auch die Möglichkeit eines anschließenden finanzierten berufsbegleitenden Studiums.

Insgesamt war es für alle Beteiligten ein interessanter und konstruktiver Dialog. Damit noch offene Ausbildungsplätze besetzt werden können, bietet Torsten Schmitt die Hilfe der Berater:innen des Koordinierungsbüros „Übergang Schule und Beruf“ an. Diese Stelle unterstützt sowohl die Schüler:innen und Eltern bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz als auch die Unternehmen bei der Suche nach Auszubildenden. Darüber hinaus hilft das Koordinierungsbüro bei der Beantragung der Ausbildungsprämie, die derzeit bis zu 6.000 Euro beträgt. Schmitt verbindet dies mit dem Appell, über die bisherige Ausbildungsquote auszubilden, um junge Menschen in Ausbildung bringen zu können und den Wirtschaftsstandort des RBK zu stärken.

Das Kooperationstreffen „Ausbildung und Schule im Dialog“ wird jährlich von allen Bildungsgangleitungen für ihr Berufsbild initiiert. An diesem Termin fand der Dialog des Groß- und Außenhandels statt und wurde vom BKSB-Bildungsgangleiters Thomas Bartsch ausgerichtet, der den regelmäßigen Dialog zur Erreichung hoher Qualitätsstandards für unerlässlich hält. Man einigte sich darauf, den Austausch in Zukunft noch zu intensivieren, um die Inhalte der Ausbildung am Berufskolleg noch besser auf die Bedarfe der Unternehmen abzustimmen.

Info-Kasten: Berufskollegs und Unternehmen sind wichtige Partner, denn sie bilden gemeinsam die regionalen Fachkräfte von morgen aus. In einer dualen Ausbildung befinden sich die Jugendlichen zu 70 Prozent im Ausbildungsbetrieb und zu 30 Prozent in der Berufsschule. Dort werden zu zwei Dritteln der Zeit Fachtheorie und zu einem Drittel allgemeine Inhalte vermittelt. Im Ausbildungsbetrieb wird insbesondere Fachpraxis vermittelt und dort mit erlernter Fachtheorie direkt im Arbeitsalltag angewandt.

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