Jetzt im Frühsommer greifen viele Hobbygärtner zu Sommerblumen wie Petunien, Geranien oder Tagetes. Sie blühen schnell und üppig – begleiten uns aber nur durch eine Saison. Dabei gibt es eine schönere und nachhaltigere Alternative: Stauden. Sie kommen Jahr für Jahr wieder, entwickeln sich immer prachtvoller und sind ein echter Gewinn für jeden Garten.

Von Oliver Fink

Ich werde in dieser Jahreszeit oft gefragt, wie sich ein Beet möglichst rasch in voller Blüte zeigt. Mein Rat ist fast immer: Setzen Sie auf Stauden. Sie sind die Grundlage für ein lebendiges, abwechslungsreiches Beet – und das über viele Jahre hinweg.

Warum Stauden die klügere Wahl sind

Sommerblumen müssen jedes Frühjahr neu gekauft, gepflanzt und nach der Saison wieder entsorgt werden. Das kostet Geld und Zeit. Stauden hingegen wachsen jedes Jahr aus ihrer Wurzel heraus – und werden mit der Zeit sogar immer kräftiger und schöner.

Ein gut geplantes Staudenbeet bringt außerdem eine wichtige Eigenschaft mit: Wer die Sorten klug zusammenstellt, erlebt vom Frühjahr bis in den Herbst hinein eine stetig wechselnde Blütenfolge.

Die richtige Kombination macht’s

Bei der Planung eines Staudenbeets achte ich immer auf drei Dinge: Blütezeit, Wuchshöhe und Standortansprüche. Passend dazu kombiniere ich die Stauden gerne mit kleineren Gehölzen oder Halbsträuchern – zum Beispiel mit Lavendel, Bartblume, Zwerg-Spiere oder kleinen Hortensien. Diese geben dem Beet Struktur, sorgen für Höhe und bringen auch im Winter Form ins Bild, wenn die Stauden zurückgezogen sind.

Für eine durchgehende Blütenfolge kombiniere ich gerne:

  • Frühjahrsblüher wie Lenzrosen, Tränendes Herz oder Storchschnabel
  • Sommerblüher wie Phlox, Sonnenhut (Echinacea), Katzenminze, Salbei, Mädchenauge oder Taglilien
  • Spätblüher wie Herbst-Astern, Fetthenne oder Anemonen

So entsteht ein Beet, das nie wirklich „pausiert” – und das nebenbei ein wertvolles Nahrungsangebot für Bienen, Hummeln und Schmetterlinge bietet.

Übrigens: Stauden sind längst nicht nur etwas fürs Beet. Auch in Kübeln und Balkonkästen lassen sie sich wunderbar einsetzen – gerne auch in Kombination mit Sommerblumen. So bleibt die Grundbepflanzung erhalten, während die einjährigen Begleiter für saisonale Farbtupfer sorgen. Das spart Arbeit und Geld, weil man nicht jedes Jahr alles neu bepflanzen muss.

Trockenheit? Für viele Stauden kein Problem

Gerade in den letzten Sommern habe ich gemerkt, wie wichtig die richtige Sortenwahl ist. Viele Stauden kommen mit Hitze und Trockenheit erstaunlich gut zurecht – wenn man die passende Auswahl trifft.

Bewährt haben sich bei uns in der Baumschule zum Beispiel:

  • Salbei (Salvia nemorosa) – robust, lange Blütezeit, ein Magnet für Insekten
  • Schafgarbe (Achillea) – sehr trockenheitsverträglich, mit warmen Blütenfarben
  • Steppensalbei und Katzenminze – pflegeleicht und sehr ausdauernd
  • Fetthenne (Sedum) – fast unverwüstlich, blüht bis in den Herbst
  • Gräser wie Lampenputzergras oder Federgras – sorgen für Struktur und bewegen sich schön im Wind

Wichtig ist allerdings: Diese Trockenheitsverträglichkeit gilt erst, wenn die Stauden gut eingewachsen sind – also in der Regel ab dem zweiten Standjahr. Im ersten Jahr nach der Pflanzung müssen auch trockenheitsverträgliche Arten regelmäßig gewässert werden, damit sie kräftige Wurzeln bilden können.

Gerade in dieser Anwachsphase empfehle ich, die noch jungen Pflanzflächen mit einem organischen Mulch abzudecken – zum Beispiel mit Gartenfaser. Das hält die Feuchtigkeit im Boden, bremst Wildkraut aus und schützt die Wurzeln vor zu starker Erwärmung.

Pflege: weniger, als man denkt

Stauden gelten als pflegeleicht – und das sind sie auch, wenn ein paar Grundregeln beachtet werden. Ich empfehle:

  • Im Frühjahr abgestorbene Triebe zurückschneiden
  • Alle paar Jahre wuchernde Arten teilen – das hält sie vital
  • Im Frühjahr eine Gabe organischen Dünger einarbeiten
  • Verblühtes regelmäßig ausputzen, das fördert oft eine Nachblüte

Mehr braucht es eigentlich nicht. Wer Stauden gut kombiniert hat, muss deutlich weniger gießen, jäten und nachkaufen als bei einer Bepflanzung mit Sommerblumen.

Mein Tipp: lieber einmal richtig planen

Ein Staudenbeet ist eine Investition – nicht nur finanziell, sondern auch gestalterisch. Deshalb lohnt es sich, vorher gut zu planen: Wie viel Sonne bekommt das Beet? Wie ist der Boden? Welche Farben und Höhen sollen kombiniert werden?

Bei uns in der GartenBaumschule beraten wir dazu gerne persönlich. Wir zeigen Ihnen, welche Stauden und passenden Gehölze zu Ihrem Standort passen, und stellen stimmige Kombinationen zusammen – ob für ein sonniges Beet, einen halbschattigen Bereich unter Bäumen oder einen Pflanzstreifen am Hauseingang.

Wenn Sie Fragen haben, melden Sie sich gerne.

Ihr Oliver Fink

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Gärtnermeister Oliver Fink leitet seit 1995 die GartenBaumschule Becker in Refrath. Regelmäßig informiert er im Radio (WDR), regionalen Medien (z.B. Bürgerportal und Kölner Stadt Anzeiger) sowie weiteren Medien Hobbygärtner über Themen rund um die Pflanzen für Terrasse, Balkon und Garten.

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