Eingang zum offenen Treff des Jugendzentrums Q1. Foto: Thomas Merkenich

Der Jugendhilfeausschuss hat sich erneut mit der Zukunft des Jugendzentrums Q1 befasst. Es ging um die Frage, ob es zusätzlich zu den Angeboten auf dem Zandersgelände und der geteilten Nutzung in der Zentralwerkstatt einen festen Ort für einen offenen Treff geben wird. Weitere Themen waren die Mehrkosten für die neuen Kitas, der Gleispark und die GGS Gronau.

Wir fassen die wichtigsten Entscheidungen und Debatten in diesem ad-hoc-Protokoll kurz zusammen.

Der Gleispark auf dem Zanders-Gelände werde bereits gut angenommen, berichtete Thomas Muth aus der Abteilung Soziale Stadtentwicklung. Drei Jugendzentren und das Mehrgenerationenhaus machen an festen Tagen Angebote vor Ort: das Mehrgenerationenhaus montags von 15 bis 18 Uhr, das Cross dienstags von 15 bis 19 Uhr, das Q1 donnerstags von 14 bis 19 Uhr und das Café Leichtsinn samstags von 13 bis 17 Uhr.

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Zusätzlich bieten der TV Herkenrath und der Basketballverein Bergische Löwen mittwochs, donnerstags und samstags sportliche Aktivitäten an.

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Manuela Muth vom Jugendzentrum Cross bestätigte eine „sehr große Nachfrage“ bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen. „Sie sehen den Gleispark als Bereicherung und Ort für sich an“ und fühlten sich durch das Angebot wertgeschätzt. 

Die CDU und der Jugendamtselternbeirat übten Kritik daran, dass der Inklusionsgedanke bei der Gestaltung des Gleisparks zu wenig mitgedacht worden sei.

Mehrkosten für neue Kitas

Die geplanten neuen Kitas werden teurer: Nach einer Diskussion votierte der Ausschuss für die Übernahme der Mehrkosten für die Neubauprojekte. Für die Kitas Schulstraße in Sand, Nittumer Weg in Schildgen und Jakobstraße in der Innenstadt fallen insgesamt rund 2,2 Millionen Euro zusätzlich an. 

Die Mehrkosten begründet die Verwaltung unter anderem mit Umplanungen und Ausstattungsänderungen in Abstimmung mit den Trägern sowie mit Bauzeitverzögerungen zusammen. Ob weitere neue Kitas (wie etwa die am Fürstenbrünnchen) künftig benötigt werden, darüber wollte die Verwaltung angesichts des Geburtenrückgangs aktuell keine Prognose abgeben.

Die Originaldokumente im Ratsinformationssystem

Offener Treff für Jugendliche

Kurzfristig wurde ein gemeinsamer Antrag von SPD und Grünen (s.a. Dokumentation unten) zum Standort und zur weiteren Arbeit des Jugendzentrums Q1 auf die Tagesordnung genommen. Darin fordern die beiden Fraktionen die Verwaltung dazu auf, „zusätzlich zu den Angeboten in der Zentralwerkstatt einen geeigneten, dauerhaft zur Verfügung stehenden Standort zu finden und einzurichten“, um dort die Arbeit des Q1 „mit Rückzugsmöglichkeiten für Jugendliche zu sichern“.

Konkret geht es den Antragstellern darum, einen offenen Treff festzuschreiben, mit „mindestens 25 Stunden“ in der Woche. „Wir wollen betonen, dass sich die offene Jugendarbeit auf dem Zanders-Areal nicht auflösen soll und dass ein offener Treff nicht unbedingt in der Zentralwerkstatt untergebracht sein muss“, erklärten die Grünen. „Wir finden die Idee super“, lobte die CDU. Für die AfD sei es „viel zu früh“, über derartige Details zu entscheiden. 

Janis Reinhold, Vorsitzender des Stadtjugendrings (und Pfadfinder des Stammes Folke Bernadotte), betonte erneut, dass es den idealen Standort für die offene Kinder- und Jugendarbeit bereits im bisherigen Gebäude auf dem Quirlsberg gebe, die Politik aber gegen eine kostspielige Sanierung gestimmt habe. 

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Lob gab es von Manuela Muth: „Ich halte den Antrag für fachlich sehr sinnvoll, er setzt ein Zeichen für die offene Kinder- und Jugendarbeit.“

Jugendzentrum als zweite Heimat

Diesem Urteil schloss sich Thomas Fischer-Wesselmann, Geschäftsführer der Katholischen Jugendagentur, an: „Wir brauchen niederschwellige Orte, wo Jugendliche zuverlässig hinkommen können.“ Jugendzentren seien für viele Besucher:innen ein zweites Zuhause, wo sie Beratung und etwas zu essen bekommen. Der Bedarf nehme zu. Nicht die Einrichtung werde infrage gestellt, sondern nur die Immobilie des Q1.

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„Es braucht einen Ersatz für das Angebot auf dem Quirlsberg“, nicht nur in Form von „Kursen“ im Gleispark. „Geteilte Räume funktionieren nicht, auch künftig muss es Orte wie ein klassisches Jugendzentrum geben“, sagte Fischer-Wesselmann und spielte darauf an, dass in der Zentralwerkstatt ein sozio-kulturelles Zentrum für eine breitere Zielgruppe entstehen soll. 

Die Ausschussmitglieder beschlossen den Antrag einstimmig, die Verwaltung kündigte an, eine entsprechende Vorlage zu erstellen.  

Hinweis der Redaktion: Wir hatten die Nachricht aus dem JHA im Newsletter am Freitag mit dem Titel „Feste Räume für Q1 auf Zanders“ zusammengefasst – was nicht richtig ist. Die SPD hatte zwar im Vorfeld einen offenen Treff auf dem Zanders-Gelände gefordert und präferiert eine solche Lösung noch immer. Aber um den Handlungsspielraum der Verwaltung nicht zu sehr einzuengen werde inzwischen „auch der Suchraum auf angrenzende Flächen an das Zandersgelände oder den Stadtkern nicht ausgeschlossen“, erklärte Fraktionschef Klaus Waldschmidt auf Nachfrage. Beschlossen sind also feste Räume für das Q1, aber nicht unbedingt auf Zanders.

Mobile Lösung für die GGS Gronau

Auf Nachfrage der CDU zum aktuellen Stand der baufälligen GGS Gronau und möglichen Lösungen hielt sich der Beigeordnete Stephan Dekker bedeckt: „Wir streben eine mobile Lösung an, die baurechtlich unproblematisch ist. Wir sind dazu in Gesprächen.“

Dokumentation

Der Antrag von SPD und Grünen zum Q1:

ist seit 2024 Redakteurin des Bürgerportals. Zuvor hatte die Journalistin und Germanistin 15 Jahre lang für den Kölner Stadt-Anzeiger gearbeitet. Sie ist unter anderem für die Themen Bildung, Schule, Kita und Familien zuständig und per Mail erreichbar: k.stolzenbach@in-gl.de

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  1. Mit der einstimmigen Annahme unseres Antrags für feste Räumlichkeiten für die Offene Kinder- und Jugendarbeit im Zentrum ist eine wichtige Entscheidung getroffen. Wir freuen uns sehr über die breite Zustimmung und danken für die fachliche Diskussion im Ausschuss. Auf die gute Beratung aller demokratischen Parteien und Freien Trägern lässt sich im Sinne der Jugend gut aufbauen für die Zukunft!

    Da mein einführendes Statement zu unserem Antrag leider in der Berichterstattung (die ansonsten sehr ausführlich ist, vielen Dank!) keine Erwähnung gefunden hat, will ich hier einige Stichpunkte festhalten:

    Schon seit einiger Zeit befassen sich die Stadt und das Jugendzentrum damit, wie die Jugendarbeit angesichts der enormen Veränderungen im Zentrum und des baulichen Zustands des Gebäudes am Quirlsberg fortgesetzt werden soll. Dabei wurden vielversprechende innovative Konzepte kommuniziert. Den hervorragend angenommenen Gleispark sehe ich als beispielhaft dafür an, dass die Stadt in Zusammenarbeit mit den Trägern sehr erfolgreich neue Orte schaffen kann, die den Bedürfnissen von Jugendlichen entsprechen. Das weiterentwickelte Konzept muss aber auch feste Räumlichkeiten für die offene Kinder- und Jugendarbeit umfassen, die die Jugendlichen als eigenen, sicheren Ort wahrnehmen. Mir war deswegen wichtig, dass der Antrag einen dauerhaften Standort mit Rückzugs- und freien Entfaltungsmöglichkeiten für Jugendliche schafft.

    Jannes Komenda
    Jugendpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion

    1. Lieber Jannes,

      wie gestern im Ausschuss erwähnt, freut es mich dass ihr den Bedarf für eigene Räumlichkeiten der Kinder und Jugendarbeit erkannt habt!

      Vielleicht erkennt ihr und die Grünen im Laufe dieses Prozesses doch irgendwann, dass es den perfekten Standort schon gibt. Da zum aktuellen Zeitpunkt niemand weiß, was eine weiterführende Nutzung des Quirlsberg kosten würde (was vielleicht eine relevante Info vor so einer Entscheidung gewesen wäre) wird sich zeigen, ob man überhaupt Geld spart indem das Q1 einen anderen Festen Ort bekommt, ihm auch eventuell Räumlichkeiten auf Zanders gestellt werden sowie dem ungeeigneten Neubau an der Hauptstraße…
      Dazu würde man so Sicherheit für viele Akteure schaffen, unter anderem auch das Junge Ensamble, welches von euch konsequent nicht erwähnt wird!

      Janis Reinhold
      Pfadfinderstamm Folke Bernadotte

  2. Warum braucht es einen Ersatz für den Quirlsberg sprich für das Q1?

    Das Gebäude soll für 250.000 € verkehrssicher gemacht werden um es wenige Jahre später komplett aufzugeben. Warum das Gebäude aufgegeben werden soll ist in der kompletten Q1 Debatte nicht ein einziges Mal klar benannt worden.

    Was auch nicht benannt wird ist die Gegenüberstellung der Kosten wenn das Q1 tatsächlich auf Zanders verlegt wird anstatt einfach in den alten Räumlichkeiten zu bleiben.

    Wenn man das Thema verfolgt drängt sich immer mehr der Verdacht auf dass die große Krake evangelisches Krankenhaus sich auf dem Quirlsberg ausbreitet und deswegen eine Lösung gefunden werden muss.

    Liebe Politiker, sollte dem so sein, nehmen Sie doch die Bürger der Stadt Bergisch Gladbach und die betroffenen Jugendlichen mit. Seit 2024 wird ein Versteckspiel und eine Geheimhalterei über Kündigung des Q1 durch die Kirche, Übernahme durch Stadtverwaltung, Auszug der Pfadfinder und Jugendlichen gemacht so dass einfach nur Unklarheit entsteht.
    Vielleicht überraschen die Kinder und Jugendlichen sie ja sogar wenn Sie verstehen warum das Problem von der Stadt künstlich herbeigeredet wird.

  3. Liebes Bürgerportal-Team,
    zunächst einmal vielen Dank, dass ihr euch auch gestern wieder die Zeit genommen habt, aus der Sitzung zu berichten.
    Ich hätte allerdings eine kleine Klarstellung zu einem Punkt in eurer Übersicht unter der Rubrik „Wissen, was läuft – der Tag in GL“. Dort schreibt ihr, dass das Q1 einen festen Raum auf dem Zanders-Areal erhalten soll. Das entspricht so jedoch nicht dem Beschluss beziehungsweise dem Inhalt des Antrags von SPD und Grünen.
    Hier haben die Kollegen bewusst ergebnisoffen formuliert. Konkret ging es nicht darum, einen festen Raum auf dem Zanders-Areal festzulegen, sondern allgemein darum, zusätzlich zu den bereits bestehenden Angeboten einen zentral gelegenen festen Raum zu schaffen. Der Standort wurde dabei ausdrücklich offengelassen.
    Im eigentlichen Artikel habt ihr das auch korrekt wiedergegeben – lediglich im Teaser ist es missverständlich formuliert.

    Ich würde euch daher bitten, das gegebenenfalls noch einmal zu korrigieren, damit keine Missverständnisse entstehen.

    Viele Grüße
    Thilo Gleichmann
    CDU-Ratsmitglied

    1. Danke für den Hinweis. Beim Thema Q1 zählt jedes einzelne Wort, das haben wir heute früh im Newsletter nicht ausreichend berücksichtigt. Zwar hatte v.a. die SPD im Vorfeld einen „offenen Jugendtreff auf dem Zanders Gelände“ gefordert, die Festlegung der Örtlichkeit in der Zwischenzeit aber offenbar aufgegeben. Wir haben die Online-Version des Newsletters entsprechend korrigiert.