v.l. Emin Simsek Postproduktion Schnitt, Johannes da Costa Regie Musikproduktion; Foto GMK

Liebe Leserin, lieber Leser,

2021 war ein hartes Jahr. Ein Jahr, in dem wir Sie schnell und zuverlässig informiert haben. Zu Corona, zur Lokalpolitik und zu anderen wichtigen Themen. 

Ein Jahr, in dem wir Sie unterhalten haben, mit dem #Kulturkurier, großen Geschichten, eindrucksvollen Panoramatouren, Serien und tollen Fotos.

Ein Jahr, in dem wir uns für die lokale Kultur, für die Gastronomie sowie den Handel eingesetzt und immer wieder klar Position bezogen haben.

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Der Krea-Jugendclub hat im Projekt „Unter Druck“ mit dem Video „Love and Hate“ den Dieter Baacke Sonderpreis erhalten. Der Preis zeichnet bundesweit Projekte der Bildungs-, Sozial- und Kulturarbeit in Deutschland aus. Beim Sonderpreis 2021 ging es um den kritischen Umgang mit Medien.

Der Krea-Jugendclub hat mit dem Projekt zum Thema „Unter Druck“ den mit 2000 Euro dotierten Dieter Baacke Sonderpreises 2021 erhalten. Ausgezeichnet wurde die Kreativitätsschule Bergisch Gladbach für den Videodreh zum Thema „Unter Druck“/ „Love & Hate – Interaktionsrisiken kreativ aufgreifen“.

Diese Arbeit entstand unter der Leitung von Emin Simsek (Postproduktion/Schnitt) und Johannes da Costa (Regie/ Musikproduktion) und Daniel Richartz, der auch mit Regie führte. Weiter waren die Coaches aus dem Bereich „Urbane Jugendkultur“ in die Projektarbeit eingebunden. Mit dem oben genannten Preis zeichnen die Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur (GMK) und das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend bundesweit Projekte der Bildungs-, Sozial- und Kulturarbeit in Deutschland aus.

Ziel ist es, herausragende medienpädagogische Projekte und Methoden aktiver Medienarbeit zu würdigen und bekannt zu machen. Es wurden Bewerbungen für realisierte Projekte angenommen, die Kindern, Jugendlichen und Familien einen kreativen, kritischen Umgang mit Medien vermitteln und damit die Medienkompetenz fördern.

Laudatio der Thüringer Landesmedienanstalt

Mirko Pohl, Thüringer Landesmedienanstalt (TLM) schreibt in seiner Laudatio unter anderem:

„Das Videoprojekt Unter Druck des Krea-Jugendclub aus Bergisch-Gladbach ist prall gefüllt. Prall gefüllt mit jugendkulturellen Ausdruckformen, mit Themen, die die Gefühle und Gedanken einer Jugend in der Pandemie widerspiegeln. Prall gefüllt mit aus der Not geborenen und deshalb so authentisch daherkommenden filmischen Stilmitteln. Prall gefüllt mit archetypischen Konstellationen aus Liebe, Hass und sozialen Grenzen. Prall gefüllt mit schreienden Hab-Acht-Zeichen auf die menschliche Verletzlichkeit durch das Wort – ob gesagt, gesungen oder geschrieben. Ein Musik-Tanz-Theater, aus dem schnell ein Film über Cyberbullying wurde, weil es den Jugendlichen in der Zeit der rein medialen Fernkommunikation mit ihren Bros und Siss auf den Nägeln brannte.

Die klassische Erzählung von Romeo und Julia bot den dramaturgischen Rahmen, in dem das Erleben von Zuneigung, Ablehnung, sozialen Grenzen und Gruppenkämpfen aus ihrer Lebenswirklichkeit einen aktuellen Ausdruck fand. Erzählt wird die Geschichte einer Chatliebe, die daran zerbricht, dass sich die Verliebten in zwei gegensätzlichen Crews befinden und sie über soziale Medien soweit gedisst werden, dass es am Ende nur noch den Ausweg des Freitods gibt.

Wo man in vorpandemischen Zeiten bei einem Videoprojekt einer Ansammlung von Jugendlichen mit Kamera, Tonangel und Klappe im Stadtviertel begegnete, die von aufmerksamen Mitbürger*innen mit dem skeptischen Blick „Was machen die da? Dürfen die das?“ beäugt wurden, saßen die Filmschaffenden in diesem Fall zu Hause vor ihren Mediengeräten oder tanzten vereinzelt draußen in Selfiepose auf Parkdecks oder vor Graffitis. Dialoge fanden in aufgezeichneten Videokonferenzen und Chatverläufen statt.

Dazwischen selbstproduzierte und choreografierte Botschaften aus Musik, Gesangund Tanz mit dem Smartphone. Doch das Projekt verbleibt nicht in einer lähmenden Hilflosigkeit im Sinne eines „Da kann ich eh nichts machen“, sondern endet in einem Reflexionsgespräch mit klaren Handlungsperspektiven. „Mehr aufeinander aufpassen“, „Früher eingreifen“ und „Nicht so schnell mitmachen“ geben die Filmemacher*innen den Zuschauenden deutlich mit auf den Weg. Unter Druck ist prall gefüllt mit Love & Hate-Interaktionsrisiken, aber auch mit handfesten Aussichten, aus diesem Teufelskreis auszubrechen.“

Der Dieter Baacke Preis 2021

Der Dieter Baacke Preis 2021 wurde insgesamt in nachfolgend genannten Kategorien vergeben, die jeweils mit 2.000 Euro dotiert sind: Projekte von und mit Kindern, Projekte von und mit Jugendlichen, Interkulturelle und internationale Projekte, Inklusive und intersektionale Projekte, Projekte mit besonderem Netzwerkcharakter und Sonderpreis 2021 (jährlich wechselndes Thema). Diesmal Thematik „Love & Hate – Interaktionsrisiken kreativ aufgreifen – Gewinner KREA-Jugenclub.

Helga Niekammer

ist freiberufliche Journalistin (Text und Bild), weitere Berichte und Fotos finden Sie auf bensberg-im-blick.de.

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