Foto: Holger Crump

Mit Spielekonsolen, 3D-Drucker und Gaming-PC erweitert die Stadtbibliothek ihr Angebot. Ein eigens eingerichteter Gaming-Raum soll speziell Jugendliche ansprechen, zum Mitmachen und zur kreativen Arbeit anregen. Gestärkt werden soll auch die Teilhabe. Denn nicht jeder hat zuhause eine Playstation stehen.

Neuer Treffpunkt für Jugendliche im Stadtzentrum: Die Stadtbibliothek hat einen Gaming-Raum eingerichtet, der jetzt offiziell eröffnet wurde. Spielekonsolen, Gaming-PCs, 3D-Drucker und Computerspiele zum Ausleihen – digitale Endgeräte sollen junge Menschen ins Form locken.

Das Angebot schließt eine Lücke für Kinder ab einem Alter von zehn oder elf Jahren, die schon der Kinderbücherei entwachsen sind, das herkömmliche Angebot der Bibliothek mitunter aber noch nicht nutzen können oder wollen.

Haben in einem zweijährigen Projekt den Gaming-Raum der Stadtbibliothek aufgebaut (v.l.): Monika Gippert (Leitung Bibliothek), Samantha Klünter (Bibliothekarin und angehende Medienpädagogin), Frank Güldenberg (IT, Haustechnik), Foto: Holger Crump

Switch und Playstation

Der Gaming-Raum verfügt über zwei 50-Zoll große Bildschirme, die jeweils mit einer Nintendo Switch sowie einer Playstation 4 verbunden sind. Ein „Spiel des Tages“ ist geladen, in bequemen Sesseln kann gezockt werden. Rund 100 Konsolenspiele stehen zudem zur Ausleihe parat (FSK 16 bzw. FSK 6). Computer- und Wissenspiele locken jüngere Computerspiele-Fans an die KUTI-Spielbox, die intuitiv bedient wird.

Hinzu kommt ein 3D-Drucker. Hier können kleine Modelle in zweifarbigem Druckverfahren erstellt werden. Eine mobile Bild- und Videobearbeitungsstation bietet Jugendlichen die Möglichkeit, die professionelle Bearbeitung von Bildern zu erlernen. Dazu stellt die Bibliothek auch einen Greenscreen bereit.

Gaming-PCs und Arbeitsflächen mit kostenlosem WLAN runden die Hardware ab. Ergänzt wird die Ausstattung durch die Ausleihe von DVDs, Jugendhörbücher, Comcis und Mangas sowie Sachliteratur zum Thema Gaming.

Der Gaming-Raum der Stadtbibliothek
– Spielekonsolen
– KUTI-Spielbox
– Gaming-PCs
– 3D-Drucker
– Videobearbeitung
– Ausleihe von Spielen für Konsolen, DVDs, Comics, Sachbüchern zum Gaming
Die Nutzung ist kostenlos, gefördert werden sollen Interaktion, Medienkompetenz, das Ausprobieren, Selbermachen und Forschen.
Weitere Infos und Kontakt zur Stadtbibliothek im Internet

Kostenfreie Nutzung

Die Nutzung ist kostenfrei, lediglich für die Ausleihe der Konsolenspiele fällt eine Leihgebühr von einem Euro an. Die Controller der Spielekonsolen können mit dem Bibliotheksausweis entliehen werden, der für Kinder bis 18 Jahre ebenfalls kostenlos ist.

Auch der 3D-Drucker wird gebührenfrei mit Ausweis betrieben. Hierzu ist lediglich eine kurze Schulung notwendig, welche die Bibliothek ab Ende Februar anbietet.

Die Eröffnung des Gaming-Raumes sollte mit Events begleitet werden. Diese werden Corona-bedingt nun nachgeholt. So ist für die Osterferien eine Spieletester-Gruppe geplant, die aktuelle Gaming-Trends unter die Lupe nimmt. Im Sommer soll es einen speziellen Workshop zur Prorammierung eigener 3D-Modelle für den Drucker geben.

Vor Ort stehen zeitweise auch Mitarbeiter:innen der Biblitothek bereit, um Fragen rund um Gaming und Medien zu beantworten. Auch Eltern sind herzlich eingeladen, um mit ihren Kindern etwas Gaming-Zeit in dem neuen Angebot zu verbringen und mehr über das heißgeliebte Hobby der Kids zu erfahren.

Land und Stadt finanzieren

Der Angebot wird zu 80 Prozent von Land NRW mit Fachmitteln für Bibliotheken finanziert. Den Rest trägt die Stadt. Das Gesamtvolumen beträgt 40.000 Euro.

„Mit dem vielfältigen Angebot im Gaming-Raum stellt die Stadtbücherei ein niedrigschwelliges Angebot für Medien bereit, die nicht jeder Jugendliche zuhause hat“, erklärt Monika Gippert, Leiterin der Stadtbibliothek. „Insofern stärken wir nicht zuletzt die Teilhabe. Zugleich etablieren wir im Zentrum der Stadt einen Rückzugsraum, ein Angebot für den Austausch, für Treffen der Jugendlichen ohne Konsumzwang.“

Damit sieht man sich keineswegs in Konkurrenz zu anderen Angeboten. „Der Gaming-Raum ist eine gute Ergänzung zu den Angeboten der Jugendzentren in der Stadt. Bibliotheken sind Lernorte, Kooperationen mit anderen Trägern der Jugendarbeit möchten wir gerne ausweiten“, macht Gippert klar.

Holger Crump

ist Reporter und Kulturkorrespondent des Bürgerportals.

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