Der Entwurf für den geplanten Neubau in Relation zum derzeitigen Zustand. Montage: F. Naroska

Auf dem Grundstück des früheren Alten Arbeitsamtes klafft noch eine Lücke, hier will die RBS in Kürze ein großes Wohnhaus errichten. Einige Anwohnerinnen und Anwohner hatten bereits im Vorfeld vor einer zu massiven Bebauung gewarnt – und sehen ihre Befürchtungen noch übertroffen. In einem Offenen Brief stellen sie die Arbeit des Gestaltungsbeirats in Frage und richten sich an die Öffentlichkeit.

An der oberen Hauptstraße soll das Stadtbild extrem verändert werden. Die Stadt Bergisch Gladbach hat die Planung für ein massives Wohngebäude auf dem Grundstück des Alten Arbeitsamts bzw. Stadtarchivs genehmigt. Ein Bebauungsplan liegt für dieses Teilgebiet nicht vor, Bedenken der Bürger wurden abgewiesen. 

Bei der Baugenehmigung wurden weder Fragen nach Umweltverträglichkeit oder Feinstaubbelastung noch nach Luftzirkulation in der Innenstadt berücksichtigt. Auch das Mobilitätskonzept Bergisch Gladbach 2030 und der Lärmaktionsplan wurden nicht einbezogen.

Und leider hat auch die Arbeit des Gestaltungsbeirats kein positives Ergebnis für die Planung dieses Gebäude an markanter Stelle gebracht.  

Die Vorgeschichte dazu ist hier zusammengestellt.   

Vor ziemlich genau 3 Jahren konnte man in GL Kompakt (WKS) lesen: 

„Wohnungsbaugesellschaft scharrt mit den Hufen … . Die RBS hat Interesse am Ankauf des Alten Amtsgerichts an der Gladbacher Hauptstraße“ (gemeint war das Alte Arbeitsamt). 

Bis dahin – nachdem das Stadtarchiv ausgezogen war – kursierten Gerüchte von einem Umbau des Gebäudes, das im Denkmalpflegeplan der Stadt vom Juli 2016 mit den Prädikaten

  • ortsbildprägend,
  • bedeutend für die Ortsgeschichte, 
  • schützenswerte Kubatur, 
  • schützenswerte Architektur- bzw. Fassadendetails, 
  • schützenswerter Bautyp

bewertet worden war. 

Im Juli 2018 ließ ein Beitrag von C. Boelen-Thiele im KStA den möglichen Abriss des Gebäudes erkennen:  

„Grünanlage und ehemaliges Stadtarchiv als Bauflächen: (…) Lediglich zwei eigene Immobilien werden von der Stadt als mögliche Bauflächen aufgeführt. Die eine ist ehemalige Stadtarchiv, bekannt auch als Altes Arbeitsamt an der Hauptstraße 310. Auf einem dann abgeräumten Grundstück stehe mit der Rheinisch-Bergischen Siedlungsgesellschaft ein bewährter Partner zur Seite.“ 

Das Alte Arbeitsamt beherbergte zuletzt das Stadtarchiv und wurde dann abgerissen.

Eine Bitte an den Gestaltungsbeirat

Als es damals um Abriss oder Erhalt des Alten Arbeitsamts (Hauptstraße 310) ging, haben sich 108 Bürger und Bürgerinnen mit der Bitte an den Gestaltungsbeirat der Stadt gewandt, über eine angemessene Nutzung des vorhandenen Gebäudes (Altes Arbeitsamt bzw. Stadtarchiv) nachzudenken.

Sie hielten es für keine gute Idee, das ehemalige Stadtarchiv abzureißen und als „Baufläche“ zu vermarkten. Sie befürchteten, dass nach einem Abriss ein klotziger Neubau entstehen könnte, der – wie die Häuser auf den Nachbargrundstücken ­– bis an die Straße reichen könnte und dadurch das Stadtbild in Bereich der oberen Hauptstraße sehr unschön verändern. 

Die Häuser in der direkten Nachbarschaft – Hauptstraße 306 und 308 ­– waren bereits abgerissen worden und auf den Grundstücken 306 und 308 ist ein riesiger Neubau entstanden. Auf dem Grundstück Hauptstr. 314 ist schon vor ein paar Jahren ein hässlicher Klotz gebaut worden. 

Man befürchtete weiter, dass die Folgen für die obere Hauptstraße demnächst so aussehen könnte: keine Luft, kein Licht, kein Grün, keine Parkplätze mehr und ein verengter Bürgersteig. 

Dem Schreiben war ein Foto von der damaligen Situation (2018) und eine Fotomontage (auf der Grundlage eines Fotos des Nachbarhauses) beigelegt:

Fotomontage von 2018. F. Naroska

Dieses Schreiben wurde an 

  • den Bürgermeister der Stadt Bergisch Gladbach, Herrn Lutz Urbach, 
  • den Fachbereich 6 – Planen und Bauen der Stadt, Frau Elisabeth Sprenger, 
  • die Untere Denkmalbehörde, Herrn Karl Stabenow,
  • den von der Stadtverwaltung mit der Erstellung eines Denkmalpflegeplans beauftragten Architekten Prof. Michael Werling 

zur Kenntnisnahme zugeschickt und veröffentlicht.

Professor Werling schrieb daraufhin an die Geschäftsführerin des Gestaltungsbeirats, Frau Corts,  „. . . Der Bau besitzt keinerlei architektonische Qualitäten. Und eine ordentliche bzw. qualitätvolle Neubebauung ist für diesen Ort die beste Maßnahme!. . .“ 

Frau Corts antwortete im Oktober 2018 auf das Schreiben der Bürgerinnen und Bürger: 

„. . . Im Gestaltungsbeirat werden ausschließlich Fragen der Gestaltung des geplanten Baukörpers geklärt. (…)

Als Architektin und mit gestalterischen Fragen befasste Mitarbeiterin der Bauverwaltung bin ich allerdings sehr erstaunt wenn nicht gar verärgert über ihre in der Öffentlichkeit verbreitete Bildmontage. Dieses Drohszenario entbehrt jeder faktischen Grundlage, führt zu einer verzerrten Wahrnehmung in der Bürgerschaft und verhindert jede sachliche Diskussion. . . .

Die Stadt kann, wie jeder andere Eigentümer eines erhaltenswerten Gebäudes auch, frei entscheiden, ob sie es erhalten möchte oder nicht. . . .“

Ebenfalls im Oktober 2018 erschien im KStA ein Beitrag von C. Boelen-Thiele: 

„Weg für Abriss scheint frei: (…) Der Vorsitzende des Bergischen Geschichtsvereins hat sich umfassend mit der Historie des Hauses Hauptstraße 310 auseinandergesetzt. Sein Fazit: Das Alte Arbeitsamt ist nicht denkmalwürdig. . . . Die Architektur des Alten Arbeitsamts sei weder modellhaft noch beispielhaft, meint Werling. . . .“

Das unterscheidet sich von dessen Einschätzung im Denkmalpflegeplan von 2016. 

Und W. Schulz schreibt in GL Kompakt: 

„Abrissbirne am Alten Arbeitsamt? In einem Bürgerportal im Internet hat F.N. eine Fotovision eines massiven Neubaus veröffentlicht, die Stadtsprecher M. Rölen jedoch als „ein wenig populistisch“ einstuft.  . . . 

Der Gestaltungsbeirat werde darauf achten, dass dort kein(e) Pappschachtel bzw. Pappkarton entsteht. . . .“

Hintergrund: Der Gestaltungsbeirat

Wer oder was ist eigentlich der Gestaltungsbeirat? Und was tut er? Die Stadt Bergisch Gladbach stellt den Gestaltungsbeirat auf der Internetseite „Stadtplanung“ so vor: 

„Selbst die beste Stadtentwicklungs- und Bauleitplanung sichert noch nicht eine hohe Gestaltqualität der gebauten Umwelt. Daher hat sich der Rat der Stadt im April 2014 dazu entschlossen, einen Gestaltungsbeirat einzurichten. Dieses Fachgremium, dessen Mitglieder ihren Wohn- und Geschäftssitz nicht in Bergisch Gladbach haben dürfen, diskutiert mit Architektinnen/Architekten und Bauherrinnen/Bauherren Fragen der Gestaltung einzelner Projekte im städtebaulichen Kontext.“

Wenn man weiterklickt zum „Gestaltungsbeirat der Stadt Bergisch Gladbach“, kann man lesen: 

„. . . Zielsetzung sollte eine zukunftsorientierte Stadtentwicklung sein, die respektvoll vorhandene Qualitäten berücksichtigt.  . . .  Mit Recht fordern Bürgerinnen und Bürger für das Stadtbild, für ihren Lebensraum, größtmögliche Qualität ein.  . . .

Inhalt der Beratungen sind Konzepte und Entwürfe für Bereiche, die aufgrund ihrer Funktion oder ihrer Position im vorhandenen Stadtbild von herausgehobener Bedeutung sind. Das können öffentliche wie private Baumaßnahmen sein, die nach Lage, Umfeld, Größe oder Nutzung prägend sind. Veränderungen an historisch wichtigen, denkmalgeschützten oder den Stadtraum dominierenden Bauten sind ebenfalls Gegenstand der Erörterungen. Darüber hinaus werden auch städtebaulich-gestalterische und verkehrliche Konzepte wie z. B. Plätze, Straßen, Grünanlagen diskutiert. . . .“

Das ist die Theorie. 

Das Neubauvorhaben Hauptstraße 310

Nun zum konkreten Beispiel Neubauvorhaben Hauptstraße 310. 

Eine sachliche Diskussion mit den Bürgern hat nicht stattgefunden. 

Wie aus der Anlage zum Jahresbericht des Gestaltungsbeirats für den Planungs­­ausschuss der Stadt Bergisch Gladbach am 21.09.2021 hervorgeht, haben sich die Befürchtungen bewahrheitet. 

In der Anlage zum Jahresbericht des Gestaltungsbeirats (veröffentlicht am 22.9.2021 im Bürgerportal) wird als 3. Bauprojekt das Neubauvorhaben Hauptstraße 310, Neubau eines Mehrfamilienwohnhauses vorgestellt. 

Das Foto von 1960 zeigt das Haus Kleuser und das damalige Arbeitsamt

Bis zur Grundstücksgrenze

Die Planung sieht so aus: Das Gebäude soll nicht auf der Grundfläche des vorherigen Gebäudes erstellt werden, sondern unmittelbar an die Grundstücksgrenze zur Straße hin. Vorher war es zurückgesetzt, so dass vor dem Gebäude zur Straße hin noch Parkplätze zur Verfügung standen. 

Die verkehrsmäßig stark belastete Hauptstraße ist in diesem Bereich zweispurig (Straßenbreite: 6,70 m, Bürgersteig vor Hauptstraße 310: 2,30 m, Bürgersteig gegen­über: 1,30 m). Es wird ein Engpass entstehen wie an keiner anderen Stelle in Bergisch Gladbach und damit eine höhere Lärm- und Feinstaubbelastung (auch für die Bewohner des Neubaus).

Ein- und Ausfahrt zu und von den Stellplätzen des Neubaus sind nicht ohne Behinderung des fließenden Verkehrs möglich. Ausweichmöglichkeiten für Fahrzeuge bei einem Notarzt- oder Feuerwehr­einsatz sind nicht vorhanden. Das ist nicht zuletzt für die Zufahrt zum Evangelischen Krankenhaus eine starke Behinderung. 

Ausschnitt aus dem Bericht des Gestaltungsbeirats. Quelle: Ratinformationssystem

Auch die Höhe und der umbaute Raum werden geändert. Das alte Gebäude Haupt­straße 310 hatte ein Hochparterre, ein OG und ein Dachgeschoss. Das geplante Gebäude soll über dem EG noch 4 OG bekommen (eins mehr als auf der Montage von 2018) und erreicht damit eine Höhe von 15,66 m. 

Der Keller des alten Gebäudes wurde zugeschüttet. Hätte man diesen Platz für eine Tiefgarage genutzt, hätte man ein Stockwerk einsparen können. 

Das Ergebnis dieser Planung lässt nicht unbedingt die Beteiligung des Gestaltungsbeirats entsprechend der o.g. Beschreibung seiner Aufgaben auf der Internetseite erkennen: 

„Das können öffentliche wie private Baumaßnahmen sein, die nach Lage, Umfeld, Größe oder Nutzung prägend sind. Veränderungen an historisch wichtigen, denkmalgeschützten oder den Stadtraum dominierenden Bauten sind ebenfalls Gegenstand der Erörterungen.“ 

Es ist auch nicht das, was H.-W. Klinkhammels in GL Kompakt (Juli /August 2021), beschreibt: 

„Der Gestaltungsbeirat – Wie sieht die Arbeit dieses Gremiums aus? (…) Der Beirat arbeitet ehrenamtlich, ist Berater der Bürger und der Verwaltung. Im besten Fall gelingt es ihm, Bauprojekte durch seine Empfehlungen zu verschönern und für das Umfeld bereichernder zu gestalten.“

Das Ergebnis entspricht auch nicht der Aussage des Stadtsprechers M. Rölen, der im KStA vom 5.10.2018 (D.Richter und M. Niewels) zitiert wird: 

„. . . Pressesprecher M. Rölen ist sich sicher, dass dort kein „hässlicher Klotz“ entsteht. Er verweist auf den Einfluss der Stadt. „Auch der Gestaltungsbeirat wird ein Wort mitreden. . . .“ 

Was hat der Gestaltungsbeirat erreicht?

Hat der Gestaltungsbeirat ein Wort mitgeredet? Was hat er an dem Bauprojekt durch seine Empfelhung verschönert?

Man könnte den Eindruck gewinnen, dass die o.g. Äußerung der ehemaligen Geschäftsführerin des Gestaltungsbeirats (Dieses Drohszenario entbehrt jeder faktischen Grundlage, führt zu einer verzerrten Wahrnehmung.“) nicht bekannt war und die Fotomontage stattdessen dem Architekten­­büro als Vorlage für die Gestaltung der neuen Fassade gedient hat. 

„Berater für das Stadtbild“, so ist ein Beitrag über den Gestaltungsbeirat der Stadt Bergisch Gladbach vom 18.11.2021 im KStA (S. 30, Bergisches Land) überschrieben. Darin schreibt Herr Boelen-Thiele: 

„Der bevorstehende Neubau des Wohnhauses an der Hauptstraße 310 in der Stadtmitte gilt bei den Beiratsmitgliedern als so ein Beispiel des Miteinanders. Lob gab es schon bei der Vorstellung für die an die Straßenfront angelehnte geschwungene Fassadenseite. . . .“ 

Leider erfährt man nicht, von wem das Lob für den Gestaltungsbeirat kam. 

Und leider kann man auch keine fachbereichübergreifende Zusammenarbeit – also kein „Miteinander“­– feststellen, weder mit dem Fachbereich Umwelt und Technik noch mit dem Ausschuss für Umwelt, Klimaschutz, Infrastrukturund Verkehr. 

Lärmaktionsplan

Es gibt einen Lärmaktionsplan, in dem folgende Straßenzüge als am stärksten von Lärm betroffene Achsen betrachtet werden: 

  • Hauptstraße (L 268) zwischen Schnabelsmühle und Sander Straße (L 329.) 

In diesen Bereich fällt das Grundstück Hauptstraße 310. 

Offensichtlich ist der Lärmaktionsplan bei der Planung eines Neubaus unmittelbar an der Straße nicht berücksichtigt worden.

Mobilitätskonzept

Und es gibt ein Mobilitätskonzept (Beschluss in der Sondersitzung Stadtentwicklungs- und Planungsausschuss am 29.06.2016), das als positive Auswirkungen u.a. die Reduzierung der Umwelt- und Umfeldbelastungen und dieFörderung der Gesundheit der Einwohnerinnen und Einwohner als übergeordnete Leitziele nennt. 

Weitere Punkte des Mobilitätskonzepts sind:

3.1. Entwicklung Netzanforderungen und Leitziele
Für die Realisierung zentraler Radverkehrsachsen bieten sich folgende Ausbauformen an:
·   der klassische bauliche Radweg,
·   der Schutzstreifen und der Radfahrstreifen mit ausreichender Breite. . .

3.7.3 Weitere Maßnahmen zur Förderung des Radverkehrs

  • Maßnahmenfeld Radverkehr 
Nr. MaßnahmeBeschreibung

Vorrang-
routennetz
RV15Schutzstreifen einseitig anlegenHauptstraße (Südseite Vollmühlenweg bis Odenthalerstr.)Stufe 1

Einen einseitigen Schutzstreifen für Radfahrer anzulegen, ist auf der Südseite der Hauptstraße zwischen Vollmühlenweg und Odenthaler Straße durch das Bauvorhaben Hauptstraße 310 nicht mehr möglich. 

Offensichtlich ist auch das Mobilitätskonzept bei der Planung nicht berücksichtigt worden.

Was also tut der Gestaltungsbeirat? 

Wie es aussieht, befürwortet der Gestaltungsbeirat einen Entwurf, der an einer markanten Stelle nicht respektvoll mit dem Stadtbild umgeht, den öffentlichen Raum zu einer „Straßenschlucht“ verkleinert und auf die Aspekte des Lärmaktionsplans und des Mobilitätskonzeptes (Stichwort „Radwege“) überhaupt keine Rücksicht nimmt. 

Die Arbeit dieses Gestaltungsbeirats hat im konkreten Fall weder „eine hohe Gestaltqualität der gebauten Umwelt“, noch „größtmögliche Qualität für das Stadtbild und für den Lebensraum der Bürgerinnen und Bürger“ gesichert. 

Es ist nicht zu erkennen, dass „öffentliche wie private Baumaßnahmen, die nach Lage, Umfeld, Größe oder Nutzung prägend sind“, besonders beachtet werden. Und es ist nicht festzustellen, wie weit „Veränderungen an historisch wichtigen, denkmalgeschützten oder den Stadtraum dominierenden Bauten Gegenstand der Erörterungen“ sind.

Offensichtlich dient der Gestaltungsbeirat – auf das Bauvorhaben Hauptstraße 310 bezogen – als Alibi für das Wirken der Bauaufsicht der Stadt. Oder vielleicht auch für die Interessen der Baugesellschaft?

Daraus ergibt sich die Frage nach der Effektivität, der Berechtigung und auch nach der Zusammensetzung dieses Fachgremiums, „dessen Mitglieder ihren Wohn- und Geschäftssitz nicht in Bergisch Gladbach haben dürfen. . .“ 

Um die erwähnte „hohe Gestaltqualität der gebauten Umwelt“ und „größtmögliche Qualität für das Stadtbild und für den Lebensraum der Bürgerinnen und Bürger“ zu gewährleisten, wäre es vielleicht wirkungsvoller, wenn die Mitglieder des Gremiums keine Architekten sind und ihren Wohn- und Geschäftssitz gerade in Bergisch Gladbach haben müssen: z.B. Bürgerinnen und Bürger aus den Bereichen Einzelhandel, Gastronomie, Handwerk, Medizin, Schule, Kirche, Kunst u.ä. 

Friederike Naroska, Hauptstraße 303, 

im Namen der Anlieger 

Dr. Sandor Semek, Hauptstr. 299,
Michael Kramm, Hauptstraße 299,
Waltraud Wolf, Hauptstr. 303, 
Dr. Ulf Bethke, Hauptstr. 305.

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10 Kommentare

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  1. Dieser Bau passt hervoragend nach Bergisch Gladbach. Er fügt sich nahtlos in die lieblosen Funktionsbauten ein. Überhaupt scheint in Bergisch Gladbach, neben dem verkehrlichen Fiasko, keinerlei stadtgestalterische Kompetenz vorhanden zu sein. Verkehr und Architektur werden von fachlich inkompetenten politischen Wichtigtuern, Bau- und Handwerksunternehmer und diversen Ausschüssen bestimmt. Kritik wird von vielen Kleingeistern hochnäsig beiseite gewischt, man klopft sich gegenseitig auf die Schultern. Und so bleibt Bergich Gladbach was es ist. Eine Stadt mit schlechtem Ruf, kaputter Infrastruktur und schrecklicher Architektur.

  2. Der Straßenabschnitt zwischen Hauptstraße 310 in Richtung Quirls ist zum Teil in einem richtig desolaten und ungepflegten Zustand. Mich wundert es immer wieder, dass die Stadt diesen wichtigen innerstädtischen Bereich, der ein attraktiver Zugang in Richtung Einkaufszentrum Innenstadt sein könnte, so wenig Beachtung schenkt. Für Radverkehr und Fußgänger ist dieser Straßenbereich zum Teil eine Katastrophe, zum einen wegen des massiven motorisierten Verkehrs, aber auch wegen den schlechten Straßen- und Gehwegbelägen und den teils engen und verdreckten Gehwegen.

    Wenn diese Koalition es tatsächlich ernst meint mit der Mobilitätswende, den Lärmkonzepten (die bisher meist ohne Umsetzung bleiben)und mehr Klimaschutz, dann müssen meines Erachtens bei jedem neuen Bauvorhaben natürlich auch Fußgänger und Radfahrer mitgedacht werden! Z. B. mit sanierten breiteren Gehwegen und Radwegen und wo immer möglich Tempo 30 ! Auch sollte Tempo 30 immer dann in Betracht kommen, wenn aufgrund einer geringen Straßenbreite kein Radweg möglich ist.

  3. Wie ich aus den hiesigen Kommentaren schließe, dürfen neue Wohnungen einfach nirgends hin: weder in die Innenstadt, noch in die Randbereiche, denn immer meckert irgendwer. Wo sollen die Menschen also leben?

    Gerade die obere Hauptstraße ist alles andere als attraktiv, betrachten wir den Bereich vom Quirl’s bzw. vom ehemaligen Kino bis zum Geschäft von Herrn Kramm und weiter die Gegend vom Vollmühlenweg bis zum Strundorfer Kreisel. Ein neues und gepflegtes Wohngebäude kann der Ecke nur guttun.

    Angesichts des sehr überschaubaren Fußverkehrs kann von einer Beeinträchtigung auf dem Gehweg durch das neue Gebäude keine Rede sein; eine solche entsteht eher durch die hervorspringenden Stufen historischer Gebäude, die regelmäßig zum Ausweichen zwingen.

    1. Der Entwurf des neuen Gebäudes erscheint mir für sozialen Wohnungsbau ganz hübsch, mindestens okay, auf jeden Fall viel schöner als das bestehende Gebäude, an das angeschlossen wird. Und lieber einen gleichmäßig breiten Bürgersteig als die zurückgezogenen, meist verdreckten Ecken wie beim alten Arbeitsamt. Es hilft gegen Wohnungsnot und Zersiedlung und ist hoffentlich ein Startschuss, die ganze obere Hauptstraße zu modernisieren.

  4. Der Gestaltungsbeirat hat hier vorlegend, eine sehr gute Arbeit geleistet, und viel Schlimmeres verhindert. Das sollte man wissen, wenn man Kritik übt.
    Man kann es nicht Jedem recht machen.

  5. Der hier vorliegende Entwurf passt sich an die Nachbarbebauungen an, zeichnet sich jedoch durch eine wesentlich besser gestaltete Fassade aus,
    Die Frage nach einem Fahrradstreifen ist doch absolut nicht ernst zu nehmen. Wenn darauf abstellen würde, müssten alle bestehenden Häuser entlang der Hauptstrasse abgerissen werden.
    Ob die, lt. Bauordnung nachzuweisenden, notwendigen Parkplätze erdgeschossig oder in einer Tiefgarage angeordnet sind, spielt überhaupt keine Rolle für die Zufahrt den Rettungsverkehr zum EvK.
    Wo sonst, wenn nicht in den wenigen vorhandenen Baulücken soll für neuen bezahlbaren Wohnraum gesorgt werden?
    Auch wenn die Stadt an der RBS beteiligt ist, dürfte das Argument es gehe hier nur um wirtschaftlichen Profit, in keinster Weise greifen. Hier geht es um verdichtetes Bauen und um Schaffung von bezahlbaren Wohnraum, wer auch immer daran verdient. Hauptsächlich wird den sozial Schwächeren ein gutes Angebot gemacht,
    Und das sind alles Dinge. die von de Fachleuten im Gestaltungsbeirat ( Architekten und Architektinnen und Langschafts- und Städteplaner-innen ) hier vorliegend gut beurteilt wurden.

  6. Bei diesem Gebäude scheint die einzige Anforderung, die es an den Architekten gegeben hat, wohl nur „Möglichst viele Wohnungen auf dem Grundstück unterzubringen“ gewesen zu sein.
    Wohnraumverdichtung ist wohl überall wichtig, aber hier ist man doch über das Ziel hinaus geschossen zu sein.
    Dieser Klotz ist echt peinlich und es drängt wirklich der Verdacht auf, dass der Gestaltungsbeirat entweder keinerlei Einfluss nehmen konnte und somit nur Augenwischerei war oder ob die Leute aus dem Gestaltungbeirat ein persönliches Interesse an dem Bau hatten. Dass das ernsthaft jemand schön findet oder für gelungen hält, kann man wohl komplett ausschließen.
    Wahrscheinlich ist ja eh alles zu spät und das Dingen wird jetzt so gebaut, dann hat die Augenwischerei des Gestaltungsbeirats auch gut funktioniert.

  7. Ich muss Frau Naroska für die klaren und aufschlussreichen Worte danken. Bei diesem Bauvorhaben liegt einiges im Argen. Es wäre sehr wünschenswert, wenn sich Vertreter der Stadt mit den dortigen Anwohnern in Verbindung setzen, um gemeinsam Lösungen zur Zufriedenheit für beide Seiten zu finden.

    Auch ich habe mir vor Ort ein Bild gemacht und kann mir solch ein überdimensionales Wohngebäude direkt am Gehwegbereich nicht ernsthaft vorstellen. Hier stimmt das Sprichwort: Weniger ist mehr! Liebe Stadt Bergisch Gladbach, geht bitte auf die Anwohner zu und findet einen Kompromiss für letztendlich mehr Lebensqualität für uns ALLE.

    +++ Hinweis der Redaktion: Ulrich Gürster ist Mitglieder der CDU-Fraktion