Jörg Feller kandidiert für die AfD bei der Landtagswahl im Wahlkreis Rhein-Berg 1

Vor neun Jahren hat sich der Volkswirt Jörg Feller der AfD angeschlossen, seit acht Jahren vertritt er die rechte Partei im Rösrather Stadtrat und im Kreistag Rhein-Berg. Nach einem Zwischenspiel im Sauerland kandidiert er jetzt im Wahlkreis Rhein-Berg 1 (Bergisch Gladbach und Rösrath) für den NRW-Landtag. In unserem Fragebogen stellt er sich vor.

In der Öffentlichkeit hält Jörg Feller den Ball flach: auch als Kandidat der AfD für den NRW-Landtag hat er keine Website, am Kandidatencheck des WDR hat er nicht teilgenommen und die sozialen Medien nutzt der Segler vor allem privat. Dabei hat er sich schon einigen Wahlen gestellt, sitzt seit 2014 im Rat der Stadt Rösrath und im Kreistag.

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2017 hatte er sich um ein Landtagsmandat im sauerländischen Kreis Olpe bemüht (4,2 Prozent), 2019 war er bei der Europawahl im Rheinisch-Bergischen Kreis angetreten (AfD 7,2 Prozent).

Nun bewirbt er sich im heimischen Wahlkreis Rhein-Berg 1 für den Landtag als Direktkandidat. Auf der 23 Köpfe umfassenden Landesliste der AfD ist er nicht verzeichnet. Im Gegensatz zu seinem Bergisch Gladbacher Stadtratskollegen, Carlo Clemens, der auf dem aussichtsreichen 8. Platz der Landesliste steht, aber im benachbarten Nordkreis (Rhein-Berg 2) antritt.

Lernen Sie die Kandidat:innen persönlich kennen

Wir haben alle acht Kandidat:innen gebeten, die 26 Fragen zu beantworten; zudem acht Fragen zum Programm – womit wir wieder einen analogen Wahl-O-Mat produziert haben. Damit Ihnen der inhaltliche Vergleich leichter fällt. 

Damit Sie die Kandidat:innen persönlich kennenlernen können bieten wir wieder die WahlArena an, mit Speeddating, Infomesse und Debatten – am 26.4. ab 17 Uhr im Bergischen Löwen. Hier finden Sie das ganze Programm.

Unser Spezial zur Landtagswahl 2022 finden Sie hier.

Auf einen Platz auf der Landesliste lege er keinen Wert, ebensowenig wie auf eine Selbstdarstellung in den sozialen Medien. Einen Platz im Landtag hat der 62-Jährige ohnehin schon seit 2017, als Referent für die Themen Wirtschaft und Energie. Dabei arbeitet er vor allem dem Bochumer Abgeordneten Christian Loose zu, der auf Listenplatz vier der AfD mit ziemlicher Sicherheit wieder in den Landtag einzieht.

Feller ist gelernter Speditionskaufmann und studierter Diplom-Volkswirt, hatte später als Finanzierungsmakler gearbeitet. Er ist verheiratet und Vater von zwei erwachsenen Töchtern.

Los geht’s. Nicht lange nachdenken, nicht weit ausholen – ein, zwei Sätze genügen.

Wie starten Sie in den Tag?
Mit einem Kuss für meinen Lieblingsmensch. Außerdem mit Kaffee und im Auto zur Arbeit eine ordentliche Portion Wasser.

Was wollten Sie als Kind werden?
Kapitän.

Was sind Sie geworden?
Navigator durch mein Leben.

Wohin laden Sie Kollegen am liebsten ein?
An den Eiswagen vorm Düsseldorfer Landtag.

Wohin gehen Sie gerne mit Familie und Freunden?
In die vielen netten Lokale und Restaurants in und um Bergisch Gladbach und in meinem Wohnort Rösrath, die ich hier namentlich nicht nennen darf. 

Wohin gehen Sie, wenn Sie ganz für sich sein wollen?
In den Königsforst oder die Wahner Heide – zum Joggen.

Wie sieht für Sie ein perfekter Tag aus?
Teile der Antwort könnten Sie beunruhigen.

Tee oder Kaffee; Bier oder Wein?
Kaffee und Wein.

Was ist für Sie das größte Unglück?
Die Krankheit eines nahen Angehörigen.

Bitte ergänzen Sie: Der Rheinisch-Bergische Kreis ist …
… meine Heimat.

Was ist Rhein-Bergs größter Pluspunkt?
Der Kreis ist bis jetzt verschont von den wahnhaften Plänen zum Ausbau der sogenannten Windkraft. Ein Blick ins Paderborner Land und Sie wissen, was uns blühen kann.

Was ist Rhein-Bergs größtes Problem?
Immer weiter nach Gelegenheiten zu suchen, noch mehr Geld aus zu geben.

Wenn Sie drei Wünsche für den Rheinisch-Bergischen Kreis frei hätten, würden Sie …
… die Straßen, Schulen und Turnhallen für unsere Bürger auf den Stand bringen, den ich in Süd-Tirol oder Bayern sehe, dazu die Digitalisierung auf das Niveau von Lettland und dafür sorgen, dass der Märchenwald um eine Station zum Thema Erneuerbare Energien bereichert wird.

Wenn Sie einen persönlichen Wunsch frei hätten, würden Sie …
… einen lieben Menschen von einer Krankheit befreien.


Was war Ihre größte Leistung?
Mich aus meiner größten Niederlage selbst heraus gearbeitet zu haben.

Was war Ihre größte Niederlage oder Ihr schlimmster Fehler?
Sag´ ich nicht – aber siehe Antwort zur vorhergehenden Frage.

Mein großes Ziel ist es, …
… weiterhin unabhängig und selbstbestimmt zu leben.

Was ist Ihre Stärke?
Mein Herz auf der Zunge zu tragen.

Was ist Ihre Schwäche?
Mein Herz auf der Zunge zu tragen.

Wie sind Sie als Chef?
Leistungsorientiert.

… und was würden Ihre Mitarbeiter sagen?
Mit dem kann man arbeiten.

Worüber können Sie sich aufregen?
Geldverschwendung.

Wer ist Ihr Vorbild im Beruf?
Ein toller Unternehmer, dem ich einige Jahre zuarbeiten durfte.

Was war der beste Ratschlag, den Sie je erhalten haben?
Gib keinen zweiten Rat, wenn der Erste schon nicht befolgt wurde.

Welchen Ratschlag würden Sie Ihren Kindern erteilen?
Bildet euch eure eigene Meinung.

Welche Frage wurde nicht gestellt, würden Sie aber gerne beantworten?Glauben Sie, dass sich die Politik den echten Herausforderungen für dieses Land widmet?

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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  1. Wer sich qualifiziert mit dem Wesen und der Existenz der AfD auseinander setzen will, darf die historischen Entwicklungen nicht ausblenden. Eine Entnazifizierung nach 1945 hatte ja nie stattgefunden, weil sie nicht möglich war, ohne im stalinistischen Sinn (menschenverachtend) Säuberungen durchzuführen. Unsere Gesellschaft musste und muss mit diesem Erbe leben. Der Ansatz, dass sich durch geeignete Bildung und Kultur das krankhafte Gebilde des Faschismus im Mutterland Deutschland wegentwickeln kann, war richtig. Solch eine Evolution braucht jedoch sehr viel Zeit. Es finden sich daher immer noch dort Reste, wo Menschen verführerischen Ideologien folgen oder in den Familien die damals übliche Indoktrination als Erziehungsstil fortgeführt wurde.

    Ich möchte ausdrücklich hervorheben, dass von den nachfolgenden Erkenntnissen nur sehr kleine Bevölkerungsteile gemeint sind. Die einseitige Ausrichtung auf die kommunistische Ideologie, die ja quasi mit den in der Naziherrschaft eingesetzten Methoden der Volksbildung mit umgekehrten Vorzeichen fortgeführt wurde, hatte in der s.g. DDR kein humanistisch aufgeklärtes Demokratiebild wie in der BRD entwickelt. Die Wiedervereinigung brachte somit auch zwei unterschiedlich verlaufene Fehlentwicklungen (geringer Bevölkerungskreise!) zusammen, die wegen ihrer scheinbar nur schwachen Ausprägung von unserer Politik nie als echte Bedrohung wahrgenommen wurde. Dies hatte sich als Irrtum erwiesen und zeigt sich in den bis heute angesammelten (sogar schwerst)kriminellen Auswirkungen und sind uns allen aus der aktuellen Tagespresse bekannt.

    In der Kette der auf nationalem Denken basierenden Parteien (NPD, Reps,) steht heutzutage die AfD zur Wahl. Daher mögen einigen AfD-Wählern, die mit guten Willen ihren durchaus legitimen Protest auf dem Wahlzettel verteidigen möchten, ihre eigenen Motivationen und deren Ziele nicht wirklich vertraut zu sein. Diesen empfehle ich, beides ernsthaft einem Stresstest zu unterziehen, denn die Mitverantwortung für jeden einzelnen Wähler ist einfach zu groß. Die perfekte Partei wird es nie geben, für keinen Wähler.

    Daher sollte im Übrigen jeder mündiege Wähler sein Wahlverhalten vor jeder Wahl gründlich neu entscheiden, frei von Sympathie, Antipathie oder Wahlkampfversprechen – schließlich wollen ja auch PolitikerInnen immer wieder neu motiviert werden und das nicht nur für den Wahlkampf.

    Unser Land, unser Volk und unsere nachfolgenden Generationen haben auf allen Ebenen
    – den Menschen zugewandte
    – der Zukunft bewusste,
    – und fachgerecht handelnde
    Politik nicht nur verdient, sondern dringend nötig.

  2. Sehr geehrter Herr Werner, natürlich ist die AfD im Parteienspektrum eine rechte (= konservative, bewahrende) Partei. Ob sie rechtsextrem (= demokratiefeindlich) ist, ist umstritten, der Verfassungsschutz sieht dafür Hinweise, die Beobachtung der AfD ist vom Kölner Verwaltungsgericht bestätigt worden.

    Eine gründliche Auseinandersetzung mit dem Thema finden Sie bei der Bundeszentrale für politische Bildung, siehe Link unten. Dort kam der Extremismusforscher Prof. Dr. Tom Thieme bereits vor drei Jahren (!) zu diesem Fazit:

    „Jenseits aller berechtigten Kritik und unabhängig von der inhaltlichen und personellen Heterogenität – es handelt sich bei der Alternative für Deutschland meiner Einschätzung nach mehrheitlich um eine demokratische Partei.

    Das gilt für Wähler, Basis und Führung gleichermaßen. Vor allem ist die Partei keine neonationalsozialistische, keine „Nazi-Partei“, da sowohl die Zurückweisung des Antisemitismus als auch der Rassenlehre der Nationalsozialisten umfassend und glaubhaft erfolgt.

    Zugleich und im Widerspruch dazu steht eine Reihe verharmlosender Aussagen zum NS-Regime, ebenso gibt es zahlreiche Belege für rassistische und antipluralistische Positionen. Zudem sind es keine isolierten Außenseiterpositionen, sondern bis in die Parteispitze hinein verankerte oder zumindest geduldete Auffassungen.

    Mit dem Verweis darauf, als neue Volkspartei unterschiedliche Strömungen integrieren zu wollen, wird das Dasein rechtsextremer Haltungen verteidigt – dies sei bei anderen Parteien mit verschiedenen Flügeln nicht anders. Dabei wird jedoch der wesentliche Unterschied zur demokratischen Konkurrenz unterschlagen: dass sich ein Teil der AfD außerhalb des demokratischen Meinungsspektrums bewegt.

    Solange die Gesamtpartei keine eindeutige Distanzierung von derartigen Positionen und ihren Vertretern vornimmt, ist sie als „weiche“ rechtsextreme Partei zu charakterisieren.

    Die Folge: Da der Rechtsextremismus in der AfD nicht vollständig isoliert ist, ist die Einbindung im politischen Wettbewerb in Form von Koalitionen aus demokratietheoretischer Sicht problematisch. (…)

    Eine „normale“ Partei kann die AfD nur sein, wenn sie Farbe zur Demokratie bekennt und ihre Doppelstrategie von bürgerlicher Protestpartei hier und rechtsextremer Antisystempartei da aufgibt.“

    Den ganzen Text finden Sie hier: https://www.bpb.de/themen/parteien/rechtspopulismus/284482/dialog-oder-ausgrenzung-ist-die-afd-eine-rechtsextreme-partei/

  3. Wer ein freies demokratisches Land als Selbstbedienungsladen für seinen eigenen Egotrip (Nach mit die Sintflut) betrachtet, ist bei der AfD gut aufgehoben. Historische Wirklichkeiten, mitmenschliches Denken, dass über den eigenen Gartenzaun reicht, eine Ahnung davon, was den Nachfolgegenerationen beim ungebremsten Klimawandel blüht – Fehlanzeige auf der ganzen Linie, mehr Kopf in den Sand geht nicht.

  4. Man sollte einer rechten Partei keine Plattform bieten. Da wiederhole ich mich hier sehr gerne wieder.

    Ansonsten habe ich das Interview leider überfolgen. Seltsamer Mann mit größtenteils schrägen Ansichten.

    1. Entweder meinen Sie rechtsextrem oder Sie haben ein widerliches Demokratieverständnis.

    2. Herr Brings: was ist an den Aussagen des Herrn Feller “seltsam” – können Sie dafür einmal Konkretes benennen?
      Eine Partei in Bausch und Bogen als “rechts” – was immer das sein soll (rechtsextrem? rechtsradikal?rechtskonservativ?) – abzulehnen ist ihr gutes Recht – aber mir scheinen die Aussagen des Herrn Feller duchaus vernünftig und es fällt mir schwer, den Bezug zu “Rechtsextrem” herzustellen.

      1. Die Partei ist rechtsextrem. Das von den aktuell ca. 9-10 % Wähler*innen ( in Deutschland -in NRW werden es vermutlich nur 6,xx % sein) ein Großteil nicht rechtsextrem ist, daran glaube ich noch immer! So viel kann hier gesagt werden. Eine Diskussion über die Partei Ansicht macht hier aber keinen Sinn. Diese Versuche habe ich zuhauf unternommen.

        Der Trend zeigt ganz klar, dass die Partei ihr Hoch bereits hinter sich hat. Überall geht es bergab. Das sollte positiv stimmen und belegt eindeutig, dass die Relevanz der Partei abflacht.

      2. Was daran seltsam ist? Nun ja, vieles. Ein Highlight ist der Spruch von der „sogenannten Windkraft“. Ich habe ja schon Corona-Leugner, Klimaleugner und derlei mehr erlebt, aber Windleugner sind etwas ganz Neues.

        Da stört es wohl auch nicht, dass es in Deutschland mehr als 60 Gigawatt installierte Windkraftkapazität gibt und dass in diessem Moment mehr als 35% des Strombedarfs durch Windenergie gedeckt werden. Wind muss einfach eine bösartige Erfindung der „Mainstream-Medien“ sein … sancta simplicitas!

      3. Die Antwort “Teile der Antwort könnten Sie beunruhigen.” auf die Frage “Wie sieht für Sie ein perfekter Tag aus?” ist für den Leser in dieser Form nicht einzuordnen und könnte als “seltsam” (laut Duden “vom Üblichen abweichend und nicht recht begreiflich; eigenartig, merkwürdig”) angesehen werden.

      4. Die Antwort „Teile der Antwort könnten Sie beunruhigen.“ auf die Frage „Wie sieht für Sie ein perfekter Tag aus?“ beunruhigt mich schon!

      5. Dieses „Teile der Antwort könnten Sie beunruhigen“ ist allerdings weniger seltsam, als es auf den ersten Blick scheint.

        Es handelt sich um ein Zitat des damaligen Bundesinnenministers de Maiziere, der 2015 bei einer Pressekonferenz keine Ermittlungsdetails zu einem befürchteten Terroranschlag preisgeben wollte und das damit begründetete, Teile der Antwort würden die Bevölkerung verunsichern, andere Teile die künftige Arbeit der Sicherheitsbehörden erschweren.

        Seitdem ist dies ein geflügeltes Wort geworden, besonders oft in den Kreisen, die dem Staat grundsätzliche Intransparenz vorwerfen oder den Behörden generell misstrauen.

      6. Der Bezug zur Antwort von Herrn de Maizière ist mir aufgefallen. Allerdings ist Herrn de Maizière ja eine vollkommen andere Frage gestellt worden. Deswegen ist es ja gerade so unklar, wie man die Antwort einordnen soll.

  5. Gegen Windkraft aber für erneuerbare Energie. Weniger Geld ausgeben aber Straßen und Schulen erneuern und die Digitalisierung voran bringen. Diese Antworten zeigen die Beliebigkeit und die Konzeptionslosigkeit der AfD.

    1. “Märchenwald”, sie verstehen? ;)

      Aber ansonsten keine angenehme Person. Scheint sein berufliches Wohl im Staatsapparat zu suchen, den er doch ablehnt. Von der Deutschen Bank Filiale zum Parteijob in Düsseldorf. Also wie Frau Durdu, der stetige Versuch, doch noch an die Futtertröge zu kommen.