Das Gladbacher Rathaus mit den Flaggen von Stadt, Land und Bund; zudem die Fahne der Ukraine und der „Mayors for Peace“. Foto: Stadt GL

Um ein weltweites Zeichen für den Frieden zu setzen, ruft die Organisation „Mayors for Peace“ ihre 8000 Mitgliedsstädte zum Hissen ihrer Bündnis-Flagge auf. Diesem Appell ist Bürgermeister Frank Stein – urlaubsbedingt – vorzeitig gefolgt. Frieden komme nicht von alleine, sondern nur, wenn man den Aggressoren entschlossen entgegentrete.

Dem Appell von „Mayors for Peace“ folgt die Stadt Bergisch Gladbach gern. Stichtag ist international der 8. Juli; Bürgermeister Stein lag es sehr am Herzen, die Aktion trotz anstehenden Urlaubs persönlich wahrzunehmen, und zog deshalb die neue Flagge bereits am 29. Juni um Punkt 10 Uhr am Fahnenmast vor dem historischen Rathaus auf, um ein Zeichen als Teil der „Bürgermeister für den Frieden“ zu setzen.

Den gesamten nächsten Monat soll die Flagge vor dem Rathaus hängen. Bürgermeister Stein erklärt dazu:

„Im letzten Jahr trat die Stadt der Organisation – auch aus Anlass des Ukrainekrieges – bei. In Gedanken an unsere Freunde in Butscha und mit Blick auf ldier viel zu viele gewaltsame Konflikte auf allen Kontinenten wollen wir auch durch diese für alle Passanten in der Innenstadt sichtbare Geste zum Frieden aufrufen. Aber wir wissen, dass der Frieden nicht nur durch Reden und Symbole von selbst kommt, sondern wir all denen, die ihn wie die russischen Aggressoren mit Füßen treten, entschlossen entgegentreten müssen.“

Bürgermeister Frank Stein. Foto: Stadt GL

Die Stadt Bergisch Gladbach wurde zum 1. Mai 2022 Teil des Netzwerkes, das mittlerweile über 8.000 Städte aus 166 Ländern zu seinen Mitgliedern zählt. Ins Leben gerufen wurde das Bündnis 1982 durch den Bürgermeister von Hiroshima. 1991 erfolgte die Anerkennung als NGO durch den Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen (ECOSOC). 

Die „Bürgermeister für den Frieden“ möchten durch einen engen Schulterschluss der teilnehmenden Städte und Gemeinden einen Beitrag für die Verwirklichung eines dauerhaften weltweiten Friedens leisten. Dafür bringen sie den Wunsch der Menschen nach Abschaffung von Atomwaffen auf internationaler Bühne zum Ausdruck und setzen sich auch dafür ein, die gesamte Menschheit bedrohenden Probleme wie Hunger und Armut zu lösen – wie auch Flüchtlings-, Umwelt- oder Menschenrechtsthemen anzugehen.

Mehr Infos dazu im Infopaket des Mayors for Peace Secretariat

Hier werden offizielle Pressemitteilungen der Stadtverwaltung veröffentlicht. Sie geben nicht die Meinung des unabhängigen Bürgerportals iGL wieder.

Reden Sie mit, geben Sie einen Kommentar ab

15

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

  1. Man muss kein Putinversteher sein, um hinter der Aufrüstungswelle, die unseren Staat erfasst hat, ein hohes Maß an purer Profitgier deutscher Rüstungsindustrie zu unterstellen. Jedes Zeichen dagegen, ist ein Zeichen gegen sinnloses Töten.
    “Frieden schaffen, ohne Waffen”; was ist da falsch daran? Gewalt als Problemlösung? Wir müssen uns als “aufgeklärte” moderne Gesellschaft vor allen Dingen der Frage stellen: “Wie kommt unsere Meinung zustande?”. Sind wir evtl. indoktriniert? Vielleicht sogar durch die tägliche Berieselung mit Fernsehfilmen, in denen uns Helden aller Colleur Abend für Abend beweisen, dass es sowas wie “gute” Waffengewalt gibt?
    Filme, in denen wirklich schlimme Konflikte mit Fantasie, sehr viel gutem Willen, einem hohen Maß an Intelligenz und vor allem völlig waffenfrei aufgelöst werden, gibt es so gut wie gar nicht. Warum eigentlich nicht? Und was macht das mit uns?
    Nächste Frage: “Was haben wir aus der Weltkriegsgeschichte gelernt?”
    Weitere Frage: “Was hatte die Friedensbewegung in den 1980er Jahren für Auswirkungen verursacht, die bis in die heutige Zeit reichen?”. Hier hilft u.a. ein Blick auf die atomaren Abrüstungsverträge.
    Aktueller Buchtipp: Jürgen Grässlin, “Einschüchtern – zwecklos”. Unermüdlich gegen Krieg und Gewalt, was ein Einzelner bewirken kann.

    1. Ok, also die Ukraine bekommt keine Waffen mehr. Was passiert dann? Putin marschiert ein und es werden 100.000ende Menschen getötet.
      Es gibt Länder, in denen nur gut durchkommt, wer mit harten Bandagen kämpft. Wer so erzogen wird, dem sind Menschenrechte und Leid vollkommen egal. Über was wollen Sie mit so einem Menschen sprechen?
      Ich war immer davon überzeugt, dass man Konflikte durch Gespräche lösen kann. Bis mir klar wurde, dass dafür beide Seiten die gleiche Prägung brauchen. Ansonsten ist der defensive Mensch immer unterlegen. Ich wünschte es wäre anders.

    2. „Nächste Frage: ,Was haben wir aus der Weltkriegsgeschichte gelernt?‘ “ – Dass eine Appeasement-Politik gegen die rücksichtslose Aggression durch eine ideologisch verblendete Diktatur nicht hilft. Siehe Münchner Abkommen von 1938 und deutsch-sowjetischer Nichtangriffspakt von 1939.

      Das lässt sich ohne weiteres auf die derzeitige Situation übertragen. Wie Hitler hat auch Putin mehrfach bewiesen, dass ihn internationale Verträge und Verpflichtungen nicht die Bohne interessieren, wenn sie der eigenen Machtpolitik entgegenstehen

    3. Gerade aus der Weltkriegsgeschichte kann man lernen, dass es eine richtige und gute Kriegsführung gibt. John Keegan nennt in “Die Kultur des Krieges” die Kriegsführung der USA im Kampf gegen Deutschland im zweiten Weltkrieg.

  2. Ist es nicht so das alle Armeen auf der Welt uns was von Selbstverteidigung und Frieden vormachen ?

    Ein altes Römisches Sprichwort sagt: Solange die Armeen sich nur verteidigen wird es immer Krieg geben. Und genau die gleichen Worte von Solidarität, Verteidigung und Stärke hören die Soldaten auf beiden Seiten. Und das der jeweils andere der Agressor ist.
    Das war so im Alten Rom und wird leider auch noch in 1000 Jahren so sein.

    Ich glaube nicht das mehr Waffen mehr Frieden schaffen. Wer mit Waffen und Gewalt Frieden schaffen möchte der kann ebenso mit Benzin und Holz ein Feuer löschen

    Ein Problem löst man oft mit genau dem Gegenteil. Feuer löscht man mit Wasser.
    Einen Streit mit sanften Worten
    Gewalt mit Barmherzigkeit und Milde.
    Und wo die Waffen sprechen sollte man versuchen die Waffen zum schweigen zu bringen und die Münder zum Sprechen
    Wo andere die Faust formen da sollte man die Hand ausstrecken

    Ich würde niemals eine Waffe gegen einen Menschen richten. Bin überzeugter Christ und Pazifist
    Gottes Heilige Gebote sind für mich wichtiger als die Worte von irgentwelchen Machthabern.

    Wenn Gott immer und Immer wieder befiehlt das wir nicht töten sollen. Dann ist es so.
    Ja wir sollen nicht einmal zürnen gegen jemanden Und für die Feinde beten und uns um sie Kümmern.

    Daher glaube ich nicht das die Fahne irgentwas bringen wird außer ein Lippenbekenntnis ohne Inhalt.

    Je mehr man glaubt desto friedlicher wird man
    Jesus hätte die Juden von der Besatzungsmacht der Römer befreien können. Hat er aber nicht.
    Ihm war Harmonie wichtiger und das Leben.
    Selbst als er angegriffen wurde, sein Ohr abgehackt wurde und gefoltert wurde….
    Selbst da hat er für die Feinde um Vergebung gebittet. Einige sogar geheilt

    Daher lasse ich mich nicht beeindrucken von Panzern oder Waffen.
    Sondern von Der Liebe die Jesus Christus uns gezeigt hat. Vom Licht und der Wahrheit.
    Das was die Welt nicht versteht. Aber das Herz erfassen kann

    1. Schön, wenn Sie an Ihren Glauben glauben.
      Wenn der Krieg hier wäre, würden Sie vermutlich die Sache anders sehen.
      Aber behalten Sie Ihren Glauben, das meine ich ernst.

      1. @Schildgen

        Danke :) Ja das hoffe ich, dass Ich meinen Glauben behalte. Und ich hoffe auch dass Ich niemals Krieg erleben muss.
        Aber oft habe ich schon mit den alltäglichen Dingen zu kämpfen. Wenn ich im Alltag beleidigt werde, versetzt werde, angeschrien werde oder betrübt werde.

        Früher war ich sofort auf 180 und wütend. Heute versuche ich bei Konflikten im Privatleben oft erst einmal zu beten. Und ruhig zu bleiben.
        Klar das klappt nicht immer. Aber schon oft habe ich dank Gott so manche Eskalation verhindert. Oder so manchen Menschen vergeben :)

        Es ist immer wieder eine neue Herausforderung. Anderen sollte man aber Helfen die in so einer Situation sind.
        Auch Flüchtlingen oder Opfern von Gewalt sollte man Helfen. Denn Gleichgültig dürfen Christen auch niemals werden.

        Was das Recht haben angeht. So denke Ich dass diese Idee des bedingungslosen Frieden durch Liebe niemals die Massen erreicht :)
        Würde mich aber dennoch freuen wenn man am Konrad Adenauer Platz mal ein Gebet für wahren Frieden beten würde.
        Nicht für Militärische Siege. Sondern ein wahres Friedensfest. So ein Art Woodstock nur halt Religiös mit allen Religionen :)
        Und gegen alle Arten von Gewalt und Ungerechtigkeit.

    2. Wie schaffen Sie es nur, die Realität so komplett auszublenden? Interessiert es Sie überhaupt, was genau in der Ukraine seit 2014 und vor allem seit Anfang 2022 geschieht?

      Ihre Äquidistanz zu Aggressor und dem Opfer der Aggression sind genauso wie ihre schönen Worte von Barmherzigkeit, Milde, Vergebung und Liebe einfach nur ein Zeichen von Bigottorie, die die christlich motivierte Friedensbewegung und die Kirchen im Allgemeinen seit jeher auszeichnet.

      1. Weil Gott mir eine Neue Realität schenkt :) Jesus befreit einen aus dem Kreislauf von Auge um Auge.
        ,,Auge um Auge und die ganze Welt wird Blind sein.´´

        Aber jetzt genug diskuttiert :) Meine Idee wird immer eine Aussenseiter Idee bleiben. Das steht auch in der Bibel :)

      2. #Sebastian. Selbst hartgesottene Atheisten müssen zugeben, dass Jesus Christus vorgemacht hat, sich der menschlichen Realität bis zur letzten Konsequenz zu stellen.
        Diese finden wir heute insbesondere in den Kriegs- und Krisengebieten. Überall dort wo Überlebenswillen gefragt ist. Man muss einfach nur mal richtig hinschauen. Sprechen Sie mal mit aus der Ukraine geflüchteten Christen…
        Nichtchristen finden ihre Realität meist dort, wo der Mensch die Autorität Gottes nicht anerkannt hat. Das fand und findet überall statt, leider auch in der Kirche und insbesondere in der Kirchengeschichte.
        Wie aber kommt es, dass es heute noch Menschen gibt, die Glaubenserfahrungen machen, danach leben und keinen Millimeter davon abweichen – trotz aller Zweifel, die sie ja auch haben? Egal welcher Konfession übrigens.
        Religiöse Spinner? Im Gegenteil. Die unerreichbaren Heiligenklischees, die noch in vielen Köpfen aktives Christsein beschreiben, sollten meiner Meinung nach endlich der Vergangenheit angehören. Was für Gott zählt, ist jeder einzelne Mensch in seiner Einfachheit und Natürlichkeit. Meine Buchtipp: die Basisbibel – übersichtlich und gut verständlich.

  3. Eine schöne Idee mit der Friedensfahne.
    Aber sollte man dann nicht auch eine Petition an unsere Bundesregierung schicken, mit der Forderung nach Friedensverhandlungen zwischen Russland und der Ukraine und einem sofortigen Stopp der Waffenlieferungen?
    “Frieden schaffen OHNE Waffen”, so hieß doch mal ein Wahlwerbespruch der Grünen.
    Warum wurde daraus ein “Frieden schaffen mit noch mehr Waffen” ?
    Verlängert das die Kriegshandlungen und somit das Leid der Bevölkerung nicht nur?
    Sollen wieder Atomwaffen zum Einsatz kommen?
    So eine zusätzliche Fahne vor dem Rathaus mag ja nett aussehen, wenn sie aber nur ein Lippenbekenntnis bleibt, sollte man sie wieder abhängen.

    Hinweis der Redaktion: Martina Schüttler ist Beisitzerin im Kreisvorstand der AfD Rhein-Berg und vertritt die AfD als sachkundige Bürgerin im Stadtrat von Bergisch Gladbach.

    1. Frau Schüttler, Ihre Friedensidee -Frieden schaffen ohne Waffen- ist leider leider zu schön…äh…idealistisch, um wahr bzw praxistauglich zu sein. Das mussten und haben auch die Grünen erkannt.
      Wenn ein Land von einem imperialistischen Diktator überfallen wird ,darf/muss es sich wehren (dürfen).
      Das beginnt doch schon im kleinen: wenn Sie überfallen würden, würden Sie nicht um Frieden bitten, sondern sicher die (bewaffnete Polizei) rufen. DAS sind doch die Realitäten.
      Angesichts der sehr praktischen Städtefreundschaft mit Butscha ist zumindest in Bergisch Gladbach die Friedensfahne nicht nur Lippenbekenntnis. Friedensverhandlungen ja, DIKTAT“Frieden“ nein.

    2. Wie genau stellen Sie sich den Frieden vor? Ein Frieden ist nur möglich, wenn Russland aus der Ukraine abzieht und die Souveränität anerkennt. Das könnte Russland jederzeit machen, tut es aber nicht. Also bedeutet “Verhandeln”, dass Russland einen Teil oder gar die ganze Ukraine besetzen darf? Haben Sie auch nur die kleinste Ahnung, was dieser “Frieden” für die Ukraine bedeuten würde? Dawäre nicht einfach alles wie vorher. Vergewaltigte Frauen und Kinder, Ermordung 100.000er Menschen. So ist das, wenn ein Land ein anderes übernimmt.
      Frieden schaffen ohne Waffen funktioniert leider im echten Leben nicht.

      1. Könnte die Menschheit die Gier besiegen, würde sie nie wieder kriegen. Doch ob das allen gefällt ? Schon Moltke sagte- ” Der ewige Frieden ist ein Traum, – und nicht einmal ein schöner”.