Es ist noch eine Utopie – aber die im Rahmen des ForumGronau aufgebrachte Idee, die Bundesgartenschau 2031 nach Bergisch Gladbach zu holen, ist gar nicht so abwegig. Und zeigt exemplarisch, wieviel grün-blaues Potenzial die Stadt hat. Michael Wittassek hat beim ersten Stadtteil-Spaziergang des ForumGronau ein paar konkrete Anregungen gegeben.

Mit einem innovativem Konzept konnte Bergisch Gladbach 2031 die Jury der Bundesgartenschau für ihr Projekt überzeugen. Anders als in den vergangenen Jahren, bei denen es sich in der Regel um begrenzte (Ausstellungs-) Flächen handelte, wurde hier die Gesamtstadt in das Konzept eingebunden.

Ziel war es, im Hinblick auf zu erwartenden erheblichen klimatischen Veränderungen, den Bürger:innen dieser Stadt, eine weiterhin lebenswerte Umgebung zu schaffen. Grundgedanke ist, ein engmaschiges Netz von Fuß- und Radwegen durch das Stadtgebiet zu führen, die allesamt unter Schatten spendenden Alleen und Bäumen geführt wurden. Dazu kommt die Anlage einer Vielzahl von kleinen Wasserflächen, die zu einer Abkühlung und Verbesserung des Mikroklimas führt.

Dieses städtebaulichen Maßnahmen wurden ergänzt durch weitere Freizeit- und touristischen Angebote. Aber auch Projekte wie „Urban Gardening“ wurden unterstützt und Flächen dafür ausgewiesen, um neben den ökologischen Aspekten auch das Miteinander einer demokratischen Stadtgesellschaft zu fördern. Die Stadt Bergisch Gladbach konnte sich so als „grüne“ Modellstadt etablieren.

Konkrete Projekte in Gronau

Hier am Beispiel Gronau einige der wichtigsten Maßnahmen in der Übersicht und weiter unten im Detail:

Hauptachse eines Fuß- und Radweg: Gierather Straße (als „Allee-Straße“ umgestaltet), alte Bahntrasse, Refrather Weg (als „Allee-Straße“ umgestaltet), Cederstraße, Zanders Gelände. 

Fuß- und Wanderweg (Teil des Strundepfades „Von der Quelle bis zur Mündung – die Mühlenroute“) entlang der Strunde (offengelegt und renaturiert). Ergänzt wird dieses touristische Angebot durch weitere Routen: „die Burgen- und Schlösserroute“, „die Böhmbauten“, „Kirchen- und Kappellen“, „die Papierroute (auf den Spuren der Familie Zanders)“.

Die Schlodderdicher Mühle

Anlage eines Rundweges um das Rückhaltebecken Am Rodemich, Einrichtung einer Freizeitanlage „die Strundewelle“, kleines Café, Anlage eines Wasserspielplatzes für Kinder.

Der Auslass des Rückhaltebeckes könnte eine Welle erzeugen

Die vielen Mühlen entlang der Strunde in früherer Zeit, ließen eine stattliche Anzahl von Mühlteichen entstehen. Die Einrichtung von neuen „Wasserflächen“ nimmt darauf Bezug.

Die Kippemühhle
Nur der alte Eingang zur Kippemühle ist erhalten – und heute noch bei der FHDW / b.i.b. zu finden.

Aber auch die nun nicht mehr benötigte Kläranlage auf dem Zanders-Areal wird in ein Wasserkonzept eingebunden. Gespeist durch das Grundwasser der Stadt werden hier aus den Becken „Kinetische Skulpturen“, Wasserspielplatz, Kneipp-Anlage …

Der Ortsteil Gronau Ende 19. Jahrhundert

Hinweis der Redaktion: Die Idee einer Bundesgartenschau als Leuchtturm-Projekt wurde beim allerersten Treffen des ForumGronau aufgebracht – und beschäftigt seither die Phantasie der Teilnehmer:innen. Als konkretes Vorhaben (warum denn nicht?) oder auch nur als Beispiel für ein Denken über die üblichen Beschränkungen hinaus.

Das ForumGronau ist eine Initiative des Bürgerportals gemeinsam mit Solidarconsult, um Gronauerinnen und Gronauer miteinander ins Gespräch zu bringen und eine Vision für diesen Stadtteil im Umbruch zu entwickeln. Mehr Infos dazu finden Sie hier.

Dokumentation

Reden Sie mit, geben Sie einen Kommentar ab

2

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

  1. Zu schön, um wahr zu sein.
    Aber Michael Wittassek sei größter Dank für sein herausragendes Engagement in unserer zunehmend versiegelten und zubetonierten Stadt.
    Einige wenige machen den Unterschied.

  2. Tolle Sache und geniale Idee !
    Das ganze Thema Nachhaltigkeit und Umwelt hat Zukunft. Und auch Gartenbau, Permakulturen, Gemüsebeete, Alte Sorten, do it yourself…..

    Ich würde es begrüßen wenn hier so ein Event stattfindet. Landesgartenschau, Bundesgartenschau oder etwas eigenes.

    Es lockt Besucher an, es bringt Einnahmen und es gibt einen Naherholungswert
    Und Nebenbei am Rande würden vielleicht weniger Menschen 2cm Rasen und graue Steinwüsten bauen.

    Gartenbau, Regionale Lebensmittel, Recykling, Grünes Bauen, Insektenschutz, Wasserknappheit, Klimawandel und Landwirtschaft, Balkonkraftwerke usw…….
    Paar Workshops, ein bissel Musik.

    Wenn ein spannendes Konzept da ist dann kommen bestimmt 10.000e Zuschauer.