Bis zu zwei Wochen muss man in großen Teilen Bergisch Gladbachs inzwischen warten, bis die blauen Papiertonnen geleert werden, beim Sperrmüll ist der Verzug noch deutlich größer. Immerhin konnte die Stadt inzwischen alle offenen Stellen besetzen, spätestens im November sollten sich die Verhältnisse wieder normalisieren, hofft die Verwaltung.

Der Missstand lässt sich nicht übersehen – überall in der Stadt stehen die blauen Papiertonnen herum, und auch die Sperrmüllhaufen sammeln sich an immer mehr Stellen an. Bis zu zwei Wochen läuft der Abfallwirtschaftsbetrieb beim Papiermüll hinter dem regulären Terminplan hinterher, teilt die Stadtverwaltung auf Nachfrage mit. Beim Sperrmüll betrage der Verzug derzeit dreieinhalb Wochen – und wachse weiter an.

Immerhin: der Restmüll werde weiterhin pünktlich eingesammelt und beim (erst recht geruchtträchtigen) Biomüll komme es nur „gelegentlich“ zu Verspätungen von einen oder zwei Tagen.

Um kurzfristig etwas Abhilfe zu schaffen setze der Abfallwirtschaftsbetrieb seit dieser Woche ein externes Unternehmen mit ein, berichtet die Stadt. Bei der Leerung der Altkleidercontainer und bei der Abfuhr von Sperrmüll packe zudem die stadteigene GL Service gGmbH mit an.

Hoher Krankenstand, viele vakante Stellen

Hintergrund der seit dem Sommer anwachsenden Probleme sind nach wie vor der Personalmangel. Zum einen sorgten Urlaube und ein hoher Krankenstand für Ausfälle.

Zum anderen hatte eine organisatorische Neuordnung innerhalb der Verwaltung dazu geführt, dass offene Stellen erst mit Verzögerung neu besetzt werden konnten: Früher waren die (inzwischen aufgelöste) Entsorgungsbetriebe Bergisch Gladbach GmbH (EBGL) der Arbeitgeber, seit Jahresbeginn sind die Beschäftigten direkt beim Abfallwirtschaftsbetrieb (AWB) angestellt – wodurch die Personalbeschaffung weniger flexibel geworden ist. Darauf hatte die Stadt bereits in ihren Antworten auf eine Anfrage der CDU verwiesen.

Inzwischen seien aber alle Stellen erfolgreich vergeben, betont die Stadt. Nach jetzigem Stand sollten ab dem 1. November alle ehemals vakanten Stellen neu besetzt sein. Unter der Voraussetzung, dass sich der Krankenstand in den nächsten Wochen wieder reduziere und dann auch alle in Urlaub befindlichen Kollegen zurück sein werden, „sollte sich die Situation dann wieder normalisieren“, so die vorsichtige Prognose der Stadt.

CDU fordert Konzept ein

Zuvor hatte die CDU die Zustände bei der Abfallsammlung in einem Antrag an den Ausschuss für Infrastruktur und Umwelt, Sicherheit und Ordnung kritisiert. In dem Antrag fordert sie die „Erarbeitung und Vorstellung eines Konzeptes zur Beseitigung des Personalmangels bei der Abfallsammlung des Abfallwirtschaftsbetriebes“. Dieser Antrag steht in der Ausschusssitzung am 22.8. auf der Tagesordnung.

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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  1. Ich wohne seit vielen Jahren in Rösrath, mein Müll wird im Auftrag der Stadtwerke Rösrath AöR abgeholt. Ich kann mich nicht erinnern, dass meine Tonnen mal nicht an dem Tag geleert wurden, der im Abfallkalender angegeben ist. Und dafür zahle ich weniger als ich es für das gleiche Müllvolumen in Bergisch Gladbach zahlen müsste. Lohnt sich vielleicht mal ein Blick in andere Kommunen, was die besser machen?

    1. Die Antwort finden Sie im Text: „Inzwischen seien aber alle Stellen erfolgreich vergeben, betont die Stadt. Nach jetzigem Stand sollten ab dem 1. November alle ehemals vakanten Stellen neu besetzt sein.“

  2. Aus Kreisen der Abfallwirtschaft habe ich gehört, der Bürgermeister habe nun eingegriffen und externe Verstärkung organisiert. Das scheint zu funktionieren. Jedenfalls wurden jetzt die Papiertonnen in unserer Straße mit zwei Wochen Verspätung geleert. Sein für die Misere verantwortlicher Dezernent, der Betriebsleiter und alle anderen, die in den letzten Wochen durch Untätigkeit und Ideenlosigkeit geglänzt haben, sollten sich bei den Bürgerinnen und Bürgern entschuldigen.

  3. Es ist nicht zu fassen, ein Dritte Welt Land,und GL,was wohl..? Nun ist es kein Streik, warum alle Bürger auf Karton- und Papiermassen sitzen..wohin sollte man sie kippen, in Frankreich würden die Bewohner wohl protestieren und es würde was passieren..aber hier doch nicht..man zuckt mit den Achseln..genauso wird der Stress durch diese unsäglichen Umbauarbeiten hier in Bensberg hingenommen werden, als Gottes Willen?? Wohl kaum..es ist eine absolute Zumutung für die Anlieger..aber ist ja nicht so wichtig! Wenn dann erstmal der größere Teil der Schloss Str. dieses Trauma erlebt..bin ich gespannt, welche Geschäfte noch überleben..nicht so wichtig ,wie wir ja wissen,Insolvenz, heißt doch nur,dass sie nichts verkaufen..wer sagte das noch?? Aber dass dann auch keine Gewerbesteuer mehr bezahlt wird..ach,nicht so schlimm,neue Straße am St.Nimmerleinstag..das ist es..im Hinterkopf zu haben, die Kunden würden nach GL fahren.nein….bestimmt nicht für 5 Brötchen..ein gewisser Schildbürgerstreich,war ja auch die Konstruktion, rund um diese Treppe,die keiner nutzte..kahler Platz..mit nix,und es wird sicher nicht gratis, wieder aufgerissen, gewühlt..u.s.w.,alle,die das zu verantworten haben,müssten zum Spaten greifen..aber Geld ist ja da..ja???

  4. Bisher habe ich alles ja noch recht positiv gesehen und mit Humor genommen. Aber wenn wir trotz hoher Müllgebühren inzwischen nicht einmal mehr den Müll pünktlich abgeholt bekommen, dann fange ich mir doch an Sorgen zu machen.

    Genauso, wie ich nicht verstehe, wie bei der Stadt haufenweise Stellen unbesetzt bleiben, der Haushalt am Jahresende dann aber trotzdem überzogen ist. Wenn wir im Unternehmen Stellen nicht besetzt bekommen haben, dann waren am Jahresende zumindest auch die Kosten deutlich niedriger als geplant. Ein Einbruch auf der Einnahmenseite kann bei der öffentlichen Hand auch nicht die Ursache sein, denn Steuern und Gebühren fallen ja weiterhin in unverminderter Höhe an.

    Wie das mathematische Kunsstück gelingt, gleichzeitig massiv unterbesetzt und trotzdem so defizititär zu sein, ist mir ein Rätsel.

  5. Man sollte vielleicht den für uns arbeitenden Mitbürgern bei der Müllabfuhr die Arbeit etwas erleichtern und die Abfallbehälter so positionieren, dass diese teils sehr schweren Tonnen nicht auch noch durch die Parklücken der auf der Straße parkenden Autos hindurchjongliert werden müssen.
    Was schon alleine das Wenden dieser schwer beladenen Abfallbehälter jedes mal Kraft kostet, können sich offensichtlich nur wenige vorstellen. Machen Sie das mal. Dies schädigt auf Dauer die Gelenke und den Rücken.

  6. Die Stadt ist mit Ihren Problemen nicht allein.
    Alle Kommunen stehen vor dem Personalkollaps und müssen Gesellschaften gründen, um flexibler zu werden. Unsere Schulbau GmbH ist da so ein Beispiel und diese Gesellschaften wachsen in vielen Städten aus dem Boden.
    In unserer Stadt ist es oft ein schlechtes Timing, sodass mehrere Faktoren zusammen kommen. Wie das Schießen einer Firma in der Urlaubswelle…
    Und ja, es gab lt. Statistiker eine Sommergrippewelle, die nichts mit Covid zu tun hatte…
    @Marion<: eine klasse Idee, die mit Geduld und Geldmitteln auch irgendwann umzusetzen wäre. Wenn es keine Zuschüsse aus irgendeinem Topf gibt, ist das allerdings schon tot vor dem Ratsbeschluß.

    Nur tolle Technik ist nicht immer günstiger als Menschenkraft.

  7. Es gibt Gemeinden, bei denen bedarf es für die Müllabfuhr lediglich einen Fahrer für das Müllauto. Die Tonnen müssen in einer bestimmten Art und Weise positioniert an den Straßenrand gestellt werden. Müllauto fährt vorbei, scannt die Tonne (Aufkleber) und leert sie automatisch. Abgerechnet werden mind. 6 Leerungen pro Jahr, alle weiteren nur bei Bedarf. Die Stadt kann per Scan ermitteln, wieviele Leerungen es gegeben hat, nur die werden abgerechnet. Und hinter dem Müllwagen rennt keiner mehr mit. Vielleicht sollte sich die Stadt Bergisch Gladbach mal mit so einem Konzept befassen.

  8. Es sind offensichtlich hausgemachte Probleme: die Auflösung der EBGL war terminiert, der Sommerurlaub ist bekannt und ein gewisser Krankenstand sollte ebenfalls berücksichtigt werden. Solch eine Planlosigkeit kann und darf es nicht geben. Wenigstens sollte es eine vernünftige und ehrliche Information an die Bürger geben. Werde überlegen einen Teil meiner Abfallgebühren zurückzufordern. Keine Leistung – kein Geld, oder wenigstens gemindert ähnlich wie bei Mietminderung.

    1. Ist Ihnen ein Schaden entstanden? Der Müll wird ja abgeholt, nur zu spät, ob Sie daraus eine Abfallgebührenminderung sich erstreiten können, wage ich vorsichtig zu bezweifeln.

      Was ich nicht verstehe ist die Krankenquote, wir haben derzeit keine Erkältungswelle bzw. kann ich die derzeit weder bei Erwachsenen noch bei Kindern entdecken.
      Daraus würde ich ableiten, dass bei den Abfallwirtschaftsbetrieben einiges nicht gut funktioniert und die Mitarbeiter dies mit Gelben Scheinen honorieren.

      1. Hallo Herr Lesnik,
        das Wort honorieren ist vielleicht nicht passend, denn es heißt übersetzt: belohnen, anerkennen. Und dass wollen Sie doch hoffentlich nicht zum Ausdruck bringen.
        Möglicherweise sind Mitarbeiter aufgrund einer Belastung (soll es ja geben, dass ein schlechtes Arbeitsumfeld dazu führen kann) arbeitsunfähig.

  9. Beim AWB gibt es doch bestimmt einige Mitarbeiter, die Bock auf Überstunden und damit ein paar Euro mehr am Monatsende hätten. Wenn die Stadt zusätzlich einen kleinen Bonus zur Motivation für diese Leute springen lässt, könnten doch samstags oder sonntags jede Menge Papiertonnen geleert werden.

    1. Hallo Andreas,
      ich gehe mal davon aus, dass Sie sich auf eine der Stellen beworben hatten und schon darauf freuen, demnächst den Job in der Müllabfuhr aufnehmen zu können. Im Sommer bei Hitze, im Winter bei Eis und Schnee in der Kälte, über das gesamte Jahr immer wieder Regen ausgesetzt und dann hinter dem stinkenden Müllwagen auf dem Trittbrett stehend und zusätzlich 15 KM Laufstrecke. Ob Sie dann noch die Motivation/Lust und Kraft haben auf Überstunden. Ich hoffe, Sie werden dann berichten.

      Nicht jeder kann mal eben so Überstunden machen (wenn der Arbeitger es wünscht). In vielen Familien sind die Zeitabläufe aufeinander abgestimmt, damit Eltern die Kinderbetreuung organisiert bekommen. Oder man hat einen “festen” Nebenjob, ist ehrenamtlich oder als Trainer in einem Sportverein tätig.

      1. Guten Tag Anno,
        warum gehen Sie davon aus, dass ich mich auf eine Stelle bei den AWB beworben habe? Sie kennen mich und meine berufliche Situation doch gar nicht!

        Mir ist durchaus bewusst, dass die Mitarbeiter der AWB einen Knochenjob erledigen und ich habe großen Respekt davor. Ich kenne jemanden, der viele Jahre dort gearbeitet hat und der mir auch einiges erzählt hat.

        Ich habe in meinem Beitrag niemals behauptet, dass JEDER MAL EBEN SO Überstunden machen kann oder will. Sie hätten meinen Beitrag sorgfältiger lesen müssen, denn Ihre Antwort geht vollkommen an meinem Vorschlag vorbei.

    2. Haben sie eigentlich bemerkt, dass es um zwei verschiedene (eigentlich drei) Arbeitgeber geht? Die AWB ist der neue Arbeitgeber; der EBL war der bisherige Arbeitgeber. An beiden ist die Stadt GL (nur) beteiligt! Die Stadtverwaltung kann zwar das ihr übertrageneDirektionsrecht im Bezug auf die Arbeitszeit ausüben, aber wie soll der vorgeschlagene Bonus im Stadthaushalt verbucht werden?

      1. Bensberger sagt: “… aber wie soll der vorgeschlagene Bonus im Stadthaushalt verbucht werden?”

        Wie werden denn die rasch akquiriert sechs Mülllader verbucht?

  10. Wo ist eigentlich Bürgermeister Frank Stein? Abgetaucht? Bei diesem brisanten Thema sollte sich mal der Verwaltungschef öffentlich äußern. Oder ist er noch immer im Hintergrund mit seinem Lieblingsprojekt Fahrradstrasse Laurentiusstraße beschäftigt?

  11. Naja wer bei der Stadt arbeitet macht sich nicht kaputt,… Es werden Leute in vielen Bereichen gesucht ?! lachhaft , zb. Garten Landschaft, wenn man beobachtet machen die in ihrem Prtischenwagen dauerpause im grünen , in Kürten genau das selbe . Einfach mehr kontrollieren und fleissiger und effizienter arbeiten dann klappt da auch

  12. Ich finde das ganze inzwischen nicht mehr lustig, überall werden Straßen und Gehwege mit dem Müll blockiert, ausserdem wohin mit dem Papiermüll? Pünktlich zahlen wird gefordert, pünktlich abholen gilt wohl nicht!!!!!!!!

  13. Ist wohl heute für Viele in diesen Jobs angenehmer und billiger nicht mehr zu arbeiten, oder ständig blau zu machen. Das wird überall noch cooler werden.

    1. Danke, Thomas, für diesen differenzierten Kommentar! (Ironie)
      Es muss deprimierend sein, mit solch einem Menschenbild zu leben.

  14. Erschließen sich mir nicht, die Aussagen der Stadt. Urlaub und Krankheit gab es schon immer. Trotzdem hat die Müllabfuhr jahrelang ohne nennenswerte Probleme funktioniert. Man fragt sich weshalb die Stadt es nicht auf die Reihe bekommt. Erhält man Geld zurück wenn die Anzahl der vereinbarten Leerungen nicht erbracht werden ;-)?

    1. Welches Geld? Ich meine, Papiertonnen und (angemeldeter) Sperrmüll werden bisher kostenlos abgeholt.

      1. Das ist ja nur beding richtig. Für Sperrmüll bis 3 Kubikmeter wird nichts in Rechnung gestellt. Diese Leistung wird vom Bürger durch Steuern und Abgaben bezahlt. Und obwohl Mehrarbeiten oder Sonderleistungen mit der steuerfinanzierten Infrastruktur erbracht werden, muss man dafür “ordentlich” zuzahlen.