Vertreter:innen des Vereins DeVi mit den die stellvertretenden Bürgermeister:innen Brigitta Opiela, Anna Maria Scheerer und Josef Willnecker. Fotos: Devi

Der Verein Bergisch Gladbach für Demokratie und Vielfalt hat eine Fahne mit der Aufschrift „Bergisch Gladbach – Kein Ort für Rassismus!“ gestaltet. Ein erstes Exemplar wurde jetzt der Stadt übergeben – und am Rathaus befestigt.

Wir veröffentlichen einen Beitrag des Bergisch Gladbach für Demokratie und Vielfalt e.V.

Die Stadt Bergisch Gladbach bekennt sich zu einer offenen, vielfältigen Gesellschaft – und setzt nun ein sichtbares Zeichen gegen Rassismus. Auf dem Rathausplatz wurde am Donnerstag erstmals die neue Fahne mit der Aufschrift „Kein Ort für Rassismus!“ vorgestellt und der Stadt übergeben.

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Überreicht wurde sie vom Verein Bergisch Gladbach für Demokratie und Vielfalt e.V. an die stellvertretenden Bürgermeister*innen Brigitta Opiela, Anna Maria Scheerer und Josef Willnecker, die den erkrankten Bürgermeister Marcel Kreutz vertraten.

„Der Widerstand gegen Rassismus darf nicht mit dem Ende der Aktionswochen gegen Rassismus aufhören“, betonte Opiela bei der Übergabe. „Es ist eine Lebensaufgabe für alle Bürgerinnen und Bürger dieser Stadt – über Generationen hinweg. Mit der Fahne zeigen wir Haltung, und diese Haltung wird sichtbar.“

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Wochen gegen Rassismus: 30 Anlässe zum Gespräch

Zum zweiten Mal finden in Bergisch Gladbach die Internationalen Wochen gegen Rassismus statt – unter dem Motto „100% Menschenwürde. Zusammen gegen Rassismus und Rechtsextremismus“. Sie bieten mit rund 30 Veranstaltungen sehr viele Möglichkeiten, miteinander ins Gespräch zu kommen und neue Perspektiven kennenzulernen.

Die Idee und die Gestaltung der Fahne stammen von Julia Bannenberg. „Ich wollte schon lange eine Fahne ‚Kein Veedel für Rassismus‘ aus Köln haben, um sie selbst aufzuhängen – am liebsten aber eine eigene, aus Bergisch Gladbach“, erzählte sie.

Nachdem sie bei einem Partnerverein in Rösrath eine ähnliche Fahne gesehen hatte, habe sie beschlossen, die Initiative zu ergreifen: „Das war für mich die logische Konsequenz. Jetzt hoffe ich, dass viele Menschen in Bergisch Gladbach mitmachen und das Projekt unterstützen.“

Foto: Redaktion

Der Verein Bergisch Gladbach für Demokratie und Vielfalt e.V. wurde im Mai 2024 gegründet – kurz nach der viel beachteten Correctiv-Recherche über das sogenannte „Potsdamer Treffen“ rechtsextremer Akteure, bei dem Pläne zur „Remigration“ bekannt wurden. Infolge der Enthüllungen kam es bundesweit zu Protesten gegen Rechtsextremismus, auch in Bergisch Gladbach. Seither finden hier deutlich häufiger Kundgebungen und Aktionen für Demokratie und Vielfalt statt, viele davon initiiert oder unterstützt durch den Verein.

Bürgerinnen und Bürger, die selbst Flagge zeigen wollen, können die Fahne gegen eine Spende über den Verein bestellen – per E-Mail an info@gl-devi.de oder am Infostand in der Fußgängerzone, samstags von 10 bis 13 Uhr.

Weitere Informationen zum Verein und seinen Aktivitäten finden sich unter www.gl-devi.de oder auf Instagram, Facebook und TikTok unter @gl.de.vi.

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  1. Diese ganzen Symbol-Aktionen und gehissten Banner und Flaggen haben bisher das Wachstum der AfD von einer Randpartei zur (je nach Bundesland) leider oft zweitstärksten Kraft im jeweiligen Parlament nicht verhindern können.

    Ich frage mich sogar inzwischen so langsam, ob sie nicht sogar möglicherweise eher zum Gegenteil beigetragen haben. Nach über 10 Jahren der immer gleichen Reaktionen auf immer weiter gewachsene Stimmenanteile für die AfD sollte man vielleicht mal darüber nachdenken, ob man nicht etwas anders machen will.

    Ansonsten erfüllt man die Definition von Wahnsinn, die Einstein zugeschrieben wird: Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und trotzdem auf andere Ergebnisse zu hoffen.

    Aber lieber feiern diverse Linke auf Twitter das Ausscheiden der FDP aus den meisten Landesparlamenten und dem Bundestag. Wie man sich darüber freuen kann, dass eine demokratische Partei der Mitte (natürlich auch nicht ganz unverdient) verschwindet während in vielen Landtagen und dem Bundestag aus der Not eine GroKo nach der anderen entsteht, was am Ende nur zur weiteren Polarisierung Wahlergebnisse führen wird, ist mir ein absolutes Rätsel. Aber die AfD freut sich natürlich auch darüber und da berühren sich dann wieder die Extreme auf beiden Seiten.

    Ich hoffe für uns alle stark, dass die Politiker noch irgendwann den richtigen Weg finden werden, bevor es zu spät ist und der Anteil der Protestwähler so groß geworden ist, dass selbst CDU+SPD+Grüne nicht mehr ausreichen, um eine Regierung bilden zu können. Aber vielleicht klappt es ja jetzt mit dem zweiten Frühling der Reformen. Wobei Gas-Kathy Deutschland anscheinend lieber noch tiefer in die Probleme reinreiten will und Merz und Klingbeil nur zuschauen, wie hier vor allen Augen Lobbyismus pur betrieben wird. Es ist echt zum verzweifeln.

  2. Zitat FAZ: „Das Landgericht Berlin untersagt Correctiv drei Aussagen zum Treffen in Potsdam und gibt der AfD-Politikerin Gerrit Huy Recht. Deren Anwalt sagt, die „Kernaussage“ von Correctiv sei erledigt.“Zitat Ende.
    Jaja, das böse Treffen in Potsdam….

    1. Herr Napf, was der Anwalt zu diesem – nicht rechtskräftigen – Beschluss sagt, ist völlig irrelevant. Er interpretiert ihn selbstverständlich im Sinne seiner Mandantin. Insofern sollten Sie Ihre Freude darüber vielleicht ein wenig zügeln.