So soll das neue Gebäude in Heidkamp aussehen. Visualisierung: Aldi Süd

Der Discounter Aldi treibt die Planungen für den Nahversorger voran und hat jetzt den Bauantrag bei der Stadt Bergisch Gladbach eingereicht. Im Herbst soll das alte Gebäude abgerissen werden, der Neubau möglichst noch in 2024 fertiggestellt werden.

„Ein wichtiger Meilenstein“ für die Wiederherstellung der Nahversorgung im Stadtteil Heidkamp sei erreicht worden, teilte die Stadt Bergisch Gladbach am Freitag mit. Das Unternehmen Aldi Süd habe jetzt den Bauantrag eingereicht. Damit kann das Baugenehmigungsverfahren jetzt gestartet werden.

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Der Abriss des alten Netto-Markts und der ehemaligen Milchtankstelle an der Bensberger Straße soll nach Angaben von Aldi-Manager Frank Opladen „schnellstmöglich“ starten. Der Stadt hatte das Unternehmen den Abriss für „im Herbst“ angekündigt. Das kann auch erfolgen, bevor die Baugenehmigung erteilt ist.

Das Projekt wird von der Bürgerschaft in Heidkamp mit großer Ungeduld erwartet. Aldi hatte den Bauantrag zuvor für August angekündigt, und den Termin fast eingehalten. Bereits vorher hatte das Unternehmen betont, möglichst viele Unklarheiten im Vorfeld ausräumen zu wollen, damit das Genehmigungsverfahren reibungslos laufen kann.

Für die Fertigstellung war bislang immer „noch in 2024“ genannt worden; dazu äußert sich das Unternehmen jetzt auf Nachfrage nicht.

Hintergrund: Aldi will auf 1130 Quadratmeter Fläche den eigenen Markt sowie eine Bäckerei mit kleinem Café unterbringen. Zudem sind 18 Wohnungen mit insgesamt 1300 Quadratmeter Wohnfläche und eine Tiefgarage mit 90 Stellplätzen geplant. Das Dach soll eine Photovoltaik-Anlage erhalten und begrünt werden. das Gebäude der ehemaligen Milchsammelstelle wird in leicht veränderter Lage integriert.

Die alte Molkerei an der Bensberger Straße wird abgerissen und durch einen ähnlichen Bau ersetzt, hinter dem sich eine Aldi-Filiale und 18 Wohnungen verbergen

Netto hatte seine Filiale bereits vor mehreren Jahren geschlossen, seither gibt es (bis auf eine Tankstelle) im weiteren Umkreis keine Einkaufsmöglichkeiten für Lebensmittel.

Bürgermeister Frank Stein und der zuständige Beigeordnete für Stadtentwicklung und Klimaschutz Ragnar Migenda äußerten sich jetzt „hoch erfreut“, dass nun die ersten Schritte zur Umsetzung erfolgen und ein „ebenso innovatives wie identitätsstiftendes Bauvorhaben die Nahversorgung in Heidkamp zukünftig absichern wird“.

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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  1. Und zack da ist der Herbst vorbei. Das alte Gebäude steht noch und keine Baumaschine weit und breit in Sicht.
    Von der Stadt natürlich auch wieder keine Regung.
    Herrlich.

    1. Die Stadt muss sich gar nicht regen, für einen Abriss liegen schon lange alle Genehmigungen vor. Der Ball liegt bei Aldi Süd, unsere Anfrage zum Thema ebenfalls.

  2. Herr Richerzhagen, was wollen Sie uns sagen? Haben Sie Ihren Text vor Veröffentlichung noch mal durchgelesen?
    Die “historische Fassade der Milchtankstelle” hat lange genug mit den Diskussionen um ihre Einbindung das Projekt aufgehalten. Nicht alles historische ist auch wertvoll, bei der Milchtankstelle lediglich die Tür.
    Drucker (leidiges Pseudonym), “Billigheimer” ist eine Verunglimpfung. Die Discounter helfen Menschen an gute Produkte zu kommen, für die sie nicht EDEKA- oder REWE-Preise zahlen müssen.
    Wo sind diese Läden, die Sie in Heidkamp gesehen haben wollen, Herr Stotz? Dass Herkenrath an dieser Stelle schlechter aufgestellt ist, weiß jeder.

    1. „leidiges Pseudonym“ – ohne diese routinemäßige Invektive würde mir schon etwas fehlen, also weiter so!

      Was die angebliche Verunglimpfung betrifft: Das Wirken von Aldi und anderen Discountern sehen Sie ein wenig zu rosig.

      – Die Qualität der Produkte ist nicht identisch mit der von Markenartikeln, sondern steht eher in einer Linie mit Handelsmarken („Ja“, „Gut & Günstig“ etc.). Im Vergleich dazu sind die Discounter auch nicht mehr nennenswert günstiger.
      – Die Discounter beschränken ihre Sortimente auf die meistverkaufte Ware und drücken dabei im Einkauf gnadenlos die Preise. Damit wird die Auswahl der Kunden geringer, die Marge der Lieferanten ebenso und anderen Händlern wird der für das Überleben notwendige Basisumsatz mit Alltagsprodukten genommen.
      – Dass Aldi in Heidkamp jetzt als Retter der Nahversorgung gilt, liegt nicht zuletzt am Wirken der Discounter selbst, die kleine Geschäfte sytematisch verdrängen. In Refrath ist der Lidl-Filiale erst ein handwerklich arbeitender Metzger zum Opfer gefallen, dann ein Bäcker, recht bald folgte der zweite Metzger. Handwerklich arbeitende Bäcker gibt es im Ort gar keine mehr, sondern nur noch Verkaufsstellen von Fabrikware und zugelieferten Produkten.
      – Auch der übrige Facheinzelhandel wird bedroht, und zwar durch die Non-Food-Aktionen der Discounter. Wenn Aldi zum Schuljahresbeginn seine Schreibwaren-Aktion fährt, schauen die Schreibwarenhändler in die Röhre – kein Wunder, dass deren Zahl ebenfalls mehr und mehr zurückgeht. Bei Bekleidung und Haushaltwaren hinterlassen die Aktionen ebenso ihre Spuren – da fragt dann auch niemand mehr, wo und unter welchen Bedingungen die Warenb produziert wurden.

      Ein Discounter mag in Heidkamp als Lösung gesehen werden, aber im Grunde ist diese Zunft das Problem. Wenn es irgendwann nur noch abgepackte Fabrikfleischwaren, Backwaren aus Industrie-Teiglingen und ein Angebot nur noch weniger Salat- und Gemüsesorten gibt, dann wissen Sie, bei wem Sie sich zu bedanken haben.

      1. Ein Problem, das teilweise auch das Problem der Discounterkonkurrenz erreicht, ist der fehlende Geschäftsnachfolger. Dem ist dem Vernehmen nach in Refrath wohl ein Bäcker mit Backstube im eigenen Haus zum Opfer gefallen.

      2. Wenn Sie die Bäckerei Eilers an der Haltestelle meinen: Da wäre keine Nachfolge möglich gewesen, da der Betrieb aus baulich-technischen Gründen zuletzt nur noch unter Bestandsschutz lief. Ein Nachfolger hätte dort also nicht mehr backen dürfen. Dass der Standort weiter funktioniert hätte, zeigt die Brotverkaufsstelle, die jetzt das Ladenlokal nutzt – die scheint recht gut zu laufen.

        Verdrängt wurde vor ein paar Jahren die Bäckerei Becker am Vürfels. Nachdem die Lidl-Filiale an der Lustheide eröffnet hatte, ging der Umsatz in der Bäckerei spürbar und stetig zurück. Dasselbe Schicksal traf die Metzgerei Cürten ein paar hundert Meter weiter. Dort hätte zudem Hans-Dieter Cürten wegen neugefasster lebensmittelrechtlicher Vorschriften sein Schlachthaus aufwendig umbauen müssen, um weiterhin alles im eigenen Betrieb produzieren zu dürfen. Das hat sich wohl nicht mehr gelohnt.

        Ich war bei allen dreien (ebenso wie bei der Metzgerei Niedenhof) Kunde bis zum letzten Tag und finde die damalige Sortimentsbreite und Qualität in Refrath heute nicht mehr (teils mit Ausnahme der Metzgerei Krämer, deren Qualität ich sehr schätze, die aber in dem kleinen Ladenlokal vom Sortiment her zwangsläufig eingeschränkt ist und für Laufkundschaft ungünstig liegt).

  3. Das noch ein Aldi eröffnet werden soll wo schon genug Geschäfte sind ist der Hammer. Aber das die Menschen in Herkenrath die kein Auto haben und denen das Einkaufen mit dem Bus aus gesundheitlichen und finanziellen Gründen nicht möglich ist werden von der Stadt Bergisch Gladbach im Stich gelassen. Und müssen nach der Schließung des EDKA MARKT zusehen wie sie zurecht kommen. Die Politik der Stadt ist nicht Bürger gerecht.

    1. Kennen Sie die Versorgungssituation in Heidkamp? Anscheinend nicht. Aldi mit seinem Billigheimer-Sortiment ist sicher kein Wunschtraum, wäre aber dort der einzige Laden, bei dem man wenigstens das Gröbste kaufen kann.

      Ansonsten: Die Stadtverwaltung baut keine Supermärkte und kann sich auch keine aus den Rippen schneiden. Das ist keine politische Aufgabe. Oder um mal Bill Clinton zu zitieren: „It’s the economy, stupid!“

    2. So ist der Mensch. Wenn es in der Nähe Probleme gibt, dann darf es auch bei anderen nicht besser werden. Wenn schon leiden, dann sollen bitte alle leiden.

      Ist ja auch gerecht, von daher: Bitte immer am größten gemeinsamen Schmerz orientieren: Kleinstes Gehalt, schlechteste Infrastruktur, schlechteste Stimmung. :)

  4. Anscheinend hat ALDI begriffen, dass sich mit Wohnungen über Supermärkten gutes Geld verdienen lässt. Hoffentlich nehmen sich andere Supermärkte, z.B. die auf der Kölner Straße, daran ein Beispiel!

    Schade allerdings, dass die historische Fassade der “Milchtankstelle” nicht erhalten bleibt. Mit etwas mehr architektonischer Phantasie wäre das sicher möglich gewesen. Wird zumindest die hochgradig gefährliche Ecke Bensberger Straße/ Scheidbachstraße bei der Gelegenheit “entschärft”?

    1. Das mit den Wohnungen wissen sie eigentlich schon längst, denn z. B. in den Niederlanden kann man nur so eine Baugenehmigung für einen typischen Discountmarkt bekommen. Das Aldi da auch schon zigmal durchexerziert.

  5. Dann können ja jetzt alle Heidkamper endlich froh darüber sein, das ihr Nahversorgungshandel demnächst wieder gesichert ist. Und sich keiner mehr über diesen schwierigen und SO OFT erwähnten fiesen Lebensmittelmarkt in Herkenrath aufregen muss, das er hier im Bürgerportal so oft Erwähnung findet in letzer Zeit.