Das Unternehmen Aldi präsentiert im Ausschuss einen Entwurf für die neue Filiale in Heidkamp

Für die Heidkamper gibt es eine neue Hoffnung, dass der schon lange geschlossene Netto-Markt innerhalb von zwei Jahren von einer modernen Aldi-Filiale abgelöst wird. Dafür legte das Unternehmen im Planungsausschuss jetzt einen Entwurf vor, der eine große Verkaufsfläche mit 18 Wohnungen vereint. Die alte Milchsammelstelle wird integriert. Allerdings nicht im Original, sondern als Kopie.

Eigentlich hatte es schon lange einen Plan für den Neubau eines Aldi-Marktes auf dem ehemaligen Netto-Gelände an der Bergisch Gladbacher Straße in Heidkamp gegeben, der auch vom Gestaltungsbeirat gebilligt worden war. Dennoch tat sich dann über viele Monate nichts, die Ungeduld der schlecht versorgten Heidkamper wächst.

Im Stadtentwicklungs- und Planungausschuss legte das Unternehmen jetzt die Karten auf den Tisch. Die alten Pläne hätten noch einmal überarbeitet werden müssen, weil es Probleme mit der Integration der historischen Milchsammelstelle auf der Ecke des Grundstücks gegenüber der Kirche gab, berichtete ein Vertreter von Aldi Süd im Ausschuss. Das Gebäude ist Teil einer Erhaltungssatzung, lasse sich aber nur schlecht in den Flächenbedarf für die Aldi Filiale integrieren.

Der aktuelle Zustand. Die ehemalige Milchsammelstelle der Molkerei Hommerich ist vielfach erweitert worden.

Die nun präsentierte Lösungsidee: Die Milchsammelstelle wird abgerissen und in Form einer Kopie neu aufgebaut: äußerlich kaum verändert, aber in der Lage um einige wenige Grad verdreht, um rund sechs Meter verschoben und mit anderen Geschlosshöhen im Inneren.

Dazu legte Aldi nun einen Entwurf vor, der auf der rechten Seite das alte Gebäude in gewohnter Form zeigt. Links schließt sich ein grauer Komplex an, der sich fast über die gesamte Grundstücksbreite zieht. Auf der linken Seite, in einem rechten Winkel, liegt ein zweistöckiger Riegel in weiß auf.

In diesem Komplex will Aldi den eigenen Markt sowie eine Bäckerei mit kleinem Café unterbringen, auf einer Fläche von 1130 Quadratmeter. Der Markt im Aldi-Standard zieht sich über das gesamte Erdgeschoss, bis in die „alte“ Milchsammelstelle hinein.

In dem weißen Riegel im 1. und zweiten Geschoss sowie im Obergeschoss der Milchsammelstelle sind 18 Wohnungen geplant, zum ortsüblichen Standard (keine Sozialwohnungen, kein Luxus) mit insgesamt 1300 Quadratmeter Wohnfläche.

In einer Tiefgarage und in Randbereichen sind rund 90 Stellplätze geplant, mit E-Ladestationen. Das Dach soll eine Photovoltaik-Anlage erhalten und begrünt werden. Insgesamt werden eine hohe Energieeffizienz erreicht, so das Unternehmen.

18 Monate Bauzeit kalkuliert

Diese Planung hat den Vorteil, dass der Bebauungsplan nicht geändert werden muss, auch die Abstimmung mit dem Gestaltungsbeirat ist bereits gelaufen. Daher will Aldi Süd jetzt den Bauantrag rasch stellen. Wenn der durch die Verwaltung ist, würden noch rund 18 Monate Bauzeit bis zur Eröffnung benötigt.

Die Stadt habe ein großes Interesse, das Projekt nun ohne Änderung des angrenzenden Bebauungsplans rasch zu realisieren, sagte der Beigeordnete Ragnar Migenda.

Optimistisch gerechnet könnte Heidkamp damit in der zweiten Hälfte 2024 einen neuen Discounter am Ort erhalten.

Neben der Verwaltung begrüßten alle Fraktionen im Ausschuss den Vorschlag. Die Lösung für die alte / neue Milchsammelstelle stelle einen pragmatischen Kompromiss dar, zwischen dem Wunsch nach dem Erhalt alter Bausubstanz und einer angemessene Versorgung, so der Tenor.

Ausdrücklich begrüßt wurde die Synthese zwischen den Nutzungsformen Einkaufen und Bauen. Mit diesem Entwurf (der so ähnlich in Holweide bereits realisiert wurde) lege Aldi eine Blaupause vor, wie man die bislang lediglich einstöckig genutzten Flächen der Discounter mehrfach nutzen kann – zum Parken, Einkaufen und Wohnen.

G. Watzlawek

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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5 Kommentare

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  1. Mich wundert, dass andere Supermärkte nicht schon längst Wohnen & Einkaufen “huckepack” kombinieren – bei den heutigen Mieten eine wahre Goldgrube für die Unternehmen!

    Die Lösung mit Abriss und Neubau der Milchsammelstelle ist allerdings nicht salomonisch, sondern Quark. Falsche “alte” Gebäude nach dem Disneyland-Prinzip braucht kein Mensch; auch dem Denkmalschutz wird damit ein Bärendienst erwiesen!

  2. Gut, dass ALDI nun einen von allen akzeptierten Plan vorlegen konnte. Schlecht, dass eine überholte Satzung die Planungen über 1/2 Jahr verzögerte. Das könnte nun geheilt werden, wenn die Verwaltung einmal schnell arbeiten würde, zumal kein Bebauungsplan geändert werden muss und alle Gremien bereits zugestimmt haben. Weshalb ein solches Gewese um einen Bau gemacht wurde, der erst nach dem 2. Weltkrieg entstand, erschließt sich mir nicht.

  3. Ein sehr schöner Entwurf, der die Qualität des Platzes deutlich anhebt. Eine gelungene Kombination aus Wohnen und Einkaufen.
    Ich hoffe, dass die Stadt hier zügig handelt – das Bauprojekt sieht ambitioniert aus. Ich wünsche mir sehr, wieder zu Fuß einkaufen gehen zu können.

  4. Dann hätte der Netto das Ladenlokal doch noch 2 Jahre weitere Jahre nutzen können.

  5. Da kann man ja nur hoffe, dass die Bearbeitung der Bauantragsunterlagen zügig erfolgt, und nicht, wie leider viele Architektenkollegen in der bisherigen Vergangenheit erfahren durften, für jede winzige Kleinigkeit verzögert wird.
    Die Heidkamper haben lange genug gewartet, und mussten ihre Einkäufe in, nicht fussläufig erreichbaren Märkten erledigen.