Die markanten gelben Fußspuren zeigen die Routen des Schul-Express an.

Seit knapp zwei Monaten läuft das neue Projekt „Schulexpress” an der KGS In der Auen. Ziel war es, Kinder und Eltern zu animieren, den Fußweg zur Schule zu wählen, anstatt die Zufahrtsstraßen zu verstopfen. Erste Eindrücke weisen darauf hin, dass es in Refrath gut angelaufen ist. Bei der GGS in Hebborn wird es jedoch noch dauern, bis das Projekt starten kann.

Das Phänomen „Elterntaxi“ ist den meisten Leuten ein Begriff. Anstatt ihr Kind alleine zur Schule laufen zu lassen oder es zwei Straßen weiter abzusetzen, fahren einige Eltern ihr Kind bis vor die Tür. Sie verstopfen die umliegenden Straßen, stören die Anwohner:innen und bremsen den Verkehrsfluss. Ein Thema, das auch bei der Planung der neuen Sofortschule an der KGS In der Auen in Refrath eine Rolle spielte: wie sollen die kleinen anliegenden Straßen noch mehr Verkehr verkraften?

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Das brachte die Stadtverwaltung auf die Idee, genau hier das Schulexpress-Konzept zu erproben, auch als „Walking Bus” bekannt: Es werden Routen und Stationen festgelegt, an denen sich die Kinder morgens treffen um gemeinsam zur Schule zu laufen. Um ihre Sicherheit zu gewährleisten, wird das Projekt zum Start von der Polizei begleitet, später laufen nur noch einige Eltern mit. Langfristig sollen die Kinder ohne erwachsene Begleitung zur Schule gehen.

Acht Routen führen auf die Grundschule zu

In Refrath sei die Situation vorher nicht außer Kontrolle gewesen, berichtet KGS-Leiter Anton Pezl. Schon immer seien viele Kinder zu Fuß oder mit dem Roller/ Fahrrad zur Schule gekommen.

Dennoch sei die Maßnahme vor dem Hintergrund der Schulerweiterung sinnvoll. Bisher sei man mit dem Verlauf des Projekts sehr zufrieden, es hinterlasse einen rundum positiven Eindruck, berichtet der Schulleiter.

Diesen Einschätzung teilt der Mobilitätsbeauftragte der Stadt, Jonathan Benninghaus. Zwar sei ein datenbasiertes Fazit jetzt noch nicht möglich, dennoch zeigen erste Rückmeldungen der Elternpflegschaft eine positive Entwicklung.

Ortstermin bestätigt positiven ersten Eindruck

Das Thema sei in der Schulgemeinschaft sehr präsent, mehr Kinder als zuvor kämen zu Fuß zur Schule. Die Stadt begleite das Projekt weiterhin aufmerksam; sollten es nötig werden könnten die Routen jederzeit angepasst werden.

Auch ein Besuch zum Schulstart vor Ort bestätigt diesen Eindruck. Zwischen 7:45 und 8:15 Uhr waren lediglich zehn „Elterntaxis” zu erkennen, die die Verkehrslage kaum belasteten. Viele Schüler:innen kamen einzeln zur Schule, mit dem Fahrrad, einem Roller oder zu Fuß.

Der Schulexpress war deutlich auszumachen: Ein halbes Dutzend Gruppen mit jeweils fünf bis zehn Schüler:innen, die in Begleitung einiger Eltern ankamen.

Die Haltestellen sind in Hebborn bereits gekennzeichnet, doch noch bleibt der Schul-Express hier aus.

Weiterer Aufschub in Hebborn

Auch rund um die GGS Hebborn sind bereits Schilder für die Haltepunkte eines Schulexpress aufgehängt und die Routen durch auffällige gelbe Fußstapfen markiert worden. Doch der hier geplante zweite Schulexpress steckt noch fest.

Der Weg von der Jägerstraße zum Schulgelände sei aufgrund der Bauarbeiten für die Wiederherstellung des Außengelände noch nicht wieder freigegeben worden, berichtet Benninghaus. Ein Großteil der Routen soll jedoch genau hier entlangführen. Offiziell ist die Freigabe jetzt für Anfang 2024 geplant. Dann könne das Projekt auch in Hebborn beginnen.

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  1. In Hebborn parken leider regelmäßig Autos auf den markierten Stellen, an denen die Schüler Straßen überqueren sollen, im Halteverbot. Da würde ich mir wünschen, dass das mal ab und an kontrolliert wird. Mindestens an zwei Stellen sind es immer die gleichen Autos…
    Und im Hebborner Kirchweg hängt jetzt so eine Geschwindigkeitsmesstafel (wie heißen die Dinger) vor der Kita, 20m vor dem Ende der Sackgasse. Ich kann mir nicht vorstellen, dass da wirklich mal jemand schneller als 30 fährt, dann müsste er danach auf jeden Fall hart in die Eisen gehen. Das Ding wäre wo anders sicher besser aufgehoben (z.B. auf der Odenthaler Str. ggü. der Grundschule, wo ja auch tagsüber 30 ist).

    1. Hallo Thomas,
      Sie können auch an die Stadt (Ordnungsbehörde) eine Verwarnung schicken.
      Machen Sie Angaben zum Tag, der Uhrzeit, dem Ort und was verwarnt werden soll und senden Sie ein Bild mit. Dann wird der Fahrzeughalter verwarnt.
      Das können Sie auch per Email erledigen.
      Leider sind es immer die gleichen Personen, die sich nicht an die Verkehrsregeln halten.

      1. Es gibt auch eine etwas mildere Variante: Beim „Fachverband Fußverkehr Deutschland“ (FUSS e.V.) gibt es kleine Aufkleber, auch „Spuckis“ genannt, die den Aufdruck „Parke nicht auf unseren Wegen“ tragen. Da sie zum Aufkleben nur angefeuchtet werden müssen, lassen sie sich ohne Hilfsmittel leicht wieder entfernen, gelten also nicht als Sachbeschädigung. Solch ein Aufkleber auf der Windschutzscheibe hat bei so manchem tatsächlich Nachdenken ausgelöst. Falls nicht, kann man den nächsten Verstoß immer noch beim Ordnungsamt anzeigen.