Die Altenberger-Dom-Straße in Schildgen. Foto: Thomas Merkenich

Die Fraktion der CDU vermisst eine umfassende Nutzungs-Erhebung der öffentlichen Parkplätze im Zusammenhang mit der geplanten Umgestaltung der Altenberger-Dom-Straße. Die von der Stadt vorgelegte Parkplatz-Untersuchung sei fehlerhaft, es drohe eine weitere kostspielige Planungskatastrophe.

Wir dokumentieren einen Pressemitteilung der CDU-Fraktion

Wegen „erheblicher methodischer Mängel“ beurteilt der stellvertretende Vorsitzende der CDU-Stadtratsfraktion, Harald Henkel, die Ergebnisse der Parkplatz-Erhebung im Bergisch Gladbacher Ortsteil Schildgen als irreführend und nicht aussagefähig.

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„Da das Ergebnis einer eher geringeren Frequentierung der privaten Parkplätze von Geschäftsleuten im Bereich der Altenberger-Dom-Straße lediglich auf Zählungen an einem Donnerstag (15. Juni 2023) und Samstag (17. Juni 2023) basieren, kann von einer repräsentativen Methodik, die eigentlich erforderlich wäre, nicht die Rede sein“, kritisiert Henkel, der auch Vorsitzender des CDU-Ortsverbandes Schildgen/Katterbach ist. 

Harald Henkel ergreift im Stadtrat das Wort. Foto: Thomas Merkenich

Er fügt hinzu: „Diese reichhaltig mit Diagrammen versehene Untersuchung legt die Vermutung nahe, dass sie hauptsächlich zum Ziel hat, die Umbaupläne der Altenberger-Dom-Straße – mit einer Bevorzugung des Fahrrad-Durchgangsverkehrs – festzuzurren. Zurecht weisen die örtlichen Einzelhändler mit ihrer laufenden Plakataktion darauf hin, dass die vorgesehene Wegnahme der geschäftsnahen Parkplätze das Aus für viele Geschäfte bedeuten würde und die örtliche Nahversorgung für die Bürgerinnen und Bürger nicht mehr möglich wäre.“

„Kostspielige Planungskatastrophe“

Auch die auf drei Wochen angelegte Erhebung des Parkplatzes „Am Schild“ beeindruckt den CDU-Politiker nicht. Henkel fragt: „Warum haben sich die städtischen Verantwortlichen offenbar davor gescheut, zuvorderst die Nutzung der öffentlichen Parkplätze entlang der Altenberger-Dom-Straße im Ortszentrum über einen längeren Zeitraum ergebnisoffen unter die Lupe zu nehmen?“

Ihm dränge sich der Verdacht auf, dass mit der vorgelegten Studie und der darin vorrangig erhobenen Auslastung der privaten Parkplätze von der städtischen Pflicht abgelenkt werden solle, ausreichend öffentlichen Parkraum für das Nahversorgungzentrum Schildgen zu sichern, gibt der Vorsitzende des CDU-Ortsverbandes zu bedenken.

Henkel: „Für diese interessensgelenkte Politik trägt insbesondere Mobilitäts- und Verkehrsdezernent Ragnar Migenda (Bündnis 90/Die Grünen) die Verantwortung. Nach dem Radweg-Debakel an der Buddestraße in Bensberg und der völlig aus dem Ruder gelaufenen Verkehrslenkungen im Bereich der Laurentiusstraße bahnt sich in Schildgen die nächste kostspielige Planungskatastrophe an.“

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  1. Nachtrag: Und gerade für diese Personen wäre ein Platz oder eine Bank schön, um das Miteinander zu fördern.

  2. ……wenn ich schon lese die Grünen , da kommt mir das Essen von gestern hoch , bin heute Freitag den 10.11 mit meinem Hund durch Schildgen gegangen : Am Schild waren 3 Parkplätze frei , auf der Altenberger Dom Str. alles besetzt , wenn Markttag ist sind alle Parkplätze besetzt , dann soll der Herr von den Grünen mal sagen , ob man die Einkäufe schleppen soll , etc.

    1. Mein Tipp:
      Ich nehme einen Rucksack für schwerere Sachen und eine Tasche für die leichteren.
      Klappt wunderbar! Ansonsten gibt es auch noch den sogenannten Einkaufstrolley.

    2. Ich kenne sehr viele ältere Frauen aus Schildgen, die tatsächlich zu Fuß bzw mit dem Bus ins “Dorf” gehen, um ihren gesamten Einkauf zu machen, weil sie kein Auto fahren. Gerade heute an “unserem Markttag” kann man das gut beobachten. Es macht ja auch keinen Sinn, die 500/1000 Meter das Auto zu benutzen, um die alltäglichen Dinge zu kaufen. Aber sicher ist es mit PKW und Parkplatz vor der Tür einfach bequemer.

    3. Was für Einkäufe schleppt denn der typische “Kurzparker” in Schildgen? So schwer können die Backwaren nicht sein. Juwelen kaufen “Kurzparker” wohl seltener, wenngleich die auch nicht so schwer sein können. Supermärkte bieten dahingegen PKW-Parkplätze für Kunden vor der Tür (wie sieht es für Fahrradparkplätze aus?). Ich rate übrigens auch zum Einkaufstrolley. Vielleicht hilft Ihnen ja jemand von der “Jungen Union” beim schleppen?

  3. Wenn man sich die Aufträge für Studien in der Gladbacher Kommunalpolitik in den letzten 25 Jahren anschaut, dann werden diese leider in der Regel nur dann akzeptiert, wenn sie mit dem eigenen Weltbild übereinstimmen.

    Ganz nach dem Motto: Ich habe eine Meinung und suche mir die Fakten dazu. Eigentlich sollte es andersrum sein: Ich nehme die Fakten zur Kenntnis und bilde mir eine Meinung. Schade drum.

  4. Die CDU hatte doch diese Studien selbst beauftragt, zusammen mit allen anderen Fraktionen. Von daher sind die Aussagen etwas irritierend.

    Im Ausschuss für Stadtentwicklung und Mobilität am 23.02.2021 wurde unter Ö11 einstimmig beschlossen, das Büro MWM mit einer Untersuchung zur „Erhebung des Parkraums im Ortskern Schildgens und Gewinnung von Erkenntnissen über das Parkverhalten“ zu beauftragen. Im Ausschuss für Mobilität und Verkehrsflächen am 18.04.2023 wurde unter Ö21 auf Antrag der CDU und anderer Fraktionen ebenfalls einstimmig beschlossen, die Auslastung des Parkplatzes „Am Schild“ zu untersuchen.

    Es ist gut, dass diese Untersuchungen jetzt durchgeführt und ausführlich dokumentiert wurden. Sie sagen das aus, was sie aussagen. Wir Grüne nehmen die Ergebnisse zur Kenntnis.

  5. Ein Monat ohne einen populistischen Wutbeitrag der CDU darf es einfach nicht geben.

    Die Aussagen sind widersprüchlich und wie immer, wenn es um Verkehrspolitik geht, populistisch as its best.

  6. Die Aussagen von Harald Henkel sind in sich widersprüchlich. Einerseits fordert er, man solle die “Altenberger-Dom-Straße im Ortszentrum über einen längeren Zeitraum ergebnisoffen unter die Lupe zu nehmen”. Andererseits meint er bereits zu wissen, die Händler würdem “Zurecht” ihre Plakataktion machen.

  7. Ja genau, die CDU weiß genau wie es richtig gemacht werden muss. Die Folgen dieses „Wissens“ erleben wir auf unseren Straßen ja tagtäglich nur zu genüge.