Mehr als nur eine Couch sorgte im Kleinkunst-Theater an der Schlossstraße für Atmosphäre. Foto: Helga Niekammer

Fünf Jahre lang hat Markus Konrad auf „Conrad’s Couch“ in der Schlossstraße ein vielfältiges Programm angeboten. Doch damit ist jetzt aus, die Kleinkunstbühne ist geschlossen, das Inventar wird verkauft. Konrad steht jetzt selbst auf der Bühne – aber nicht in Bergisch Gladbach.

Leider sei das Kleinkunstprogramm von den Bürgerinnen und Bürgern in Bensberg bzw. in Bergisch Gladbach nicht so gut angenommen worden, wie er es erwartet hätte, sagt Markus Konrad. Daher habe er sich entschlossen, den fünfjährigen Mietvertrag für das Ladenlokal in der Schlossstraße 14 nicht zu verlängern und das kleine Theater zu schließen.

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Ob die Baustelle auf der Schlossstraße für eine geringere Nachfrage gesorgt habe, könne er nicht beurteilen, sagt Konrad. Insgesamt fällt es Veranstaltern, die Corona überlebt haben, immer noch sehr schwer, ihre Säle oder auch nur Räume zu füllen.

Das Programm in Conrad’s Couch ist bereits ausgelaufen, am kommenden Samstag soll das Inventar verkauft werden, kündigt Konrad auf Facebook an. Mehrmals die Woche hatte er Konzerte, Lesungen, Kabarett und Theater angeboten und sich damit eine treue Fangemeinde erarbeitet.

Entsprechend enttäuscht fallen die Reaktionen der Anhängerschaft aus. Auf der Facebook-Seite äußern einige die Hoffnung, dass es an anderer Stelle oder in Kooperationen mit der „Couch“ weitergehen könnte. Dem erteilt Konrad jedoch eine Absage.

Er steht bereits seit einiger Zeit häufiger auf der Bühne. Schon seit Oktober spiele er für eine Agentur vier verschiedene Krimi-Dinner in ganz NRW. Zudem habe er ein Engagement in dieser Spielzeit am Theater an der Niebuhrg in Oberhausen und werde von Juni bis September auf der Freilichtbühne in Tecklenburg Muscial spielen.

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des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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  1. Dieses Kleinkunsttheater war für uns etwas ganz Besonderes, was es so noch nicht gegeben hat, vor allem hier in dem schönen Bensberg. Wir sind echt ganz traurig.
    Wir wünschen Dir lieber Markus alles erdenklich Gute für einen Neuanfang.

  2. Schade dass dieses kleine Theater schließt. Haben wir doch noch im letzten Jahr dort unsere ADVENTFEIER verbracht.
    Das war großartig.
    Alles Gute Markus

  3. Sehr schade, dass ein “Freier” aus der Kulturszene von Bergisch Gladbach geht. Als Mitglied im Ausschuss für Bildung, Kultur und Sport (für Bündnis 90/ Die Grünen) kann ich berichten, dass wir uns dort für die freien Künstler*innen stark machen. Aber es gibt noch viel zu tun…

  4. Sehr schade das wieder eine Kleinkunst Bühne verschwindet, aber ich als Kölner wußte das auch nicht das es sowas in Bensberg gab.
    Wäre ich sicher auch hingekommen.

    1. Für Bergisch Gladbacher Kultureinrichtungen ist es praktisch unmöglich, in der Kölner Presse stattzufinden. Ich habe in den vergangenen 15 Jahren immer wieder versucht, alle verfügbaren Hebel in Bewegung zu setzen (vor allem in den rechtsrheinischen Stadtteilen, die ja alle noch zum Gladbacher Einzugsgebiet gehören) – keine Chance! Selbst vom Express eine Absage, obwohl dessen Kölner Ausgabe ja auch bei uns verkauft wird.

  5. Ich war froh, dass es jemand gewagt hat ” Kultur” nach Bensberg zu bringen. Ich habe einige schöne Veranstaltungen bei Conrads erlebt, aber auch… das dieses Kleinod von Bensberger Bürgern kaum angenommen wurde, was mir immer für die Künstler als auch den Veranstalter zutiefst leid tat. Schade, aber Danke für die Zeit und alles Gute für die Zukunft.

  6. Die Schließung dieses kulturellen Kleinods finde ich sehr, sehr schade. Drei Lesungen habe ich dort gegeben und mich immer bestens aufgehoben gefühlt. Dass Markus Konrad so lange durchgehalten hat, finde ich bewundernswert: die ungeheuren Kosten dieses riesigen Ladenlokals, die Eröffnung damals so kurz vor der Corona-Katastrophe, die generell außerordentlich schwierige Lage von Kultureinrichtungen in Bergisch Gladbach – da kam schon einiges zusammen. Eigentlich erstaunlich, dass er nicht schon viel früher die Segel gestrichen hat. Für sein Engagement kann man Markus Konrad nicht genug danken. Ganz persönlich danke ich Markus Konrad für die jahrelange gute, kollegiale, faire und sogar freundschaftliche Zusammenarbeit. Das ist in der Theaterwelt, in der es immer wieder auch tiefe Abgründe von Missgunst und Futterneid gibt, keine Selbstverständlichkeit.

    1. Kleinkunst hat es nach wie vor schwer … Wir haben uns mit einem Auftritt bei bester Publikumsstimmung am Programm beteiligt und sagen Markus auf diesem Wege besten Dank für sein Engagement. Schade, wir hätten die nette Bühne gern noch einmal bespielt.

      Felix Hardt (Kabarett Schulte-Brömmelkamp, Münster)