Es werden immer weniger neue Wohnungen errichtet. Symbolfoto: Thomas Merkenich

Der Leerstand von Wohnungen in Bergisch Gladbach ist ziemlich niedrig, der Bestand allerdings relativ alt und der Bau von neuen Wohnungen in den vergangenen Jahren erlahmt. Das sind einige der Daten, die sich im Zensus 2022 finden lassen.

1724 Wohnungen haben zum Stichtag 15. Mai 2022 in Bergisch Gladbach leergestanden. Bei 56.565 Wohnungen in der Stadt insgesamt entspricht das einer Leerstandsquote von 2,8 Prozent. Das geht aus der Gebäude- und Wohnungszählung des Zensus 2022 hervor.

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Mit 2,8 Prozent hat Bergisch Gladbach eine sehr niedrige Leerstandsquote, bundesweit liegt sie bei 4,3, Prozent. Sie liegt hier vor Ort nur knapp über dem rechnerischen Optimum, das das Institut der Wirtschaft 2,5 Prozent angibt: stehen noch weniger Wohnungen frei sind Umzüge kaum noch möglich.

Allerdings sind die Zahlen mit etwas Vorsicht zu genießen: sie beruhen auf einer Eigentümerbefragung – der Leerstand von Wohnraum wird dabei womöglich manchmal nicht korrekt angegeben. Andererseits ist es wahrscheinlich, dass ein Teil der Wohnungen, die im Mai 2022 noch leerstanden, inzwischen von Menschen aus der Ukraine bezogen worden sind.

Die Zeit hat die Leerstandsquoten bundesweit in einer Karte dargestellt. Foto: Screenshot

Der größte Teil der Wohnungen steht relativ kurz leer, weil gerade ein Wechsel ansteht oder umgebaut werden. Aber immerhin 700 von ihnen waren laut Zensus 2022 seit mehr als einem halben Jahr nicht mehr bewohnt.

Hintergrund: Bergisch Gladbach hat keine Zweckentfremdungs- oder Leerstandssatzung; es ist Vermietern also nicht verboten, Wohnungen längere Zeit leer stehen zu lassen. Angesichts des großen Wohnungsmangels ist es dennoch nicht erwünscht. Kennen Sie Wohnungen, die ohne erkennbaren Grund bereits länger als ein Jahr leerstehen? Dann schreiben Sie uns bitte.

Viele Altbauten, wenig Neubauten

Der Zensus ist zwar nur eine Stichtagserhebung, indirekt lässt sich aber auch hier ablesen, dass die Bautätigkeit in Bergisch Gladbach in den vergangenen Jahrzehnten deutlich nachgelassen hat. Von den aktuell bestehenden Wohnungen stammen jeweils knapp 12.000 aus den 1960er und 1970er Jahren. In den folgenden beiden Jahrzehnten waren es noch gut 6000 neue Wohnungen, von 2000 bis 2009 aber nur noch 4146 und in den zwölf Jahre von 2010 bis 2022 3500.

Die durchschnittliche Größe der Wohnungen betrug zum Stichtag 98 Quadratmeter. Der Großteil bewegt sich jedoch zwischen 60 und 99 Quadratmeter. Es gibt aber auch immerhin 2049 Wohnungen mit mehr als 2000 Quadratmeter. 5527 haben sieben oder mehr Räume.

Die gesamte Wohnungsstatistik des Zensus 2022 können Sie hier abrufen.

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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