Foto: Philipp J. Bösel

Nach dem Erfolg im vergangenen Jahr kehrt das Junge Ensemble mit dem „Wunschstück“ im Theas Theater auf die Bühne zurück. Es ist das erste Stück des Jungen Ensembles, das von nur einem Mitglied, Eva Birkemeier, geschrieben wurde. Das Thema haben sich die restlichen Darstellenden selbst ausgesucht: Es geht ums deutsche Bildungssystem.

Wir veröffentlichen einen Beitrag des Theas

In einem Versuch, die Schule zu verändern, gerät eine Gruppe Schüler:innen in eine zunehmend hitzige Diskussion. Eine Schülerin möchte bloß Mülleimer an den Toiletten haben. Eigentlich einfach umzusetzen, könnte man meinen, doch man kommt vom Hölzchen aufs Stöckchen und plötzlich überlegen die Diskutierenden, wie man den Lehrplan anpassen könnte.

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Bei jedem gefundenen Lösungsansatz stoßen sie nur auf weitere Probleme, ein scheinbar endloser Teufelskreis ergibt sich. Tragen die Lehrer:innen die Schuld am Zustand des Bildungssytems oder nicht doch eher die Schüler:innen? Vielleicht gar die Eltern? Und wie lässt sich der Lehrkräftemangel effektiv beheben?

„Es ist schon so Realität“, beschreibt Leah Talmon, eine der Darstellenden, das Stück. Die teilweise humorvollen, teilweise sehr ernsten Szenen kommen den Jugendlichen sehr bekannt vor. Von mangelnder Hygiene über Unter- und Überforderung im Unterricht bis hin zu Gewalt auf den Schulhöfen sind sämtliche Themen abgedeckt.

Vorstellungstermine
9.11 und 15.11 um jeweils 20 Uhr im THEAS Theater
Das Stück ist ab 12 Jahren geeignet.
Der Eintritt kostet:15 Euro/erm. 10 Euro. 

Reservierungen unter: theater@theas.de, 02202/92765015 oder www.theas.de.  

Doch auch wenn – vor allem Schüler:innen – in erster Linie Negatives in den Sinn kommt, wenn man sie zur Schule befragt, gibt es durchaus auch Positives am Bildungssystem. Auf der Bühne erinnert der optimistische Toni, gespielt von Marian Peterse, immer wieder daran. „Mit Toni bin ich teilweise komplett gegensätzlich“, scherzt er. „Aber ich finde es gut, dass er positiv bleibt!“

Laut ihm sollte man sich das WUNSCHSTÜCK angucken, unabhängig davon, welche Rolle die Schule im eigenen Leben spielt.

theaterkritik

„Mama, Papa, lasst mich das Schuljahr wiederholen!“

Mit der Premiere von „Das Wunschstück“ eröffnet das THEAS am Samstag die aktuelle Spielzeit und gleichzeitig das Jugentheater-Festival „Bewegt“. Die Eigenproduktion des Jungen Ensemble beleuchtet humorvoll bis drastisch Wohl und Wehe des Alltags an deutschen Schulen: Und spannt den Bogen von Problemen der Infrastruktur über Lehrer, Lehrplan und Leistungsdruck hin zu möglichen Lösungen.

„Ob man jetzt ein Schüler ist, ein Elternteil oder auch Lehrer […], man erkennt trotzdem die ganzen Probleme und hat vielleicht dann auch mehr Verständnis für die ganzen anderen Rollen.“ Leah ergänzt: „Und es macht auch Spaß, zu gucken!“

Das WUNSCHSTÜCK wurde letztes Jahr bereits aufgeführt. Jeder, der es verpasst hat, hat nun noch eine Chance, es sich anzusehen. Dank neuer Besetzung lohnt es sich aber auch für Zuschauer vom letzten Mal, noch einmal vorbeizukommen. 

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