Foto: Thomas Merkenich

Gyros, Souvlaki und Soutzoukakia: Die griechische Küche ist sehr fleischlastig. Das ist in der Taverne Mykonos in Hebborn nicht anders. Doch auch wer sich als Vegetarier auf das griechische Abenteuer einlässt, kommt auf seine Kosten. Wir haben das Experiment gewagt.

Als Vegetarierin zum Griechen? Menschen aus meinem Umfeld ziehen bei diesem Vorschlag irritiert die Augenbrauen hoch. Von Reisen nach Kreta und Korfu weiß ich allerdings, dass das geht. Dort bin ich in Restaurants immer satt geworden. Mehr als satt. Warum sollte das in einem griechischen Restaurant in Deutschland anders sein?

Um jedoch ein umfassendes Bild von der griechischen Taverne „Mykonos“ in Hebborn zu bekommen, nehme ich zwei fleischessende Begleiterinnen mit. 

Von außen wirkt die Gaststätte, die sich über zwei Gebäudeteile an der Kreuzung entlang der Odenthaler und Alte Wipperfürther Straße erstreckt, unspektakulär bis unscheinbar. Diese Lage ist dem „Mykonos“ bereits vor einigen Jahren zum Verhängnis geworden, als ein Wohnmobil in eine Außenwand krachte und diese durchbrach. Von dem großen Loch, das damals in der Wand klaffte, ist inzwischen längst nichts mehr zu sehen. 

In der Taverne sitzen die Gäste an rustikalen Holztischen. Der Innenbereich wurde vor einiger Zeit modernisiert; die dabei teilweise freigelegten Steinwände und Holzbalken an der Decke verströmen Gemütlichkeit. Die Beleuchtung ist gedimmt, blaue Leuchten strahlen die Balken an und tauchen den Raum in einen bläulichen Schimmer.  

Foto: Thomas Merkenich

Ein Blick auf die Speisekarte bestätigt die Klischees: Zumindest bei den griechischen Hauptgerichten werden ausschließlich Fleisch- und einige Fischgerichte angeboten. Zusätzlich stehen auch Pizzen, Omeletts und einige Nudelgerichte auf der Karte. Selbst der „Gemüseteller“ wird mit Lammfleisch serviert. 

Doch das kenne ich schon von meinen Urlauben, wo ich meist etliche Kleinigkeiten von der Vorspeisenkarte zum Teilen gewählt habe. Ich liebe es, verschiedene Dinge zu probieren und so bestellen wir einen gemischten Vorspeisenteller („Mesedaki“, 16,90 Euro). 

Taverne Mykonos
Odenthaler Straße 269
51467 Bergisch Gladbach (Hebborn)
Telefon: 02202/ 32633
E-Mail: info@restaurant-mykonos.com
Webseite
Öffnungszeiten: Di – Sa 17 – 23 Uhr, So 12 – 22 Uhr (Montag Ruhetag)

Gegenüber der sehr freundlichen Servicekraft gebe ich mich als Vegetarierin zu erkennen und bitte sie um eine fleisch- und fischlose Empfehlung. Sie empfiehlt mir das „Exochiko“ – gebratene Aubergine, Zucchini, Paprika mit Tzatziki und Schafskäse garniert (13,90 Euro). In Kombination mit der Vorspeise sollte das reichen. 

Ich bestelle sicherheitshalber trotzdem noch einen Choriatiki, einen kleinen griechischen Bauernsalat (6,90 Euro). Die Bedienung fragt nach, ob beim Vorspeisenteller die Komponenten mit Fisch ausgetauscht oder auf einem separaten Teller kommen sollen. Das lehne ich zwar ab, bin aber sehr begeistert von dieser Umsicht.

Kurz nach unserer Bestellung werden uns drei Ouzo als Gruß aus der Küche serviert. „Der Ouzo nach dem Essen ist eine deutsche Eigenart. In Griechenland wird er vorher getrunken“, erklärt uns die Bedienung.

Foto: Kathy Stolzenbach

Der sehr üppige Vorspeisenteller vereint eine Reihe griechischer Köstlichkeiten wie gefüllte Weinblätter, Gigantes (Riesenbohnen) und Auberginensalat. Natürlich dürfen auch Klassiker wie Peperoni, Oliven, Feta und Tzatziki nicht fehlen. Der Knoblauch ist wohl dosiert. Alles schmeckt frisch und gut gewürzt. Das gilt auch für die Tarama (Creme aus Fischrogen), wie ich mir von meinen Begleiterinnen sagen lasse. 

Nach diesem fabelhaften Einstieg kommen unsere Hauptgerichte. Mein „Exochiko“ – eigentlich eine Vorspeise – ist sehr reichhaltig und sehr schmackhaft: Aubergine, Zucchini und grüne Paprika wurden in reichlich Öl gebraten, triefen aber trotzdem nicht. 

Meinen kleinen griechischen Salat hätte ich zum Sattwerden definitiv nicht mehr gebraucht. Mein Highlight, sozusagen das Tüpfelchen auf dem Salat, ist der gebackene Feta, der von einer knusprigen Panade umhüllt ist. 

Meine Begleiterinnen sind jeweils sehr zufrieden mit ihrem Souvlaki (Grillspieße aus Schweinefleisch, 18,90 Euro) beziehungsweise Soutzoukakia (Röllchen aus Hackfleisch, 18,90 Euro) mit Gyros. Dazu werden jeweils Pommes, Salat und Tzatziki gereicht.

„Das Fleisch hat eine gute Konsistenz, ist schön saftig und gut gewürzt“, sagt die Soutzoukakia-Testerin. Das Souvlaki hingegen sei etwas zäh. Das Gyros beschreiben beide als kross und lecker, die Pommes gar als „perfekt“. Ich überzeuge mich selbst: Sie sind knusprig und haben genau die richtige Salzmenge.

Insgesamt sind die Portionen groß, aber durchaus schaffbar, die Preise angemessen. Unsere Reste lassen wir uns einpacken. Für einen Nachtisch sind wir zu satt, dabei hätten wir gern den griechischen Joghurt mit Walnüssen und Honig probiert. Das verschieben wir aufs nächste Mal.


Hinweis der Redaktion: Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter testen die Cafés und Restaurants anonym. Falls für die Geschichte erforderlich, geben sie sich erst nach dem Bezahlen zu erkennen. Die Rechnung zahlen wir selbst.

ist seit 2024 Redakteurin des Bürgerportals. Zuvor hatte die Journalistin und Germanistin 15 Jahre lang für den Kölner Stadt-Anzeiger gearbeitet. Sie ist unter anderem für die Themen Bildung, Schule, Kita und Familien zuständig und per Mail erreichbar: k.stolzenbach@in-gl.de

Reden Sie mit, geben Sie einen Kommentar ab

6

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

  1. Danke für den Bericht.
    Sollte man wirklich mal ausprobieren.

    Was mich allerdings gerade bei den Griechen immer wieder stört ist diese vermeintliche Gastfreundschaft mit dem Ouzo.

    Da gibt es kundenfreundlichere und aufmerksamere Gastronomen, die entweder direkt einen “alkoholfreien” Gruß aus der Küche, häufig bei den Asiaten der Fall, oder – vorher- nachfragen.

    Es gibt Menschen, die erfolgreich dem Alkohol entsagt haben, aber in solchen Momenten mit der Zurückweisung des “freundlichen Grusses” restlos überfordert sind und in ziemliche Nöte geraten.

    Dieser souveräne Umgang mit Alkohol und einem bestimmten selbstbewussten Auftreten stellt sich erst später, oft erst nach Jahren ein.

    1. Im Gegenteil. Die Redaktion hat für das Essen ordentlich bezahlt. Weil wir ordentlichen Journalismus betreiben.

  2. Es stimmt, mit dem Vorspeisenteller bekommt man von allem Leckeren etwas mit. Außerdem habe ich hier in der Gegend noch kein besseres Gyros gegessen.

  3. Danke für den Beitrag, es erinnert mich, dass ein Besuch vor Ort mal wieder fällig wird.