Der Wohnmobilstellplatz war 2021 neu in Betrieb genommen. Foto: Stadt GL

Zum Jahreswechsel werden in Bergisch Gladbach alle verfügbaren Unterkünfte für Flüchtlinge belegt sein, prognostiziert die Stadtverwaltung. Mittel- und langfristig ist ein Ausbau an mehreren Orten geplant. Für den kurzfristigen Bedarf will die Stadt 20 „Mobile Homes“ kaufen und schon im Januar auf dem Wohnmobilparkplatz am Kombibad Paffrath aufstellen.

Insgesamt 1557 Plätze für Flüchtlinge hat die Stadt Bergisch Gladbach im Bestand. Davon sind gerade noch 50 frei – und damit ziemlich rund so viele, wie der Stadt von der Bezirksregierung jeden Monat zugewiesen werden. Zur Jahreswende, so die Annahme der Stadtverwaltung, sind alle Kapazitäten erschöpft.

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Um die Verpflichtung zur Unterbringung weiter leisten zu können, ohne Turnhallen belegen zu müssen, hat die Verwaltung am Donnerstag dem Sozialausschuss eine bereits getroffene Dringlichkeitsentscheidung vorgelegt. Sie sieht vor, 20 mobile Unterkünfte zu kaufen und auf dem Wohnmobilstellplatz am Kombibad in Paffrath zu parken.

Diese Mobile Homes seien komplett ausgestattet, könnten auf dem befestigten Parkplatz an der Borngasse problemlos aufgestellt und an das vorhandene Versorgungsnetz angeschlossen werden, erläutert die Stadt. Sie bieten jeweils Platz für sechs Personen, insgesamt können also maximal 120 Personen am Kombibad untergebracht werden.

Nach Angaben der Stadt können die Mobile Homes bereits in der zweiten Januar-Hälfte geliefert und dann ab Februar belegt werden. Die Kosten kalkuliert die Verwaltung auf drei Millionen Euro.

Die Unterkünfte sollen längerfristig genutzt werden – und daher gekauft und nicht gemietet werden, teilte Fachbereichsleiterin Claudia Werker im Sozialausschuss mit.

Die Entscheidung über den Kauf war bereits vor einer Woche in Form einer Dringlichkeitsentscheidung der Stadtverwaltung in Übereinkunft mit der Ausschussvorsitzenden Gabriele von Berg (CDU) gefallen.

Am Donnerstag lag der Beschluss nun auch dem Sozialausschuss vor – der mit großer Mehrheit gegen die Stimmen von AfD und BM zustimmte.

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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  1. Schade,dass die Tinyhauses nur für Flüchtlinge gebaut werden, aber für viele Ältere, die diesen Traum gerne leben würden, keine Basisflächen geschaffen werden !!

    1. Wenn Sie Wohnungslos bzw. in Not sind (egal ob selbstverschuldet), finden wir für Sie auch eine Notunterkunft.
      Aber für die Verwirklichung Ihrer “Träume” im Alter, auf Basisflächen??, ist die Stadtgemeinschaft sicher nicht zuständig.

      1. Hallo Ulla,
        es geht vermutlich nicht darum, dass Christa Eck eine Basisfläche, d.h. ein Grundstück von der Stadt gestellt bekommen möchte.
        Dauerwohnen (und die Anmeldung eines Erstwohnsitzes) ist in solchen Tinyhäusern in der Regel nicht erlaubt – es sei denn, die Gemeinde hat im Bebauungsplan eine Wohnnutzung zugelassen.

      2. Nein, es geht darum, auf mehr oder weniger subtile Art die Botschaft zu streuen, Flüchtlinge würden etwas bekommen, was anderen vorenthalten wird. Also um Propaganda.

        Ich stimme ja selten dem chinesischen Präsidenten zu, aber kürzlich hat er etwas Kluges gesagt, das man gut auf das Neidgefühl beziehen kann, das solche Äußerungen auslösen sollen: „Wenn du die Lampe eines anderen ausbläst, dann leuchtet deine eigene deshalb nicht heller.“

      3. Hallo Drucker,
        ich glaube Christa Eck persönlich zu kennen. Und für diese mir bekannte Christa Eck kann ich ziemlich sicher sagen, dass das nicht ihr Anliegen war.

      4. Danke, das nehme ich zur Kenntnis, ich möchte ihr auch keine unlauteren Motive unterstellen. Die Äußerung hatte auf mich eben so gewirkt, vielleicht war sie auch einfach nur ungeschickt ausgedrückt. Wenn sie anders gemeint war, nehme ich alles zurück.

        Dann wäre aber auch eine Erläuterung dazu hilfreich, was tatsächlich das Ziel war, denn so richtig zum im Artikel geschilderten Sachverhalt passten ihre Feststellungen auch nicht.

      5. ANNO NÜM
        Natürlich posaunt nicht jeder offen hinaus, dass er sich selbst für wertvoller hält als andere Menschen. Oder für sich selbst eine Vorzugsbehandlung erwartet oder neidisch auf arme Menschen ist.
        Die ablehnende Einstellung gegenüber allen “nichtdeutschen” Menschen hält sich hartnäckig über Generationen hinweg, völkisches (Nazi) Gedankengut wurde/wird in vielen Familien sozusagen “konserviert” und weitergegeben.
        Und manipulierbare dumme oder neidische oder mit ihrer Lebenssituation unzufriedene Menschen, die sich für deren Zwecke/Ziel instrumentalisieren lassen, gibt es reichlich.

      6. Hallo Ulla, ich persönlich kann dem Kommentar von Christa Eck nicht das entnehmen, was Sie daraus lesen. Aber selbstverständlich kann ich es auch nicht vollständig ausschließen.
        Am einfachsten ist/wäre es, wenn Christa Eck sich selbst dazu äußert und erklärt.

      1. Gestern gab es im TV einen sehr guten Bericht über eine entstehende Tinyhaussiedlung. Die Bewohner (ältere Menschen) machen ihre bisher großen Wohnungen und Häuser frei und reduzieren sich und ihren Wohnraum.
        Er ist zu finden in der Mediathek unter:
        https://www.ardmediathek.de/video/doku-und-reportage/abenteuer-tiny-house-dorf-unser-neues-leben/swr/Y3JpZDovL3N3ci5kZS9hZXgvbzIyMjYzODc

        Ich möchte jedoch darauf hinweisen, dass diese Art des Wohnens natürlich nichts zu tun hat mit dem, wie Geflüchtete untergebracht werden. Für Geflüchtete (meist werden dort Familien unterkommen) sind diese Mobilheime jedoch eine Verbesserung im Vergleich zu den anderen Notunterkünften.

  2. Ganz toll was die Mobile Homes a nbetrifft. Es war alles schon mal da auf dem IGP – Gelände und wurde nach Abbau nach Polen verschoben. Wirklich toll. Aber die Stadt hats ja, die paar Mio. machen den Kohl auch nicht mehr fett. Man holt sich die Kohle über irgendwelche Erhöhungen von den Bürgern wieder rein, so einfach geht das. Hoch lebe die Politik,allen voran Herr Migenda.

  3. Ganz schön schlau so eine Stadt (Wohnmobilplatz der Stadt Bergisch Gladbach steht vor Schließung 2023,aus Kostengründen plant die Stadt Bergisch Gladbach die Schließung ihres Wohnmobilstellplatzes am Kombibad Paffrath.)

    1. Kein Mitleid. Wer sich unbedingt ein Wohnmobil kaufen will, soll vorher klären, dass er es abgestellt bekommt, ohne die Allgemeinheit damit zu belasten.

    2. Wie kann ein Wohnmobilstellplatz eigentlich ein Kostenfaktor sein? Müssten da nicht Einnahmen sprudeln?

      1. Weil hier ein Bürokratie-Monster geschaffen wurde. In anderen Städten sind das Selbstläufer.

        Übrigens: Die Buchungsseite ist noch aktiv und erweckt den Eindruck, dass der Platz noch aktiv ist. Noch Fragen?

  4. Keine sehr ideale Lösung, aber auf die Schnelle geht es wohl nicht anders. Vielleicht sollte noch einmal über eine dauerhafte Überbauung eines Teils des Parkplatzes nachgedacht werden, ggf. in Stelzenbauweise mit Parkplätzen drunter?
    Das Wort “Mobilheime” habe ich noch nie gehört, kann mir darunter nur vage etwas vorstellen. Große Wohnwagen?

  5. Mehr als einmal wurde in diesem Medium zum Thema “Flüchtlingsunterkunft” darauf hingewiesen, dass der Haushalt für Kita-Bau, Schulsanierung und Erweiterung gut gefüllt ist, die vorgesehenen Gelder auch entsprechend Verwendung finden sollen. Ein Nachtragshaushalt soll die Kosten für die neuen Flüchtlings-Unterkünfte abbilden.

    https://in-gl.de/2024/11/12/stadt-bergisch-gladbach-macht-sich-mit-nachdruck-fuer-fluechtlingsheim-am-stadion-stark/

  6. Meiner Meinung nach eine gute Lösung. Das Gelände ist vorhanden, die Erschließung ist soweit vorhanden, es ist ein langfristiges Projekt und die Kosten sind überschaubar. Eine Turnhallenbelegung wäre ungünstiger und auf Dauer sicher auch teurer, inkl. der später notwendigen Sanierung. Die Bezeichnung “Mobile Homes” irritiert mich jedoch. Handelt es sich dabei um Wohncontainer oder um etwas ähnliches wie diese sehr großen “Standwohnwagen”?

  7. Es ist wirklich interessant wie schnell für Flüchtlingsunterkünfte gesorgt wird und wie lange es dauert, neue Kitas und Schulen zu bauen. Unsere Kinder sind unsere Zukunft.

    1. Es ist wirklich interessant, wie immer wieder bei Unterkünften für Geflüchtete reflexartig und wenig differenziert versucht wird, wichtige Infrastrukturprojekte gegeneinander auszuspielen.

      Die letzten beiden Schulerweiterungen “Sofort-Schulen” haben gerade einmal jeweils gut ein Jahr gedauert.
      https://in-gl.de/2023/08/08/tempo-qualitaet-kosten-was-man-ueber-die-neuen-sofort-schulen-wissen-muss/

      Verzögerungen bei den aktuell zahlreich geplanten KiTas sind hier erläutert:
      https://in-gl.de/2024/10/18/kita-ausbau-in-bergisch-gladbach-kommt-deutlich-langsamer-voran-als-geplant/

      Es macht eben einen gravierenden Unterschied, ob ein riesiges Bestandgebäude wie z.B. die IGP saniert werden muss oder eben nur ein Klassengebäude errichten oder gar fertige “Mobile Homes” – Container lediglich beschafft und aufgestellt werden müssen. Zumal auf dem Wohnmobilparkplatz alle Voraussetzungen (Nutzungsrecht, Fundamente, Strom/Wasser, etc.) bereits vorliegen.

      1. Wirklich interessant ist, das immer wieder um die “beste Lösung” für die sekundären Probleme gesucht wird, während man versucht die primären Ursachen unter den Teppich zu kehren. Das wird nicht mehr lange gut gehen, denn spätestens im April 2025 ist die Unterkunft auf dem Wohnmobilstellplatz am Schwimmbad ausgereizt. Was dann? Wenn es sie bis dahin geben sollte, wäre die Unterkunft auf dem Ascheplatz an der Flora bis September voll. Was dann? Der nächste Parkplatz, Gebäude und Freiflächen auf dem Zandersgelände, der Ascheplatz an der IGP… ???

    2. Hallo Monika A.,
      welche Alternative schlagen Sie vor zur Unterbringung der Flüchtlinge?
      Ich finde die Idee mit den Mobilhomes sehr gut und auch denn Platz in Paffrath auf der Fläche, die bisher für Wohnmobilisten vorgesehen war.

    3. Tja, das liegt wohl daran, dass der Bau von Schulen und Kitas verhandelbar ist und auf Flüchtlingsunterkünfte ein “Rechtsanspruch” besteht. Bei knappen bzw. leeren Kassen wird also vorrangig das gemacht, was man machen muss, um eine Strafe zu vermeiden. Der Satz “Unsere Kinder sind unsere Zukunft” stammt aus einer längst vergangen Zeit und ist falsch. Wir und jetzt sind verantwortlich für unsere eigene und die Zukunft unserer Kinder !!!