Die Stadtverwaltung stellt sich auf die Zuweisung vieler weiterer Flüchtlinge ein und will die Unterkünfte an mehreren Stellen ausbauen. Das Projekt auf dem Ascheplatz ist dabei das mit Abstand größte – und heftig umstritten. Nach Abwägung der Alternativen hält die Stadt dennoch daran fest. Dafür will Bürgermeister Frank Stein jetzt Mittel in den Nachtragshaushalt einstellen, um einen bösen Eindruck zu vermeiden.

Für die aktuellen Sitzungen der Fachausschüsse hat die Stadtverwaltung einen „Grundsatzbeschluss zur Errichtung einer Flüchtlingsunterkunft auf dem Ascheplatz an der Paffrather Straße“ vorbereitet. Wer die neunseitige Vorlage genau liest, stößt dabei auf weitere Vorhaben und Optionen – und auf die feste Überzeugung der Verwaltung, dass große Projekt auf dem Ascheplatz durchsetzen zu müssen.

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Dass es dringend notwendig ist, die bestehenden und weitgehend ausgelasteten Unterbringungskapazitäten der Stadt (gut 1500 Plätze) weiter auszubauen, begründet die Stadt mit den einschlägigen Quoten zur Verteilung der Menschen auf die Kommunen.

Auf dem Papier weist die Stadt ein Defizit von rund 500 Personen aus. Zuletzt hatte die Bezirksregierung mit 40 bis 50 Menschen pro Monat wieder deutlich mehr als zuvor der Stadt Bergisch Gladbach zugewiesen – die zur Unterbringung verpflichtet ist. Damit droht kurzfristig die Belegung von Turnhallen.

Zusammenfassung: Das Wichtigste in sechs Punkten
  • Die Stadt plant den Ausbau von Unterkünften für Flüchtlinge und hält trotz Kritik an dem umstrittenen Bauprojekt auf dem Ascheplatz fest. Bürgermeister Stein will dafür Mittel im Nachtragshaushalt sichern, um Missverständnissen vorzubeugen.
  • Ein Grundsatzbeschluss zur Errichtung der Unterkunft auf dem Ascheplatz wurde vorbereitet, der auch Alternativen und dringende Erweiterungsnotwendigkeiten aufgrund eines Defizits an Unterbringungsplätzen (ca. 500 Personen) darlegt.
  • Die Stadt plant zudem, die Hermann-Löns-Hallen von 100 auf 150 Plätze auszubauen und eine zusätzliche Unterkunft mit 32 Plätzen in Betrieb zu nehmen, um eine Belegung von Turnhallen zu vermeiden. Eine weitere Unterkunft ist in Planung, Details dazu werden noch nicht verraten.
  • Alternative Standorte wurden geprüft, darunter das Musculus-Grundstück in Bensberg, das jedoch hohe Kosten und eine längere Genehmigungszeit erfordert und maximal drei Jahre genutzt werden kann. Die Stadt favorisiert daher den Ascheplatz aufgrund der schnelleren Umsetzbarkeit und der zentralen Lage.
  • Der Bau auf dem Ascheplatz birgt technische Herausforderungen durch Altlasten. Geplant ist eine dauerhafte Unterkunft für bis zu 240 Menschen in zweigeschossigen Modulbauten für mindestens 14 Millionen Euro.
  • Bei Zustimmung der Politik könnte der Bau im ersten Quartal 2025 starten. Die Stadtverwaltung sieht in der Lösung auf dem Ascheplatz eine nachhaltigere Alternative zu kurzfristigen Maßnahmen und bekräftigt, dass ohne die Erweiterung Turnhallen zur Unterbringung genutzt werden müssten.

Hinweis der Redaktion: Diese Zusammenfassung wurde mit Hilfe von ChatGPT erstellt, aber von der Redaktion auf Richtigkeit geprüft.

Geheimnisvolle kurzfristige Option

Um die Turnhallen für Schulen und Vereine kurzfristig frei zu halten, hat die Stadtverwaltung offenbar noch einen Trumpf in der Hand: Es werde „die Umsetzung einer anderen Unterbringungsmöglichkeit angestrebt“, heißt es etwas ominös in der Vorlage.

Details könne man nicht offenlegen, bevor letzte Fragen geklärt sind, heißt es auf Nachfrage. Worum es geht, das wird die Stadt demnach erst in der Sitzung am Donnerstag in Form einer Tischvorlage bekannt geben.

Die Hermann-Löns-Hallen sind im März 2022 kurzfristig für die Aufnahme von Flüchtlingen eingerichtet worden. Thomas Merkenich

Mittelfristige Erweiterungen

In einem mittelfristigen Schritt sollen zudem die ehemaligen Belkaw-Hallen in Gronau, die sogenannten Hermann-Löns-Hallen, von derzeit 100 auf 150 Plätze ausgebaut werden.

Die Hallen sind derzeit mit 97 Personen „anderer Nationen“ voll belegt, obwohl sie zunächst nur als Erstaufnahmestelle für die kurzfristige Unterbringung von Flüchtlingen aus der Ukraine gedacht waren. Zudem ist offen, wie lange die Stadt diese Hallen noch nutzen kann.

Die Vorlage erwähnt zudem ein „Mietobjekt für weitere 32 Plätze“, das noch in diesem Jahr in Betrieb genommen werden solle; die Stadt macht aber auch auf Nachfrage dazu keine weiteren Angaben.

Zufahrt zum Ascheplatz am Station von der Paffrather Straße. Er wird derzeit als Parkplatz genutzt. Foto: Redaktion

Eine große, dauerhafte Unterkunft

Über diese einzelnen, eher kleinen Schritte hinaus hält die Stadtverwaltung daran fest, sich mit einer großen, dauerhaften Unterkunft Luft bei der Unterbringung von Flüchtlingen zu verschaffen. Und zwar auf dem Ascheplatz am Stadion.

Allerdings muss sie dabei mit Kritik in der Bevölkerung, bei der Anwohnerschaft, betroffenen Vereinen und wohl auch innerhalb des Stadtrats rechnen – und ist darauf offenbar auch vorbereitet.

Der Stadtsportverband, der rund 70 Sportvereine vertritt, hat sich bereits eindeutig dagegen positioniert, den Ascheplatz auf immer der sportlichen Nutzung zu entziehen.

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Sportverband lehnt Bebauung des Ascheplatzes ab

Bergisch Gladbachs Bevölkerung wächst, der für den Sport zur Verfügung stehende Platz schrumpft massiv. Vor diesem Hintergrund argumentiert der Stadtsportverband gegen die Pläne der Stadt, den alten Ascheplatz an der Paffrather Straße dauerhaft mit einer Unterkunft für Flüchtlinge zu bebauen – und kritisiert den Umgang mit dem Sport ganz grundsätzlich.

Bürgermeister stellt Finanzierung klar

Eine weitere offene Flanke für Kritik hat die Stadt mit ihren Finanzierungs-Vorschlägen geöffnet. Die Investitionen in Höhe von mindestens 14 Millionen Euro könnten laut Vorlage zunächst aus Mitteln bestritten werden, die eigentlich in 2024 und 2025 für Schulbaumaßnahmen vorgesehen waren, aufgrund von Verzögerungen aber nicht abgerufen werden können. Diese Töpfe müssten jedoch 2026 durch andere Haushaltsmittel wieder aufgestockt werden.

Ein Vorschlag, der bei der FWG (und offenbar auch anderen Fraktionen) auf Kritik gestoßen war.

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FWG protestiert gegen Umleitung von Schulbau-Geld

Die Stadt hält am Bau einer großen Flüchtlingsunterkunft auf dem alten Ascheplatz an der Paffrather Straße fest. Nach einer Sanierung der Altlasten sollen 14 Millionen Euro investiert werden – aus Mitteln, die für den Schulbau vorgesehen sind, aber noch nicht abgerufen werden. Dagegen protestiert die FWG energisch. Sie fordert mehr Geld vom Land und mehr Spardisziplin bei „Leuchtturmprojekten“.

Am Montagabend griff Bürgermeister Frank Stein in die Debatte hinter den Kulissen ein und verschickte eine persönliche Mitteilung an die Mitglieder des Stadtrats: Es sei nie beabsichtigt gewesen, die Flüchtlingsunterkunft zulasten des Schulbaus zu finanzieren.

Die Erklärung von Bürgermeister Frank Stein im Wortlauf

„Im Zusammenhang mit der Vorlage 0604/2024 wurde aus dem politischen Raum die Sorge geäußert, dass die Finanzierung der vorgeschlagenen Flüchtlingsunterkunft zulasten des Schulbaus gehen könnte. Dies war und ist nicht die Absicht der Verwaltung.

Um dies ohne jeden fachlichen oder politischen Interpretationsspielraum verbindlich in der Finanzplanung abzubilden, habe ich gemeinsam mit Stadtkämmerer Thore Eggert veranlasst, dass die Finanzierung des Projektes nicht im „leihweisen“ Rück – und Vorweggriff aus dem Sammelposten ISEP erfolgt, sondern im Rahmen des Nachtragshaushaltes 2025 als zusätzlicher kreditfinanzierter investiver Mittelbedarf im Kontext Flüchtlingsunterbringung abgebildet wird.

Diese Mittel werden unmittelbar nach Wirksamwerden des Nachtragshaushaltes 2025 zur Verfügung stehen. Für den geplanten Projektverlauf stellt dies keine gravierende Beeinträchtigungen dar. 

Um das „ohne jeden fachlichen oder politischen Interpretationsspielraum“ klar zu stellen, habe er veranlasst, dass die Maßnahme über einen eigenen Titel im Nachtragshaushalt aufgenommen wird. Als „zusätzlicher kreditfinanzierter investiver Mittelbedarf“.

Bürgermeister Frank Stein. Foto: Thomas Merkenich

15 Grundstücke und Mietobjekte geprüft

Im Vorgriff auf weitere Kritik am Standort und in der Erwartung, dass nun wieder viele Vorschläge für andere angeblich geeignete Flächen kommen werden, hatte die Stadt nach eigenen Angaben alle potenziellen Grundstücke und Mietobjekte im Stadtgebiet erneut geprüft.

Dabei hat sie vor allem das sogenannte „Musculus-Grundstück“, ein städtisches Areal mit 3335 Quadratmeter Fläche am Rand von Bensberg an der Overather Straße, ein weiteres Mal unter die Lupe genommen. Als potenzielle, aber nur temporäre Alternative zum Ascheplatz.

Dieses Grundstück liege zwar im Außenbereich, könnte mit Hilfe einer Ausnahmeregel braurechtlich dennoch für bis zu 51 Wohncontainer und 102 Menschen genutzt werden – befristet auf drei Jahre.

Neben den Kosten für die Container (4,2 Millionen Euro) würde die Erschließung des Grundstücks weitere sechs Millionen Euro kosten. Aufgrund der Genehmigungsverfahren würden Planung und Umsetzung zwei bis drei Jahre benötigen, prognostiziert die Stadt.

Zudem wird weiterhin als problematisch gesehen, dass der Wohnpark Bensberg als „sehr verdichtete und belastete Wohnsiedlung“ direkt nebenan liegt.

An den Rändern ist der Sportplatz noch als solcher erkennbar.

Also doch auf den Ascheplatz?

Stattdessen will die Verwaltung die 7900 Quadratmeter große Fläche des Ascheplatzes am Stadion in Anspruch nehmen. Mitten in der Stadt besteht hier ein Baurecht nach § 34 Baugesetzbuch, auf langwierige formale Planverfahren kann verzichtet werden. Im Gegensatz zum Musculus-Grundstück handele es sich „um eine gut integrierte Fläche unweit der Stadtmitte“, so die Vorlage.

Die Stadt räumt aber ein, dass das Grundstück „geotechnisch und umwelttechnisch nicht unproblematisch“ ist – denn es liegt auf zwei Altlastenflächen: Ehemalige Steinbrüche, die zwischen 1958 und 1969 mit Papierschlämmen und Hausmüll verfüllt worden waren. Das hatte schon beim Bau der benachbarten Feuerwache zu Schwierigkeiten und zu Verwerfungen der benachbarten Straßen geführt.

Zudem ist der Belag des Aschenplatzes mit Dioxin hochbelastet. Statt ihn aufwendig abzutragen, will ihn die Stadt mit einer meterdicken Tragschicht abdecken und überbauen – dazu gibt es eine eigene Beschlussvorlage und eine Kostenschätzung von 700.000 Euro. Damit das Gebäude nicht absackt, soll es auf „nachjustierbare“ Fundamente gestellt werden.

Die dauerhafte Flüchtllingsunterkunft soll aus Modulen zusammengebaut werden – wie hier bei der Sofortschule in Hebborn. Foto: Thomas Merkenich

Platz für 240 Menschen

Dann könnten hier, so die Stadt, Modulbauten für eine dauerhafte Nutzung von bis zu 240 Menschen errichtet werden. Von den derzeit 250 provisorischen Stellplätzen für Autos, die v.a. während Sportveranstaltungen genutzt werden, könnten 40 erhalten bleiben.

In unmittelbarer Nähe gebe es jedoch weitere Stellplätze, die bei Großveranstaltungen genutzt werden könnten, schreibt die Stadt ohne eine genaue Verortung. Zudem lägen der S-Bahnhof und Bushaltestellen in unmittelbarer Nähe, Sportfans könnten also auch mit dem ÖPNV anreisen.

Sollten die Modulbauten in Zukunft nicht mehr für Flüchtlinge benötigt werden, könnten sie auch für normale Wohnzwecke eingesetzt werden. Die Errichtung einer temporären Unterkunft sei angesichts der Kosten nicht effizient.

Die Stadt geht von einer zweigeschossigen Bauweise aus (nicht höher, um die Kaltluftschneise nicht zu beeinträchtigen und nicht im Boden zu versinken). Die Gesamtkosten veranschlagt sie in einer „ersten Grobschätzung“ mit 14 Millionen Euro. Es könnten aber auch bis zu 30 Prozent mehr werden.

Bei einem politischen Beschluss hofft die Verwaltung, im ersten Quartal 2025 mit der Sanierung beginnen und den Rohbau bis Mitte 2026 abschließen zu können.

Zum Schluss der Vorlage stellt die Stadtverwaltung die Projekte „Paffrather Straße“ in der Innenstadt und „Overather Straße“ am Stadtrand in einer Tabelle gegenüber:

Damit untermauert sie die Empfehlung, die neue große Unterkunft in der Innenstadt zu bauen und nicht etwa am Rande von Bensberg. Abzuwarten sei keine wirkliche Option – weil man dann doch wieder bei der Zweckentfremdung von Turnhallen landen werde.

Dokumentation

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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  1. Für mich als Christen ist die Hilfe für Menschen in Not selbstverständlich. Ob die Ursachen für eine Flucht zu uns Krieg, Armut oder Umweltkatastrophen sind. Und zwar -natürlich- ohne “Obergrenze”, da gibt es kein Überlegen. Eine Stadt sollte die Kapazitäten dafür stemmen können. Die Fläche ist logistisch dafür gut geeignet.

  2. Als CDU-Mitglied bin ich entsetzt, wie weit die Politik von den Realitäten und Einstellungen der Bürger entfernt ist, sondern Dogmatik und Idealismus zum Maxim der Entscheidungen macht. Wenn man so weiter vorgeht, dann ist der komplette Wahnsinn nicht mehr zu bezahlen und man darf sich nicht wundern, wenn die AfD stärker und stärker wird. Das ist eine zwangsläufige Folge der Fehleinschätzungen der etablierten Parteien, die auf beiden Augen blind sind.

    1. Man sollte nur konsequenter Steuerbetrug verfolgen anstatt den Ärmsten das Bürgergeld zu streichen.

      Zitat »Steuerbetrug verursacht schätzungsweise jährlich bundesweit einen Schaden von 50 Milliarden Euro. Geld, das für Investitionen in gute Bildung, Infrastruktur und Sicherheit fehlt, weil Einzelne sich auf Kosten der Allgemeinheit bereichern.«

      https://www.steuertipps.de/finanzamt-formalitaeten/steuerhinterziehung-meldung-von-steuerbetrug-ist-kein-verrat

    2. Man darf sich allerdings auch nicht wundern, dass die AfD stärker wird, wenn man ihr ständig nach dem Mund redet.

  3. …ach, sorry verschusselt… kann eine Integration /Betreuung durch Personal im Bereich der Sozialpädagogik (Personalnot), durch die Stadt gewährleistet werden. HiOrgs und Ehrenamt (Personal) ist end!lich!

  4. ..m.E. sollte zunächst die Infrastruktur (Kitas/ Schulen) ausgebaut werden…. überfüllte Kitas (Rechtsanspruch), mit Personalmangel, Räume,….marode Schulen (OGS Betreuung) im Stadtgebiet führen nicht zur Integration,…egal in welchem Stadtteil.
    Schlimmstenfall kommt es zu einer parallel Gesellschaft.
    Die Stadt ist am Limit, wenn die Stadt eine rechtliche Verpflichtung hat, dann auch gegenüber ALLEN Bürgern!!! der Stadt Bergisch Gladbach.
    Hier ist auch eine politische Klarheit, bzw. Statement durch den Landrat einzufordern.
    Abgesehen davon, dass eine dauerhafte Unterbringung angestrebt wird…. wie sicher ist eine mit Altlasten dekontamierte Fläche für Menschen, die darauf wohnen sollen, selbst wenn sie “versiegelt” wird?

    1. Anscheinend ist es noch nicht überall durchgedrungen: Die Schulsanierungen stocken nicht deshalb, weil das Geld für die Unterkünfte verwendet wird, sondern es gibt bei den Schulen einen Planungsstau, das Geld wird aus dem laufenden Haushalt nicht abgerufen und kann deshalb für die Unterkünfte verwendet werden. Es würde so oder so erst aus dem nächsten Haushalt für die Schulen verwendet.

      Deshalb stellt sich die Frage nach dem „zunächst sollte“ nicht.

      1. Es geht nicht um Sanierungen? Warum kommen Sie dann mit „marode Schulen“?

        Das spielt aber auch keine Rolle: Die im laufenden Haushalt eingestellten Mittel für diesen Sektor liegen brach und können anderweitig verwendet werden, da die durchaus schon angestoßenen und genehmigten Kita- und Schul-Projekte nicht so schnell vorangekommen sind, dass das Geld jetzt schon dafür gebraucht würde. Stattdessen fließen die Mittel in eine andere Aufgabe, zu der die Stadt rechtlich verpflichtet ist.

        Sie liegen also sachlich daneben, wenn Sie Schüler und Kindergartenkinder gegen Flüchtlinge ausspielen wollen.

    2. Eine Großstadt ist in der Lage (oder sollte das zumindest sein), sich um mehrere Dinge gleichzeitig zu kümmern. Die Sanierung bzw. Neubau von Schulen und Kitas ist genauso notwendig wie die Unterbringung von Geflüchteten, und da unterschiedliche Abteilungen bzw. die Schulbau-GmbH dafür zuständig sind, machen sie sich keine Konkurrenz.
      Gerade die Sanierung vorhandener Infrastruktur ist nie ‘fertig’. Würde man ernsthaft versuchen, ‘zunächst’ alles instandzusetzen, würde niemals auch nur ein einziges neues Gebäude (oder Straße, Haltestelle, Park…) errichtet.

  5. Ich finde das Thema sehr schwierig, auch im Hinblick auf mögliche zukünftige bundespolitische Veränderungen. Bergisch Gladbach ist verpflichtet Unterkünfte gemäß der jeweiligen Quote zur Verfügung zu stellen. Wenn tatsächlich monatlich 40 oder mehr Menschen hinzukommen, wird es nicht ohne zusätzliche Unterkünfte funktionieren. Ich halte es für sinnvoller eine dauerhafte Bebauung mit einer Unterbringungskapazität für ca. 240 Personen anzustreben, als eine zeitlich begrenzte Unterbringung für etwa 100 Personen. Selbst wenn die Hermann-Löns-Hallen von 100 auf 150 Plätze ausgebaut werden und ggfs. 32 Plätze in einem Mietobjekt zur Verfügung stehen werden, würde das ja nur den Zuzug von etwa 2 Monaten auffangen. Eine Belegung von Turnhallen sehe ich als nicht sinnvoll an, zum einen fehlen diese dann im Vereins- und Schulsport, zum anderen bringt natürlich auch das hohe Betriebs- und spätere Sanierungskosten mit sich. Dann lieber direkt richtig bauen, im Hinblick auf eine möglichst lange Nutzungszeit und – optimistisch gedacht – eine spätere Nutzung als Wohnraum.
    Dennoch sind die angestrebten 240 Plätze sind eigentlich „nur ein Tropfen auf den heißen Stein“. Ausgehend von 40 Personen im Monat wären sie in 6 Monaten belegt. Was dann, wenn diese Plätze voll sind und vor allem wo? Die Kosten für die Aufnahme von geflücheten Menschen werden trotz des Neubaus durch weiterhin zusätzlichen Platzbedarf immer weiter steigen. Wenn man von einer fristgerechten Fertigstellung des Rohbaus bis Mitte 2026 ausgeht, wird es noch rund 2 Jahre dauern, bis diese Plätze überhaupt zur Verfügung stehen. Wo werden die hinzukommenden Menschen bis dahin untergebracht? Ausgehend von 40 Personen im Monat auf 24 Monate müssten während dieses Zeitraumes fast 1000 Menschen untergebracht werden. Wird man dann nicht trotzdem auf Turnhallen zurückgreifen müssen?
    Gibt es Zahlen, wie viele geflüchtete Menschen Bergisch Gladbach „regelmäßig“ wieder verlassen, z.B. durch Rückführungen und wie viele geflüchtete Menschen „regelmäßig“ in privaten Wohnraum umziehen? Stehen einer Zuweisung von monatlich 40-50 Menschen möglicherweise z.B. 20 Menschen gegenüber, die die Flüchtlingseinrichtungen verlassen, so dass ein tatsächlicher Platzbedarf für 20-30 Menschen/Monat vorliegt?
    Wie wirken sich die hohen Zuzugszahlen auf den allgemein sehr angespannten Wohnungsmarkt aus? Gerade Wohnungen im unteren Preissegment sind kaum vorhanden, es gibt immer mehr Pendler aus Köln, die sich die dortigen Mietpreise nicht mehr leisten können und ins Umland ausweichen, es besteht ein hoher Bedarf an Sozialwohnungen der auch längerfristig nicht mal annähernd ausreichend sein wird. Das sorgt für Spannungen und Fremdenfeindlichkeit, wenn der ohnehin kaum vorhandene Wohnraum durch immer mehr Wohnungssuchende noch knapper wird.
    Wie hoch werden die Baukosten wohl tatsächlich werden? Die angesprochene mögliche Verteuerung von 30 % erscheint mir sehr optimistisch. Die erwähnte Finanzierung durch nicht genutzte Mittel des Schulbaus hat Vor- und Nachteile. Es ist grundsätzlich ein gewisser Etat sofort verfügbar, dennoch muss der Etat zeitnah auch wieder aufgefüllt werden, da der Sanierungsstau der Schulen sehr hoch ist und die bisherigen Mittel dafür vermutlich allgemein nicht ausreichen. Am Ende zahlt der Bürger, die Grundsteuer wird vermutlich auch wieder dafür herhalten müssen und diese wird für sehr viele Menschen in Bergisch Gladbach ab 2025 sowieso schon sehr deutlich höher ausfallen als zuvor. Die finanziellen Belastungen für den Bürger sind schon jetzt sehr hoch, steigen immer weiter und auch das sorgt für Unmut.
    Es ist die Rede davon, dass die belastete Fläche einfach mit einer dicken Schicht abgedeckt wird und dass nachjustierbare Fundamente verwendet werden sollen. Ich könnte mir vorstellen (Erosionen usw), dass die Fläche dennoch belastet bleibt und dies hohe Folgekosten nach sich zieht, z.B. einer späteren doch notwendigen Abtragung, ebenso werden mögliche Nachjustierungen zu Kosten führen, möglicherweise kommt es zu Bauwerksschäden usw.
    Gibt es perspektivisch die Möglichkeit, auch die angesprochenen Flächen an der S-Bahn, im Zanders-Areal oder am Kombibad für Unterkünfte zu nutzen?
    Und eine vermutlich sehr naive Frage – warum besteht nicht die Möglichkeit Grundstücke so umzuwidmen, dass sie ohne jahrelange Verfahren für eine Wohnbebauung genutzt werden können? Für mich ist unverständlich, warum Gesetzgebungen den Handlungsspielraum von Städten und Gemeinden so einengen, dass sie sich selber fesseln. Es ist für mich nicht verständlich, dass es Flächen gibt, die man erschließen könnte (Bockenberg) und gleichzeitig festgelegt ist „aber nur mit Containern und nur für 3 Jahre“. Den Hinweis auf den Wohnpark Bensberg als „sehr verdichtete und belastete Wohnsiedlung“ finde ich ebenfalls seltsam. Es gibt dort eine gute ÖPNV-Anbindung, ebenso ist alles Wichtige inkl. Einzelhandel und medizinischer Versorgung fußläufig erreichbar. Es macht kaum einen Unterschied, ob dort 100 Menschen mehr oder weniger wohnen, diese Schwankungen werden sich allgemein schon durch Zuzug und Wegzug der vorhandenen gut 950 Wohnungen im Wohnpark ergeben.
    Bezogen darauf, dass diese Fläche am Stadion grundsätzlich zur Verfügung steht und bebaut werden kann, frage ich mich, warum man diese Fläche nicht schon viel früher als mögliche Fläche für den Bau einer weiteren Kita in Betracht gezogen hat. Auch diesbezüglich ist in Bergisch Gladbach ein hoher Bedarf gegeben, vor allem wenn Bergisch Gladbach perspektivisch um viele Einwohner wachsen wird. Mein Eindruck ist, dass man eigentlich immer nur hinterher arbeitet und Lücken stopft, anstatt den Bedarf rechtzeitig zu berücksichtigen.
    Die Einwände des Stadtsportverbands mit dem Schrumpfen der Flächen für den Außensport in Verbindung mit wachsenden Einwohnerzahlen ist für mich nur teilweise nachvollziehbar. Ist es denn zum derzeitigen Zeitpunkt tatsächlich so, dass es durch die nicht mehr vorhandenen Flächen zu Einschränkungen für z.B. Vereine kam? Wie und durch wen würde die, auf 15 Jahre gesehene, notwendige zusätzliche Gesamtfläche von 60000 qm genutzt – ist dieser Bedarf wirklich so hoch? Wenn in Bergisch Gladbach tatsächlich viel zu wenig Sportflächen zur Verfügung stehen, warum hat man dann eine Sanierung des Ascheplatzes nicht längst durchgeführt um den Bedarf an Sportflächen wieder aufzustocken, scheinbar ging es ja seit Jahren ohne diese Fläche?

    1. Die angesprochene Bockenberg-Fläche liegt weit außerhalb der Innenstadt. Es gibt zwei Supermärkte, das stimmt, aber sonst nichts. Der Integration der Neuankommenden wäre eine Unterbringung ‘jottwede’ nicht gerade förderlich – von den technischen und juristischen Hürden, die einen Bau deutlich verzögern würden, ganz zu schweigen.

      An Kita-Plätzen mangelt es vor allem in Bensberg und Schildgen, soweit ich mich erinnere. Den dortigen Familien würde eine neue Kita auf dem Ascheplatz herzlich wenig bringen. Auch ist die Fläche viel zu groß und fußläufig schlecht erreichbar (breite Straße).

      Was die technischen Schwierigkeiten angeht (Altlasten, unsicherer Untergrund), würde ich mangels eigener Expertise den Gutachtern vertrauen und hoffen, dass die Probleme ‘lösbar’ sind. Sie stellen zu Recht fest, dass die Fertigstellung einige Zeit dauern wird (Mitte 2026?) und bis dahin zahlreiche Menschen untergebracht werden müssen. Ist das nicht umso mehr ein Grund, zügig mit der Planung neuer dauerhafter Unterkünfte zu beginnen und sich *gleichzeitig* nach kurzfristig nutzbaren Alternativen umzusehen?

      1. Oder dafür zu sorgen, dass die, die eigentlich gehen müssten, auch gehen, damit die Kapazitäten für neue frei werden?

      2. Dafür wird die Stadt nicht sorgen können. Aber eine konsistente Einwanderungspolitik mit klaren Regeln und kurzen Entscheidungswegen wäre schon was – das sollte eine der priorisierten Aufgaben der kommenden Bundesregierung sein.

      3. U. Kleinert – Wenn die Bockenberg-Fläche weit außerhalb der Innenstadt liegt, warum wird sie dann im Text trotzdem mit dem Wohnpark in Zusammenhang gebracht und was heißt in diesem Zusammenhang überhaupt “belastet”? (“Zudem wird weiterhin als problematisch gesehen, dass der Wohnpark Bensberg als „sehr verdichtete und belastete Wohnsiedlung“ direkt nebenan liegt.”) Ich sehe kein Problem darin, Menschen dezentral unterzubringen, gerade da ein ÖPNV zur Verfügung steht. Warum sollte das der Integration entgegenstehen? Die juristischen Hürden schafft sich “der Staat” selber. Alles dauert unendlich lange, weil Paragraph x oder y oder zy sagt “geht nicht” und immer neue Auflagen geschaffen werden. Ein Gelände als grundsätzlich bebauungsfähig anzusehen und gleichzeitig zu sagen “aber nur mit Containern und nur für 3 Jahre” widerspricht jeder Logik. Das legt lediglich irgendein Gesetz so fest. Warum sollte ein Container oder ein Gebäude in Modulbauweise nicht auch 4 oder 5 oder 10 Jahre dort stehen können?
        “An Kita-Plätzen mangelt es vor allem in Bensberg und Schildgen, soweit ich mich erinnere. Den dortigen Familien würde eine neue Kita auf dem Ascheplatz herzlich wenig bringen. Auch ist die Fläche viel zu groß und fußläufig schlecht erreichbar (breite Straße).”
        Man könnte, rein theoretisch, auch große Kitas bauen. Nach wie vor gibt es zu wenig Kita-Plätze und die Situation wird sich mit wachsenden Einwohnerzahlen nicht verbessern. Fußläufig schlecht erreichbar – seltsam. Es gibt einen Fußweg, es gibt Straßen, Parkmöglichkeiten und ÖPNV und für Stadionbesucher gilt die gleiche Fläche als gut erreichbar, für Flüchtlinge als zentral und nahe der Innenstadt, für Kita-Eltern aber nicht? Wer einen Kita-Platz einklagt, bekommt (vielleicht) auch einen und der liegt nicht zwangsläufig 500 Meter von der eigenen Haustüre entfernt sondern sogar oft noch deutlich weiter weg.
        Bzgl. Altlasten, natürlich muss man den Experten vertrauen. Mein Vertrauen ist da allerdings eingeschränkt. Eine Sanierung des Platzes wäre für die Umwelt sicher besser, so deckt man “das Zeug” einfach zu. Ich glaube kaum, dass man als privater Bauherr so handeln dürfte. Und es zeigt sich immer wieder, dass das, was geschehen könnte, in weiter Zukunft liegt, so mögliche Folgen/Folgekosten nicht mitgeplant werden und sich um die jeweilige Problematik dann später andere kümmern können.
        “Ist das nicht umso mehr ein Grund, zügig mit der Planung neuer dauerhafter Unterkünfte zu beginnen und sich *gleichzeitig* nach kurzfristig nutzbaren Alternativen umzusehen?”
        Es hätte vor Jahren mit den Planungen neuer Unterkünfte begonnen werden müssen, nicht erst dann, wenn es eigentlich schon viel zu spät ist. Wenn man nun z.B. vorübergehend doch Turnhallen belegen müsste, wäre das vermeidbar, wenn früher geplant worden wäre. Es wird immer erst geplant und versucht so schnell wie möglich etwas zu ändern bzw. zu entlasten/bauen, wenn es eigentlich viel zu spät ist. Z.B. Kita – die Plätze reichen “jetzt” mit den neuen Kitas knapp aus, in wenigen Jahren stellt man fest “viel zu wenig, hoher Bedarf, dringend”, aber das konnte ja scheinbar niemand ahnen, also wird dann wieder beraten und beraten und beraten um irgendwann zu bauen, um die Platznot gerade so eben in den Griff zu bekommen. Warum nicht vorab, so dass diese Situationen nicht entstehen? Man weiß seit Jahren, dass weitere Flüchtlinge kommen, warum wurde das Projekt nicht Jahre zuvor in Angriff genommen, so dass jetzt (nicht erst Ende 2026) diese Plätze auch zur Verfügung stehen?

      4. Schauen Sie doch einfach auf den Stadtplan, um zu sehen, dass die Fläche weit außerhalb liegt. Größere, mehrstöckige Gebäude “auf der grünen Wiese” am Stadtrand sind keine sinnvolle Stadtplanung, weder ökologisch noch sozial.
        Ja, es hätte früher geplant werden können oder sollen. Vor ein paar Jahren war die Hoffnung, dass die Sammelunterkünfte nicht mehr benötigt werden und sukzessive abgebaut werden können. Das hat sich als Fehleinschätzung erwiesen, so dass jetzt auf die Tube gedrückt werden muss.

        Ähnliches gilt für den Kita- und Schulbau, der viele Jahre lang verschlafen wurde (was mensch kaum der heutigen Verwaltung anlasten kann). Es stand sogar mal zur Diskussion, eine Grundschule zu schließen, weil es zeitweise weniger Kinder gab… Nun werden 4 (oder sogar 5) neue Kitas gebaut, prima! Wenn sich in 2-3 Jahren zeigt, dass immer noch Plätze fehlen, können weitere geplant werden – vorausgesetzt es finden sich Flächen (und Erzieher:innen).

      5. Nur mal zu meinem Verständnis, die “Bockenberg-Fläche” ist doch in Bensberg an der Overather Straße, oder?
        Für mich ist das nicht weit außerhalb, 15-20 Minuten Fußweg bei 1,5 KM Entfernung bis in die Bensberger Fußgängerzone, dazwischen noch ein Rewe und zwei Discounter. Eine vergleichbar lange Strecke habe ich auch zu Fuß in die Innenstadt und bin ich als Kind jeden Tag zur Grundschule gelaufen.

      6. U.Kleinert – Ja, die Fläche liegt außerhalb. Und? Das sind doch alles nur vorgeschobene Argumente und es kommt mir ein wenig vor wie “Hauptsache was dagegen sagen”. Das Gelände liegt nicht tief im Wald, 20 km von jeder Infrastruktur entfernt. Es gibt einen ÖPNV, man kann zu Fuß in die Stadt. Flüchtlingsunterkünfte müssen doch nicht zwangsläufig völlig zentral gebaut werden. Jedem Einwohner ist es doch auch zuzumuten ohne Auto Ärzte, Einzelhandel usw. aufzusuchen, nicht jeder Bürger wohnt 500 Meter von einem Stadtzentrum entfernt.

        Und warum sind größere, mehrstöckige Gebäude “auf der grünen Wiese” keine sinnvolle Stadtplanung? Zum einen geht es hier nicht um den Bau von Hochhäusern, zum anderen gibt es dort ein Gelände, das grundsätzlich zur Verfügung steht. Diese “Selbstfesselung” durch die dementsprechenden Paragraphen (3jährige Nutzung, nur Container) ist für mich nicht nachvollziehbar. Das Gelände würde schließlich nicht im 4. Nutzungsjahr in sich zusammenfallen. Stellen Sie sich vor, die Stadt würde das Gelände verkaufen, ein Investor würde es schaffen, die baurechtliche Nutzung ändern zu lassen und dort ein 4- oder 5-stöckiges Wohnhaus mit niedrigem Mietniveau bauen – was meinen Sie, wie schnell die Menschen dort zur Wohnungsbesichtigung Schlange stehen würden?

        Für mich ist ein großer Fehler in der Bauplanung vieler Jahre, dass nicht weiter in die Höhe gebaut wird. Klar, Hochhäuser sind nicht schön, aber es müssen ja nicht gleich 14 Etagen sein. Wo man nicht in die Breite bauen kann und Wohnraum benötigt, kann man Wohnraum schaffen, indem man höher baut.

        “Vor ein paar Jahren war die Hoffnung, dass die Sammelunterkünfte nicht mehr benötigt werden und sukzessive abgebaut werden können. Das hat sich als Fehleinschätzung erwiesen, so dass jetzt auf die Tube gedrückt werden muss.”

        Erstaunlich, dass man dieser Hoffnung war und reichlich blauäugig, wie man überhaupt damit rechnen konnte, dass der Zuzug aufhört. Erstaunlich auch, wie man sowas einfach mit “Fehleinschätzung” abtut. Hätte man vor 2 Jahren dieses Gebäude am Stadion geplant, so wäre es jetzt fertig. Hätte sich herausgestellt, dass man es nicht braucht, hätte man Wohnraum geschaffen. Vor 2 Jahren war bereits deutlich abzusehen, dass mehr Unterkünfte gebraucht werden. Das war auch vor 4 oder 6 oder 8 Jahren abzusehen. So verhält es sich auch mit den Kitas. Man hat eigentlich genaue Zahlen, wie viele Kinder in GL geboren werden und dementsprechend einen einigermaßen zuverlässigen Überblick darüber, wie viele Kita-Plätze benötigt werden. Ebenso verhält es sich mit Schulen, eine Stadt/Gemeinde muss darauf vorbereitet sein, dass sich Gegebenheiten ändern. Eine Grundschule, die “jetzt” kaum noch ausgelastet ist, kann durch äußere Umstände sehr schnell an den Rand der Belastbarkeit gelangen. Das muss/soll man auch nicht der heutigen Verwaltung anlasten, es ist völlig egal welcher Verwaltung/welchem Zeitraum das angelastet wird, es geht darum, dass immer und immer wieder so geplant bzw. eben nicht geplant wird, dass man das ja leider nicht ahnen konnte.

        “Wenn sich in 2-3 Jahren zeigt, dass immer noch Plätze fehlen, können weitere geplant werden”

        Genau das ist es. Wir sehen in 2-3 Jahren, dass der Bedarf nicht gedeckt werden kann, beginnen dann hektisch zu planen, es gibt Widerstand aus der Bevölkerung über den jeweiligen Standort, es gibt Probleme in der Planung bei xy Punkten, es gibt Probleme beim Bau, weil es durch was auch immer zu Verzögerungen kommt usw. und mit ein bisschen Glück ist die neue Kita, deren Plätze “jetzt” fehlen dann in weiteren 2-3 Jahren fertig…

      7. Hmm. Sie stellen hier lauter rethorische Fragen – ich hoffe mal, dass Sie darauf keine Antworten erwarten… ;-)

      8. U.Kleinert – Sie kennen die Definition von “rhetorische Frage”? Ich sehe in meinen Beiträgen “echte” Fragen. Und die darf mir gerne jemand sachlich und korrekt beantworten. Hier ein paar davon:
        “Ausgehend von 40 Personen im Monat wären sie in 6 Monaten belegt. Was dann, wenn diese Plätze voll sind und vor allem wo?”
        “Warum besteht nicht die Möglichkeit Grundstücke so umzuwidmen, dass sie ohne jahrelange Verfahren für eine Wohnbebauung genutzt werden können?
        “Warum wird der Wohnpark Bensberg mit Bockenberg in Verbindung gebracht, wenn das Bockenberg Gelände doch so weit außerhalb liegt und was heißt, im Bezug auf den Wohnpark “belastet”?
        “Warum sollte eine dezentrale Unterbringung einer Integration im Wege stehen?”
        “Wo werden die hinzukommenden Menschen bis dahin (Rohbau am Stadion erst Mitte 2026 fertig, also vermutlich Ende 2026 bezugsfertig) untergebracht?
        “Gibt es Zahlen, wie viele geflüchtete Menschen Bergisch Gladbach „regelmäßig“ wieder verlassen, z.B. durch Rückführungen und wie viele geflüchtete Menschen „regelmäßig“ in privaten Wohnraum umziehen?

  6. Ein guter, zentral gelegener Standort – das dürfte die Integration in die Stadtgesellschaft erleichtern. Auch dass in Modulbauweise gebaut werden soll, um dauerhaft nutzbaren, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, scheint mir sehr sinnvoll.

    Ich verstehe ja (ungefähr) die technischen Schwierigkeiten – dennoch frage ich mich, ob nicht mehr als 2 Etagen möglich wären: Das würde Platz sparen (=> Parkplätze) und passt an diesem Standort gut ins Stadtbild. Ließe sich die nötige Standfestigkeit ev. mit Metallpfosten erreichen, die in den Untergrund getrieben werden?

  7. Im Februar ist Bundestagswahl. Da kann man zumindest ein Zeichen setzen was die man von der “etablierten” Politik hält…

    1. Und eine gewisse Partei wählen, die viel Meinung, aber wenig Lösung bietet? Deren Wähler unter dem Parteiprogramm – wenn es einmal durchgesetzt würde – am meisten zu leiden hätten? Dann können Sie gerne auch den Satz des kleinen Jungen zitieren, der wutentbrannt ausrief: „Geschieht meinem Vater Recht, dass ich mir in den Finger geschnitten habe!“ Das gesetzte „Zeichen“ könnte Ihnen vier Jahre lang wie ein Bumerang immer wieder um die Ohren fliegen.

      1. Ich würde NIEMALS rechts außen wählen. Aber tut es das nach 16 Jahren Merkel und 3 Jahren Ampel nicht auch so schon? Alles wird künstlich verteuert, die Inflation galoppiert, und es wird ausschließlich Politik für Minderheiten gemacht. Auf Kosten der Normalverdiender. Warum gehen immer Mittelständler k.o.? Warum können die Tafeln niemanden mehr aufnehmen? Warum wird man immer wieder belogen? (Das versprochene Klimageld kam nie, kommt nicht und wird nie kommen! Die CO² Bepreisung wird durch die Ampel weit über das von der EU vorgegebene Maß dramatisch in die Höhe getrieben. Niemand kann das leisten außer den Besserverdienenden!)
        Die Menschen haben es einfach satt, Melkkühe für woke Leuchtturmprojekte zu sein.
        Würde gerechte und ausgewogene Politik jenseits blinden Dogmatismus gemacht, hätten die Extremen auch nicht so viel Zulauf. Nehmt der arbeitenden Bevölkerung einfach nicht auch noch den letzten Euro weg, dann lässt der Zulauf für die Irren sofort nach!

  8. Ich bin sprachlos, dass die Stadt ernsthaft erwägt, weitere Flüchtlinge aufzunehmen.
    Das kann doch nicht so weitergehen. Für die Instandsetzung der immer maroder werdenden Infrastruktur ist kein Geld, aber für die Aufnahme von noch mehr Flüchtlingen. Wie viele davon sind in Arbeit und Lohn und wie viele leben vom Bürgergeld? Die Politik scheint den Bezug zur Realität vollkommen verloren zu haben. Mit dieser Politik treiben Sie geradezu die Wähler/innen in die Arme der AfD. Sie brauchen sich nicht mehr über deren Zulauf zu wundern, sie sind die eigentliche Ursache.

    1. Hallo H.Putzmann, die Stadt erwägt nicht sondern erfüllt eine Pflicht.
      Ihre Aussage, die Politik treibe die Wähler in die Arme der AfD ist unfassbar. Somit hat man dann einen Grund gefunden für seine rechtsextreme Haltung.

    2. Das Geld für die Investitionen in Schulen, Kitas und Straßen steht im Haushalt bereit. Es fehlt an Planerinnen und Planern, an Verwaltungsleute, um die Ausschreibungen durchzuführen, die Projekte zu planen und umzusetzen. Zudem kann die Stadt gar nicht erwägen, Flüchtlinge aufzunehmen – das ist die Aufgabe des Bundes, die Stadt kann nur abwägen, wie die Menschen am effektivsten untergebracht werden können.

      Die Antwort auf Ihre Frage nach der Erwerbsquote der Flüchtlinge finden Sie mit einer einfachen Suche im Internet:

      https://iab.de/presseinfo/iab-presseinformation-arbeitsmarktintegration/

      1. Wenn das Geld für die Kitas und Schulen bereit steht, aber es an Planern und Verwaltungsleuten fehlt, um die nötigen Ausschreibungen durchzuführen, dann frage ich mich allerdings, wieso genug Planer und Verwaltungsleute vorhanden sind, um den Sportplatz zu sanieren und dann eine Unterkunft für Geflüchtete darauf zu bauen.
        Ist eine solche Unterkunft soviel einfacher zu bauen, als eine Kita?

        Aber egal wie, der Eindruck, der hier bei der Bevölkerung verursacht wird, ist kein guter und meine große Sorge ist, dass mit solchen Aktionen der Anteil der AfD-Wähler noch weiter steigen wird. Mittlerweile kommen selbst von Bürgern mit Migrationshintergrund, die hier aufgewachsen sind und ihre Kinder auf die maroden Schulen in unserer Stadt schicken müssen, Kommentare in dieser Richtung.

      2. „Ist eine solche Unterkunft soviel einfacher zu bauen, als eine Kita?“ – standardisierte Container für einen temporären Gebrauch zu stapeln ist immer einfacher, als ein dauerhaftes Gebäude mit komplexer Nutzung zu errichten, bei dem aus gutem Grund zahlreiche Normen und Vorschriften zu beachten sind.

        Und: „der Eindruck, der hier bei der Bevölkerung verursacht wird“, wird nicht durch die Fakten oder deren Bekanntgabe hervorgerufen, sondern durch die Echos, die diese Fakten in der schlechtestmöglichen Form (fehl-)interpretieren. Man hält auch die AfD nicht klein, indem man ihr Geschäft gleich selbst besorgt.

    3. Unfassbar, das immer noch nicht verstanden wird, das die Zuteilung nicht durch die Stadt geschieht. Aber wenn man es sich einfach machen möchte, seine Wahlentscheidung zu erklären….

    4. Bitte bedenken Sie, dass Menschen mit Migrationshintergrund (die noch nicht lange in unserem Land leben) schlechte Bedingungen auf dem Arbeitsmarkt haben und somit auch keine oder schlechtbezahlte Arbeit finden. Und sich damit auch der Anteil der Bürgergeldbezieher erhöht. Selbst mit einem Vollzeitjob kann häufig gerade mal das existenzerforderliche Einkommen einer Einzelperson erzielt werden. Familienangehörige (Ehepartner, Kinder und somit die Bedarfsgemeinschaft) fallen dann in den Bezug von Bürgergeld. Man muss den Zugezogenen auch Möglichkeiten geben sich beruflich zu verbessern.

      1. ” Selbst mit einem Vollzeitjob kann häufig gerade mal das existenzerforderliche Einkommen einer Einzelperson erzielt werden. Familienangehörige (Ehepartner, Kinder und somit die Bedarfsgemeinschaft) fallen dann in den Bezug von Bürgergeld. ”
        Das trifft auf sehr viele zu, auch ohne Migrationshintergrund.
        Und nu…

      2. Der Unterschied liegt darin, dass es mehr Menschen mit Migrationshintergrund gibt die solche Jobs ausüben (müssen), da sie keine in Deutschland anerkannte Berufsausbildung abgeschlossen haben.

    5. Asylbewerber bekommen kein Bürgergeld, sondern Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz. Die liegen deutlich unter den Bürgergeldbeträgen. So beträgt z.B. beim Bürgergeld der Regelsatz für Alleinstehende derzeit 563 Euro/Monat, beim AsylbLG sind es 354 Euro/Monat.

      1. Bei der Regelbedarfsstufe 1, die für alleinstehende Erwachsene gilt, liegt der Leistungssatz des AsylbLG (2024: 460 €)

  9. Vorab: ich habe kein Problem mit einer Flüchtlingsunterkunft in meiner Nähe.
    Was mich wundert ist die Aussage der Stadt zu den Stellplätzen, die bei Großveranstaltungen genutzt werden können. In der näheren Umgebung gibt es das Betriebsgelände bei Obi, das Betriebsgelände der Firmen ATU, Getränke Hoffmann, …, einen Parkplatz eines Ingenieurbüros, alles Privatgelände. Darauf darf ich als Nutzer des Stadions nicht einfach so parken. Der Parkplatz der Musikschule und des NCG steht auch nur den Schülern und Lehrers zur Verfügung.
    Ich hoffe, die Stadt wird dann demnächst bei (Groß)Veranstaltungen und Fußballspielen regelmäßig die Verkehrsüberwachung rausschicken um Falschparker in den Nebenstraßen zu verwarnen.

    1. Ich gehe davon aus, dass damit die Parkflächen im Zentrum gemeint sind, z.B. an der Johann-Wilhelm-Lindlar-Str., die Parkhäuser und an der S-Bahn.

    2. Sind die meisten Fußballspiele nicht sonntags? Dann müsste sich doch eine Regelung finden lassen, dass die Parkplätze der umliegenden Betriebe genutzt werden können.