Die mobilen Wohncontainer sind am Kombibad in Paffrath platziert worden. Fotos: Stadt GL

Wie angekündigt hat die Stadt auf dem Wohnmobil-Stellplatz am Kombibad in Paffrath eine neue Unterkunft für rund 100 Geflüchtete eingerichtet – und nennt nun einige Details. Der Wohnraum ist beengt, bietet aber bessere Bedingungen als etwa die Hermann-Löns-Hallen. Daher sollen dort vor allem Familien und besonders Schutzbedürftige wohnen.

Wir veröffentlichen einen Beitrag der Stadt Bergisch Gladbach

18 Mobiles Homes wurden in den letzten Tagen auf dem Gelände des Wohnmobil-Stellplatzes am Kombibad Paffrath an der Borngasse aufgestellt. In 17 der Container werden ab Mitte April jeweils bis zu sechs Geflüchtete untergebracht werden können. Der 18. Container wird als Büro für Security und Beratungsgespräche genutzt werden.

Die sogenannten Mobile Homes, die über Räder verfügen und bei Bedarf auch auf einen anderen Platz versetzt werden könnten, sind zweckmäßige Wohncontainer, wie sie etwa in den Beneluxländern als Ferienunterkunft genutzt werden.

Sie bieten auf kleinstem Raum jeweils drei Schlafzimmer mit Hochbetten und Kleiderschränken und sind komplett möbliert. Es gibt ein Bad, eine komplett eingerichtete Küchenzeile sowie ein Wohnzimmer mit großem Esstisch.

„Bei der Belegung werden wir darauf achten, dass Familien und besonders Schutzbedürftige vorrangig berücksichtigt werden“, sagt Claudia Werker, die zuständige Fachbereichsleiterin. Allerdings ist nicht auszuschließen, dass dort auch Wohngemeinschaften von Geflüchteten entstehen. 

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Wie die Flüchtlinge in den Hermann-Löns-Hallen leben

Sie wohnen zu viert in 18-Quadratmeter-Kabinen aus dünnen Spanplatten. Die Abteile sind nach oben offen, laute Heizgebläse pusten warme Luft hinein. Der Speise- und Aufenthaltsraum ist mit nackten Bierzeltgarnituren ausgestattet – der Brandschutz bremst jeden Versuch aus, die Flüchtlingsunterkunft in den Hermann-Löns-Hallen wohnlicher zu gestalten. Und dennoch sind viele der Menschen froh, eine Zuflucht gefunden zu haben. Wie geht es ihnen dort?

Stand April sind in Bergisch Gladbach 1453 Menschen untergebracht. „Uns ist es wichtig, nicht nur eine Unterkunft bereitzustellen, sondern auch einen sicheren Ort, an dem Ankommen und Integration möglich sind. Dass das so gut funktioniert hat, liegt an der exzellenten Zusammenarbeit aller Beteiligten über alle Projektphasen hinweg. Die fachübergreifende Kooperation war entscheidend für die notwendige Geschwindigkeit und Effizienz“, fügen die Projektverantwortlichen Axel Kranz und Jennifer Bilstein hinzu.

Um den Menschen in den Mobile Homes ein wenig Privatsphäre zu ermöglichen, wird das Areal eingezäunt. Es gibt einen Zugang, der von der Security kontrolliert wird. Autos sind auf dem Gelände verboten und eine brandschutztechnische Notwendigkeit. Um das Areal einzäunen zu können, wird ein Trampelpfad, den die Paffrather bislang als Abkürzung zum Schwimmbad genutzt haben, jedoch künftig nicht mehr zur Verfügung stehen.

„Die Mobile Homes in Paffrath sind eine relativ günstige und vor allem zeitnah umzusetzende Lösung mit einer guten Anbindung an Infrastruktur wie Schulen, ÖPNV und Einkaufsmöglichkeiten. Durch die Lage direkt am Schwimmbad und dem Park daneben, gibt es gerade für Kinder und junge Menschen viele Möglichkeiten sich auszutoben oder Sport zu treiben“, zählt Stephan Dekker, der zuständige Beigeordnete, die Vorteile der Lage in Paffrath auf.

Zudem entschärfen die mobile Homes die Situation insgesamt. „Wir wissen aber alle, dass sie alleine nicht reichen werden“, ergänzt Dekker.

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Neubau für Flüchtlinge bereits fertig geplant

Die neue Unterkunft für Geflüchtete in der Hauptstraße will die Stadt bereits im kommenden Jahr in Betrieb nehmen. Dieser Zeitplan ist nur deshalb möglich, weil der Eigentümer den Abriss des alten und maroden Hauses sowie einen Neubau bereits komplett geplant hat. Die Stadt mietet sich in ein gut geeignetes Objekt ein.

Dass Bergisch Gladbach mit den Mobile Homes eine relativ kostengünstige Lösung für die Platzprobleme bei der Flüchtlingsunterbringung gefunden hat, hat auch in Nachbarkommunen das Interesse geweckt. So informierte sich etwa kurz vor der Übergabe der mobile Homes an die neuen Bewohner eine Delegation aus Odenthal in Paffrath über die Unterbringungsform.

Hier werden offizielle Pressemitteilungen der Stadtverwaltung veröffentlicht. Sie geben nicht die Meinung des unabhängigen Bürgerportals iGL wieder.

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  1. …also, nach einer Besichtigung
    vor Ort,… so objektiv zu sein, eine gute Unterbringung!…Dies hat nix mit “Bauarbeiter” Unterbringung zu tun! Ja, etwas eng… jedoch echt besser als jede Turnhalle…fast.. cool!
    Es ähnelt ein wenig an Mobile Homes am Gardasee. Ich würde mir wünschen, dass esauch so gesehen wird…!

      1. Der WoMo-Abstellplatz ist doch wirklich ein idyllisches Fleckchen Erde. Kein Wunder, dass jemand so sehr daran hängt. Pfeif auf den Königsforst, die Hardt und all das andere Grünzeug in und rund um GL – es geht einfach nichts über Schotterpisten und Rasengittersteine. (Ich schwör!)

  2. Ich hoffe, dass gerade die Familien sich dort halbwegs wohlfühlen!
    Schwimmbad und weiterführende Schule um die Ecke, Bushaltestelle vor der Tür, Geschäfte und Grundschule auch in erreichbarer Entfernung – eigentlich ist der Standort ganz ok, denke ich.

    Jetzt brauchen wir nur noch eine geeignete Bezeichnung dafür. ‘Mobile Homes’ ist hierzulande komplett unbekannt, ‘Mobilheime’ klingt besch…eiden und gibt es als Wort bisher nicht… Vorschläge willkommen!

    1. Im Artikel wird ja schon der Begriff „Wohncontainer“ verwendet, der nach meinem Eindruck recht gut zutrifft. Früher hätte man die Gebäude wohl „Baracken“ genannt.

    2. Mobilheim als Wort gibt es sehr wohl. Campingplätze in ganz Deutschland bieten Mobilheimstellplätze an. Auch kaufen kann man diese unter dem Begriff Mobilheim. In den Niederlanden werden sie “Charlet” genannt.

      1. Ja kaufen geht. Leider nur auf Campingplätzen und nur wenn der Betreiber mit macht. Ich habe ein Grundstück und habe an die Stadt schon einige Anträge gestellt; nur Ablehnung erhalten. Die Bürokratie und Politik machen mir einen Strich dadurch ….habe der Stadt auch das Angebot gemacht, nach meinem Ableben es der Stadt zu vererben. Keine Chance.
        Mehr wollte ich zum Thema “Mobile Homes” nicht sagen!
        Wenn ihr jemanden kennt, der mir ein 150qm – Stück verpachtet, wo ich meinen ‘Traum ‘ verwirklichen kann – bitte melden;-)

      2. Sehr geehrte Frau Eck, “Ja kaufen geht. Leider nur auf Campingplätzen”
        stimmt nicht!

        Fürs Aufstellen und Bewohnen eines Tiny- oder Microhauses brauchen Sie zumindest ein “Baugrundstück”, und das muss (logischerweise) über Gas-, Strom-, Wasser-, und Abwasser-Anschluss verfügen.
        Lassen Sie sich von irgendeiner Firma, die solche Häuser herstellt/verkauft, darüber aufklären, welche weiteren Voraussetzungen (Baugenehmigung, Fundament usw.) für die Aufstellung eines Tiny-Hauses sonst noch alle erfüllt sein müssen.
        Und mit weiteren Stellplätzen kann Ihnen eine solche Herstellerfirma sicher auch weiterhelfen.

        https://www.tiny-houses.online/

        https://vital-camp-living.de/wp-content/uploads/Vital_Camp_Grundstueck_gesucht.pdf

      3. Der Unterschied ist, Mobilheime sind zwar Tiny-Häuser, aber durch das Fahrgestell halt eher ein mobiler Anhänger. Auflagen und Genehmigungen nicht daher nicht so streng. Feststehende Tiny-Häuser hingegen sind nichts anderes als kleine Häuser, meist unter 50 qm. Hier gelten im Groben die üblichen Auflagen und Baugesetze.

      4. “Die Bürokratie und Politik machen mir einen Strich dadurch” Bürokratie/Politik ich danke Dir!

        Man stelle sich nur mal vor, jede(r) dürfte (ob als Eigentümer oder Pächter), wo immer er/sie will, auf Wiesen oder im Wald ein Microhaus platzieren um dort zu Wohnen.
        Und wer sich keine solide Unterkunft leisten kann, baut sich eine Bude aus Brettern, Wellblech oder Plastikplanen? Und wo sollen diejenigen dann ihre Ausscheidungen und ihren Müll entsorgen? Einfach vergraben? Oder verbrennen?

      5. Sehr geehrte Frau Kleinert….. finden Sie nicht, dass Sie sich mit „klingt nach Bauarbeitern“ da ein wenig abwertend ausgedrückt haben?!?

      6. Zum einen muss man nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen und als Angriff empfinden. Zum anderen halte ich es für legitim, darauf hinzuweisen, dass ein Begriff mit einem anderen Sachzusammenhang als dem gerade diskutierten assoziiert werden könnte. Und schließlich: Was ist an dem Wort „Bauarbeiter“ abwertend? Das ist eine Bezeichnung für einen ehrbaren Beruf, der nur eben nichts mit der hier dargestellten Nutzung zu tun hat, weswegen U. Kleinert einen Bgriff aus dem Umfeld dieses Berufs nicht für geeignet hielt, damit eine Nutzung für Wohnzwecke zu beschreiben.