Neue Fahrradparkplätze für die beiden Otto-Hahn-Schulen. Fotos: Stadt GL

Immer wieder sind an den Otto-Hahn-Schulen Fahrräder geklaut worden, seit langem fordern die Schulen mehr und sichere Abstellplätze. Jetzt hat die Schubau GmbH Sanierung und Ausbau abgeschlossen. 1,3 Millionen Euro hat die Stadt für moderne Ständer für bis zu 750 Fahrräder auf drei Parkplätzen investiert. Doch ist das nur dekorativ – oder erfüllt es auch seinen Zweck?

„Punkt Sicherheit! Nicht nur tauglich, sondern auch sicher“, betont Sebastian Rolko, Leiter der Schulbau GmbH. Ziel der Sanierung der Radabstellanlagen im Schulzentrum an der Saale Mühle: Etwas Schönes und Attraktives mit Sicherheit zu ermöglichen. Daher wurden nicht nur die alten, nicht dem aktuellen Standard entsprechenden Bügel ausgetauscht. Die Planer wollten etwas ganz Neues schaffen, daher sei es ein spannendes Projekt gewesen, berichtet Rolko bei einem Pressegespräch zur offiziellen Eröffnung der Anlage.

In zwei Bauabschnitten wurden drei Abstellanlagen saniert – eine große mit 550 sowie zwei kleinere mit jeweils 100 Plätzen (wovon eine lediglich neue Bügel erhielt). An jedem Stellplatz können die Räder stabil angeschlossen werden, alle Anlagen sind stabil eingezäunt und beleuchtet, ein Teil der Flächen mit Schirmen überdacht.

Zusätzlich wird auf einem ehemaligen kleinen Parkplatz nördlich des Schulgeländes ein Fahrrad-Abstellhaus gebaut, das rund 100 Stellplätzen in zwei Ebenen bietet und im März fertig werden soll.

Die Infrastruktur der Schulen sei suboptimal gewesen, sagt Bürgermeister Frank Stein, daher sei viel Geld in die Hand genommen worden. Die Architektin Frau Jäger hatte für die Schulen einen Prototypen entworfen. Für die Umsetzung waren vor zwei Jahren 1,2 Millionen kalkuliert worden, im Endeffekt wurden 1,3 Million Euro ausgegeben. Thore Eggert, der Stadtkämmerer, habe die Kosten dabei stets im Blick gehabt.

So großzügig könnten die Radanlagen in Zukunft aber nicht an allen Schulen ausgestattet werden, machen die Vertreter der Stadt deutlich. Dafür fehle es oft an Platz – und auch an Geld. Denn überall müssen die Schulen selbst kostspielig erneuert werden.

Vertreter:innen der Schulen, Stadtverwaltung und Schulbau GmbH freuen sich über den erfolgreichen Abschluss des Projekts.

40 Fahrräder pro Jahr geklaut

Der Diebstahl der Fahrräder war im Schulzentrum Saaler Mühle ein großes Problem gewesen: Circa 40 Fahrräder wurden in einem Jahr geklaut, berichtet Karl-Josef Sulski, Leiter des Otto-Hahn-Gymnasiums. Die Kinder hätten sich darum sorgen müssen, dass das eigene Fahrrad am Ende des Schultages nicht mehr vorzufinden ist.

Jetzt sieht das ganze anders aus, doch wird wirklich für Sicherheit garantiert? Morgens, wenn die meisten Kinder und Jugendlichen zur Schule kommen, soll künftig ein elektrisches Tor aufgehen und sich kurz vor Schulbeginn automatisch wieder schließen. Der Gedanke dahinter: In diesem Hochbetrieb werden kaum Fahrräder geklaut, wohl aber am Vormittag, wenn alle im Unterricht sind.

Wer früher nach Hause fährt, kann ein elektronisches Drehkreuz nutzen: Es passt nur jeweils eine Schülerin oder ein Schüler hindurch, das Fahrrad kann nebenher durch ein schmales Tor geschoben werden. Vom Inneren der Schule aus hat man eine gute Sicht auf die Fahrradparkplätze. Das dient dazu, in Notfällen eingreifen zu können.

In den vergangenen Jahren wurden Zäune aufgeschraubt oder Löcher gebuddelt, um so an die Fahrräder zu kommen. Oft konnte man zusehen, wie schnell Schlösser geknackt wurden, erzählt der Schulleiter. Nun wurden die Umzäunungen verstärkt und erhöht.

Um den Anreiz zu erhöhen, auch bei regnerischen Wetter mit dem Fahrrad zur Schule zu kommen, wurden mehrere große Schirme auf den Flächen verteilt. Das entspricht den Vorgaben für Fahrradparkplätze, eine komplette Überdachung wäre noch teurer gewesen.

Nach Meinung von Karl-Josef Sulski ist die Anlage optisch ohne Zweifel gelungen. Bei 1500 Schüler:innen werden die Fahrradständer mit Sicherheit viel genutzt, vor allem im Sommer.

Klimafreundlich gebaut

Um es auf den Fahrradparkplätzen so kühl wie möglich zu halten, wurde so wenig wie möglich mit gepflastertem Boden gearbeitet. Der größte Anteil der Fläche ist mit einem recyceltem Kunststoffgitter überzogen, durch das Gras wächst. Darunter befindet sich eine Erdschicht, die Wasser speichert. An sonnigen Tagen greift dann das Gras auf diesen Wasserspeicher zu, sodass es nicht austrocknet oder verdunsten kann.

Der gepflasterte Boden besteht aus einem Stein, der selbst kein Wasser aufnimmt. Dadurch heizt die Fläche nicht zu sehr auf.

In den nächsten Wochen wird sich vermutlich herausstellen, ob der Umbau im Außengelände für mehr Sicherheit sorgt und die Fahrt mit dem Fahrrad attraktiver wird.

Eine solche Art von Fahrradparkplätzen, erläutert Thore Eggert, schaffe alle Schüler:innen die Möglichkeit, mit dem Fahrrad zur Schule zu kommen. Er freue sich, ergänzt Bürgermeister Stein, „zu sehen wie gut die neuen Fahrradparkplätze trotz des kalten Januarwetters schon genutzt werden werden und bin gespannt, wie voll es hier im Sommer wird.“

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  1. Ich mag Fahrräder!
    Ich mag Fahrradständer!
    Aber über 1.700 Euro pro Fahrradständer würde ich zuhause niemals ausgeben!
    Das ist doch bekloppt!

    1. “über 1.700 Euro pro Fahrradständer würde ich zuhause niemals ausgeben!”
      Ja, solche extrem “unfreundlichen” Gesellen gibt es tatsächlich auch.
      Der Vermieter eines Freundes “sieht nicht ein” bzw. ist zu geizig, für die Fahrräder seiner Mieter einen ordentlichen, diebstahlsicheren Unterstand zur Verfügung zu stellen. Trotz mehrfacher Bitten und dem Angebot der Mieter, diesen selber aufzubauen.
      Das Abstellen im Flur (auch Rollatoren) verbietet er auch.

    2. Das müssen Sie auch nicht. Die verbauten Fahrradständer kosten (hochgerechnet von einer älteren Preisliste, die im Netz zu finden ist) vermutlich(!) pro Stück etwa 100 Euro, vielleicht ein bisschen mehr. Zu Hause könnten Sie dann mithilfe einer Schaufel, einer Schubkarre, einem Wassereimer und ein paar Sack Estrichbeton ein Punktfundament für einen Einzelständer selbst anlegen, kämen wahrscheinlich mit unter 300 Euro davon und hätten den Ständer für die Ewigkeit aufgebaut.

      Was die Kosten in diesem Fall antreibt, sind die Tiefbauarbeiten für die gesamte Anlage. Tiefbau ist fast immer aufwendig und teuer, aber die Standfestigkeit über Jahre und Jahrzehnte hängt von deren Qualität ab. Wenn Sie Ihre Einfahrt pflastern lassen, machen die Steine auch nur einen überschaubaren Teil der Rechnung aus, aber das Auskoffern des Untergrunds, der Aufbau einer fachgerechten Tragschicht etc. pp gehen dann ordentlich ins Geld.

  2. Ich habe gestern den Herren beim bespannen der Schattenpilze zugeschaut und gedacht, kaum ein normal denkender Bürger in Frankenforst würde eine weisse Bespannung montieren da man bei den ganzen Bäumen drum herum zuschauen kann wie lange diese weiß bleiben.
    Aber mal davon abgesehen finde ich es ein Unding 1,3Milliomen für einen Fahrradkäfig auszugeben obwohl man vor ca 2 Jahren nach dem langen Umbau der Schule feststellen musste das man zu wenig Klassenräume geplant hat.
    Aber egal, hier geht ja von keinem der beteiligten das Portemonnaie auf.

  3. Zwei Dinge, die mir beim Betrachten der Bilder in den Sinn kommen:

    1.) Warum diese Schirme und kein Dach? Somit steht ein Großteil der Räder die ganze Zeit im Regen. Nicht gut für das Material.
    Anstatt der sicherlich teuren Schirme (Spezialanfertigung?) hätte man auch ein Dach aus Solarzellen bauen können und hätte gleichzeitigen Ertrag.

    2.) Wäre es nicht besser gewesen, die Wege zu Pflastern und die Stellplätze mit Gras zu legen? Also genau andersherum? Wenn es regnet, nass ist oder schneit, ist das doch sicherlich eine riesige Sauerei und wer weiß, wie lang der Rasen hält, bei den ganzen Rad und Laufbewegungen. Da muss man sicherlich auch nicht mähen, was das einzige Argument für diese Anordnung sein dürfte.

      1. Billiger wäre das natürlich nicht geworden, sondern eher teurer. Die Fahrradständer machen nur einen kleinen Teil der Kosten aus, die Tiefbaumaßnahmen schlagen richtig ins Kontor. Dazu wären nach Ihrem Vorschlag noch (nicht unerhebliche) Installations- und anschließend Wartungs- und Instandhaltungskosten gekommen.

        Diese Mehrkosten hätte man aus den Erträgen finanzieren müssen. Per Daumenregel geht man von 1000 kWh Ertrag pro kWp aus. Für Anlagen dieser Größenordnung liegt die Einspeisevergütung bei etwa 6 Cent/kWh. Macht jährlich 6300 €, da würde es knapp mit der Refinanzierung der Mehrkosten in einem überschaubaren Zeitraum.

        Aus ökologischer Sicht kann man Ihrem Vorschlag ohne weiteres etwas abgewinnen, wirtschaftlicher wäre er nicht.

    1. “Warum diese Schirme und kein Dach”
      zu 1.) Bei Stürmen / Orkanböen sind diese Dächer viel zu gefährlich. Welche Kräfte an einem solchen Dach hebeln können, kann man sich im Netz ansehen. Wohingegen man bei diesen Schirmen offensichtlich die Haut abnehmen kann, wenn ein heftiger Sturm angesagt ist.
      2) Wenn die Fahrräder auf einem Rasen stehen würden während Schul-/Arbeitszeiten, könnte dort nie einer mähen. Das ist wie auf den Straßen, dort kann die Stadtreinigung die Gossen auch nie vollständig auskehren weil dort immer PKW blockieren.

      1. An den Straßenbahn-Haltestellen stehen seit Jahrzehnten überdachte Fahrradständer; m.W. gab es damit nie Probleme. Die Schirme werden in ein paar Jahren (spätestens) kaputt und unansehnlich sein. Diese Pseudo-Überdachung mag billiger sein, hilft aber letztlich niemandem.
        (Wie lange auf den Wegen Gras wächst, wenn täglich hunderte Schüler:innen drüberlaufen…mal sehen.)

        Zur Klarstellung: Ich finde es gut und richtig, dass hier “ordentlich Geld in die Hand genommen wird” für neue Abstellanlagen – allerdings kritisiere ich die konkrete Ausgestaltung, die m.E. nicht durchdacht ist und daher *nicht* als Vorbild für andere Schulen taugt!

      2. “stehen seit Jahrzehnten überdachte Fahrradständer; m.W. gab es damit nie Probleme.”
        Mag sein, aber VORAUSSCHAUENDES Denken (wer weis, welche Extremen Wetter/Stürme auf uns zukommen werden) ist, finde ich, wichtiger als mir Sorgen um Grasbewuchs und vielleicht bald unansehnliche Schirme zu machen.

      3. Völlig richtig – aber glauben Sie wirklich, dass diese doch recht ‘fimschigen’ Schirme solche Extremwetter besser aushalten? Die Überdachungen an den Haltestellen haben schon so manchen Sturm gesehen.

      4. Die Bespannungen kann man bei Sturmwarnung abnehmen. Man kann sie übrigens auch einzeln nachkaufen.

      5. Und Sie glauben, dass die:r Hausmeister:in vor jedem Sturm rechtzeitig daran denkt? Ich nicht.
        Auch werden vermutlich manche Schüler:innen dort ihre Kletterkünste trainieren…
        Was soll’s, die Dinger stehen jetzt – aber an anderen Schulen sollte es besser gemacht werden.

  4. Ich bin ein großer Freund jeglichen Engagements für die Förderung des Radverkehrs, auch des Parkenden.
    Aber 1.733,33 Euro pro Fahrrad erscheint mir nur in Bensberg notwendig und möglich zu sein.
    Es hätte mit Sicherheit auch günstigere Lösungen gegen den Fahrradklau gegeben. Andere Schulen im Stadtgebiet kämpfen mit defekten Sanitäranlagen, maroden und abgesperrten Wasserleitungen und vielen anderen Mängeln. Da verwundert es doch Einige, die sich mit diesen Nöten beschäftigen müssen, sehr, wie und WO Prioritäten gesetzt werden. Aber neidfrei nach dem Motto: Man muss auch jönne könne, freuen sich alle über den Mut (und die Mittel), der aufgebracht wird, Schülerinnen und Schülern in Bensberg einen schattigen Radabstellplatz zu jönne.

  5. 1,3 Million Euro für Fahrradständer die Sorgen der Stadt möchte ich haben. Dann hoffe ich mal die Anlage wurde klimaneutral gebaut.

  6. Eine Kameraüberwachung wäre bestimmt auch hilfreich – aber das geht ja bestimmt nicht wegen dem Datenschutz.

    Ist der Regenschutz intelligent gesteuert, so dass er bei Regen automatisch öffnet, oder muss da jemand den Wetterbericht im Auge haben und die Schirme manuell öffnen und schließen?

    1. Nach meinem Verständnis sind die verwendeten Schirmkonstruktionen statisch bzw. starr und damit dauerhaft in “geöffnetem” Zustand.

      https://www.mdt-tex.com/de/produkte/shade-structures/shade-structures/shade-structures-typ-sht

      Die Kosten der Maßnahme scheinen hoch und sind dennoch gut und nachhaltig und vor allem bedarfsgerecht investiert. Auch die begleitenden Maßnahmen – über die eigentlichen Fahrradständer, teils Regen geschützt hinaus – wie die komplette Neuerrichtung inkl. Teilentsiegelung und Bepflanzung des Areals und der Bau der “Bikebox”, dem Witterungs-geschützten Fahrrad-Abstellhaus mit Gründach, etc. müssen dabei berücksichtigt werden.

      https://mandatsinfo.bergischgladbach.de/bi/vo0050.asp?__kvonr=33313

      Ich hoffe sehr, dass diese vorbildliche Maßnahme als Bestpratice bzw. Standard bei weiteren Sanierungsmaßnahmen oder Erweiterungsbauten von und an Schulen und öffentlichen Gebäuden zur Gestaltung von Radabstellanlagen herangezogen wird.

  7. Bin gespannt, wielange die Schirme sich halten, hoffe der Hausmeister wurde am Entscheidungsprozess beteiligt.
    Wären Bäume nicht “einfacher” gewesen? Ansonsten sieht die Anlage schick aus, hoffentlich bringt es etwas.

  8. Von “stabil angeschlossen” kann leider keine Rede sein. Wie auf den Fotos zu erkennen ist, lässt sich faktisch nur das Vorderrad anschließen. An den meisten Rädern lässt sich dieses innerhalb von Sekunden (ohne Werkzeug) abmontieren; der Diebstahl des restlichen Rades ist damit ein Kinderspiel. Schade, dass hier offenbar niemand mit Fahrrad-Kenntnissen beteiligt war.
    Auch bin ich skeptisch, wie lange die Schirme (die zum Klettern einladen) und das elektrische Tor funktionieren werden – mensch wird sehen.

      1. Stimmt – er *kann* angeschlossen werden, mit einem ausreichend langen Schloss.
        Allerdings verleitet die Bauform dazu, nur das Vorderrad anzuschließen, zumal Schüler:innen morgens meist in Eile sind. Andernorts mag das Modell “empfehlenswert” sein – an einer Schule sicher nicht. Schlichte Anlehnbügel wären besser, billiger und mit geringerem Verletzungsrisiko verbunden.

  9. “Für die Umsetzung waren vor zwei Jahren 1,2 Millionen kalkuliert worden, im Endeffekt wurden 1,3 Million Euro ausgegeben.”

    Für Fahrradständer… wow… haben in BGL nicht Projekte die dringender angegangen werden sollten…? Bsp. Buchholzstr., eine Gefährdung für Radfahrer… ach, es gibt soviele Straßen die für Radfahrer gefährlich sind .. ich verstehe es nicht!

    1. Für jedes Projekt gibt es eins, das andere für dringender, wichtiger, sinnvoller oder sonstwas halten. So what.