Bei der Informationsveranstaltung der Stadt zum Umbau der Altenberger-Dom-Straße gab es viele Detailfragen und einige Zustimmung, aber auch viele Vorbehalte – die sich auf die komplexe und kleinteilige Verkehrsführung sowie mögliche Ausweichverkehre konzentrierten.

In fünf Runden hat die Stadtplanung mit Hilfe von Animationen, Schautafeln und Verkehrssimulationen am Samstag den aktuellen Planungsstand zur Umgestaltung der Altenberger-Dom-Straße erläutert und viele Fragen beantwortet. Zum Teil für die Teilnehmer:innen zufriedenstellend, zum Teil blieben erhebliche Zweifel, zum Teil wurde grundlegende Ablehnung deutlich.

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„Wir müssen mit den Gegebenheiten klarkommen und Kompromisse machen“, sagte der zuständige Beigeordnete Ragnar Migenda. „Aber in dieser komplexen Situation ist das die maximale Lösung – etwa Besseres bekommen wir nicht hin.“ Ganz zufrieden sind damit weder die Befürworter:innen eines flüssigen Autoverkehrs und zahlreicher Parkplätze noch die Radfahrer:innen.

Die Kreuzung zur Leverkusener Straße: Rechts nur ein Schutzstreifen, links müssen die Radfahrenden im Verkehr mitschwingen. In der Realität werden sie nicht so viel Platz wie in dieser Animation der Stadt haben, sondern hupende Autos hinter sich. Foto: Screenshot bergischgladbach.de

„Warum streichen Sie nicht die ganze Straße rot?”

Viele Fragen provozierten die fehlenden Radstreifen bzw. die sehr kleinteilige Führung des Radverkehrs im Bereich der Kreuzung zur Leverkusener Straße. Hier hatten Eigentümer kleinere Teilgrundstücke im Gehwegbereich nicht zur Verfügung gestellt, daher fehlt Platz für Radfahrstreifen, auf der nördlichen Straßenseite müssen Radfahrende zunächst auf der Straße fahren.

Das überfordere viele Radfahrende und sei ausgesprochen gefährlich, kritisierte eine Teilnehmerin. Ob es da nicht besser wäre, den gesamten Abschnitt zwischen Leverkusener und Kempener Straße zu einem gemeinsamen Verkehrsraum für den Rad- und den motorisierten Verkehr bei Tempo 30 zu machen – und auf alle Sonderregeln zu verzichten? „Warum streichen Sie nicht die ganze Straße rot?”

Grundsätzlich werde der Radverkehr ja auf der Straße geführt, erläuterte eine Mitarbeiterin der Stadtplanung. Die Kennzeichnung mit Piktogrammen, Schutzstreifen, Radfahrstreifen und Aufstellzonen in den Kreuzungen dienten der zusätzlichen Orientierung und als Signal an die Autofahrenden, Rücksicht zu nehmen.

Eine radikale Variante schließe sich auf der stark befahrenen Durchgangsstraße aus, die Planung müsse eben alle Verkehrsteilnehmer berücksichtigen, ergänzte Migenda. Grundsätzlich liege die Verantwortung bei jedem Einzelnen, im Zweifel müsse man runter vom Gas und Rücksicht nehmen. Die vorgeschlagenen Lösungen seien in der Praxis erprobt und funktionierten.

„Vielleicht in Holland, aber nicht in Schildgen“, „mega riskant“, lauteten einige der weniger überzeugten Repliken. Aber auch grundlegende Kritik wurde halblaut geäußert: „Die wollen uns hier doch wieder etwas weismachen.“

In der Animation nicht zu erkennen: Der Radfahrer rechts hätte bereits zuvor auf die Straße wechseln können; er kann hier aber auch – mit Rücksicht auf die Fußgänger:innen – weiterfahren und an der zweite Ampel die Straßenseite wechseln. Schilder soll die Lage klären. Foto: Screenshot bergischgladbach.de

Fragen warf auch die Darstellung der Kreuzung zur Kempener Straße vor dem Irish Pub auf. Hier sieht es so aus, als ende der Radweg abrupt. Die Radfahrenden, so die Erläuterung, haben hier zwei Optionen.

Sie können bereits ein Stück vorher auf die Straße wechseln und dann mit der abbiegenden Vorfahrt Richtung Paffrath fahren. Oder sie fahren auf dem gemeinsamen Fuß- und Gehweg vor dem Pub ein Stück weiter zur Ampelanlage und wechseln dort die Straßenseite. Dabei sei natürlich gegenseitige Rücksichtnahme erforderlich.

Nicht noch mehr Verkehr in den Seitenstraßen

Zweites Hauptthema der Teilnehmer:innen war die Sorge, dass der (aufgrund weiterer Bebauung) zunehmende Verkehr in Kombination mit den neuen Verkehrsregeln dazu führe, dass der motorisierte Verkehr noch stärker in die Nebenstraßen ausweicht. Schon jetzt, so die einhellige Meinung, seien die Verhältnisse zum Beispiel im engen Nittumer Weg oder Hoppersheider Weg in den Hauptverkehrszeiten untragbar.

Ein Problem, dass die Stadt nach eigener Aussage auf der Agenda hat. „Die Verdrängungsverkehre dürfen nicht zunehmen, der Verkehr darf nicht in die Veedel rein“, stellte Migenda klar.

Bis zum Start der Umbaumaßnahmen in 2027 soll das Umfeld sehr genau untersucht werden, um Lösungen wie zum Beispiel die Einrichtung von Einbahnstraßen oder Sperrungen durch Poller zu finden, erläuterten die Mitarbeiter:innen der Stadtplanung. Dabei sollen die Kitas geschützt und Parkplatzsuchverkehre gelenkt werden.

Auch hier räumte die Stadtplanung ein, dass der Verdrängungsverkehr nicht ganz behoben, sondern die Verhältnisse nur optimiert werden könnten.

Hintergrund: Vorgestellt wurde die vom Stadtrat beschlossene Vorplanung. Auf dieser Basis soll jetzt die detaillierte Entwurfsplanung ausgearbeitet werden, die dann erneut in den Fachausschuss und in den Stadtrat geht. Die Umsetzung der Pläne ist für 2027 angesetzt.

Der Bevölkerungszuwachs etwa durch die abgeschlossenen großen Projekte in Gladbach und eine zukünftige Wohnbebauung auf Zanders sei in den Konzepten berücksichtigt worden.

Die Darstellung, auch in Schildgen würden bald neue Wohngebiete mit jeweils mehr als 150 Wohneinheiten gebaut, wies die Stadt zurück: Zwar seien diese Gebiete im Flächennutzungsplan vorgesehen, es gebe dafür aber noch keine Bebauungspläne, und die seien vorerst auch nicht geplant.

Befürchtungen der CDU, die fünf jeweils 45-minütigen Gesprächsrunden würden nicht ausreichen, bewahrheiteten sich nicht. Lediglich die ersten zwei Termine waren ausgebucht, danach konnten auch Bürger:innen ohne Anmeldung teilnehmen.


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Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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  1. Wir müssen der Tatsache Rechnung tragen, dass wir in einer Leistungsgesellschaft leben, in der der Aspekt des Wachstums eine zentrale Bedeutung hat. Daher wird, auch wenn man das nicht will und diese Tatsache nicht benannt wird, der Auto- und LKW-Verkehr weiter zunehmen. Dieser Gedanke ist bei der Planung nicht berücksichtigt worden. Die vorgestellte Lösung mag möglicherweise für wenige Jahre in Teilen eine Besserung bringen, langfristig werden die Probleme damit nicht gelöst.
    Daher muss nun eine große Lösung her. Auch wenn diese zunächst teuer klingen mag: An einem Tunnel führt kein Weg vorbei. Ein Tunnel würde langfristig die beste Lösung darstellen, die Kosten müssen auf Jahrzehnte umgerechnet werden.
    Übrigens werden bei unseren Nachbarn in Österreich für weit aus kleinere Verkehrsprobleme Tunnel gebaut.
    Was sind die Bürger der Politik wert?

    1. Einen Tunnel könnte ich mir tatsächlich auch vorstellen: Für die Verlängerung der Straßenbahn von Dünnwald über Schildgen nach Odenthal. Das würde den Durchgangsverkehr wirksam reduzieren!

      Dass der Autoverkehr seit Jahrzehnten zunimmt, hat nichts mit ‘Leistung’ und sehr wenig mit ‘Wachstum’ zu tun, dafür viel mit verfehlter, rein Auto-zentrierter Verkehrspolitik. Der Bau neuer und breiterer Straßen führt stets zu mehr KFZ-Verkehr, während Investitionen in den ÖPNV zu mehr Bus- und Bahnnutzung führen. Dito Fuß- und Radwege. Ein Lichtblick ist der Trend zu mehr home office in den letzten Jahren, aber das alleine reicht nicht.

      1. Da würden sich die Bewohner von Schlebusch aber hübsch bedanken, wenn die Straßenbahn in Dünnwald Richtung Schildgen abbiegen würde. Ein Abzweig wäre aber keine schlechte Idee (wenn er sich realisieren lässt).

        Möglicherweise kommen die Einwohner von Bergisch Gladbach ja wieder auf den Geschmack, was Straßenbahnen betrifft, nachdem sie seinerzeit leichtfertig den Verlust der Linie G verursacht haben.

      2. Natürlich ein Abzweig, also eine neue Linie. Aufwendig, aber machbar.
        Die 4 sollte von Schlebusch Richtung Norden verlängert werden nach Lützenkirchen.

  2. Leider kann man die ADS nicht wie einen Ballon aufblasen, damit alle Wünsche erfüllt werden können. Folglich hat es gestern im Verkehrsausschuss (AMV) die Zustimmung zur Fortsetzung der Planung auf Basis der am Samstag vorgestellten Skizzen gegeben – die übrigens genau die Kritikpunkte an der Skizzen vom letzten Jahr korrigiert hat.
    Dieser – auch für Radelnde an mehreren Stellen schmerzliche – Kompromiss war nur möglich, weil auf Initiative der damaligen Ampel (DS 263/2022 im AMV am 31.5.22) auf der ADS Tempo 30 eingeführt wurde. (Die FWG hat das dann durch 2 Prüfaufträge erweitert).
    Es ist zu hoffen, dass die Risiken für Radlende an der Kreuzung Leverkusener/ADS dadurch vermindert werden, dass den Radelnden 2 sek vorher Grün gezeigt wird, damit sie nicht erneut durch unachtsame Rechtsabbieger überfahren werden.

  3. Der enorme verkehr kommt doch durch einen fehlenden autobahnzubringer zustande.
    Dieser würde doch alle strassen entlasten und allen helfen.
    Anstatt dies zu bedenken oder durchzusetzen endet es mit noch mehr überlasteten strassen und dann solche planungen hier noch radfahrer auf die strassen zu zwängen.
    Mal sehen in welchem chaos das endet.

    1. Der enorme Auto-Verkehr kommt dadurch zustande, das 50% aller Fahrten kürzer als 5km und 75% aller Fahrten kürzer als 10km sind. Die Radfahrer sollen nicht auf die Straße gezwängt werden, sondern sie gehören dort hin und sollen sich dort sicher fortbewegen können.

      Deutschland hat eines der dichtesten Straßennetze der Welt und braucht vieles, aber sicher keine weiteren Autobahnzubringer (oder Autobahnen, wo wir schon dabei sind).

  4. Ich bin immer noch für einen Tunnel von der Waldschule Leverkusen bis zum Laddi. Kann nicht teuer als der ganze Planungsbrassel hier sein…

    1. Der ganze Planungsbrassel inklusive der Veranstaltungen zur Bürgerbeteiligung und Information hat bisher etwas mehr als 260.000 Euro gekostet. Billige Polemik und Konzepte von vor 60 Jahren. Wie wäre es mit einer schönen Stelzenbrücke über Schildgen?

      1. Wahnsinn, für das Geld hätte man echt schon die Straße rot pinseln können. Aber die Idee mit der Stelzenbrücke stelle ich – aufgrund der Statik- für die Verlängerung der Straßenbahnlinie von Leverkusen nach GL mal ernsthaft in Frage…

  5. Dann lassen Sie bitteschön, wenn es nicht interessiert, meine Familiensituation demnächst außen vor. Ich möchte möglichst viel Schutz für Radler und Fußgänger und auch eine Förderung unseres Nahversorgungszentrums. Tempo 20, wie auf der Dellbrücker Hauptstraße, mit straßenbegleitenden Parkplätzen, unsere Smileys werden helfen, Schilder die auf Dooring und Abstand beim Überholen von Rädern aufmerksam macht. Es geht doch vor allem nur um die paar Meter zwischen Leverkusener und Kempener.

    Aber die Grünen haben es in ihrem Programm stehen: öffentliche Parkplätze sollen abgeschafft werden, wo immer es geht! Ich radle selber oft, natürlich auch zum Weiden, Bücherscheune, Post, etc. Aber diese Kompromisslosigkeit, zum Teil Aggressivität, die ich gerade hier bisweilen erlebe, passt zu der Art, wie die Verwaltung dieses Projekt durchboxt.

  6. Hier mein Kommentar zur Infoveranstaltung in Schildchen zum Umbau der Altenberger Domstraße.Aufgrund der räumlichen Situation, wird es keine für alle stimmige passende Lösung geben. Diese kann sich auch die Stadtverwaltung nicht aus dem Ärmel zaubern. Ich glaube aber, das ist den meisten Beteiligten durchaus klar.

    Dennoch gibt es durchaus Schutzbedürftiger Gruppen, die hier ganz besonders betrachtet werden müssen.
    Dazu zählen für mich Kinder, ältere Mitbewohner (die es in Schildchen in großer Zahl gibt), sowie Schwerbehinderte.
    Ihnen die Teilnahme am öffentlichen Leben zu ermöglichen, zum Beispiel auch die Möglichkeit, einkaufen zu gehen und selbstständig zu sein, sollte höchste Priorität haben.

    Im Bereich der geplanten Parkflächen, gibt es ein großes Defizit, zum Beispiel bei den Schwerbehinderten Stellplätzen. Längs-Parkflächen eignen sich aus vielen Gründen zum Beispiel kaum für Schwerbehinderte.
    Eine Nachrüstung mit Schwerbehinderten Stellflächen auf dem Parkplatz am Schild, führt aber wieder dazu, dass der ohnehin sehr geringe Parkraum noch weiter eingeschränkt wird.

    Hier erwarte ich von der Stadt weitere Nachbesserung und Vorschläge.

    Zudem wurde nicht wirklich klar wie ein befahren der Stellplätze, vor der Stern Apotheke, dem Friseur, dem Kinderarzt und dem Brillengeschäft möglich sein soll, wenn eine Anfahrt nicht aus Richtung Leverkusen/Odenthal erfolgt. Ein links abbiegen auf diese Parkflächen könnte zu weiteren Störung des Verkehrsflusses führen.

    Eine weitere Stockung könnte auch dadurch ergeben, dass aus Richtung Leverkusen/Odenthal kommend, die Spur der Linksabbieger auf die Kempener Straße sowie derer, die die Altenberger Domstraße weiter befahren wollen, nun zusammengelegt werden soll.

    Tatsächlich bestehen von meiner Seite gravierende Zweifel, ob die für die Verkehrskumulation herangezogen Zahlen repräsentativ sind.

    Zudem bestehen starke Zweifel, ob die Umgestaltung der Straße die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer entsprechend berücksichtigt. Klar ist ohne gegenseitige Rücksichtnahme, wird auch hier nichts funktionieren.

    Positiv anzumerken ist, dass die meisten der Stadtbediensteten, bei dieser Veranstaltung versucht haben, ruhig und objektiv Antworten zu geben.

    Auch hat die Stadtverwaltung nun realisiert, dass ein Umbau nur mit Mitnahme der Bewohner ohne größere Turbulenzen erfolgen wird.

    Es wird weiterhin spannend, bleiben, abzuwarten, ob der Umbau den zukünftigen Herausforderungen gerecht wird.

    1. Hallo Frau Missal, ich glaube wir hatten am Samstag kurz das Vergnügen vor der Turnhalle.
      Der Parkplatz vor Stern-Apotheke, Kinderarzt und Brillengeschäft ist nach dem Umbau genauso anzufahren wie bisher auch. Da die Ampelphase aus Richtung Köln kommend allein Grün hat, ist es aus dieser Richtung sogar noch einfacher, weil kein Gegenverkehr beachtet werden muss – außer natürlich dem auf dem Hochbord fahrenden Radverkehr.

      Was die Sicherheit “aller Verkehrsteilnehmer” angeht:
      Die Planer haben m.E. das Optimum herausgeholt, das unter den gegebenen Umständen und dem zur Verfügung stehenden Platz möglich ist.

  7. Das ganze Gesülze von Migenda und seiner Kohorten wird nicht die Tatsache verdrängen, dass die ABD-Str. einen gordischen Knoten darstellt. Keinem Verkehrsteilnehmer wird gerecht werden, alle werden eingeschtränkt und der Unsinn an der Kreuzung Kempener Str. wird mehr Unfälle mit Fahrrädern herbeiführen als bisher, weil die Zweiradspezialisten einen Fußgängerüberweg gerne als Beschleunigungsspur für die Weiterfahrt sehen.

    Es gibt keine Lösung ABD-Str., die wurde gegen die Grünen vor ein paar Jahren verpasst. “Diese Lösung wird allen gerecht”, Herr Migenda, ist Augenwischerei.

    1. Durch die Neuordnung (und Reduzierung) der Parkplätze an der ABD-Str. werden zusätzliche Räume gleichermaßen für den Fuß- und Radverkehr geschaffen, die ebenfalls zu den berechtigten Verkehrsteilnehmenden gehören, auch wenn das in Ihr autozentriertes und von Diffamierung gegenüber Radfahrenden, dem Adfc und den Grünen geprägtem Weltbild anscheinend nicht passt.

      Ps. Es ist an keiner Stelle ein Fußgängerüberweg (Zebrastreifen) geplant.

  8. Die Planung, die bei der sinnlosen und teuren Bürgerbeteiligung seinerzeit vorgestellt worden ist, war schon immer undurchführbar. Das mussten damals auch Planer und das Team von Migenda wissen. Trotzdem hat man weiter tüchtig Geld ausgegeben.

    Nun gibt es eine völlig neue Planung, bei der jetzt lediglich informiert und nicht beteiligt wurde. Auch Diese Planung wird den Einzelhandel und den freitäglichen Markt hart treffen. Sie wird für mehr Staus und weniger Sicherheit sorgen.

    Viele Grundstücks-ein/ausfahrten, die ja dann als Parkplätze genutzt werden müssen, verkürzte Linksabbiegerspur in die Leverkusenerstraße, das gibt garantiert erheblich mehr Stau, auch von Köln kommend, wird die Durchfahrt schwieriger und die PKWs werden sich noch mehr Richtung Pieper stauen.

    Abruptes Ende des Radstreifens vor dem Pub, bergab werden die Radler auf Fußgänger am Pub und der Fußgängerampel treffen. Vor der Bücherscheune einfach mal gar kein Radweg. Danach mal Radstreifen, mal gemeinsamer Rad-Fußweg.

    Das ist seit drei Jahren Gemurkse. Es wird durch diese Planung nicht weniger Verkehr auf der ABD geben! Das Nahversorgungszentrum wird extrem gefährdet. Manche Stellen werden noch gefährlicher! Es wird mehr Staus geben!

    1. Was wollen Sie denn haben, alles soll so bleiben wie es ist? Haben Sie keine Kinder oder Enkel, die mit dem Rad zur Schule fahren möchten?
      Ohne bessere Radwege wird es nie weniger PKWs auf den Straßen geben. Und hier ist ein guter Kompromiss gefunden worden.

      1. Ja, ich habe ein Kind, das mit dem Rad über die ABD zur Schule geradelt ist. Aber das tut nichts zur Sache, ist aber das typische framing. Die ABD ist bis jetzt kein Unfallschwerpunkt, der tragische Tod an der Leverkusener war ein Rechtsabbiegerunfall, der mit Radweg nicht verhindert worden wäre. Die jetzige Planung ist die mögliche Maximallösung für Radler. Mehr geht nicht. Es sei denn, man macht eine temporäre Fußgängerzone -für Radler freigegeben- daraus und stellt ein Schild auf: Ab hier wird’s teuer! Das ist kein Kompromiss! Und Sie sagen es: Es geht darum, den Bürgern das Autofahren schwieriger zu machen. Nun, wenn der Weiden zumacht, wird sich der Aldi, mit riesigem Parkplatz, über noch mehr Kunden freuen!

      2. Unter Tempo 30 halte ich diese Planung für einen guten Kompromiss für alle Verkehrsteilnehmende, die Schildgener jeden Alters und auch die ansässigen Händler. Der vorgestellte Stand hat die Ideen und berechtigten Kritiken der Bürgerbeteiligung aus dem letzten Jahr in vielen Punkten berücksichtigt.

        Die in den Knotenpunkten wechselnde Radverkehrsführung ist tatsächlich nicht ideal, aber den örtlichen Gegebenheiten (z.B. dem fehlenden Grunderwerb), den notwendigen Haltestellen und der Abbiegespur in die Leverkusener geschuldet. In Summe eine deutliche und auch gesetzlich notwendige Verbesserung zum Status Quo.

        @Lehner – Von Framing sprechen und Frau Apicella das Wort im Mund rumdrehen und wiederholt wider besseres Wissen die Verbesserungen für den Fußverkehr (auch durch die fast durchgehende erfolgte Trennung zum Radverkehr) unter den Tisch fallen lassen und darüber hinaus von maximaler Bevorzugung des Radverkehrs zu schwadronieren.

        Im Gegenzug könnte man den zusammenhanglosen Hinweis auf die nun per Anordnung abgeschaffte Regelung in der Baustelle Schlossstraße als Polemik bezeichnen.

      3. Ich erkenne nicht, wo ich Frau Apicella das Wort im Mund herumgedreht habe. Ferner konnotiert die Frage nach Kindern, dass ich eine solche Ansicht nur haben kann, wenn ich keine eigenen Kinder habe und mir andere egal sind. Und: Ich schwadroniere nicht!

      4. Die Frage war doch, was möchten Sie denn haben? Ihre Familiensituation interessiert nicht, ich wollte bei Ihnen nur um Verständnis werben, auf schwächere Verkehrsteilnehmer Rücksicht zu nehmen.

        Für mich als erwachsene Radfahrerin ist es schon schwierig, rechts den parkenden, links den rollenden Verkehr und die Straße hinter mir zu beobachten. Wie schwer ist es dann für ein Kind. Da muss man nicht warten, bis ein Unfall passiert.

        Zur Klarstellung, nur gute Radwege laden zum Umsteigen ein. Ich habe nicht gesagt, dass Autofahren schwerer gemacht werden soll…

  9. Als beobachtender Teilnehmer habe ich mit Freude wahrgenommen, dass die von uns mühsam (mithilfe LärmAktionsplan etc.) durchgesetzte Geschwindigkeits-Reduktion auf 30kmh im Ortskern inzwischen auf breite Zustimmung stößt.

    1. Dass Tempo 30 eingeführt worden ist, ist der mühsamen Arbeit des Bürgervereins!! zu verdanken, die sich mehrfach mit den Vertretern der Ratsfraktionen getroffen haben und es dann geschafft haben, einen gemeinsamen Antrag aller Fraktionen für Tempo 30 zu organisieren. Der Vertreter der Fraktion der Grünen ist mir persönlich bei diesem Thema nicht als treibendes Element aufgefallen. Ferner hat der Bürgerverein die Smileys organisiert und auch mit Spenden finanziert.