Kornelia Eng-Huniar, Hans-Jürgen Neumann und Frank Albrecht im Stück „Bürgerwehr“ am Theas. Foto: Philipp J. Bösel

Ins beschauliche Bluebell-Hill ziehen die Geschwister Martin und Hilda Massie. Noch ahnen sie nicht, welche Unruhe ihr Leben erschüttern wird: Nicht weit entfernt von ihrem neuen Zuhause liegt eine Sozialsiedlung. Es ist eine schwarze Komödie, die die Angst vor dem Fremden thematisiert und damit gut in die Zeit passt. Im THEAS Theater wird das Stück „Bürgerwehr“ jetzt von Regisseur Stefan Weiß und dem eigenen Ensemble auf die Bühne gebracht.

Das Theaterstück „Bürgerwehr“ (Neighbourhood Watch) von Alan Ayckbourne feiert seine Premiere im THEAS Theater. Das Geschwisterpaar Martin und Hilda Massie zieht in die scheinbar idyllische und wohlhabende Wohngegend Bluebell-Hill, wo sich ihr Traum von einem Haus mit Garten erfüllt.

Mit dabei ist Martins Gartenzwerg Monty – ein Erinnerungsstück an seine verstorbene Mutter, um den sich Martin liebevoll kümmert. Noch ahnt niemand, welche Bedeutung diesem Zwerg zukommen wird. Martin Massie liebt es zudem, Kreuzworträtsel zu lösen und wird von seiner Schwester Hilda liebevoll umsorgt.

Recht schnell lernen die Geschwister ihre neuen Nachbarn kennen: Einer von ihnen ist Rod Trusser, ein ehemaliger Sicherheitsdienstmitarbeiter und Militärangehöriger. Er hält nicht viel von der Polizei und noch weniger von der nahegelegenen Sozialsiedlung. Dorothy Dogget erweist sich als gute Nachbarin und trifft sich gerne mit Hilda zum „Klatsch und Tratsch“, unter anderem über ihre Nachbarin Amy Janner.

Kornelia Eng-Huniar, Hans-Jürgen Neumann. Foto: Philipp J. Bösel

Die Angst vor dem Fremden – wieder sehr aktuell

Diese nachbarschaftliche Idylle währt jedoch nicht lange: Eindringlinge betreten das Grundstück und zerstören eine Scheibe des Hauses. Die Nachbarn wollen dies nicht hinnehmen: Martin gründet eine Bürgerwehr zum Schutz der Wohnsiedlung vor den Menschen aus der Sozialsiedlung. Dann spitzt sich die Lage rasch zu.

„Es ist die Angst vor dem Fremden, die im Stück dargestellt wird und auch in unserer Gesellschaft besteht“, erklärt Silvia Gimbel, die Amy Janner spielt. „Als wir das Stück im letzten Jahr ausgesucht haben, war die politische Situation in Deutschland, Europa oder auch weltweit gar nicht so dramatisch, wie sich das in den letzten zwei, drei Monaten zugespitzt hat“, fügt Hans-Jürgen Neumann hinzu, der Martin Massie verkörpert. 

Regisseur Stefan Weiß bei der Arbeit. Foto: Angelina Meurer

Regisseur Stefan Weiß betont ebenfalls die Aktualität des Stückes: „Es ist erstaunlich, wie aktuell es einem vorkommt. Dieses: ´Wir müssen uns nach außen und nach innen schützen´ – das sind ja sehr aktuelle Diskussionen in unserer Gesellschaft. Das Thema war offensichtlich schon damals akut.“ Dabei wurde das Stück bereits 2011 uraufgeführt.

Weiß finde es interessant, wie der Autor Alan Ayckbourn das Stück aufgebaut hat: „dass ganz normale Menschen immer extremer werden und sich immer mehr in ein Schutzbedürfnis hineinsteigern“. Aber auch Themen wie Ausgrenzung, pauschale Verurteilung und militante Vorgehensweisen werden aufgegriffen, ergänzt Neumann. „Es wird pauschal geurteilt, ohne wirklich zu wissen, wer diese Menschen sind“, fügt er hinzu.

Hans-Jürgen Neumann, Frank Albrecht, Kornelia Eng-Huniar, Christa Hansen

Diese Rollen im Theaterstück einzunehmen, empfindet Frank Albrecht (Rod Trusser) als „erschreckend und beängstigend“. Das Stück zeige, wie schnell es geht, „sich von einer Idee, einem Gedankengut tragen zu lassen und dieses zu übernehmen“, so Albrecht weiter.

Auch die Tatsache, dass Martin und Hilda Massie eigentlich „völlig normale Menschen“ seien und sich plötzlich mit den anderen „zusammenrotten“, ist nach Albrecht das Erschreckende am Stück. Gimbel fügt hinzu: „Ich bin als Figur die Einzige, die das Ganze in Frage stellt.“

Seit Mai letzten Jahres trifft sich das THEAS Ensemble rund um Regisseur Stefan Weiß einmal wöchentlich für drei Stunden, um das Theaterstück vorzubereiten. „Es sind auch gerne Interessenten herzlich willkommen mitzumachen“, betont Weiß für künftige Vorstellungen.

Hans-Jürgen Neumann, Christa Hansen, Frank Albrecht, Kornelia Eng-Huniar. Foto: Philipp J. Bösel

Doch nun steht am 15. März um 20 Uhr erst einmal die Premiere des Theaterstücks an, wozu das THEAS Ensemble einlädt. Weitere Vorstellungen folgen am:

  • 16. März, um 18 Uhr
  • 21., 22., 28. und 29. März um 20 Uhr

Tickets sind erhältlich unter der Telefonnummer: 02202 – 9276515 oder auf der Website des THEAS Theaters: www.theas.de

Das THEAS Ensemble besteht aus Frank Albrecht (Rod Trusser), Kornelia Eng-Huniar (Hilda Massie), Silvia Gimbel (Amy Janner), Christa Hansen (Dorothy Dogget), Hans-Jürgen Neumann (Martin Massie) und Susanne Rosenbraum (Magda Bradley).

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