Der Kunst-Leistungskurs des Gymnasiums Herkenrath interpretiert Manet in der Kulturkirche Herrenstrunden und lädt das Publikum dazu ein, neue Perspektiven auf seine Werke zu entdecken. Die Ausstellung präsentiert malerische und literarische Arbeiten der Schüler:innen in einem kreativen Dialog mit Manets Kunst.

Wir veröffentlichen einen Beitrag des Gymnasiums Herkenrath

Die Vernissage der Ausstellung „Realität in Augenblicken“, einer Kooperation des Gymnasiums Herkenrath und der Kulturkirche Herrenstrunden, hat am Sonntag, 16. März, in St. Johannes der Täufer in Herrenstrunden stattgefunden. Die Ausstellung zeigt Werke des Kunst-Leistungskurses der Q1, die aus einer intensiven Auseinandersetzung mit Édouard Manet und seiner Malerei entstanden sind. 

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Die gut besuchte Eröffnung bot ein abwechslungsreiches Programm, es begann mit einem musikalischen Auftakt des „Salon-Quintetts“ der Schule unter der Leitung von Joachim Pautz, das auch im Verlauf mit ausgesuchten Stücken eine stimmungsvolle Atmosphäre schuf.

Gespielt wurde zur Eröffnung der dritte Satz Allegro des Konzerts für Jagdhorn und Streicher in D-Dur von Georg Philipp Telemann (1740) in einer Bearbeitung für Bläser. Es folgte eine Bearbeitung des romantischen Stücks „Chanson de matin“ von Edward Elgar (1901) und den Abschluss bildete der Walzer „Beautiful Seeress“ von Herbert Pixner (2012).

Faszination für den Moment

Eine Einführung in die Ausstellung erfolgte durch die Kunstlehrerin Irja Quack. In ihrer Rede erklärte sie den Titel „Realität in Augenblicken“, er schlage eine Brücke zwischen dem Werk Manets und den Arbeiten der Schüler:innen. Sie betonte Manets Interesse an der Wirklichkeit seiner Zeit – dem Pariser Großstadtleben der 1860er und 1870er Jahre – sowie seine Faszination für den Moment und den Blick. 

Zwei Schlüsselwerke Manets, „Das Frühstück im Grünen“ und „Olympia“ lösten zu ihrer Zeit Skandale aus, da sie Frauenakte auf neuartige Weise darstellten und durch die herausfordernden Blicke der weiblichen Figuren provozierten. Die Schüler:innen reflektierten diese Werke kritisch und entwickelten eigene Interpretationen in Form von literarischen Texten und malerischen Bildzitaten.

„Solche Paraphrasen sind Einfühlungen in das Vorbild und setzen zugleich aktuelle persönliche Statements, die Schüler:innen haben sich mit der ambivalenten Darstellung von Frauen auseinandergesetzt und die Rolle des Betrachters hinterfragt“, so Quack.

Eingebettet in die musikalischen Einlagen des Salon-Quintetts folgte eine Performance: Von der Orgelempore herab lasen die Schüler:innen Thesen und Fragen zu ihren Werken vor. Diese Impulse luden das Publikum dazu ein, sich beim Rundgang durch die Ausstellung intensiver mit den Bildern auseinanderzusetzen.

Momente der eigenen Lebenswelt

Was gibt es noch zu sehen? Neben Studien zu Manets Perspektive des „Flaneurs“, der seine Umgebung aufmerksam wahrnimmt, untersuchen die Schüler:innen Manets charakteristische Farbigkeit und Malweise in abstrakter Form.

Die Bildgruppe „Ein Augenblick meiner Realität“ rundet die Ausstellung ab, hier halten die jungen Künstler:innen Momente ihrer eigenen Lebenswelt fest. Diese Arbeiten thematisieren oft Übergangssituationen – das Innehalten vor dem Weitergehen – und verbinden Bilder mit poetischen Texten, wodurch alltägliche Augenblicke tiefere psychologische oder philosophische Dimensionen erhalten.

Katrin Wurth, Mitglied der Kulturkirche und zugleich Lehrerin am Gymnasium Herkenrath hob den übergeordneten Sinn der Kooperation hervor: „Jungen Menschen wird ein Forum geboten, etwas Künstlerisches zu präsentieren, und für die Gemeinde und Kulturinteressierte ist es ein schöner Anlass der Begegnung und des Austauschs.“

Der Abend klang bei einem Umtrunk aus, bei dem Besucher:innen miteinander und mit den jungen Künstler:innen ins Gespräch kamen. Die Ausstellung „Realität in Augenblicken“ bleibt noch bis 27. April in der Kulturkirche Herrenstrunden zu sehen und bietet eine spannende Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart sowie zwischen Édouard Manet und den Perspektiven junger Menschen.

Die Vernissage wurde aufgezeichnet und kann über den Youtube-Kanal der Schülerzeitung „Schoolinside“ des Gymnasiums Herkenrath angeschaut werden.

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