17 Künstlerinnen und Künstler der Ateliergemeinschaft in der Grube Weiß und der Arbeitskreis der Künstler ADK laden am Wochenende zu zwei Tagen der offenen Ateliers ein. Besucher:innen erhalten dabei persönliche Einblicke in die künstlerische Arbeit, können sich in individuellen Gesprächen mit den Kunstschaffenden austauschen und einen außergewöhnlichen Kulturort entdecken.
Text: Antje Schlenker-Kortum. Fotos: Thomas Merkenich
Die Ateliers in der Grube Weiß sind nicht nur im Bergischen Land etwas Außergewöhnliches – es gibt lange Wartelisten für freie Ateliers. Wer einmal dort war, versteht den Grund: Die von Oliver Vogt liebevoll restaurierten Räumlichkeiten des ehemaligen Bürogebäudes der alten Grube schaffen eine nahezu paradiesische Arbeitsatmosphäre für Künstlerinnen und Künstler.
Diese besondere Atmosphäre hat dazu geführt, dass die meisten der 16 Künstlerinnen und zwei Künstler sowie der ADK seit der Gründung der Ateliergemeinschaft geblieben sind.
Oliver Vogt macht die Grube Weiß zum strahlenden Kulturort
Der Bauunternehmer und Investor Oliver Vogt hat die Industriebrache Grube Weiß im Alleingang in einen modernen Kulturort verwandelt: Mit 20 Ateliers und einer großen Eventhalle – dem Magazin. Künstler:innen finden in Moitzfeld jetzt optimale Bedingungen für ihre Arbeit. Aber auch Musik, Theater, Kabarett, Feiern und Gesellschaften haben damit eine neue Adresse – im lässig-rustikalen Industrie-Design.
19 Künstler:innen füllen die Grube Weiß mit Farbe
Am Rande von Moitzfeld hat der Bauunternehmer Oliver Vogt auf dem Gelände der Grube Weiß nicht nur eine ungewöhnliche Eventhalle geschaffen, sondern auch ein stilvolles Atelierhaus für eine bunte Mischung von Kreativen aus der Region. Wir haben ihnen einen ersten Besuch abgestattet und kurz die Nase in ganz viele neue Ateliers gesteckt.
Das historische Gebäude ist nicht zufällig das zentrale Motiv der Flyer. Christine Burlon, Künstlerin und Gestalterin, setzt bei ihren Designs bewusst auf ästhetische Architekturfotografien aus der Grube Weiß und nutzt Gestaltungstechniken mit hohem Wiedererkennungswert. Denn noch finden nur wenige zufällige Passanten den verwinkelten Weg in die abgelegene Grube Weiß.

Ein Kulturort mit Ausstellungen und Aktionen
Die Ateliergemeinschaft organisiert regelmäßig Gruppenausstellungen in ihrer hauseigenen Ausstellungshalle „Magazin“ und beteiligt sich kontinuierlich an städtischen Veranstaltungen mit eigenen Aktionen.
Diese Aktivitäten sind für die Kunstschaffenden von großer Bedeutung, erfordern jedoch viel zusätzliche Zeit und Engagement neben ihrer künstlerischen Arbeit. Dennoch bringt sich jede und jeder nach ihren bzw. seinen Möglichkeiten ein, sodass die Grube Weiß sich zunehmend als feste Kulturinstanz in Bergisch Gladbach etabliert.
Ein Beispiel für diesen Erfolg ist das Programm zum Kultursommer 2024, das die Künstlergemeinschaft als eine von wenigen bildenden Kunstinstitutionen in Gladbach anbieten konnte, berichtet Beatrix Rey. Sie lädt heute in ihr Atelier ein, das sie sich mit Christine Burlon und Sandra Seiboth teilt.
Stolz präsentiert sie eine lange Papierbahn voller Kinderzeichnungen, die gemeinsam mit Kindern und Künstlern entstanden sind. Auch im November, zur jährlich stattfindenden Gruppenausstellung im „Magazin“, planen die Kunstschaffenden eine besondere interaktive Aktion, verrät Beatrix Rey, die neben ihrer Arbeit als Skulpturenkünstlerin auch Sozialpädagogin und Coach ist. Die Ausstellungen in der Grube Weiß zeichnen sich oft durch experimentelle Formate aus – ein Privileg, das viele hier schätzen

Architektur trifft Kunst – ein Ort voller Geschichte
Nicht wenige Gäste kommen wegen der beeindruckenden Architektur des Hauses, seiner Restaurierung und Umnutzung. Einige kennen das Gebäude noch aus Zeiten, als das Erzbergwerk oder später Interatom dort betrieben wurden. Damals waren die Räume des Verwaltungsgebäudes nicht zugänglich – heute sind sie Kunsträume, was viele neugierig macht.
Besucher kommen aus Moitzfeld, Gladbach, Köln und darüber hinaus; darunter Interessierte aller Altersgruppen sowie Kunstschaffende von außerhalb, die den Austausch suchen. Viele kehren zurück, um den Ort ihren Nachbarn oder Freunden zu zeigen oder um erneut die Kunst zu entdecken.





Kunstwerke im Entstehen und Werke zum Verkauf
Malerin Gisela Eich Brands erzählt, dass sie sich lange im Voraus Gedanken darüber macht, was sie zu den offenen Ateliers zeigen möchte – Wiederholungen vom Vorjahr möchte sie vermeiden.
Offene Ateliers im Atelierhaus Grube Weiß
Samstag, 5.4.2025 von 14 bis 18 Uhr
Sonntag 6.4. von 12 bis 17 Uhr
Das Atelierhaus hat keinen barrierefreien Zugang. Parkplätze sind vor dem Haus.
Grube Weiß 18, 51429 Bergisch Gladbach-Moitzfeld
atelierhaus.grubeweiss@web.de
Die Ateliergemeinschaft bespricht solche Themen regelmäßig, ebenso wie organisatorische Details von Pressematerial bis hin zum Putzplan. Schließlich soll alles für das große Publikum gut vorbereitet sein; in den letzten zwei Jahren kamen jeweils mehrere Hundert Besucher.

Wolfgang Buyna malt abstrakt und schätzt besonders die intensiven Gespräche mit Besuchern: „Nicht nur die Kunst zeigen, sondern auch darüber sprechen“, empfindet er als künstlerisch inspirierend. Zudem bietet er während der offenen Ateliers spontane Möglichkeiten an – etwa den Verkauf direkt von der Staffelei –, was in einer Galerie so kaum möglich wäre.

Auch Christiane Klapdor nutzt den direkten Austausch mit Besuchern intensiv. Die ehemalige Französischlehrerin gestikuliert leidenschaftlich, wenn sie über ihre experimentelle Arbeitsweise mit Druckgrafik spricht.
Seltener Blick hinter die Kulissen
Malerei, Objektkunst, Fotografie, Kunstbücher, Collagen, Druckgrafik, Zeichnung und Textilkunst – während der offenen Ateliers dürfen Besucher einen authentischen Einblick in die Arbeit der Künstlerinnen und Künstler erhalten: Druckstöcke, Probedrucke, Werkzeuge und grobe Entwürfe liegen bereit; einige arbeiten sogar live vor Ort.





Teilhemende Künstler und Künstlerinnen
Rosemarie Bruchhausen, Christine Burlon, Wolfgang Buyna, Lydia Czeranski, Marijan Dadic, Gisela Eich-Brands, Sigrid Fischer, Eva K. Günther, Christiane Klapdor, Mechthild Kober, Verena Kupper, Heike Peppler, Kathrin Raschke, Beatrix Rey, Margret Schopka, Sandra Seiboth, Birgit Voos-Kaufmann, sowie der Verein ADK, Arbeitskreis der Künstler Bergisch Gladbach e.V.
Es handelt sich bewusst nicht um eine makellose Ausstellungssituation – vielmehr laden offene Ideen dazu ein, Fragen zu stellen und sich auszutauschen. Das Wochenende der offenen Ateliers bietet eine einmalige Gelegenheit, die Grube Weiß als spannenden Kunst- und Kulturort zu entdecken!
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