Foto: panomedia360

Fünf Mitglieder des Integrationsrats setzen sich dafür ein, dass ein öffentlicher Platz auf dem Zanders-Areal den Gastarbeiterinnen und Gastarbeiten gewidmet wird. Viele von ihnen hatten über Jahrzehnte hinweg in der Papierfabrik gearbeitet.

Wir veröffentlichen einen Beitrag von Michaela Bhattacharjee, Kastriot Krasniqi, Adnan Ljura, Ahmad Shehab und Redouan Tollih

Was heute selbstverständlich erscheint, wurde vor Jahrzehnten von mutigen Menschen aus aller Welt mit harter Arbeit und viel Hoffnung aufgebaut: Ihre Geschichten sollen nicht vergessen werden. Fünf Mitglieder des Integrationsrates der Stadt Bergisch Gladbach schlagen deshalb vor, einen öffentlichen Platz auf dem Zanders-Gelände nach den sogenannten Gastarbeiter*innen zu benennen. Ein entsprechender Antrag wird in der Sitzung des Integrationsrates am 22. Mai 2025 beraten.

+ Anzeige +

Mit dem „Platz aller Gastarbeiter*innen“ soll ein sichtbares und dauerhaftes Zeichen des Respekts, der Anerkennung und der Erinnerung geschaffen werden – für all jene Menschen, die ab den 1950er Jahren im Zuge der Anwerbeabkommen aus Ländern wie Italien, der Türkei, Griechenland, Marokko, Portugal und dem ehemaligen Jugoslawien nach Deutschland kamen und maßgeblich zum wirtschaftlichen Aufbau der Stadt beigetragen haben.

„Die sogenannten Gastarbeiter*innen waren weit mehr als Arbeitskräfte“, sagt Michaela Bhattacharjee, Mitglied des Integrationsrates. „Sie haben Familien gegründet, Vereine und Religionsgemeinschaften aufgebaut und sich kulturell wie sozial engagiert. Viele von ihnen und ihre Nachkommen leben bis heute in Bergisch Gladbach. Ihre Geschichten sind Teil unserer Stadtgeschichte – verdienen aber deutlich mehr Sichtbarkeit im öffentlichen Raum“.

Das Zanders-Gelände ist für viele ehemalige Gastarbeiter*innen ein symbolträchtiger Ort: Zahlreiche von ihnen arbeiteten in der traditionsreichen Papierfabrik und fanden dort nicht nur Arbeit, sondern auch soziale Bindung und den Einstieg in ein neues Leben in Deutschland.

Kastriot Krasniqi, Mitglied des Integrationsrates, betont: „Die Benennung eines Platzes der Gastarbeiter*innen auf dem Zanders-Gelände ist nicht nur ein Zeichen der Anerkennung, sondern auch ein Vermächtnis an ihre Kinder, Enkel und Urenkel. Ihre Erinnerungen sind eng mit diesem Ort verbunden. Diese Geschichte verdient einen festen Platz im Stadtbild – auch für kommende Generationen“.


Welche Themen sind Ihnen bei der Kommunalwahl in GL am wichtigsten? Welche Fragen sollen im Wahlkampf beantwortet werden?
Das wollen wir vom Bürgerportal verstehen. Wir machen Ihre Stimme hörbar und Ihre Themen sichtbar. Bitte machen Sie mit!


Der Antrag enthält auch die Anregung, eine Informationstafel oder ein künstlerisches Element wie eine Skulptur zu schaffen, um die Geschichte der Gastarbeiter*innen anschaulich zu vermitteln. Die Umsetzung soll in enger Zusammenarbeit mit lokalen Initiativen und Migrantenorganisationen erfolgen. Die Finanzierung und Pflege einer solchen Erinnerungsstätte könnte auch mit Unterstützung von Sponsor*innen realisiert werden.

Der Antrag wird von den Mitgliedern des Integrationsrates Michaela Bhattacharjee, Kastriot Krasniqi, Adnan Ljura, Ahmad Shehab und Redouan Tollih unterstützt.

Der Integrationsrat ist ein demokratisch gewähltes Gremium, das die Interessen der Bevölkerung mit Migrationshintergrund in Bergisch Gladbach vertritt. Er setzt sich für Themen wie Integration, Chancengerechtigkeit, Mehrsprachigkeit, Teilhabe und den Abbau von Diskriminierung ein.

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

Reden Sie mit, geben Sie einen Kommentar ab

43

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

  1. Was für ein Wahnsinn! Diese Sprache grenzt nur aus und verändert gar nichts. Nur Taten verändern die Menschen und nicht
    ideologiegetriebenes Gutmenschentum.
    Wenn wirklich etwas getan werden soll, dann sollte man zum Beispiel versuchen die Obdachlosen und Drogenabhängigen (Forum) zu integrieren.
    Oder für die Wiedereinführung von Schulbezirken sorgen. Das würde für Integration und Durchmischung sorgen. Schaut euch doch mal den morgendlichen Verkehr der Elterntaxis an.

  2. Ich plädiere für eine Abstimmung.
    Mein Vorschlag: Me gusta Gastarbeiter Gelände.
    Es enthält eine erquickende rethorische Figur und vermeidet sperrige Genderschreibweisen.

  3. Bevor diese Diskussion sich allzu sehr im Thema gendergerechte Sprache verläuft, möchte ich gerne noch eine Anmerkung machen. Wenn der gewünschte Name für diesen Platz möglichst alle Personengruppen (und deren Geschlechter) umfassen soll, dann besteht aus meiner Sicht die Gefahr, dass damit eigentlich niemand mehr konkret etwas anfangen kann. “Wer alle grüßt, grüßt keinen”. Deshalb wäre mein Alternativvorschlag, z.B. den ersten dieser ausländischen Mitarbeiter bei Zanders zu identifizieren und stellvertretend für alle anderen als Namensgeber auszuwählen. Damit würde man auch verhindern “Gastarbeiter” als bloße “Menschenmasse” zu fassen, stattdessen auf die Individualität von Einzelschicksalen verweisen. Es käme ja auch vermutlich niemand auf die Idee statt Konrad Adenauer Ufer zu sagen vom BürgermeisterInnen Ufer als plausible Alternative zu sprechen.

  4. Von einem Feigenblatt kann keine Rede sein. Natürlich bin ich ein Gegner der gendergerechten Sprache, wenn man sich damit unnötige Probleme einhandelt. Privat darf und soll selbstverständlich jeder so reden und schreiben wie er will. Bei Behörden sieht es allerdings anders aus.

  5. Die Benennung „Platz aller Gastarbeiter*innen“ erscheint mir unter anderem aus folgenden Gründen nicht gut:
    1. Die Länge verstößt gegen eine von der Stadt veröffentlichten Richtlinie (https://www.bergischgladbach.de/xxxvi.pdfx), Punkt 2.4. Kurz genug wäre „Platz aller Gastarbeiter“.
    2. Straßennamen werden in vielen EDV-Systemen verarbeitet. Es ist vollkommen unklar, wie diese Systeme mit dem Sternchen als Sonderzeichen umgehen. Gerade das Sternchen kann in der EDV sehr viele verschiedene Funktionen erfüllen, die hier unerwünscht wären. In der Programmierung würde man die Verwendung des Sternchens an dieser Stelle wohl „asking for trouble“ nennen. Besser wäre auch hier „Platz aller Gastarbeiter“.

    1. Vielleicht nennen wir den Ort einfach offen ‚Platz der Gegner geschlechtergerechter Sprache‘ (natürlich männlich) – dann ist zumindest klar, worum es wirklich geht und legen dabei auch das ganze Feigenblatt ab.

      1. Der Nachweis, dass Sternchenwörter in irgendeiner Weise „geschlechtergerecht“ wären, steht seit Jahren aus. Der Glaube daran ist zwar ein Dogma der Identitätsideologie, ist aber außerhalb dieser Glaubensrichtung ziemlich irrelevant.

      2. @ Drucker: Wie könnte ein solcher Nachweis aussehen? Ich kann nur anekdotisch aus meinem Umfeld berichten, dass Queers und Homosexuelle ganz überwiegend “gendern” – die Akzeptanz der Verwendung bei denjenigen, denen damit vor allem Sichtbarkeit verschafft werden soll, also allgemein recht hoch ist.

      3. Wie der Nachweis aussieht, sieht man wohl dann, wenn er vorliegt und stichhaltig ist. Selbst Ihre anekdotischen Erfahrungen belegen ja lediglich, dass man meint, damit werde Sichtbarkeit geschaffen. Dass dieser Glaube vorhanden ist, ist wohl unbestritten.

  6. Sehr geehrter Herr Tollih,

    der von ihnen vorgelegte Antrag aus dem Ratsinformationsystem legt den Schwerpunkt nicht auf eine gemeinsame Namenssuche (wie sie schreiben), sondern strebt primär einen genauen Beschluss zur Benennung eines Platzes an – mit einem Begriff, der historisch belastet ist. Auch steht nichts von einer „vorläufigen Namensgebung“, sondern ein sehr genaue Beschlussvorschlag für einen Namen. Eine kritische und historische Auseinandersetzung mit dieser Problematik fehlt, ebenso wie der Einbezug und Diskussion mit relevanten Gruppen vor Antragstellung.

    Der Vergleich Ihres Vorschlags mit der Kölner Gedenktafel im Stadt-Anzeiger greift zu kurz: Die Tafel in Köln ehrt einen konkret benannten Einwanderer – Ihr Begriff wäre dagegen ein historisch belasteter Name ohne Kontext, der stumm im Stadtplan stünde, wo eine Gedenktafel aber nicht sichtbar gemacht könnte.

    Die nachträgliche Darstellung des Antrags als “Denkanstoß” wirkt daher wenig glaubwürdig und wirft Fragen nach der internen Abstimmung und Sensibilität gegenüber möglichen gesellschaftlichen Auswirkungen auf. Der Vorschlag birgt das Risiko gesellschaftlicher Spaltung, statt zu einer friedlichen und konstruktiven Diskussion beizutragen.
    Eine breite, inklusive Diskussion wäre notwendig gewesen – insbesondere unter Einbeziehung jener Menschen, deren Perspektiven im Antrag bislang kaum berücksichtigt wurden.

    Noch ist es nicht zu spät: Ein Rückzug des Antrags und ein Neuanlauf im Dialog mit allen Betroffenen könnten den Weg zu einer gemeinsamen, tragfähigen Lösung ebnen, welche Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft einbezieht. Bei Fragen wie diesen geht es nicht um symbolische Gesten, sondern um Anerkennung, Respekt und Teilhabe in einer vielfältigen Bürger:innenschaft. Lesen Sie ihren Antrag an den Stadtrat nochmal sorgfältig durch. Ein Rückzug des Antrag sollte ihnen dann nicht mehr schwerfallen, denn in ihrem Statement schreiben sie selbst, dass der Antrag anders gemeint war, als er ankommt und geschrieben steht.

    Ihr Jonas

  7. In Bezug auf die getätigten Aussagen, dass mittels dieses Vorgehens mehr Sichtbarkeit im öffentlichen Raum geschaffen werden soll, möchte ich anmerken, dass dieser Ansatz jedoch nicht die gewünschte Wirkung entfaltet. Die Bezeichnung „Gastarbeiter*innen“ ist in der heutigen Zeit abwertend und nicht mehr akzeptabel.

    Dieser Begriff wurde in der Vergangenheit unbewusst und unreflektiert verwendet, um Menschen zu beschreiben, deren Vorfahren als sogenannte „Gastarbeiter“ nach Deutschland kamen. Heute ist uns jedoch bewusst, dass mit diesem Begriff eine Form von Verletzlichkeit einhergeht. Er ist diskriminierend und nicht wertschätzend.

    Als Angehörige sehe ich in dieser Bezeichnung kein Zeichen der Anerkennung. Im Gegenteil – es mangelt an Zugehörigkeit und an einer angemessenen Wertschätzung.

    Wenn die Geschichte dieser Menschen einen festen Platz in unserem kollektiven Gedächtnis verdient, dann sollte sorgfältig überlegt werden, welche Worte in diesem Zusammenhang verwendet werden. Mein Großvater und viele andere haben Deutschland mit aufgebaut – für ihre harte Arbeit, ihr Durchhaltevermögen und ihren Beitrag zur Gesellschaft verdienen sie Respekt und Anerkennung. Diese Leistung verdient es, mit einer respektvollen und würdevollen Sprache benannt zu werden. Mein Großvater hat für seinen Fleiß einen besseren Namen verdient!

  8. Bitte unterlassen Sie Verleumdungen und falsche Behauptungen, entsprechende Kommentare lassen wir nicht zu.

  9. Die antragstellenden Mitglieder des Integrationsrates haben selbstverständlich keine rassistischen Motive bei der Wahl des vorläufigen Platznamens verfolgt. In der Sitzung des Integrationsrates am 22. Mai 2025 haben wir mehrfach betont, dass die endgültige Benennung in enger Zusammenarbeit mit Migrantenorganisationen, ehemaligen sogenannten Gastarbeiter*innen sowie weiteren engagierten Menschen erfolgen soll. Dies ist auch ausdrücklich im Antrag festgehalten: „Die Benennung soll in enger Abstimmung mit dem Integrationsrat und unter Einbindung von Migrantenorganisationen erfolgen.”

    Für uns war es daher von Anfang an selbstverständlich, dass Migrantenorganisationen maßgeblich in die Entscheidungsfindung einbezogen werden. In unserer Stadt gibt es rund 20 Vereine, die von Migrant*innen gegründet wurden und deren Perspektiven bei der Namensfindung berücksichtigt werden sollen. Unser gemeinsames Ziel ist es, einen würdigen Namen zu finden, der die Lebensleistung und den langjährigen Einsatz vieler Menschen sichtbar macht, die unsere Stadt über Jahrzehnte mit aufgebaut und geprägt haben.

    Darüber hinaus haben wir in der Sitzung mündlich vorgeschlagen, sich kritisch mit der bisherigen Namensgebung auseinanderzusetzen – beispielsweise durch ein erklärendes Zusatzschild oder eine Gedenktafel. So kann ein Ort entstehen, der Raum für Erinnerung, Bildung und Dialog bietet. Der Begriff der sogenannten „Gastarbeiter*innen“ stammt nämlich aus der Zeit der Anwerbeabkommen und ist heute umstritten, da er die Lebensrealität vieler Menschen nicht angemessen beschreibt.

    Damit der Antrag fristgerecht eingereicht werden konnte, haben wir als Antragsteller*innen einen vorläufigen Titel gewählt. Zugleich möchten wir die Menschen in unserer Stadt ausdrücklich dazu ermutigen, eigene Namensvorschläge einzubringen – Vorschläge, die den jahrzehntelangen Einsatz für Teilhabe, Anerkennung und ein respektvolles Zusammenleben würdigen.

    Der Antrag wurde in der Sitzung einstimmig – bei einer Enthaltung – beschlossen. Änderungsanträge wurden nicht eingebracht.

    Zwischen 1955 und 1973 kamen im Rahmen der Anwerbeabkommen rund 14 Millionen Menschen nach Westdeutschland, die damals als sogenannte Gastarbeiter*innen bezeichnet wurden. Laut Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) und Statistischem Bundesamt kehrten etwa 11 Millionen – teils nach wenigen Jahren, teils nach Jahrzehnten – in ihre Herkunftsländer zurück. Rund 3 Millionen Menschen blieben dauerhaft und prägten gemeinsam mit ihren Familien das heutige Deutschland entscheidend mit.

    Eine Würdigung darf sich nicht allein an der Dauer eines Aufenthalts orientieren. Auch wenige Jahre harter Arbeit unter schwierigen Bedingungen verdienen Dank, Erinnerung und Respekt. Wer gekommen ist, um mitzuhelfen – ob für kurze Zeit oder für ein ganzes Leben -, war, ist und bleibt Teil unseres gemeinsamen Wegs.

    Gemeinsam wollen wir einen Ort schaffen, der für Respekt, Anerkennung und Vielfalt steht.

    1. @Redouan Tollih

      Leider wurde von ihnen nicht erwähnt, dass dem Beschluss im Integrationsrat eine kontroverse Diskussion vorausging. Diese verlief keineswegs einvernehmlich oder einstimmig, denn auch an wurde der Begriff „Gastarbeiter“ als rassistisch empfunden . Auch andere, ebenfalls konstruktive Vorschläge zur Namensgebung wurden eingebracht, aber nicht in den Antrag aufgenommen. Die Vertreterin der „Die Linke – Internationale Liste LIL“ hat ihre Bedenken deutlich geäußert, wie später auch im Bürgerportal hier dokumentiert wurde.
      https://in-gl.de/2025/05/24/linke-kritisiert-vorschlag-fuer-platz-der-platz-der-gastarbeiterinnen/

      Die Linke hat sich im Integrationsrat enthalten – nicht, um Zustimmung zu signalisieren, sondern um zu verdeutlichen, dass zwar das ursprüngliche Anliegen des Vorschlags grundsätzlich unterstützt wird, jedoch die Wortwahl „Gastarbeiter“ sehr kritisch gesehen wird.

      Aus unserer Sicht ist der Name „Platz der Gastarbeiter*innen“ kein gemeinschaftlich tragbarer Vorschlag. Im Gegenteil: Die Verwendung des Begriffs „Gastarbeiter“ verankert eine historisch belastete und ausgrenzende Bezeichnung im öffentlichen Raum – auch wenn er durch Erläuterungen relativiert werden würde. Der Begriff ist nicht geeignet, ein Gefühl von Gemeinsamkeit zu schaffen, sondern birgt die Gefahr der Spaltung. Platznamen sollten hingegen von einer breiten stadtgesellschaftlichen Öffentlichkeit mitgetragen werden können.

      Die Linke im Integrationsrat hätte sich gewünscht, frühzeitig in den Prozess einbezogen zu werden, statt kurz vor der Neuwahl des Integrationsrates mit einem mit heißer Nadel gestrickten unüberlegten Vorschlag konfrontiert zu werden, der den Eindruck eines wahlkampfbezogenen Manövers erweckt. Gerade bei einem so sensiblen Thema wäre eine offene, transparente und einvernehmliche Debatte notwendig gewesen – eine Debatte, die dem Anliegen des Vorschlags gerecht wird und alle migrantischen Gruppen, auch Vereine sowie viele Bürger:innen mit internationaler Geschichte in dieser Stadt einbezieht, statt sie von der Diskussion auszuschließen.

      Die Linke bleibt weiterhin gesprächsbereit und setzt sich für einen breit getragenen, würdevollen und inklusiven Umgang mit der städtischen Erinnerungskultur ein. Vielleicht gelingt das noch!


      Um dem „Disclaimer“ der Redaktion zuvorzukommen, stelle ich fest, dass auch dieser Kommentar eine rein private und menschliche (ohne KI geschriebene) Meinungsäußerung und keine Pressemitteilung einer Partei ist. Über meine aktive Rolle bei der Partei Die Linke in der Region können sie sich durch Klick auf den Namen über den Kommentar umfassend inkl. Ämter, Mandate, politischen Lebenslauf und Daten informieren.

    2. Es ist erschreckend, mit welcher Vehemenz und Wortakrobatik versucht wird, einen eindeutig rassistisch belasteten Begriff zu rechtfertigen – einzig, um sich nicht eingestehen zu müssen, dass dieser untragbar ist und DIE LINKE mit ihrer Kritik richtig liegt.

      Dabei wird ignoriert, dass seine Verwendung die gesellschaftliche Spaltung vertieft. Schon allein diese Tatsache zeigt unmissverständlich: Der Vorschlag, einen öffentlichen Ort nach diesem Begriff zu benennen, ist nicht haltbar und muss umgehend zurückgezogen werden.

  10. Die Linke internationale Liste im Integrationsrat Bergisch Gladbach lehnt den Vorschlag ausdrücklich ab, einen Platz „Platz der Gastarbeiter*innen“ zu nennen. Der Begriff ist historisch belastet, ausgrenzend und rassistisch konnotiert. Stattdessen fordert Die Linke eine respektvolle und inklusive Benennung, die die Realität und Leistung von Migrant:innen würdigt, ohne zu verletzen. Die Lanke macht konstruktive Vorschläge dazu.

    Die gesamte Erklärung im Detail und Begründung von Die Linke finden sie im Bürgerportal unter:
    https://in-gl.de/2025/05/24/linke-kritisiert-vorschlag-fuer-platz-der-platz-der-gastarbeiterinnen/


    Um dem „Disclaimer“ der Redaktion zuvorzukommen, stelle ich fest, dass auch dieser Kommentar eine rein private und menschliche (ohne KI geschriebene) Meinungsäußerung und keine Pressemitteilung einer Partei ist. Über meine aktive Rolle bei der Partei Die Linke in der Region können sie sich durch Klick auf den Namen über den Kommentar umfassend inkl. Ämter, Mandate, politischen Lebenslauf und Daten informieren.

  11. Eine Würdigung derjenigen, die damals ihr Zuhause aufgaben um in Deutschland zu arbeiten, ist grundsätzlich notwendig und gut, die Menschen arbeiteten unter schweren Bedingungen und wurden kaum integriert, leisteten aber einen wichtigen Beitrag zum wirtschaftlichen Aufschwung. Es war aber auch eine “Win-win-Situation”. Kaum jemand der damals Zugezogenen wird gekommen sein, weil die Liebe zu Deutschland so groß war oder man Deutschland unbedingt beim Aufschwung helfen wollte. Ausschlaggebend war eher eine schwierige Lebenssituation im Heimatland und die Möglichkeit in Deutschland “gutes Geld” zu verdienen, die Dankbarkeit sollte und wird auf beiden Seiten liegen, beide haben profitiert. Auch heute geht Deutschland weiterhin den Weg der “Gastarbeiter”, z.B. in der Pflege. Die Bezeichnung “Platz aller Gastarbeiter*innen” finde ich furchtbar. Vielleicht käme GL damit ja bundesweit in die Schlagzeilen – die erste offizielle Benennung mit Gendersternchen (oder gibt es das schon irgendwo?). Wenn man schon unbedingt Straßen und Plätze mit bedeutsamen Bezeichnungen versehen möchte, warum nicht einfach “Platz der Arbeitsmigration”, “Platz der Zuwanderung” o.ä.?

  12. Der Begriff “Gastarbeiter:in” ist zunächst einmal abzulehnen. Einen Platz den vielen Fachkräften mit ausländischer Herkunft zu widmen, wäre dagegen lobenswert.

    Oder auch ein Mahnmal der Familie Zanders, die sich mit dem frühen Ausstieg aus dem Geschäft eine goldene Nase verdient hat auf dem Rücken der Belegschaft – um sich nun dem kulturellen Mäzentum zu widmen…

    1. Das nennt man wirtschaftliches Geschick.
      Hätten sie das familiäre Vermögen vernichten sollen, damit die Arbeiter länger auf einem toten Gaul reiten?
      Die Zeiten, wo man 50 Jahre bei einem Unternehmen bleibt, sind vorbei.
      In dieser schnelllebigen Zeit ist kein Unternehmen sicher.

      Vielleicht wollen deswegen so viele in den gemütlichen öffentlichen Dienst.

  13. Ich wäre für “Platz der Steuerzahler”.
    Immerhin haben die sehr viele Jahre für den Erhalt der Firma bezahlt.

    1. Der Kevin-Platz, gewidmet all den Kevins, die so viel arbeiten müssen, dass sie keine Zeit mehr haben, ihre populistischen Kommentare auf Rechtschreibfehler zu prüfen.

      1. @Sebastian:
        Alle Kevins in den Dreck zu ziehen zeigt ihre Vorurteile und Rassismus. Die Merheit populistisch zu nennen ist antidemokratisch. Ab in die braune Schäm-Ecke ;-)
        @Drucker:
        Damit zeigen sie ihr wahres Gesicht Vorurteile zu befeuern. Wenigstens habe ich noch einen Namen und bin kein Computerzubehör ;-)

      2. @Kevin
        Ich habe ja gar nicht von “allen Kevins” gesprochen, sondern nur von denen, die so viel arbeiten. Unabhängig davon, wären auch Vorurteile gegenüber allen Kevins kein Rassismus. Begriffe haben eine Bedeutung.

        Ich habe auch nicht die Mehrheit populistisch genannt, sondern Ihren Kommentar.

      3. Werter Kevin, der von mir verlinkte Artikel spricht sich doch gerade gegen Vorurteile gegenüber den Kevins dieser Welt aus. Haben Sie gar nicht so weit gelesen? Machen Sie einfach noch einen Versuch, das klappt dann schon.

        Bei der Gelegenheit könnten Sie sich gleich auch noch dazu schlau machen, was „Rassismus“ bedeutet. Und natürlich auch darüber, dass „Drucker“ u.a. eine Berufsbezeichnung ist, aus der auch Familiennamen gebildet wurden, also ähnlich wie bei „Müller“ oder „Bäcker“, um mal ein paar alltäglichere Beispiele zu nennen.

        Falls es noch Fragen gibt, dann fragen Sie einfach. Wir helfen Ihnen. Wort.

    2. Nichts dagegen, die Menschen, um die es hier geht, gehören schließlich dazu. Aber da sie es ungleich schwerer hatten, ist ein Extragedanke an sie auch nicht verkehrt.

    3. Warum nicht gleich “Platz der Großzügigen Meerschweinchen”…!
      (Kulturbanausen sei der Asterix-Band ‘Die Odyssee’ empfohlen.)

  14. Inhaltlich volle Zustimmung: Eine Würdigung im Stadtbild ist überfällig!

    Ob der Namensvorschlag glücklich gewählt ist, ist eine andere Frage. Mit dem Begriff war damals die Vorstellung bzw. Fiktion verbunden, dass Menschen “nur zu Gast” herkommen, ihre Arbeitskraft abliefern und wieder gehen. Über dauerhafte Integration und die damit einhergehenden gesellschaftlichen Veränderungen wurde wenig bis gar nicht nachgedacht (soweit mir als Nachgeborenem bekannt).

    Wie wird der Begriff heute verstanden? Was bedeutet es, wenn ein Platz nach den “Gast”arbeiter:innen benannt wird? Inzwischen haben doch (fast) Alle verstanden, dass die angeworbenen Arbeitskräfte nicht als “Gäste” kamen, sondern als vollwertige neue Mitglieder der Gesellschaft. Nimmt die Namensgebung die damalige Fehleinschätzung aufs Korn – oder wiederholt und verfestigt es sie?

    1. Zuweilen kann es ganz hilfreich und heilsam sein, Begriffe in die Öffentlichkeit zu stellen, an denen sich Kontroversen entzünden. Wenn man alles nur weichspült und mit Triggerwarnungen versieht, verschafft man zwar manchen „Snowflakes“ die gewünschte Distanz zu allem Beunruhigenden dieser Welt, verhindert aber auch die notwendige gesellschaftliche Auseinandersetzung damit. Manchmal müssen wir gestört, beunruhigt und aus der selbstgewissen Komfortzone gerissen werden, und dafür eignen sich Begriffe mit kontroversem Potenzial ganz hervorragend.

      Max Frisch hat vor vielen Jahren hinsichtlich der Gastarbeiter den Satz geprägt: „Wir riefen Arbeitskräfte, und es kamen Menschen.“ Den Gedanken daran kann man nicht wach genug halten.

      1. Gehen Sie einfach mal die nächsten Tage aufs Amt und lassen sich eine Merkbefreiung ausstellen.

      2. @Drucker: Genau an diesen Satz dachte ich auch. Grundsätzlich stimme ich Ihnen zu – gleichzeitig frage ich mich (nicht-rethorisch), ob eine solche Benennung nicht den eigentlich überwundenen “Gaststatus” wiederbeleben würde. Manche alten Begriffe werden aus gutem Grund heute nicht mehr benutzt, weil sie Menschen(-gruppen) ausgrenzen oder abwerten. Provokant gefragt: Sollte es in Hafenstädten, die früher vom Sklavenhandel profitiert haben, einen “Platz der N…sklaven” geben?
        Wenn wir Diskurskritik und Kontroversen wollen, habe ich einen besseren Vorschlag: “Platz mit Migrationshintergrund”. Ja, das ist ein ernstgemeinter Vorschlag!

        @Kevin: Ich muss beim Lesen Ihrer Kommentare schmunzeln. Merken Sie eigentlich, dass Sie gerade alle etwaigen Vorurteile gegenüber ‘Kevins’ bestätigen? Wenn Sie das absichtlich machen, dann Chapeau vor soviel Selbstironie. Ansonsten sollten Sie sich vielleicht angewöhnen, Kommentare Anderer vor dem Beantworten erst zu lesen und zu verstehen. ;-)

      3. Mit ihrer freundlichen Art und ihrer Besserwisserei sind sie bestiimt der Stolz ihrer ganzen Familie!

  15. Der Begriff Gastarbeiter muss überdacht werden. Diese Gruppe spielte zahlenmäßig nur eine geringe Rolle. Der Begriff wurde teils euphemistisch betrachtet und war außerordentlich negativ belastet. Außerdem ist er historisch nationalsozialistisch konnotiert.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Gastarbeiter

    1. Da haben Sie Ihre Quelle aber nicht richtig gelesen. Natürlich spielte die Gruppe der Gastarbeiter zahlenmäßig eine große Rolle, das steht auch im WP-Artikel. Ebenso kann man dem entnehmen, dass der Begriff zwar in den letzten Kriegsjahren bereits nachweisbar ist, damals aber praktisch keine Rolle spielte – „historisch nationalsozialistisch konnotiert“ sieht anders aus.

      Mir erscheint der vorgeschlagene Name des Platzes zwar ein wenig sperrig (nicht zuletzt wegen des zeitgeistig-anbiedernden Gendersternchens), aber wenn der Vorschlag aus der Mitte des Integrationsrats kommt, wird man seine Schöpfer ganz sicher nicht über dessen (Neben-)Bedeutungen belehren müssen.

      An die Menschen zu erinnern, die damals zu uns kamen und Deutschland in vielerlei Hinsicht bereicherten, ist abgesehen davon absolut richtig und wünschenswert.

  16. Sehr gute weil menschliche und würdigende Idee.
    Gerade in heutigen Zeiten des Rassismus. (von AfD, Stammtischen usw)
    Die Geschichte der sogenannten „Gastarbeiter“/Migranten in Bergisch Gladbach würde vielleicht nicht nur mich sehr interessieren.
    Vielleicht kann der Integrationsrat diese Aufarbeitung auch initiieren.

    1. Sehr gute Idee, der ich uneingeschränkt zustimme. Deutschlands Aufbau nach dem Krieg und Wirtschaftskraft danach konnte nur durch das Engagement und die Unterstützung der Arbeitskräfte aus Europa gelingen. Ganz zu Schweigen von der kulturellen Vielfalt mit der diese Menschen uns bereichert haben.