Kein Thema polarisiert die Menschen in Bergisch Gladbach so sehr wie der Verkehr - ebenso die Frage, wie ein Nebeneinander von Rad- und Autoverkehr künftig gelingen kann. Symbolfoto: Thomas Merkenich

Nicht die Parteien geben die Themen in diesem Wahlkampf vor, sondern die Wählerinnen und Wähler selbst: In der Umfrage „Deine Stimme, Deine Themen“ hatten wir gefragt, welche Themen Ihnen bei der Kommunalwahl am 14. September besonders wichtig sind und auf welche Fragen sie Antworten von der lokalen Politik verlangen. Daraus ergibt sich diese WahlAgenda für Bergisch Gladbach.

Wie lösen wir die Verkehrsprobleme in einer Pendlerstadt mit schlechter Bahnanbindung und maroden Straßen? Kein Thema treibt die Menschen in Bergisch Gladbach so stark um wie der Verkehr. Und kein Thema wurde in unserer Umfrage „Deine Stimme, Deine Themen“ so häufig genannt. 

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Dahinter folgen – mit deutlichem Abstand – die Themenfelder Verwaltung, Stadtentwicklung, Klima/ Energie sowie Kita/ OGS/ Schule, die in der Abstimmung dicht beieinander liegen. Im Mittelfeld liegen Sozialer Zusammenhalt und Teilhabe sowie Wohnen, gefolgt von Migration/ Integration, Sicherheit und Ordnung, die gleichauf liegen. Wirtschaft sowie Kultur und Sport landen im Ranking auf den hinteren Plätzen.

Zur Erinnerung: Wir hatten unsere Leserinnen und Leser gefragt, welche Themen ihnen bei der Kommunalwahl 2025 besonders wichtig sind, zu denen sie Fragen formulieren konnten, die die Parteien beantworten sollen. Wie bereits bei der Bundestagswahl konnten sich die Bürger:innen an einer kurzen Umfrage beteiligen, jetzt mit zwei Kern- und einer Bonusfrage.

Das sind die Prioritäten in GL

711 Menschen haben sich an der Umfrage beteiligt. Sie konnten aus elf Themenbereichen bis zu drei auswählen, die ihnen am wichtigsten sind, und – wenn sie wollten – dazu jeweils eine konkrete Frage stellen. Außerdem gab es die Möglichkeit, ein anderes Thema zu nennen und dazu eine Frage zu stellen.

380 der 711 Beteiligten hatten Verkehr als eins von drei Topthemen benannt, die im Wahlkampf debattiert werden sollen. 190 von ihnen haben dazu konkrete Fragen und Forderungen formuliert. Der Themenbereich Klima und Energie landete nur auf Platz 4 – bei unserer Umfrage zur Bundestagswahl hatte Klimaschutz noch ganz oben gestanden.

Bergisch Gladbachs WahlAgenda 2025

  1. Verkehr (380 Nennungen)
  2. Gute Verwaltung (211)
  3. Stadtentwicklung (193)
  4. Klima / Energie (191)
  5. Kita / OGS / Schule (182)
  6. Sozialer Zusammenhalt und Teilhabe (153)
  7. Wohnen (116)
  8. Migration / Integration (103)
  9. Sicherheit und Ordnung (103)
  10. Wirtschaft, Handel und Gewerbe (83)
  11. Kultur / Sport / Freizeit (76)
  12. Anderes Thema (20)

Hinter jedem Thema steht ein ganzer Komplex von Unterthemen, verbunden mit sehr vielen Fragen, die wir nachfolgend dokumentieren.

1. Verkehr (ÖPNV, Straßen, Radwege)

Das Thema Verkehr betrifft jede und jeden. Alle beklagen eine Überlastung des Verkehrsnetzes und den maroden Zustand von Straßen und Radwegen. Allerdings gibt es zwei sehr gegensätzliche Sichtweisen auf die Problemlage: Auf der einen Seite stehen diejenigen, die eine konsequentere Förderung des Radverkehrs fordern und sich Ausbau und Sanierung der Radwege sowie ein durchgehendes Radwegenetz wünschen.

Auf der anderen Seite stehen diejenigen, die einen „Krieg gegen den Autoverkehr“ konstatieren und ein Ende der Benachteiligung des motorisierten Individualverkehrs fordern.

Sehr viele Befragte wünschen sich eine Verbesserung des ÖPNV und eine bessere Anbindung an Köln. In diesem Zusammenhang wird besonders häufig die S11 (Unzuverlässigkeit, zweites Gleis) erwähnt. Wiederholt werden Lösungen für überlastete Stadtteile wie Refrath und Schildgen gefordert. Weitere Themen sind Tempo 30, sichere Schulwege und Parkflächen.

Typische Fragen zu dem Thema:

  • Wie kann die Sanierung der Straßen und Radwege beschleunigt werden? 
  • Wann werden die Fahrradwege so ausgebaut, dass man tatsächlich auch ausreichend Platz hat und man im Straßenverkehr als Fahrradfahrer wahrgenommen wird?
  • Wann gibt es sanierte Radspuren auf den zahlreichen kaputten und für Radfahrer gefährlichen Straßen?
  • Was ist ein realistischer Termin für die Inbetriebnahme des 2. S-Bahn-Gleises?
  • Was unternimmt die Stadt, um die Erreichbarkeit von Köln mit dem ÖPNV zu verbessern?
  • Was wollen Sie für eine bessere ÖPNV-Anbindung der ländlichen Regionen tun?
  • Mit welchen Maßnahmen werden Sie die Menschen darin unterstützen, vermehrt auf andere Fortbewegungsmittel als das Auto umzusteigen?
  • Wann kommt endlich der Radschnellweg nach Köln?

    Einige spezielle Fragen:
  • Was wollen Sie unternehmen, dass unsere Kinder künftig eigenständig und sicher zur Schule gehen oder mit dem Rad fahren können?
  • Warum wird die Schlossstraße nicht zur Fußgängerzone? Das wäre eine große Chance für die Entwicklung Bensbergs.
  • Wann bekommen wir endlich Tempo 30 flächendeckend in der ganzen Stadt? 
  • Warum gibt es keine durchgängige Radverbindung zwischen den Stadtteilen?
  • Wie kann Schildgens Verkehrsproblem gelöst werden?
  • Wie sollen die vielen Bürger, die an den vollkommenen überlasteten und umweltbelasteten Straßen leben, ein wenig mehr an Lebensqualität bekommen?
     

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Wie Kreutz und Felsch die Verkehrsprobleme lösen wollen

Eine Pendlerstadt mit schlechter ÖPNV-Anbindung, eine Großstadt, deren Straßen Hubbelpisten gleichen und deren Radwege gar keine sind: So lässt sich Bergisch Gladbachs Verkehrssituation zusammenfassen. Die Bürgermeisterkandidaten Marcel Kreutz und Alexander Felsch diskutieren im BürgerClub, was sich verbessern muss – und liefern sich einen hitzigen Schlagabtausch.

„Radfahrer und Autofahrer zu Feinden gemacht“

Der Verkehr steht mit großem Abstand auf Platz 1 der Themen, für das die Bürgerinnen und Bürger Antworten von der lokalen Politik verlangen. Bei der Umfrage „Deine Stimme, Deine Themen“ zeigt sich, dass dieses Thema fast alle umtreibt, aber zwei gegensätzliche Haltungen intensiv engagiert sind: Die Befürworter einer Förderung des Radverkehrs und diejenigen, die sich gegen eine Benachteiligung des Autoverkehrs stemmen. 

2. Gute Verwaltung

Bürokratie abbauen und verschlanken, die Verwaltung und Behördengänge digitalisieren, mehr Bürgernähe – das sind Schlagworte, die in vielen Fragen vorkommen. Viele Teilnehmer:innen sprechen sich für mehr Bürgerbeteiligung aus und wünschen sich mehr Service im Hinblick auf ihre Anliegen: kürzere Wartezeiten auf Termine, bessere Erreichbarkeiten (telefonisch/ per Mail) und schnellere Bearbeitungszeiten ihrer Anträge und Anliegen. 

Häufig genannte Fragen:

  • Wie kann die Verwaltung wieder als bürgerorientierter Dienstleister aufgestellt werden?
  • Wann lassen sich Behördengänge und Bürgeranliegen (Ausweise, An- und Ummeldung) digital erledigen?
  • Wie können die Kontaktmöglichkeiten für Bürger und die Erreichbarkeit der Bürgerbüros verbessert werden? 
  • Wie kann die Verwaltung effizienter arbeiten?
  • Was beabsichtigt die Verwaltung zu tun, um mehr Bürgerbeteiligung und -Einbindung zu erreichen?
  • Wie sollen Senioren ohne Internet Termine beim Bürgerbüro vereinbaren?

    Spezielle Fragen:
  • Warum läuft die Kommunikation bei Themen wie Schulbau und Baustellen so schlecht?
  • Wie wollen Sie neue Mitarbeiter gewinnen?
3. Stadtentwicklung (Quartiere, Leerstand, Nahversorgung)

Müll, verfallene oder leerstehenden Gebäude und Ladenlokale – viele Befragte äußern ihren Unmut über das Erscheinungsbild der (Innen-)Stadt. In diesem Zusammenhang erwähnen mehrere Leser:innen die seit Jahren leerstehende Rheinberg-Passage. Auch die fehlende Nahversorgung in einzelnen Stadtteilen – vor allem in Herkenrath – wird häufig beklagt. Außerdem beschäftigt viele Menschen die Zukunft des Zanders-Gelände und wünschen sich, dass es dort schneller voran geht.

Mehrfach genannte Fragen:

  • Was tun Sie zur Aufwertung des Stadtbildes und gegen Vermüllung, Leerstand und verfallene Gebäude?
  • Wie kann das Zanders-Gelände zeitnah und sinnvoll genutzt werden?
  • Welche Bereiche in der Stadtentwicklung sind Ihre Schwerpunkte?
  • Wie soll Bergisch Gladbach in 10 Jahren aussehen? 
  • Welche Pläne gibt es, die Aufenthaltsqualität in den Quartieren zu steigern?

Spezielle Fragen:

  • Es gibt Stadtteile ohne Einkaufsmöglichkeiten. Warum gibt es nicht wenigstens einen Einkaufsbus, der Bürgen einen Noteinkauf ermöglicht?
  • Was ist der Erfolgsfaktor für eine sinnvolle Quartierentwicklung (Mischung Gewerbe, Dienstleistung, Wohnen, sozialer Wohnungsbau)?
  • Wie geht es mit dem Wachendorff-Gelände weiter?
4. Klima / Energie

Klima/ Energie

Hitze, Starkregen und die Folgen der Klimakrise beschäftigen die Teilnehmer:innen der Umfrage sehr. Der Ausbau von erneuerbaren Energien in privaten wie kommunalen Gebäuden, die Entsiegelung und Begrünung von Flächen sowie der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs sind Themen, die wiederholt genannt werden.

Einige exemplarische Fragen: 

  • Was sind konkrete Klimaziele für die nächsten fünf Jahre und wie sollen diese erreicht werden? 
  • Was wird gegen die bereits eingetretenen Folgen des Klimawandels getan?
  • Wie können mehr Anreize für Bürger:innen geschaffen werden, um klimafreundlicher zu leben?
  • Was wird getan, um den Ausbau von erneuerbaren Energien und Umstellung auf E-Mobilität und Wärmepumpen voranzubringen?
  • Wie kann Bergisch Gladbach klimaneutral werden?
  • Welche Pläne hat die Stadt für die Entsiegelung und Begrünung von Flächen und Plätzen?
  • Wie kann der Ausbau von PV-Anlagen auf privaten und städtischen Gebäuden vorangetrieben werden?

Spezielle Fragen:

  • Wann dreht sich das erste Windrad in GL, bzw. gibt es ein Konzept für Windenergienutzung in Bergisch Gladbach und dem RBK?
  • Wie kann das Zandersgelände ein Vorbild für Klimaschutz und erneuerbare Energien werden?
  • Ist ein Verbot von „Schottergärten“ geplant?
  • Wie wird sichergestellt, dass die Energieversorgung gesichert ist?
  • Welche Rolle spielt die Bürgergenossenschaft Energie für die Energiewende?
5. Kita / OGS / Schule

Der Zustand der Gebäude (inklusive der Schultoiletten) und fehlende Räume, in denen Kinder und Jugendliche betreut und unterrichtet werden, ist für viele Anlass zur Sorge. Sie beklagen das unzureichende Tempo, in denen Schulen und Kitas saniert oder neu gebaut werden. Auch der Mangel an pädagogischen Mitarbeitenden und Lehrkräfte beschäftigt die Leser:innen. Einige Male werden auch die Digitalisierung sowie die Sanierung der IGP erwähnt.

Häufig genannte Fragen:

  • Wird mein Kind in eine Schule gehen können, die nicht beim Betreten auseinanderfällt?
  • Warum dauert es so lange, bis Gebäude saniert sind?
  • Wie kann es sein, dass unsere Kinder in Schulen unterrichtet werden, wo Lampen von der Decke fallen, bei Regen im Schulgebäude Eimer aufgestellt werden, Sporthallen nicht vorhanden oder nicht genutzt werden können? 
  • Wie soll der Sanierungsstau bei den Schulen aufgelöst werden?
  • Wie soll der Rechtsanspruch für Kita und OGS erfüllt werden?
  • Wie kann die Stadt eine verlässliche Betreuung sicherstellen? 
  • Wie kann die Stadt Ausbildung von Fachkräften steigern?

Spezielle Fragen:

  • Zwischen Schulschluss um 11.30 Uhr und Abholzeiten der OGS ab 15 Uhr klafft eine große Lücke. Werden auch Betreuungsangebote über Mittag ausgebaut?
  • Warum betreibt die Stadt Bergisch Gladbach keine kommunalen Kitas?
  • Gibt es Überlegungen, Schulen durch Sponsoren zu errichten und dann über 80 Jahre zu mieten? (Beispiel Köln)
  • Wie kann die Qualität der Nachmittagsbetreuung in der Schule gesichert werden? 
  • Warum ist bei Kitas eine flexible Abholung möglich, bei Schulen hingegen nicht?

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Kandidaten Felsch und Kreutz stellen sich der „Kitastrophe“

Die Überforderung von Kita, Kindertagespflege und OGS gehört zu den Problemen, für die unsere Leser:innen im Kommunalwahlkampf Antworten verlangen. Im ersten BürgerClub zur Wahl diskutieren die Bürgermeister-Kandidaten Alexander Felsch und Marcel Kreutz mit Expert:innen und Leser:innen, wie die Kinderbetreuung besser werden kann – und stellen einige Ideen vor. Die Eltern überraschen mit unerwarteten Vorschlägen.

Wo der Ausbau der Kinderbetreuung stecken geblieben ist

Ausbau von Kita- und OGS-Plätzen, Ausweitung der Betreuungszeiten, niedrigere Elternbeiträge: Das damalige Ampel-Bündnis im Bergisch Gladbacher Stadtrat hatte sich 2020 für seine Amtszeit viel vorgenommen. Gut vier Jahre später, zum Start des nächsten Wahlkampfes, machen wir eine Bestandsaufnahme zum Thema Kinderbetreuung: Was haben Bürgermeister Frank Stein, Grüne, SPD (und FDP) umgesetzt? Welche Probleme bestehen?

6. Sozialer Zusammenhalt und Teilhabe (Jugend- und Seniorenzentren, Vereine, Inklusion)

Einige Teilnehmer:innen äußern unter diesem Schlagwort den Wunsch nach echter Teilhabe und Barrierefreiheit für Menschen mit Behinderungen – sowohl im öffentlichen Raum als auch in politischen Gremien. Außerdem treibt viele die prekäre finanzielle Situation sozialer Einrichtungen um. Sie wünschen sich mehr Angebote für Jugendliche und Senior:innen.

Beispielhafte Fragen zu diesem Themenbereich:

  • Welche Maßnahmen ergreifen Sie, um den Zusammenhalt, Kooperationen und Solidarität in der Stadt zu fördern?
  • Wie will die Stadt künftig Begegnungsstätten für Jung und Alt finanziell unterstützen?
  • Wie können Jugendtreffs und andere Angebote für Jugendliche ausgebaut werden?
  • Wie kann das Ehrenamt gefördert werden?
  • Wie kann die Inklusion von behinderten Menschen gelingen?

Spezielle Fragen:

  • Wie wollen Sie benachteiligte Menschen (Migrant:innen, Menschen mit Behinderung, Obdachlose) für demokratische Teilhabe gewinnen?
  • Wie kann die DLRG Ortsgruppe Bergisch Gladbach bei der Suche nach einer Fahrzeughalle/Unterkunft unterstützt werden, um sicherzustellen, dass die DLRG Aufgaben wie Gefahrenabwehr und Katastrophenschutz sowie die Schwimmausbildung weiter ausüben kann? 
  • Sind Programme für Jugendliche geplant, um Demokratie zu vermitteln oder Aufklärungsprogramme, um Fake News in sozialen Medien zu erkennen?
7. Wohnen

Der Wunsch nach bezahlbarem Wohnraum ist bei diesem Thema der alles dominierende Wunsch: bezahlbarer Wohnraum für Senior:innen, für Familien, für Alleinerziehende, für Studierende, für Menschen mit niedrigem Einkommen, für alle. Er ist verbunden mit der Sorge, dass sich angesichts der steigenden Mieten viele Menschen diese nicht mehr leisten können.

Häufig genannte Fragen:

  • Wie wollen Sie dafür sorgen, dass sich in Zeiten rasant steigender Mieten alle Menschen Wohnen in GL leisten können? 
  • Wie wollen Sie schnell und unbürokratisch mehr bezahlbaren Wohnraum schaffen?
  • Wieviele Quadratmeter Wohnfläche für sozialen Wohnungsbau wollen Sie pro Jahr schaffen?
  • Wird es endlich mehr bezahlbareren Wohnraum für Durchschnittsverdiener geben, die keinen Anspruch auf z.B. Wohngeld oder Wohnberechtigungsschein haben?
  • Wie können leerstehende/ abbruchreife Gebäude wieder als Wohnraum genutzt und Besitzer darin bestärkt werden, diese Immobilien bewohnbar zu machen?

Spezielle Fragen:

  • Gibt es Pläne, ein Studentenwohnheim in GL zu errichten?
  • Welche Ideen und Projekte für Wohnformen im Alter gibt es (Mehrgenerationenhaus)?
  • Können nicht mehr Supermärkte, Turnhallen oder Parkplätze mit Wohnungen überbaut werden?
  • Warum gibt es so wenige Regeln für Neubauten in gewachsenen Wohnvierteln?
  • Warum gibt es so viele bürokratische Hürden und finanzielle Mehraufwendungen, wenn man neuen Wohnraum schaffen will, weil die Kinder weggezogen sind und das Haus zu groß geworden ist? 
  • Wie kann wirksam gegen Zweckentfremdung von Wohnraum (Ferien- oder Monteurwohnungen) vorgegangen werden?
8. Migration / Integration

Die Befragten wünschen sich eine bessere Integration und berufliche Eingliederung geflüchteter und zugewanderter Menschen. Viele sorgen sich um Zusammenhalt und Sicherheit – die einen aufgrund der Geflüchteten, andere wiederum sorgen sich um deren Sicherheit und beklagen Vorurteile, Rassismus und Anfeindungen.

Mehrfach wird der Wunsch nach einer Begrenzung von Migration geäußert sowie der Eindruck, dass die Stadt mit Unterbringung und Integration finanziell und personell überfordert sei. Einige Teilnehmer:innen wünschen sich eine menschenwürdigere Unterbringung.

Beispielhafte Fragen:

  • Wie kann es gelingen, Menschen nachhaltig in unsere Gesellschaft zu integrieren, ihnen eine echte Perspektive zu ermöglichen und Partizipationsmöglichkeiten zu bieten? 
  • Wie können wir die berufliche Eingliederung von Migrant:innen beschleunigen und sie kurzfristig an Sprachkursen und Arbeit teilnehmen lassen?
  • Wie wollen Sie kulturelle Vielfalt und ein positives Miteinander fördern?
  • Wie können wir Integration so gestalten, dass unser Gemeinwesen nicht überfordert ist (finanziell, personell, gesellschaftlich)?
  • Wie wird die menschenwürdige Unterbringung von Flüchtlingen und insbesondere deren Kinder gesichert?

Spezielle Fragen:

  • Wie kann die schnellere Bearbeitung der Arbeitserlaubnis von Zugewanderten ermöglicht werden?
  • Welche Präventionsmaßnahmen werden ergriffen, um einer möglichen Radikalisierung in Unterbringungseinrichtungen entgegenzuwirken?
  • Können Flüchtlingskinder so auf Kitas und Schulen verteilt werden, dass soziale Brennpunktschulen und Kitas entlastet werden?
  • Wäre der Bau einer großen Unterkunft nicht sinnvoll, da durch Krisen und Kriege Geflüchtete vermutlich auch in den nächsten Jahren und Jahrzehnten zu uns kommen werden?
  • Welche Maßnahmen werden ergriffen, um zunehmenden Rassismus zu bekämpfen?
9. Sicherheit und Ordnung

Viele Menschen äußern den Eindruck, dass sie sich in Bergisch Gladbach nicht (mehr) sicher fühlen, insbesondere in den Abendstunden und nachts, wünschen sich eine stärkere Präsenz von Polizei und Ordnungsamt. Sie haben Sorge vor Pöbeleien und Übergriffen, beschreiben eine zunehmende (Jugend-)Kriminalität, Drogenhandel und eine wachsende Anzahl von Bettlern und Obdachlosen. Einige bezeichnen Orte wie den Busbahnhof Bensberg und den Bahnhof Bergisch Gladbach als „Angsträume“ oder „No-Go-Areas“.

Einige häufig gestellte Fragen:

  • Wie wird Bergisch Gladbach sauberer und sicherer?
  • Wie wollen Sie die Vermüllung in den Griff bekommen und den Zustand von Altglas- und Altkleider-Containern verbessern?
  • Wie kann man die Innenstadt in den Abend- und Nachtstunden sicherer machen?
  • Können Ordnungsamt und Sicherheitskräfte nicht mehr in der Innenstadt patrouillieren?
  • Warum werden Parkverstöße und Falschparker zu wenig kontrolliert?
  • Warum gibt es nicht mehr Mülleimer (mit Hundekotbeuteln)?

Spezielle Fragen:

  • Wie gut ist GL in der kommunalen Sicherheitspolitik aufgestellt? Welchen Stellenwert haben Ordnungsbehörde, Krisenmanagement und zivile Verteidigung? 
  • Ist es möglich, mehr öffentliche Bereiche mit Kameras zu überwachen?
  • Würden Sie den Strafenkatalog erhöhen, damit Menschen abgeschreckt werden, Ihren Müll einfach in die Gegend zu werfen? 
10. Wirtschaft, Handel und Gewerbe

Ansässige Betriebe und inhabergeführte Geschäfte fördern, den stationären Handel ankurbeln, Bürokratie abbauen  – so lauten Forderungen, die wiederholt genannt werden. Einige Teilnehmer:innen wünschen sich, dass die Stadt Gründer:innen und junge Firmen stärker unterstützt und sorgen sich um die Zukunft des Wirtschaftsstandorts Bergisch Gladbach.

Typische Fragen:

  • Wie bleiben die Zentren von BGL, Bensberg und Refrath für den Einzelhandel attraktiv?
  • Wie stärken wir lokale Betriebe?
  • Wie kann die Stadt Gründer:innen motivieren und unterstützen?
  • Wie lässt sich die Attraktivität von Bergisch Gladbach als Wirtschaftsstandort steigern?
  • Was wollen Sie tun, um Gewerbe in Bergisch Gladbach zu halten?
  • Wie schafft die Stadt die Rahmenbedingungen für zukunftsfähige Wirtschaftsunternehmen?
  • Was unternimmt die Stadt, um Arbeitgeber wie Isover zu halten und neue Firmen anzuwerben?

Spezielle Fragen:

  • Wie geht es mit dem Einzelhandel in der Schlosstrasse in Bezug auf Erreichbarkeit per Auto weiter?
  • Wie kann die Fußgängerzone attraktiver gestaltet werden?
  • Die Bergisch Gladbacher Innenstadt wird zunehmend durch Barber Shops, Handyläden etc. geprägt. Wie kann ein attraktiver Mix an Angeboten geschaffen werden?
11. Kultur / Sport / Freizeit

Naturgemäß kommt es bei der Bündelung dieser drei Komplexe zu einer breiten Palette an Themen und Fragen. Trotz ihrer Vielfalt verbindet sie, dass die Leser:innen häufig einen Mangel und ein „zu wenig“ wahrnehmen. Sie wünsche sich mehr Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche, mehr Sportflächen und Sportangebote, mehr Schwimmkurse für Kinder, eine Sanierung der maroden Infrastruktur (Sporthallen, Schwimmbäder, Spielplätze) und eine bessere Unterstützung der freien Kulturszene sowie mehr Ausstellungsflächen für Künstler:innen. 

Einige exemplarische Fragen:

  • Wie können niedrigschwellige Sportmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche gefördert werden?
  • Wie können mehr Sport- und Bewegungsflächen geschaffen werden?
  • Welchen Stellenwert hat die Kultur in BGL? Halten Sie Kultur für verzichtbar und würden Sie hier an erster Stelle sparen?
  • Wie wollen Sie die freie Kunstszene in Bergisch Gladbach unterstützen?

Spezielle Fragen:

  • Wann bekommt die Musikschule ein angemessenes Gebäude? 
  • Ist für die Stadt ein Kammermusiksaal geplant, der von verschiedenen Institutionen genutzt werden kann, z.B. auf Zanders?
  • Wieso gibt es in Bergisch Gladbach kaum öffentliche und attraktive Freizeitangebote für Jugendliche (Bsp. Skaterbahn, Basketball-Platz)
  • Wie lässt sich Leerstand in Geschäften für Kultur Aktionen nutzen?
  • Wie muss sich Kultur in dieser Stadt darstellen, damit sie ein Grund ist, nach GL kommen zu wollen (in der Positionierung zwischen Köln, Bonn, Leverkusen und Düsseldorf)
12. Anderes Thema

Nächtlicher Fluglärm, Denkmalschutz, Umgang mit der AfD: Es sind sehr unterschiedliche Themen, die genannt werden. Wiederholt geht es um Gesundheit und Pflege, etwa um die Versorgung durch Fachärzte oder Hilfen für Behinderte.

Eine Auswahl der Fragen:

  • Was unternimmt die Stadt gegen den nächtlichen Fluglärm, der stetig zunimmt?
  • Wie bringt man die Stadt dazu, beim Thema Biodiversität aktiver zu werden?
  • Wie will man dem Pflegenotstand in Krankenhäusern und Seniorenheimen entgegenwirken?
  • Wie soll bei der Vergabe öffentlicher Räume ( z. B. Schulen) für Tagungen mit der AfD umgegangen werden?
  • Warum wird Denkmalschutz bzw. Erhaltung vorhandener Bauwerke nicht mit dem Ausbau von Wohnraum kombiniert? (Beispiel Stadthäuser)
  • Wann gibt es eine schönere Absperrung um den S-Bahnhof?

Zur Beteiligung an der Umfrage hatten wir über unsere eigenen Medien (Website, Newsletter, soziale Medien) aufgerufen. Wir haben aber auch Flyer in Wohngebieten verteilt, die wir in der Regel nicht so gut erreichen. Wir haben Migrantenvereine, Schulen und Jugendzentren als Multiplikatoren genutzt. Dennoch sind die Ergebnisse der Umfrage nicht repräsentativ – sondern geben die Haltung v.a. unserer Leserinnen und Leser wieder.

So geht es weiter

Aus den acht Top-Themen haben wir jeweils eine Kernfrage ausgewählt, die wir nun allen Parteien vorlegen, die zur Kommunalwahl antreten. Die Antworten veröffentlichen wir in einem lokalen Wahl-o-Mat. Der gibt die Antworten der Parteien in einer übersichtlichen Form wieder – und bietet eine gute Grundlage für eine informierte Wahlentscheidung am 14. September.

Die Fragen nehmen wir aber auch in unsere Gespräche und Diskussionen mit den Kandidaten für das Bürgermeisteramt mit – wie wir es bereits bei der Kita-Debatte sowie der Verkehrs-Debatte gemacht hatten.

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Kandidaten Felsch und Kreutz stellen sich der „Kitastrophe“

Die Überforderung von Kita, Kindertagespflege und OGS gehört zu den Problemen, für die unsere Leser:innen im Kommunalwahlkampf Antworten verlangen. Im ersten BürgerClub zur Wahl diskutieren die Bürgermeister-Kandidaten Alexander Felsch und Marcel Kreutz mit Expert:innen und Leser:innen, wie die Kinderbetreuung besser werden kann – und stellen einige Ideen vor. Die Eltern überraschen mit unerwarteten Vorschlägen.

Wie Kreutz und Felsch die Verkehrsprobleme lösen wollen

Eine Pendlerstadt mit schlechter ÖPNV-Anbindung, eine Großstadt, deren Straßen Hubbelpisten gleichen und deren Radwege gar keine sind: So lässt sich Bergisch Gladbachs Verkehrssituation zusammenfassen. Die Bürgermeisterkandidaten Marcel Kreutz und Alexander Felsch diskutieren im BürgerClub, was sich verbessern muss – und liefern sich einen hitzigen Schlagabtausch.

Zum Hintergrund der WahlAgenda

Das Projekt „Deine Stimme, deine Themen“ geht zurück auf eine Kooperation zwischen dem Bürgerportal und dem Netzwerk CORRECTIV.Lokal, das Recherchen und Dialog im Lokaljournalismus fördert und rund 1800 Lokaljournalisten vernetzt. Correctiv.Lokal gehört zum Rechecherzentrum und Medienhaus Correctiv. 

Bereits zur Bundestagswahl hatten wir diese Aktion durchgeführt, neben dem Bürgerportal nehmen das Stader Tageblatt, Rums aus Münster, VierNull aus Düsseldorf, Wokreisel aus Brandenburg und Kolumna aus Lindau teil. Zur Kommunalwahl in NRW sind erneut Rums und VierNull unsere Partner. 

Das Konzept „Bürgerwahlprogramm“ ist als „CitizensAgenda“ in den USA entwickelt und erprobt worden. Mit dem „analogen Wahl-o-mat“ hatten wir das Prinzip bereits bei der Bundestagswahl 2021bei der Landtagswahl 2022 und der Bundestagswahl 2025 umgesetzt.

ist seit 2024 Redakteurin des Bürgerportals. Zuvor hatte die Journalistin und Germanistin 15 Jahre lang für den Kölner Stadt-Anzeiger gearbeitet. Sie ist unter anderem für die Themen Bildung, Schule, Kita und Familien zuständig und per Mail erreichbar: k.stolzenbach@in-gl.de

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  1. @Redaktion: Bei der Umfrage ging es doch auch darum, wen die Befragten sich als Bürgermeister oder Bürgermeisterin wünschten. Was ist dabei herausgekommen? Könnten Sie die am häufigsten erwähnten Namen veröffentlichen?

  2. Man kann sich ja viel wünschen im Wahlkampf – oder man kann ein fertiges Konzept auf den Tisch legen.

    „Unsere“ Antworten auf einige Fragen der WahlAgenda“

    Was nun folgt, bezieht sich auf das Konzept „Wohnraumschaffung & Alte Stadthäuser Bergisch Gladbach“, das als bürgerschaftliche Initiative entstanden ist – mit dem Ziel, bezahlbaren, generationengerechten Wohnraum zu schaffen, Leerstand zu vermeiden und den sozialen Zusammenhalt zu stärken.

    Auch wenn die Bürgergenossenschaft derzeit noch in Vorbereitung ist, liegen alle Grundlagen für einen zügigen Start vor – von der Wohnraumplanung bis zur Finanzierung, von der sozialen Zielsetzung bis zur energetischen Sanierung.

    Leider hat es das Projekt aus zeitlichen Gründen nicht mehr rechtzeitig in die laufende Bewerbungsrunde der REGIONALE 2025/2026 geschafft. Aber: Die ausführlichen Unterlagen – samt Plänen, Visualisierungen und Finanzierungsmodell – sind auf der Projektseite
    https://w104sz3kx.hier-im-netz.de/wordpress/
    öffentlich einsehbar.

    Als inzwischen nachgerücktes Mitglied im Seniorenbeirat der Stadt Bergisch Gladbach werde ich das Konzept auch dort weiter aktiv einbringen. Eine eigene Arbeitsgruppe zur Wohnraumschaffung wurde beantragt – überparteilich, offen und praxisorientiert.

    Wenn man die aktuellen politischen Diskussionen im Land und Bürgerkommentare hier aufmerksam liest, wird eines deutlich: Die finanzielle Lage der Stadt wird in den kommenden Jahren nicht einfacher – im Gegenteil. Gleichzeitig ist der Bedarf an bezahlbarem Wohnraum, sozialer Infrastruktur und zukunftsfähiger Stadtentwicklung ungebrochen hoch.

    Vor diesem Hintergrund ist es umso wichtiger, nicht nur auf stätische Haushaltsmittel zu hoffen, sondern neue Wege zu gehen: mit bürgerschaftlichem Engagement, mit innovativen Trägerformen – und mit Konzepten, die sofort beginnen könnten, statt auf lange Sicht geplant zu werden.

    Genau hier setzt das Projekt „Wohnraumschaffung & Alte Stadthäuser“ an. Es zeigt, wie durch eine Bürgergenossenschaft – also durch private Einbringung von Immobilien, Zeit und Kapital – gemeinsam mit öffentlicher Förderung neuer Wohnraum entsteht, ohne dass die Stadt dafür Millionenbeträge an Neubaukosten stemmen muss.

    Ein Projekt, das nicht nur Wohnraum schafft, sondern den sozialen Zusammenhalt stärkt, den Gebäudebestand schützt, das Stadtbild aufwertet – und die Stadtkasse entlastet.

    Denn: Wenn es künftig heißt, „die Bürger sollen mehr Verantwortung übernehmen“, dann müssen wir ihnen auch den Raum geben, das zu tun. Und das heißt konkret: Bürgerbeteiligung darf kein Schlagwort bleiben, sondern muss politisch gewollt, aktiv unterstützt und strukturell verankert werden.

    Die politischen Parteien in Bergisch Gladbach sind daher gut beraten, diesen Impuls nicht zu unterschätzen. Wer Bürgerinitiativen ignoriert oder ausbremst, verspielt nicht nur Vertrauen – sondern auch Lösungen.

    Das Konzept „Wohnraumschaffung & Alte Stadthäuser“ ist eines von vielen denkbaren. Aber es liegt fertig vor. Es kann kurzfristig starten, wenn Verwaltung und Politik es wollen. Und wenn sich alle Beteiligten darauf verständigen, dass Bürgerengagement nicht die Ausnahme, sondern der neue Normalfall sein sollte.

    Denn: Es bleiben noch genug Themen übrig, mit denen sich die Parteien im Wahlkampf auseinandersetzen können. Aber beim Thema Wohnraumschaffung wäre es doch ein echtes Signal, wenn alle Parteien jetzt gemeinsam handeln, statt aufeinander zu warten.

    Liebe Parteien,
    SIE sollen die Fragen der Bürger:innen beantworten – tun Sie das! Und vielleicht schauen Sie bei einzelnen Punkten auch mal in dieses Konzept hinein.

    Es ist erlaubt, gute Ideen zu übernehmen.

    Wenn am Ende alle Fraktionen bei den wichtigen Fragen zu ähnlichen Ergebnissen kommen – umso besser.

    Dann bleibt im Wahlkampf mehr Raum für die übrigen Themen.
    Und wir, die engagierten Bürger:innen, können schon heute beginnen, aus Konzepten Tatsachen zu machen.

    Denn es geht nicht um Parteiprofile.
    Es geht um Lösungen für Bergisch Gladbach.
    Jetzt!

    Danke!

    Was folgt, ist eine Übersicht der Themenfelder aus der InGL-WahlAgenda – und wie sich viele Fragen, anhand des Konzepts „Wohnraumschaffung & Alte Stadthäuser“ bereits heute konkret beantworten lassen…

    3. Stadtentwicklung
    Frage: Was tun Sie zur Aufwertung des Stadtbildes und gegen Vermüllung, Leerstand und verfallene Gebäude?

    Antwort: Das Projekt Alte Stadthäuser sieht die nachhaltige Umnutzung des in Kürze leerstehendem Verwaltungsgebäude aus den 1950er-Jahren vor. Durch energetische Sanierung und Integration in ein lebendiges Wohnquartier wird Leerstand beseitigt, das Stadtbild aufgewertet und ein identitätsstiftendes Ensemble erhalten.

    Frage: Welche Pläne gibt es, die Aufenthaltsqualität in den Quartieren zu steigern?

    Antwort: Die vier Gebäudeteile werden durch Gemeinschafts-Außenanlagen /-Gartenanlagen, Kultur- und Mediencafé, Werkstätten, Lesegarten und Co-Working-Flächen ergänzt. Der Austausch zwischen Generationen wird gezielt gefördert.

    Frage: Was ist der Erfolgsfaktor für eine sinnvolle Quartierentwicklung?

    Antwort: Das Projekt setzt auf funktionale Mischung (Wohnen, Begegnung, Kultur), soziale Durchmischung (jung/alt, arm/privilegiert) und Bürgerbeteiligung. Die Kombination aus Stiftung (Eigentumssicherung) und Genossenschaft (Betrieb) stellt die Nachhaltigkeit sicher.

    4. Klima / Energie
    Frage: Wie kann Bergisch Gladbach klimaneutral werden?

    Antwort: Der Verzicht auf Abriss und Neubau spart graue Energie. Stattdessen wird vorhandene Bausubstanz erhalten und klimafreundlich saniert (Wärmepumpen, PV, Fassadenbegrünung, Regenwasserrückhalt, etc.).

    Frage: Welche Pläne hat die Stadt für die Entsiegelung und Begrünung von Flächen und Plätzen?

    Antwort: Der Verzicht auf eine Tiefgarage schafft Platz für bepflanzte Aufenthaltsflächen. Dach- und Fassadenbegrünung verbessern Mikroklima und Aufenthaltsqualität.

    Frage: Welche Rolle spielt die Bürgergenossenschaft Energie für die Energiewende?

    Antwort: Kooperationen mit Bürgerenergie-Genossenschaften (z. B. BürgerEnergie Bergisch Gladbach eG) sind vorgesehen, etwa für den Betrieb gemeinsamer PV-Anlagen auf den Dächern.

    6. Sozialer Zusammenhalt und Teilhabe
    Frage: Welche Maßnahmen ergreifen Sie, um den Zusammenhalt, Kooperationen und Solidarität in der Stadt zu fördern?

    Antwort: Das Projekt bringt Menschen verschiedener Lebensphasen und Hintergründe in einem gemeinsamen Quartier zusammen – in den frei werdenden Wohnhäusern mit geteilten Küchen und Gemeinschaftsräumen, Gärten, Werkstätten und Treffpunkten. Patenschaften, Ehrenamt und Veranstaltungen stärken das Miteinander.
    Frage: Wie kann das Ehrenamt gefördert werden?

    Antwort: Die Genossenschaft setzt auf verpflichtende Zeitkontingente (z. B. 15 Stunden/Monat). Damit wird bürgerschaftliches Engagement strukturell verankert – insbesondere für ältere Mitbürger:innen.

    7. Wohnen
    Frage: Wie wollen Sie schnell und unbürokratisch mehr bezahlbaren Wohnraum schaffen?

    Antwort: Durch Umnutzung bestehender Verwaltungsgebäude entsteht Wohnraum für rund 780 Personen – ohne Neubau, mit minimaler Flächeninanspruchnahme und durch vorbildhafte Kooperation von Bürgern und Stadt.

    Frage: Wie können leerstehende/ abbruchreife Gebäude wieder als Wohnraum genutzt werden?

    Antwort: Die Alten Stadthäuser sind das Leuchtturmprojekt: leerstehende Verwaltungsgebäude werden in ein genossenschaftliches Wohnquartier mit ca. 99 Einheiten umgewandelt – nachweislich schnell umsetzbar und mit baukulturellem Erhalt.

    Frage: Welche Ideen und Projekte für Wohnformen im Alter gibt es (Mehrgenerationenhaus)?

    Antwort: Das Projekt schafft altersgerechte Wohnungen, Co-Housing-Modelle, Cluster-Wohngemeinschaften, betreute Wohngruppen sowie barrierefreie Rückzugsorte – ergänzt durch Gemeinschaftsbereiche und Unterstützungsnetzwerke.

    Frage: Warum gibt es so viele bürokratische Hürden und finanzielle Mehraufwendungen, wenn man neuen Wohnraum schaffen will, weil das Haus zu groß geworden ist?

    Antwort: Genau hier setzt das Modell an: durch Sacheinlage der Häuser in die Genossenschaft und Umzug in kleinere Einheiten entfallen viele Hürden. Eigentum bleibt wirksam eingebunden, Wohnraum wird sozialverträglich genutzt.

    12. Anderes Thema
    Frage: Warum wird Denkmalschutz bzw. Erhaltung vorhandener Bauwerke nicht mit dem Ausbau von Wohnraum kombiniert? (Beispiel Stadthäuser)

    Antwort: Die „Alten Stadthäuser“ sind genau ein solches Beispiel: denkmalgerechter Umbau (Erhalt der Treppenhäuser mit ihren Natursteinböden, Geländern, Sonnenuhr, äußeres Erscheinungsbild ) verbunden mit neuer Wohnnutzung – angestrebte Förderung u. a. durch Denkmalschutzmittel.

    1. D A N K E
      Dankeschön
      schön
      !!!

      wann trefft ihr euch wo?
      ;-)
      Thema: mitmachen, mitgestalten
      &
      Antwort zu kürzlich von dir an mich:, a) ich duze dich jetzt auch Johannes, b) genau ich zähle nicht zum WählerInnenkreis, ich bin zu jung für ‘Senioren’wahl c) ich habe eine sehr besondere, persönliche Bindung zu diesen Stadthäusern .. und obwohl ich ‘eigentlich’ nicht IN die Stadt möchte, wohnen im Grünen sehr bevorzuge, bin ich doch sehr neugierig, interessiert und mag mal mehr teilhaben als hier hin&her tippseln
      auf bald
      irgendwo
      ;-)
      lg Mia

      1. Liebe Mia,
        was für eine schöne Rückmeldung – danke dir!
        Und ja, das mit dem Du ist jetzt offiziell .
        Es ist spannend, wie viele Menschen durch ganz unterschiedliche Wege mit den Stadthäusern verbunden sind. Dass du eigentlich das Grüne bevorzugst, aber trotzdem neugierig bleibst, passt wunderbar zu dem, was wir vorhaben: ein Konzept, das Stadt und Gemeinschaft neu denkt – aber auch offen genug ist, um viele verschiedene Wohnwünsche unter ein Dach, das Genossenschaftsdach, zu bringen.
        Gerade entwickeln wir die ersten konkreten Schritte, organisieren uns – und ja: wir sammeln schon eine ganze Reihe interessierter Mitmacher:innen, die sich auf ganz unterschiedliche Weise einbringen möchten. Man muss nicht alles sofort wissen oder können – es reicht, Lust auf gemeinsames Gestalten mitzubringen.
        Wo und wie wir uns treffen, wird bald bekanntgegeben aber ein wenig dauert es noch– du (und alle anderen, die sich angesprochen fühlen) bist herzlich eingeladen.
        Wenn du magst, melde dich einfach per Mail – die Adresse steht im Konzept. Keine Sorge: wird sorgsam behandelt wie bei allen anderen Kontakten auch.
        Herzliche Grüße Johannes

  3. “Aus den acht Top-Themen haben wir jeweils eine Kernfrage ausgewählt […]”

    Das Thema “Verkehr” war – wie Sie selbst schreiben – deutlich stärker vertreten als die anderen. Wäre es nicht besser gewesen, aus diesem Thema zwei Kernfragen zu wählen?

    Immerhin sind dort auch zwei Schwerpunktthemen zu finden: ÖPNV-Anbindung sowie Straßenverkehr.

    Beides sind wichtige Themen, die sich allerdings schwer in einer einzigen Kernfrage zusammenfassen lassen, ohne zu unkonkret zu werden oder einen der beiden Schwerpunkte zu benachteiligen.

  4. total super
    Wenn
    jetzt: echte, ehrliche, konkrete, transparente, in ‘Kürze’ umsetzbar
    (also jdfls. keine Worthülsen von in 10, 15, 20 Jahren – kennen wir schon .. haben wir seit 25 Jahren….)
    Ideen, Konzepte, Pläne
    als ernstzunehmende Antwort kommen,
    von unseren allseits geschätzten (kommunalen) Parteien,
    möglicherweise im Miteinander
    für uns BewohnerInnen, BürgerInnen dieses GL

    wolle mer ma gugge, dann sehn’ wir schon
    *