Für das aktuelle Kindergartenjahr gibt es in einigen Kitas in Bergisch Gladbach noch vereinzelte Plätze. Auch die Kindertagespflege hat noch Kapazitäten. Die Stadtverwaltung sieht dennoch keine Trendwende in Sachen Betreuungs-Engpass und hält an den geplanten Kita-Neubau-Projekten fest.

Eltern in Bergisch Gladbach, die noch einen Betreuungsplatz für ihr Kind suchen, können sich freuen: Die Stadt teilt mit, dass es für das aktuelle Kindergartenjahr noch freie Plätze gibt – und zwar 30 in Kindertagesstätten und 17 in der Kindertagespflege. 

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Diese Meldung überrascht, da in den vergangenen Jahren ein großer Mangel an Betreuungsplätzen herrschte. In der Planung für das aktuelle Kindergartenjahr 2025/26 hatte die Verwaltung ein Defizit von rund 296 Kita-Plätzen und 32 in der Tagespflege prognostiziert. Darin eingeplant waren schon die 190 Plätze, die noch gar nicht existieren, weil die Kitas dazu noch gebaut werden müssen. 

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Für das kommende Kita-Jahr plant Bergisch Gladbach mit weniger Betreuungsplätzen als im Vorjahr – obwohl die Stadt einige neue Kitas baut. Diese Bauprojekte haben sich aber verzögert oder liegen ganz auf Eis. Auch der Fachkräftemangel verzögert den Ausbau der Kita-Kapazitäten. Für das nächste Jahr fehlen daher mehr als 500 Plätze.

Bürgermeister Frank Stein äußert sich laut Pressemitteilung „erleichtert“ über die veränderte Situation. Dennoch „bleibt die Lage in den Einrichtungen, bedingt durch den Fachkräftemangel, immer noch spürbar angespannt“. 

Kein generelles Überangebot

Doch bedeutet das nun die Kehrtwende in Punkto Platznot? Mitnichten. Auf Nachfrage teilt die Stadt mit, dass angesichts der Tatsache, dass „nur noch vereinzelt freie Plätze bestehen, nicht von einem generellen Überangebot ausgegangen werden“ sollte. Die Entwicklung sei außerdem „dynamisch“.

Zudem erfolgt die Platzvergabe nach einem komplexen System. So müssen unter anderem Kriterien wie Alter und Wohnort des Kinders zu dem jeweiligen Betreuungsplatz passen. Will heißen: Einem Kind in Herkenrath bringt ein freier Platz in Schildgen wenig. 

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Welche Einrichtungen noch Kapazitäten haben, teilt die Stadt auf Nachfrage nicht mit, nur so viel: „Schwerpunktmäßig“ gebe es freie Plätze in Refrath, Bensberg und Hand. Konkret geht es um 19 freie Plätze für Kinder über drei Jahren sowie 11 freie Plätze für Kinder unter drei.

Die Stadt selbst betreibt keine Kitas und hat daher auch keinen Einfluss auf die Vergabe, über die die freien Träger entscheiden. Dennoch können sich Eltern von Kindern, die noch keinen Betreuungsplatz haben, an das Jugendamt wenden, das dann bei der Vermittlung unterstützt.

Neubau-Pläne werden fortgeführt

An den schon lange beschlossenen Plänen für den Neubau der „Sofort-Kitas“ Jakobstraße, Schulstraße und Nittumer Weg hält die Stadtverwaltung weiter fest. Die begonnenen Baumaßnahmen werden fortgeführt.  Alles andere wäre „fahrlässig“, „da die weitere Entwicklung der Kinderzahlen von mehreren Faktoren abhängig ist, die derzeit nicht präzise vorhergesagt werden können“, so die Stadt. 

Diese neuen Kitas sind geplant

Die Kita Schulstraße in Sand mit 70 Plätzen soll im Februar 2026 unter der Trägerschaft von Fröbel in Betrieb gehen. Die Kita Nittumer Weg in Schildgen mit 50 Plätzen soll im April 2026 starten, Träger wird PariSozial Bergisches Land. Die Eröffnung der Fröbel-Kita Jakobstraße in der Innenstadt mit 70 Plätzen wird für Juni 2026 angepeilt.

Als Grund für die aktuell noch freien Plätze führt die Stadt den demografischen Wandel an: Der Geburtenrückgang werde – wie in vielen anderen Kreisen und Kommunen in NRW – nun auch in Bergisch Gladbach spürbar. Gleichzeitig bleibt laut Stadt durch große Wohnbauprojekte (wie auf dem künftigen Zandersgelände) der Bedarf an Betreuungsplätzen unverändert hoch.

Eltern, die sich für einen Platz in der Kindertagespflege interessieren, können sich an die Fachberatung Kindertagespflege wenden:

Eltern, die sich für einen Platz in Kindertageseinrichtungen interessieren, können sich an die Fachberatung Kindertagesstätten wenden:  02202/ 14 2999, kita@stadt-gl.de

ist seit 2024 Redakteurin des Bürgerportals. Zuvor hatte die Journalistin und Germanistin 15 Jahre lang für den Kölner Stadt-Anzeiger gearbeitet. Sie ist unter anderem für die Themen Bildung, Schule, Kita und Familien zuständig und per Mail erreichbar: k.stolzenbach@in-gl.de

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