Fotos: Initiative KlimaGerecht Leben

Rund 200 Menschen sind am Samstag dem Aufruf der Initiative KlimaGerecht Leben zu einer Kundgebung für den Klimaschutz gefolgt. Neben einigen Parteien waren viele zivilgesellschaftlichen Gruppen und ein Bürgermeisterkandidat vertreten.

Wir veröffentlichen einen Beitrag der Initiative KlimaGerecht Leben

Anlässlich des bundesweiten Klimastreiks sind am Samstag über 200 Menschen dem Aufruf der Initiative KlimaGerecht Leben (IKGL) zur Klimakundgebung gefolgt. Mit einer breiten Vielfalt aus politischen Parteien (SPD, Grüne und Linke) und zivilgesellschaftlichen Gruppen (Klimafreunde, Omas gegen Rechts, Tanztheater Lichtgestalten und IKGL) wurde deutlich gemacht, dass das Thema Klimaschutz in Bergisch Gladbach weiter lebendig ist. 

Joshua Vossebrecker, Co-Sprecher der Grünen und Mitglied der IKGL, nahm sich in seiner Rede die städtische Klimapolitik vor. Er bezeichnete die Verabschiedung des Integrierten Klimaschutzkonzeptes als einen der größten Erfolge, kritisierte aber scharf den Gegenwind vonseiten der CDU und der FDP, besonders was ihren Fokus auf angeblich klimaneutrale Kraftstoffe angeht. 

Marianne Tieves und Martin Häusling von den Klimafreunden Rhein-Berg stellten in einem fiktiven Dialog die Auseinandersetzung zwischen Klimaleugnung und Wissenschaft dar. 

Gabi Meyer und Monika Wieser von den Omas gegen Rechts schlugen die Brücke zwischen Weltkindertag und Klimakatastrophe. 

Conny Swillus-Knöchel, frisch in den Kreistag gewählte Vertreterin der Linke, versprach dort konstruktiven Widerstand gegen jede Aufweichung von Klimaschutzmaßnahmen. 

Großen Applaus erhielt auch Angelika Freimuth (GRÜNE & inklusives Tanztheater Lichtgestalten) für ihren Appell, den Klimaschutz immer wieder laut auf die Straße zu bringen. 

Für die Linksjugend betonte Ann-Charlotte Braun: „Die wirtschaftliche Perspektive wird immer wieder zur Priorität und von der Politik unterstützt.“ Es brauche aber einen Systemwechsel hin zu sozialer, bedürfnisorientierter und klimagerechter Politik mit klaren Grenzen für Konzerne, in der Ausbeutung von Mensch, Tier und Umwelt nicht länger belohnt würde. 

Mit Spannung erwartet wurde die Rede von Bürgermeisterkandidat Marcel Kreutz (SPD/Grüne). Sein mutiges Bekenntnis zum Klimaschutz in Bergisch Gladbach – „Das Klima gibt den Rahmen vor für all das, was wir hier machen!“ – wurde mit viel Applaus bedacht. Für die Klimabewegung in Bergisch Gladbach bietet sich Marcel Kreutz als verlässlicher Partner an. Aus dem Beifall war abzulesen, dass die Hoffnung der meisten Anwesenden auf einen Bürgermeister Kreutz sehr groß ist. 

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2 x 9: Felsch & Kreutz beantworten Ihre Fragen

Mit der Aktion „Deine Stimme, Deine Themen“ hatten wir neun Fragen herausgearbeitet, die für die Wählerinnen und Wähler in Bergisch Gladbach besonders wichtig sind. Nach den Parteien beantworten jetzt auch die Favoriten für das Bürgermeisteramt diese Fragen: Alexander Felsch (CDU/FDP) und Marcel Kreutz (SPD/Grüne) liegen in einigen Punkten erstaunlich nah beieinander, arbeiten aber auch ihre Differenzen heraus.

Abschließend nahm sich Roland Vossebrecker (IKGL) die Klimapolitik der Bundesregierung vor, und kritisierte den „klimapolitischen Rückwärtsgang“ durch die milliardenschweren Subventionen für fossile Gasprojekte. Dahinter stünde „die große Lüge, wir können im Grunde immer so weiter machen wie bisher, nur mit ein paar anderen Mitteln!“ Zukunft sähe er „in einer Utopie für ein „Es geht auch anders“, jenseits von Konsumrausch, Shopping-Irrsinn und Wachstumswahn, global gerecht, solidarisch, zukunftsfähig, nachhaltig.“ 

Viel Zuspruch erhielt auch die Petition von KlimaGerecht Leben zum Thema Suffizienz sowie die Spenden- und Protestaktion , die sich für eine Weiterführung der Unterstützung für Seenotrettung im Mittelmeer stark macht. Die vorbereiteten Protestbriefe an die Bundesregierung waren schnell vollständig unter den Anwesenden verteilt. 

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  1. Dass die Investition in Klimaschutz unseren Wohlstand bedroht, wird seitens der CDU und der AFD immer wieder geäußert. Ich empfehle allen den Artikel des Präsidenten des Deutschen Instituts für Wirtschaft: https://www.diw.de/de/diw_01.c.879503.de/nachrichten/klimaschutz_schaedigt_den_wohlstand_nicht.html
    Dieser beschreibt sehr präzise, dass Klimaschutzmaßnahmen Wachstum und wirtschaftliche Dynamik nicht ausbremsen. Im Gegenteil, Deutschland ist weltweit mit führend bei grünen Technologien – die deutsche Wirtschaft konnte ihren Weltmarktanteil in den vergangenen Jahren sogar auf zwölf Prozent ausbauen, was höher ist als in den meisten anderen Branchen. Hier sind also richtige Chancen anstatt Gefahren. Es muss nun wirklich mal das Märchen von der Gefahr des Wohlstandes durch Klimaschutz verschwinden. Wir sichern damit Arbeitsplätze, machen Gewinn und kämpfen gegen die Klimakrise. Die deutsche Wirtschaft hat es verstanden. Die Politik missbraucht das Thema zum Stimmenfang.

    1. So ist es. Es ist ja noch nicht einmal ausgemacht, dass bestimmte Konservative und der rechte Rand (abgesehen von einem harten Kern von Verwirrten) tatsächlich nicht an den Klimawandel glauben. Er ist ihnen schlicht egal, weil die Folgen zu ihren Lebzeiten ihre eigene, persönliche Existenz noch nicht ernstlich bedrohen werden.

      Sie benutzen stattdessen das Thema, um den Leuten das Märchen zu verkaufen, es könne alles bleiben, wie es ist, wenn man sie wählt – oder sogar besser werden. Das ist schließlich ein Leitmotiv rechtspopulistischer Rattenfänger: Es soll alles wieder so werden, wie es nie war. Und offenbar gibt es eine hinreichende Zahl einfach gestrickter Menschen, die das glauben, auch weil sie es glauben wollen.

      Die unangenehme Wahrheit ist, dass Veränderungen kommen werden und schon gekommen sind. Wir haben, und das ist der positivere Teil der Wahrheit, allerdings die Chance, die Veränderung zu einem gewissen Teil noch mitzugestalten. Bis eben auf diejenigen, die jede Veränderung leugnen und sich deshalb der Gestaltung verweigern. Stattdessen wählen sie Leute, die an der Grenze auf Frauen und Kinder schießen lasen würden, und das ist ihnen genug.

  2. Dass die Klimaproteste heute deutlich kleiner sind als vor 5 Jahren, darf offen benannt werden – und muss zum Nachdenken anregen. Die Klimakrise wächst sich in immer mehr Ländern zur Klimakatastrophe aus, immer mehr Menschen sind direkt betroffen und verlieren ihre Lebensgrundlagen (oder gar ihr Leben) – und gleichzeitig schrumpft offenbar das Engagement dagegen. Paradox, zynisch, menschlich?

    Wovor Wissenschaftler:innen jahrzehntelang gewarnt haben, wird zunehmend Realität. Doch statt daraufhin eine radikale Kurswende beim Energie- und Ressourcenverbrauch einzuleiten, scheint die Einstellung zu sein: “Ist der Planet erst ruiniert, verbrennt es sich ganz ungeniert.” Der Film “Don’t look up” war wohl doch realistischer, als wir damals glauben wollten.

    Die Katastrophe ist da und lässt sich nicht mehr verhindern. Aber wer denkt, dass nun ja “ohnehin alles zu spät” sei und alle Bemühungen sinnlos, hat offenbar keine Ahnung, wie schlimm es noch werden kann. Was wir heute tun entscheidet darüber, ob wir 2 Grad, 3 Grad oder noch mehr Temperaturanstieg bekommen. Anders gesagt: welche Weltregionen noch bewohnbar sein werden, ob hunderte Millionen oder etliche Milliarden Menschen ihre Heimat verlassen müssen. (nb: Die Ärmsten sind zuerst von der Klimakrise betroffen – dass manche Traumtänzer immer noch von einem “Reiche-Leute-Problem” sprechen, ist irgendwie putzig.)

    Sicher: “Wir sorgen dafür, dass es zumindest nicht ganz so schlimm wird!” ist ein weitaus weniger motivierender Slogan als “”Wir stoppen die Klimakrise!”. Aber was ist die Alternative? Wie werden wir (und kommende Generationen, falls es sie denn gibt) in 50 Jahren auf die heutige Zeit blicken, wenn wir nicht alles tun, um den totalen Zusammenbruch zu verhindern?

    Während die “westliche Welt” erstarrt aus Angst vor Wohlstandsverlust (und vor Veränderung), geben die Entwicklungs- und Schwellenländer zunehmend den Takt vor – allen voran China. Erneuerbare Energien werden in atemberaubenden Tempo ausgebaut, nicht nur im Land selbst, sondern im gesamten Globalen Süden. Auch die gigantischen Aufforstungsprogramme oder der Aufbau moderner Verkehrssysteme werden weltweit beobachtet und kopiert. Europa und Nordamerika mögen noch kulturellen Einfluss haben – als wirtschaftliche und technologische Vorbilder haben sie ausgedient.

    Wollen wir weiter zusehen und die “Rettung der Welt” (bewusste Überspitzung) komplett den Chinesen überlassen – oder wollen wir langsam vom hohen Ross runterkommen und uns eingestehen, dass wir vom “Rest der Welt” Einiges lernen können?

  3. Ich finde es etwas zu einfach, Klimaengagement pauschal als ‚Randgruppen-Veranstaltung‘ oder ‚links-grünen Fanatismus‘ abzutun. Dass sich 200 Menschen in einer Stadt – trotz Arbeit, Familie, Alltagssorgen – an einem Samstagnachmittag Zeit nehmen, um für ihre Überzeugung auf die Straße zu gehen, ist nicht nichts, sondern zeigt: das Thema bewegt.
    Klar, viele Menschen haben im Moment andere Sorgen: steigende Preise, Wohnungssuche, unsichere Jobs. Aber genau da setzt Klimaschutz an: die Folgen der Klimakrise – Extremwetter, Ernteausfälle, steigende Energiekosten – treffen eben nicht die ‚Reichen im Einfamilienhaus‘ zuerst, sondern die, die keine Rücklagen haben. Es ist also keineswegs eine Luxus-Debatte, sondern eine soziale Frage.
    Und zur Kritik an der Berichterstattung: In einer Demokratie gehört es dazu, dass auch kleine Gruppen sichtbar werden. Presse bedeutet nicht nur, Mehrheitsmeinungen abzubilden. Am Ende kann man die Anliegen der Teilnehmer teilen oder ablehnen – aber sie einfach als ‚utopisch‘ und ‚gesellschaftsfremd‘ zu verunglimpfen, greift viel zu kurz. Wir alle sitzen im selben Boot, und ein stabileres Klima ist die Voraussetzung dafür, dass wir die anderen großen Sorgen überhaupt lösen können.

    1. @Ulrich Eschbach: Ich stimme ihnen voll zu. Leider scheinen einige die Zusammenhänge nicht verstanden zu haben. Ob das noch geschieht? Ich bin da nicht so optimistisch…

      1. Picken sie sich aus dem Erntebericht nicht nur die Rosinen raus. Lesen sie ihn in seiner Gesamtheit und versuchen die Aussagen im Kontext zu verstehen. Unter Ernteausfälle versteht man, dass man etwas aussäht aber dann nicht ernten kann. Auch Ernteausfälle sind in dem Bericht zu finden. Aber ich verstehe schon, in ihrer “Partei” hat man es nicht so mit seriöser Wissenschaft.

  4. Guck mal ..ALLES REİCHE , die sich eine Klimawendel leisten können..eine Minderheit nicht mehr! Und auch ihr Forderungen sind utopisch und nicht Gesellschaftskonform. Danke für die Pressemitteilung einer Randgruppen Veranstaltung.

    1. Klimawandel und Klimaschutz scheint tatsächlich bei vielen Menschen keine Priorität zu haben. Deshalb freue ich mich, dass es Menschen hier bei uns wichtig war, zu erscheinen und ihre Meinung und Sorgen kundzutun. Nicht jeder, der die gleiche Einstellung hat, stellt sich öffentlich auf den Marktplatz, es sind also viel mehr als die 200 Menschen am Samstag.
      Klimaschutz wird uns zukünftig teuer zu stehen sein. Schon jetzt sind die Versicherungen extreme Wetterereignisse für viele nicht zahlbar, und das hat nichts mit “Reichsein” zu tun. Gerade die Gruppen mit geringem Einkommen werden das als erstes zu spüren bekommen. Die sogen. Reichen können ihre Villen dorthin setzen, wo es am besten passt.

    2. Niemand kann sich den Klimawandel leisten, der wird für alle richtig teuer. Deshalb sollten eigentlich diejenigen, die weniger haben, um ihm ausweichen zu können, als erste für Maßnahmen zur Abmilderung der Folgen und – wo immer möglich – zur Eindämmung des Temepraturanstiegs eintreten.

      Das alles für zu teuer zu erklären heißt den Kopf in den Sand stecken und hoffen, dass alles folgenlos vorüberzieht. Wird es aber nicht.

    3. Ach wenn es doch nur das wäre. Wenn es einfach nur “teuer” wäre, die Folgen des Klimawandels aufzufangen, bräuchten wir uns keine Sorgen zu machen. Hohe Kosten = Wirtschaftswachstum, ist doch super! Aber es geht um viel mehr: Um aussterbende Tierarten, zusammenbrechende Ökosysteme und Bedingungen, unter denen (auch) Menschen nicht mehr leben können. Das lässt sich mit allem Geld der Welt nicht bezahlen.

  5. Wenn ca. 200 Menschen nach einem Aufruf von „vielen Organisationen und Parteien“ zusammen kommen, sind das ganz bestimmt nicht viele. Es handelt sich wohl eher um ein Häufchen links-grüner Ökofanatiker und einem Bürgermeisterkandidaten auf Stimmenfang, die immer noch nicht begriffen haben, dass die Gesellschaft in BG und Deutschland doch eher andere Sorgen hat … Ein bisschen mehr ausgewogene Berichterstattung täte hier gut!

    1. Ist ja keine Berichterstattung, sondern nur eine Veröffentlich der Pressemitteilung dieses kleinen Vereins.
      Klima ist das neue Atom, daher eine alte weiße Veranstaltung. Danach ging es nach Hause in den Garten im abbezahlten EFH ;)

      1. Ja, Sam Urai, es war eine Pressemitteilung der Initiative KlimaGerecht leben. Die Veranstaltung war “eine alte weiße Veranstaltung” – was wollen Sie damit sagen? Offenbar waren Sie nicht bei der Veranstaltung anwesend. Wir als Klimafreunde Rhein-Berg e.V. haben unterstützend begleitet. Die Aussage von U.Z.: “Es handelt sich wohl eher um ein Häufchen links-grüner Ökofanatiker und einen Bürgermeisterkandidaten auf Stimmenfang, die immer noch nicht begriffen haben, dass die Gesellschaft in BG und Deutschland doch eher andere Sorgen hat.”, zeigt, dass Sie offensichtlich auch nicht vor Ort waren. In der Rede von mir und meiner Mit-Rednerin hätten Sie die anderen Themen, wie Kitas, Schulen, Wohnraum, heraushören können. Es war unser Anliegen, den Klima-/Umweltschutz bei uns vor Ort wieder nach vorne zu bringen. Wir zeigen auf, dass der Klimaschutz zentral wichtig für alle anderen Themen ist. Enkeltauglich und Suffizienz ist angesagt. Von Ihnen zu hören, ich sei ein “links-grüner Ökofanatiker” nehme ich zur Kenntnis. Aber was sind Sie? Inhaltlich-sachlich ist Ihr Kommentar kein nennenswerter Beitrag zu den Herausforderungen, vor denen wir alle stehen. Der Bürgermeister-Kandidat auf Stimmenfang – ja, natürlich, aber einer, der klar zum Klimaschutz (IKSK, kommunale Wärmeplanung etc.) steht und Bergisch Gladbach voranbringen will. Welche andere Kandidaten und Parteien wollen das ebenso? Sie bleiben es schuldig, konstruktive Vorschläge zu machen. Hohle Parolen helfen nicht weiter.

    2. “die immer noch nicht begriffen haben, dass die Gesellschaft in BG und Deutschland doch eher andere Sorgen haben”

      Da musste ich sogar über Ihren Kommentar schmunzeln, als ich heute morgen zur gleichen Zeit hörte, dass sich (ernsthaft!) welche darüber gestritten haben, wer wohl der Erfinder der Currywurst war. Herrlich!!
      Diese “Sorgen” haben es sogar bis in die Radio-Nachrichten geschafft!