Foto: Thomas Merkenich

Vor dem Hintergrund einiger interner Auseinandersetzungen hat die Mitgliederversammlung der Linken im Rheinisch-Bergischen Kreis ein komplett neues Führungsgremium gewählt, das vor allem aus jungen und neuen Mitgliedern besteht.

Wir veröffentlichen eine Pressemitteilung der Linken RBK

Die Partei DIE LINKE Rheinisch-Bergischer Kreis hat am Samstag turnusgemäß ein neues Vorstandsteam gewählt. Dieses Team besteht hauptsächlich aus neuen und jungen Mitgliedern.

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Die Sprecher*innen-Funktion des Vorstandes DIE LINKE RBK übernehmen ab sofort Iwona Winterscheid aus Bergisch Gladbach und Kolja Pfeiffer aus Wermelskirchen. Zudem wurden Marcel Scharge und Waltraud Burghoff als neuer Schatzmeister und Stellvertreterin gewählt.

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Sich selbst einbringen statt sich über die aktuelle Politik zu beschweren – das dachte sich Iwona Winterscheid im Wahlkampf zur Bundestagswahl. Kurz darauf trat sie bei der Linken ein. Bei der Kommunalwahl im Herbst kandidiert die 36-Jährige nun für den Stadtrat von Bergisch Gladbach.

Dieser geschäftsführende Vorstand wird durch 5 Beisitzer*innen ergänzt: Zara ZickLea VollmerConny Swillus-KnöchelMischa Krempel und Florian Eßer.

Mit dieser Wahl setzt die Mitgliederversammlung auf eine deutliche Erneuerung des Vorstandes und damit auch auf einen Neuanfang für die kommenden Jahre. Neue und junge Mitglieder werden eingebunden und sollen so wichtige Impulse einbringen.

Die sehr gut besuchte Mitgliederversammlung hat das große Interesse gezeigt, die LINKE im Rheinisch-Bergischen Kreis neu auszurichten. Sowohl der neue Vorstand als auch die Mitglieder zeigten sich inhaltlich in vielen Dingen einig:

  • Stärkung der innerparteilichen Kommunikation, Organisation und Transparenz
  • Erneuerung der Kommunikation mit potenziellen außerparteilichen Kooperationspartner*innen
  • Ausbau basisdemokratischer Entscheidungsstrukturen, um Mitglieder stärker einzubinden und der Diversität der beteiligten Menschen gerecht zu werden
  • Stärkung der digitalen Infrastruktur der Partei, wovon u. a. der Bereich Finanzen in puncto Transparenz und Planbarkeit profitieren wird, sowie die Kommunikation zu und durch Mitglieder und den Landesverband
  • Stärkere Präsenz im Kreis, unter anderem durch die geplante Eröffnung eines Kreisbüros mit regelmäßigen Veranstaltungen und Beratungsangeboten auch für Nicht-Mitglieder

„Wir wollen eine LINKE sein, die im Rheinisch-Bergischen Kreis sichtbar, ansprechbar und verlässlich ist – wir wollen den Schwung mitnehmen, den viele neue Mitglieder im Rahmen der Bundestags- und Kommunalwahl mitgebracht haben und so mit neuen, motivierten Menschen die LINKE im Kreis und in den Ortsverbänden voranbringen“, so Kolja Pfeiffer.

Der neue Vorstand versteht die neue Vielfalt als Stärke und sieht sich in der Verantwortung, den Ortsverbänden eine tragfähige Arbeitsgrundlage zu bieten und deren Arbeit in den Mittelpunkt zu stellen.

Hinweis der Redaktion: Im Vorfeld der Mitgliederversammlung hatten die bisherigen Vorstände Tomás M. Santillián, Sylke Heisterhagen und Halleh Bagherzadeh angekündigt, nicht erneut anzutreten, offenbar nahmen sie an der Sitzung nicht Teil. Das Bürgerportal war nicht eingeladen worden, Rückfragen zur am späten Sonntagabend verschickten Pressemitteilung liegen bislang nicht vor.

Darüber hinaus setzt der Vorstand einen klaren Fokus auf die Einbindung von marginalisierten Gruppen. Insbesondere Migrantinnen, BIPoC, FLINTAs, queere Menschen, Menschen mit Behinderungen und ältere Personen sollen stärker beteiligt werden – nicht durch Entscheidungen über sie, sondern gemeinsam mit ihnen. Dazu werden einige Projekte und Maßnahmen entstehen.

„Als Heilerziehungspflegerin ist mir dieses Thema natürlich ein Anliegen“, so Iwona Winterscheid. „Ich möchte diesen Menschen eine starke Stimme verleihen, selbstbestimmt. Dafür sehe ich in unserer Partei sehr großes Potenzial!“

Und der neue Vorstand ist sich in folgendem einig: „Wir wollen der Vielfalt an Ansichten und Persönlichkeiten unserer Partei gerecht werden, einen empathischen Umgang miteinander fördern und Gemeinsamkeiten über individuelle Interessen stellen.“

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  1. Wie positioniert sich Die Linke im RBK zur allgemeinen Parteilinie, Waffenieferungen an die Ukraine zur Unterstützung ihres Überlebens- und Freiheitskampfs verwehren zu wollen?
    Die Ukrainer_innen kämpfen an der Stelle nicht nur für ihre eigenen Interessen, sondern sichern auch unsere Freiheit und unser Leben!

    Was sagen Sie konkret zu folgender Aussage eines ihrer Parteimitglieder, welches offensichtlich in Lviv gewesen ist (Zitat aus einem Artikel der Welt vom 05.10.2025)?
    “Becker, die im Anschluss mit dem Bus wie geplant zurück nach Deutschland fuhr, berichtete von Zerstörung rund um Industriegebiete in Lwiw. „Wir sind auch an Häusern vorbei, wo es Einschläge gab“, sagte die Bundestagsabgeordnete. Sie gehe davon aus, dass es sich dabei jedoch um versehentliche Treffer gehandelt habe: „Da ist hinten dran Industrie und man hat halt das Ziel verfehlt. Dennoch nimmt Russland in Kauf, dass Wohnhäuser getroffen werden.“”

    Zur weiteren Einordnung: Während des Angriffs ist eine ganze Familie getötet worden, darunter ein 15 jähriges Mädchen. Es ist nicht die erste und es wird auch nicht die letzte Familie gewesen sein.
    Nachweislich tötet ruzzland ganz gezielt Zivilisten, dabei immer noch von einem “Versehen” zu sprechen, ist an Zynismus nicht mehr zu übertreffen!
    Link zum erwähnten Artikel: https://www.welt.de/politik/deutschland/article68e2987689973cba61e824cf/ukraine-linken-abgeordnete-muss-in-luftschutzkeller-fluechten-und-lehnt-waffenlieferungen-weiter-ab.html

    1. Für diesen Kommentar, Frau Steinmetzer, schäme ich mich sogar als ehemalige Grünenwählerin!

      1. Sicher können Sie das auch erläutern?
        Ansonsten gibt es sicherlich reichlich Grund zur Scham, ist nur die Frage auf welcher Seite und zu welchen Themen.

      2. Wie verbohrt muss man eigentlich sein, um das, was Russland in der Ukraine täglich anrichtet und auch seinen eigenen Soldaten antut, in irgendeiner Form zu rechtfertigen oder kleinzureden?

        Aber gut, (nicht nur) in dem Punkt “das arme unschuldige Russland vs. den bösen Westen” sind sich die Linke und die AfD ja auch wieder einig. Extremisten berühren sich halt am anderen Ende wieder.

    2. Sehr geehrte Frau Dr. Steinmetzer, im Rahmen dieser Kommentarspalte differenziert auf ihr Fragen zu antworten, erscheint mir nicht möglich. Ich biete Ihnen daher an, dass wir zusammen eine mit unterschiedlichen Personen und Ansichten ausgestattete Podiumsdiskussion zu den Themen Waffenlieferungen, Pazifismus, Wehrpflicht und wer für wen warum sein Leben lassen soll oder nicht, zu organisieren, um diese nicht nur die Ukraine und Russland betreffende Themen von mehreren Seite unaufgeregt betrachten zu können.
      Denn ich denke, dass es bei so existentiellen, emotionalen und letztendlich absolut persönlichen Themen immer mehrere Wahrheiten gibt, die durchaus auch nebeneinander existieren können und die jede für sich am Ende des Tages eine sehr persönliche Entscheidung bleibt.

      Zu der von Ihnen zitierten Aussage kann ich persönlich nur insofern Stellung beziehen, als dass ich die Aussage von Frau Becker nicht im Kontext kenne und mir die WELT als Quelle doch sehr tendenziös erscheint. Sollte Frau Becker aber glauben, dass in einem Krieg Zivilisten oder Soldaten “versehentlich” getroffen und getötet werden, dann wäre das entweder absolut naiv oder wie Sie sagen zynisch und ich würde dieser Aussage entgegentreten, mit allem, was ich habe.

      Herzliche Grüße Kolja Pfeiffer, Kreisvorstandssprecher Die Linke RBK

      1. „Denn ich denke, dass es bei so existentiellen, emotionalen und letztendlich absolut persönlichen Themen immer mehrere Wahrheiten gibt, die durchaus auch nebeneinander existieren können und die jede für sich am Ende des Tages eine sehr persönliche Entscheidung bleibt.“ – Das klingt aber schon ein wenig nach Diskursvermeidung durch Subjektivierung. Wohin ist der dialektische Materialismus verschwunden? Nicht alles ist ein „Narrativ“.

      2. Hallo Herr oder Frau Drucker,
        hier geht es nicht um Diskursvermeidung sondern im Gegenteil, um die Aufforderung zur Debatte. Dass es bei der Linken schon länger keine einheitliche Antwort mehr auf die Frage nach dem dialektischen Materialismus gibt, sollte bekannt sein. Er ist zwar weiterhin in der Partei lebendig aber eben nicht mehr ausschließlich. Dieses Spannungsverhältnis zwischen klassischer Theorie und diskursiven und wertebasierten Politikformen ist vielleicht ja sogar eine Stärke der Partei.

        Die Subjektivierung habe ich tatsächlich darauf bezogen, dass in Forderungen nach der Verteidigung unserer Freiheit und unseres Lebens (in diesem Fall in der Ukraine) ja am Ende der Fahnenstange immer die Frage steht, wie man sich selbst entscheidet. Also ob wir selbst bereit sind, unser Leben zu opfern. In der Theorie in den Krieg zu ziehen oder ziehen zu lassen ist einfach. Für mich persönlich bedeutet das, wenn ich Krieg “fordere” muss ich auch bereit sein zu kämpfen und zu sterben. Wenn ich keinen Krieg “fordere”, muss ich im Zweifelsfall ebenfalls die Konsequenzen tragen. Und das können beides Wahrheiten sein, die individuell bestehen.
        Kolja Pfeiffer

      3. „Herr“, wenn’s recht ist, es geht aber auch ohne Förmlichkeiten.

        „Und das können beides Wahrheiten sein, die individuell bestehen.“ – Das bestreite ich. Das können beides Meinungen sein oder individuelle Entscheidungen, aber mit „Wahrheit“ begeben wir uns auf eine andere Ebene. Es mag sein, dass es schwer ist, die Wahrheit zu finden (Joh 18, 38), oder dass es vergeblich ist, nach der Wahrheit zu suchen, aber eine Schlussfolgerung aus einem persönlichen Denkprozess heraus ist nun einmal subjektiv und damit keine Wahrheit, sondern eine Überzeugung. Alles andere würde dann doch zu sehr an die „alternativen Fakten“ erinnern.

      4. Dann habe ich mich missverständlich ausgedrückt. Ich rede nicht von alternativen Fakten. Aber davon, dass es aus meiner Sicht keine absolute Wahrheit (so funktioniert ja auch Wissenschaft nicht) geben kann, insbesondere nicht bei einer so persönlichen Entscheidung, nämlich wie der, für etwas sterben zu wollen oder eben nicht. Wenn es sich für Sie besser liest, nehme ich dafür gerne den von Ihnen vorgeschlagenen Begriff der „Überzeugung“.

  2. Ich vermisse Inhalte. Sicher, es geht hier um die personelle Neuaufstellung der Partei – aber wäre es in diesem Kontext nicht angebracht, zumindest kurz die Themen zu erwähnen, die der neue Vorstand für zentral hält?

      1. @Rolf C.
        Die Bundesrepublik hat nicht auf ihre eigenen Bürger geschossen, wenn diese von einer Stadt in eine andere Stadt (z.B. von Leipzig nach Hamburg oder umgekehrt) umziehen wollten.

        Eine Linke Partei hätte man auch neu gründen können, wenn man gewollt hätte. Aber das Milliardenvermögen der SED wollte man halt nicht “verkommen” lassen. Und auch andere juristische Gründe gab es, um sich in die Rechtsnachfolge der SED zu stellen.

        https://www.spiegel.de/politik/deutschland/rot-rot-gruen-so-viel-sed-steckt-noch-in-den-linken-a-1282072.html

        https://www.welt.de/politik/article3649188/Prozess-Die-Linke-Wir-sind-Rechtsnachfolgerin-der-SED.html

        Für mich sind jegliche Parteien, die die Freizügigkeit der Menschen einschränken wollen (und nein, damit meine ich nicht die Grünen!), unwählbar. Die Linke steht in der sozialistischen Tradition der SED, da gibt es nichts schönzureden. Ich will auch gar nicht wissen, was hier los wäre, wenn die AfD juristische Rechtsnachfolgerin der NSDAP wäre und dann behaupten würde, sie hätten ja gar nichts mit denen zu tun.

        Menschen, die die LINKE oder AfD wählen, sind m.E. hochgradig naiv und tragen aktiv zur Gefährdung unserer Demokratie bei. Direkt und indirekt.

    1. Sehr geehrter Mäthes,

      Die LINKE distanziert sich von den unmenschlichen Handlungen der SED zu Zeiten der DDR. https://www.die-linke.de/partei/ueber-uns/geschichte/detail/news/aufloesen-oder-erneuern/

      Die Geschichte ist den Parteimitgliedern bewusst und wird uns immer im Hinterkopf bleiben. In keinster Weise haben wir vor, das autokratische Verhalten der SED zu wiederholen.

      “Zur Realität gehört, dass die heutige Linke mit der SED rechtsidentisch ist. Sie ist nie aufgelöst worden und besteht rein formell als Institution weiter. Dabei außer Acht gelassen wird, dass allein eine solche rechtliche Kontinuität wenig über die Institution an sich aussagt; insbesondere unter Berücksichtigung der radikalen Wandlung der politischen, demographischen und geographischen Verhältnisse seit 1990 in der ehemaligen DDR.” https://etosmedia.de/politik/die-linke-und-die-sed-von-der-irreverenz-eines-vergleichs/

      MfG
      Iwona Winterscheid
      Sprecherin der LINKEN RBK

  3. Wenngleich ich auch die Haltung von Immobilienbesitzern, die in der heutigen Zeit Wohnraum lehr stehen zu lassen, missbillige, scheint mir doch eine “Enteignung” solcher Menschen stark an Kommunismus und das 1000jährige Reich zu erinnern. Ich bin im Gegensatz zu “Haus + Wohnen” der Ansicht, dass solche Praktika geahndet werden müssen und die mannigfaltige Begründungen von H+W nicht darüber hinwegtäuschen können, dass viele Immobilien und Grundstücke leer stehen, weil die Eigentümer auf noch höhere Preise warten wollen. Das ist unsozial!

    1. Sehr geehrter Herr Havermann,

      natürlich hat das Wort “Enteignung” vor allem im historischen Kontext eine sehr negative Konnotation. Deswegen ist das Verfahren auch im Grundgesetz verankert. Somit wird ein Missbrauch verhindert. Ich hab hierzu bereits eine Erläuterung verbeitet. Sie können meine Zusammenfassung gerne hier nachlesen: https://www.instagram.com/p/DNLOI7XoR8q/?utm_source=ig_web_copy_link&igsh=MzRlODBiNWFlZA==

      MfG
      Iwona Winterscheid
      Sprecherin der LINKEN RBK