Das Comeback der Partei „Die Linke“ in Bergisch Gladbach war nicht ganz störungsfrei verlaufen, dennoch ist der Ortsverband im Sog der Bundespolitik in kurzer Zeit sehr stark gewachsen. Nun hat ein Interimsvorstand den Weg frei gemacht und die jungen Mitglieder haben das Heft in die Hand genommen.

Rund 130 Mitglieder hat die Partei „Die Linke“ inzwischen in Bergisch Gladbach, 16 von ihnen trafen sich am Samstag zur außerordentlichen Mitgliedersammlung. Der bisherige Vorstand, der im Vorfeld der Bundestags- und Kommunalwahl eingesprungen war, hatte mit einem (fast) vollständigen Rücktritt den Weg für Neuwahlen frei gemacht.

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Die Versammlung verlief diszipliniert und friedlich, einige Vertreter der „alten Garde“ wie Tomás Santillán oder Peter Tschorny boten Mitarbeit und Ratschläge an, überließen aber den überwiegend jungen Mitglieder das Feld.

Die Wahl des Vorstands litt angesichts der Vorgabe, alle Posten gleichberechtigt zu besetzen, unter einem Problem: Zwei der vier anwesenden Frauen waren in den Stadtrat gewählt worden (Mara Häuser und Lea Vollmer), eine dritte gerade Co-Sprecherin des Kreisvorstands geworden (Iwona Winterscheid).

Zum Ko-Vorsitzenden wurde einstimmig Felix Opiela (31) gewählt, der das Kommunalwahlprogramm der Linken maßgeblich mit entwickelt hatte. Ko-Vorsitzende wurde ebenso einstimmig Helin Temur (21). Sie versprachen, klassische linke Themen zu vertreten, gegen Rassismus zu kämpfen und sich um eine Zusammenarbeit der Demokraten im Stadtrat zu bemühen. Um Bergisch Gladbach voran zu bringen, sagte Opiela.

Für die Wahl der Beisitzer:innen stand dann keine Frau mehr zur Verfügung. Gewählt wurde vorerst nur Lars Pape (30), der sich gegen Peter Tschorny und Ramin Farzanehfar durchsetzte.

Zwei weitere, Frauen vorbehaltene Posten, sollen so rasch wie möglich nachbesetzt werden. Dafür will der neue Vorstand nun in der eigenen Mitgliedschaft (die immerhin zu einem Drittel aus Frauen besteht) und in den entsprechenden Netzwerken werden.

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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  1. Also selbst bei den Linken finden sich bei 130 Mitgliedern nur 4 Frauen, die ein Amt übernehmen wollen?
    Da soll bei der CDU nochmal jemand von alter, weißer, männlicher Partei sprechen :D

    1. Herr Samirae,

      Auf der Versammlung waren leider nur vier Frauen anwesend. Drei davon bereits mit Mandaten für die LINKE, die viel Verantwortung fordern und somit es als schwierig gestalten, den Aufgaben einer Beisitzerin gerecht zu werden. Das FLINTA*Netzwerk der LINKEN RBK ist bereits mit den Genossinnen aus BGL in Kontakt getreten und wir sind zuversichtlich, dass die zwei vakanten Plätze bald besetzt sind. Schließlich haben wir eine hohe „Frauenquote“ mit unfassbar fähigen und motivierten Personen in unserem Ortsverband.

      Mit freundlichen Grüßen
      Iwona Winterscheid
      Kreissprecherin der LINKEN RBK

    2. Wenn die so motiviert sind, warum nehmen die nicht an der Versammlung teil?
      Da war die Vorarbeit des Verbandes eher suboptimal, oder?

      1. Die Gründe sind vielfältig, die ich hier nicht erörtern werde, da es sich um persönliche Informationen handelt.

        Ich sehe es gleichzeitig als Aufgabe, die FLINTA* der LINKEN RBK mehr zu stärken. Daran arbeiten wir.

        Mit freundlichen Grüßen
        Iwona Winterscheid
        Kreissprecherin der LINKEN RBK

  2. Gratulation! Wir, die Fraktion DIE LINKE Wermelskirchen, wünschen euch ein gutes Gelingen bei der Umsetzung linker Kommunalpolitik in Bergisch Gladbach. MFG Mike Galow