2025 war für die Feuerwehr ein Jahr intensiver Weiterentwicklung, hoher Einsatzdichte und bedeutender Modernisierungsprojekte. Alle Abteilungen arbeiteten unter Leitung von Jörg Köhler unter anspruchsvollen Rahmenbedingungen daran, die stetig wachsenden Anforderungen im Bevölkerungsschutz, im Rettungsdienst, im vorbeugenden Brandschutz und im technischen Betrieb zuverlässig und zukunftsorientiert zu erfüllen. Mit diesem Beitrag setzen wir die Dokumentation der Jahresbilanz 2025 der Stadt fort.
Wir veröffentlichen einen Beitrag der Stadt Bergisch Gladbach
Abteilung 10-10 – Zentraler Dienst
Die Abteilung 10-10 war wie gewohnt in die vielfältigen Querschnittsaufgaben des Fachbereichs eingebunden und unterstützte zentrale Abläufe und Abstimmungen.
Abteilung 10-11 – Einsatzdienst
Für den Dienstbetrieb war 2025 ein Jahr tiefgreifender Veränderungen. Besonders bedeutsam war die Wiedereinführung des 24-Stunden-Dienstes für tariflich Beschäftigte im Rettungsdienst, der nun wieder im Modell aus wahlweise 12-Stunden-Schichten oder 12-Stunden-Doppelschichten angeboten wird.
Die strukturelle Stärkung des Rettungsdienstpersonals setzte sich durch die Integration der tariflich Beschäftigten in die Wachabteilungen fort. 21 Kolleginnen und Kollegen erhielten eine feste Zuordnung und damit einen verlässlichen Dienstrhythmus, was die Zugehörigkeit zu den Teams stärkt und das gesamte Gefüge der Wachabteilungen stabilisiert.
Im personellen Bereich wurden erneut zahlreiche Auswahlverfahren durchgeführt, darunter Verfahren in den Laufbahnen BIII und BIV sowie im Notfallsanitäterbereich. Hinzu kamen rund zwanzig Auswahlgespräche und Einstellungen für unterschiedlichste Funktionen. Zwei Beförderungsfeiern und eine gemeinsame Jubilarenehrung mit der Abteilung 10-16 bildeten wichtige Höhepunkte im Jahresablauf.
Auch operativ setzte die Abteilung wesentliche Impulse. Die große Jahresübung 2025 bildete einen anspruchsvollen Prüfstein für die gesamte Stadt: Zehn Übungsstationen, verteilt im gesamten Stadtgebiet, stellten ein breites Spektrum herausfordernder Szenarien dar, die von den Einsatzkräften erfolgreich durchlaufen wurden.
Zusätzlich wurde die Feuerwehreinsatzleitung an den Einsatzleitrechner der Kreisleitstelle angebunden, um Flächenlagen mit hohem Einsatzaufkommen künftig schneller und koordinierter abarbeiten zu können. In diesem Zusammenhang wurde der Meldekopf auf drei vollwertige Einsatzleitplätze ausgebaut und etwa vierzig Kolleginnen und Kollegen zu Disponenten geschult.
Die Vielzahl alltäglicher, teils sehr ungewöhnlicher Einsatzlagen – vielfach als „wilde Einsätze“ bezeichnet – prägte das Jahr zusätzlich auf charakteristische Weise.
Abteilung 10-12 – Gefahrenvorbeugung und Einsatzplanung
Der vorbeugende Brandschutz legte 2025 einen Schwerpunkt auf Beratung, Begutachtung und Qualitätssicherung. Rund 160 Stellungnahmen wurden im Baugenehmigungsverfahren und gegenüber Sachverständigen abgegeben, und etwa 60 zusätzliche Beratungsgespräche mit Bauherren, Architekten und Sachverständigen verdeutlichen die hohe Nachfrage nach fachlicher Unterstützung.
Die Durchführung von rund 200 Brandverhütungsschauen, insbesondere im Bereich des Technologieparks sowie bei Hochhäusern, unterstreicht die sicherheitsrelevante Bedeutung dieser Arbeit. Ein komplexes Themenfeld stellte die enge Begleitung des Fachbereichs 8 bei der Stilllegung von Versammlungsstätten sowie die Bewertung möglicher Ausweichspielstätten dar. Darüber hinaus wurde die Schulbau GmbH bei der Entwicklung von Modulbaukonzepten für Kitas und Schulen intensiv unterstützt.
Ein sehr erfolgreiches Projekt war der vollständige Abschluss der Digitalisierung der VB-Akten sowie die Umstellung der gesamten Bearbeitung von Stellungnahmen und Brandverhütungsschauen auf ein rein digitales Format.
In der Einsatzplanung stand 2025 ebenfalls eine Vielzahl umfangreicher Aufgaben an. Traditionelle Großveranstaltungen wie Silvester, Karneval, „Rund um Köln“ und „Rund um Refrath“ wurden einsatzplanerisch vorbereitet und begleitet.
Die Großbaustelle der A4 erforderte eine stetige Fortschreibung und Anpassung des eigens entwickelten Einsatzplans, um jederzeit auf veränderte Bauzustände reagieren zu können. Die Errichtung der Waldrettungspunkte sowie die umfassende Aktualisierung der Standard-Einsatz-Regel (SER) Waldbrand waren zentrale Projekte.
Die Waldbrandeinsatzkarten wurden inhaltlich modernisiert, geodatenbasiert neu aufgebaut und stehen nun sowohl gedruckt auf allen Fahrzeugen, digital auf Tablets als auch in einer speziellen Anwendung der Einsatzleitung zur Verfügung. Zudem wurde ein Ausbildungskonzept entwickelt, das die neuen Inhalte ab 2026 in die Fläche bringt.
Ein weiterer Schwerpunkt war die taktische Umsetzung der Umstellung des Einsatzstellenfunks auf Digitalfunk. Die entsprechende SER wurde neu gefasst; parallel wurde ein mehrjähriges Projekt im vorbeugenden Brandschutz abgeschlossen, das bis Ende 2025 dafür sorgte, dass alle Betreiber von Sonderbauten mit Gebäudefunkanlagen ihre Systeme rechtzeitig auf Digitalfunk umgerüstet haben.
Schließlich wurde mit der Entwicklung vollständig neuer Einsatzmodule für die Logistik- und Unterstützungseinheit 12 begonnen – darunter Konzepte für Notfallinformationspunkte, rückwärtige Materiallogistik sowie Einsatzstellenverpflegung.
Abteilung 10-13 – Rettungsdienst
Der Rettungsdienst der Stadt blickt auf ein Jahr zurück, das insbesondere von Strukturentwicklung und Digitalisierung geprägt war. Die Inbetriebnahme von vier neuen Notarzteinsatzfahrzeugen modernisierte die Fahrzeugflotte deutlich. Parallel wurde ein neuer Krankentransportwagen beauftragt, der 2026 als Ersatz für das Reservefahrzeug aus dem Jahr 2015 in Dienst gehen wird.
Die vollständige Vereinheitlichung aller Perfusoren auf ein einheitliches Gerät steigert die Patientensicherheit und vereinfacht die Bedienung erheblich.
Auch personell setzte der Rettungsdienst klare Zeichen: Durch erfolgreiche Personalgewinnung konnten sämtliche Abgänge des Vorjahres ausgeglichen werden. Die erneute Einführung des 24-Stunden-Dienstes für tariflich Beschäftigte stärkt die Flexibilität und Attraktivität der Tätigkeit. Mit dem Transfer der tariflich Beschäftigten auf die Wachabteilungen zum 1. November wurde ein weiterer Schritt hin zu einem integrierten Gesamtsystem erreicht.
Mit der Digitalisierung der Rettungsdienstdokumentation begann 2025 ein Meilensteinprojekt. Die Beauftragung eines spezialisierten Unternehmens, die Beschaffung und der Einbau der notwendigen Hardware sowie die Konfiguration der Endgeräte legten das Fundament für die Einführung eines vollständig elektronischen Systems, das künftig auch automatisierten Datenaustausch unterstützen wird.
Abteilung 10-14 – Technik
Die Technikabteilung war 2025 stark gefordert und gleichzeitig hoch produktiv. Das Jahr war geprägt von einer Vielzahl großer, paralleler Infrastruktur- und Beschaffungsmaßnahmen, die den technischen Stand der Feuerwehr langfristig sichern. Herzstück war die Einrichtung eines zentralen Einsatzmittel- und Bevölkerungsschutzlagers in der Britanniahütte.
Darüber hinaus wurden zahlreiche Beschaffungen erfolgreich abgeschlossen, darunter der Jugendfeuerwehr-Anhänger, der FwA Strom/Licht sowie mobile Netzersatzanlagen für mehrere Feuerwehrhäuser. Zwei neue Wechselladerfahrzeuge gingen in Dienst, während die Umstellung des Einsatzstellenfunks auf Digitalfunk ebenfalls abgeschlossen wurde.
Große Projekte wie die Beschaffung zweier neuer Drehleitern (geplante Indienststellung ab Sommer 2026), der Gerätewagen Hygiene (geplante Indienststellung 2028) sowie drei neuer Abrollbehälter (Indienststellung ab Sommer 2026) wurden weitergeführt.
Für die städtischen Notfallinformationspunkte und Leuchttürme konnte die vollständige Ausrüstung bereitgestellt werden. Die Absturzsicherung an allen Hubrettungsgeräten wurde optimiert, und ein umfassendes Nutzungskonzept für das geplante zentrale Werkstattzentrum wurde erarbeitet. Auch an der Auswahl eines Generalplaners für die neue Feuer- und Rettungswache 2 wirkte die Abteilung intensiv mit.
Die interkommunale Zusammenarbeit wurde weiter ausgebaut, insbesondere im Bereich Atemschutz mit der Feuerwehr Odenthal sowie im Bereich der Wäscherei. Gleichzeitig wurden mehrere bauliche Maßnahmen an den Feuerwehrstandorten umgesetzt. In der Britanniahütte 14 entstand eine neue Unterkunft für die Unterstützungsabteilung; außerdem wurden umfangreiche Umbauten für die Feuerwehrschule sowie für entlastende Büroflächen der Abteilungen 10-10 und 10-12 vorgenommen.
Die Britanniahütte 16 wurde übernommen, um in ein langfristiges Gesamtkonzept eingebunden zu werden. Weitere Maßnahmen betrafen den Schulungs- und Aufenthaltsbereich des Löschzugs 6, die Klimatisierung der Fernmeldebetriebsstelle und des FEL-Raums sowie den Umbau der Duschen im Feuerwehrhaus 5.
Das Tagesgeschäft blieb trotz aller Großprojekte anspruchsvoll. Es galt rund 900 Mängelmeldungen, etwa 40 Unfallsachbearbeitungen und über 30 Verlustmeldungen zu bearbeiten. Die tägliche Logistiktour, Werkstattfahrten und die regelmäßige Wartung von schätzungsweise über 10.000 Einsatzmitteln – von Pumpen und Atemschutzgeräten bis zu Messinstrumenten, Schläuchen, Fahrzeugaggregaten und Einsatzbekleidung – verlangten der Abteilung ein hohes Maß an Organisation ab. Hinzu kamen Inventuren und regelmäßige Bestandsmeldungen an verschiedene übergeordnete Behörden.
Abteilung 10-15 – Aus- und Fortbildung
Die Abteilung Aus- und Fortbildung blickt auf ein vielfältiges und sehr aktives Jahr zurück. Im Rettungsdienst wurde das Sachgebiet vollständig in die Abteilung integriert und die Stelle der Sachgebietsleitung neu besetzt.
Mit 25 Rettungsdienstfortbildungen, dem erfolgreichen Abschluss von neun Notfallsanitäter-Auszubildenden sowie dem Start von sechs neuen Ausbildungsjahrgängen zeigte sich ein stabiles und leistungsfähiges Weiterbildungssystem. Vier Fortbildungstermine für den Abteilungsdienst sowie die neu erteilte Genehmigung zur Durchführung von Erste-Hilfe-Lehrgängen ergänzten das Spektrum.
In der Brandschutzausbildung konnten zwei neue Lehrgangsleiter eingesetzt werden. Der erste Gerätewartlehrgang für den gesamten Kreis wurde erfolgreich durchgeführt, und das Ehrenamt profitierte von einer umfassenden Drehleiterausbildung. Sechs Brandmeister schlossen ihre Laufbahnausbildung ab.
Mit sechs Führungskräftefortbildungen, neun Brandschutzfortbildungen sowie rund dreißig Seminaren in der eigenen Realbrandanlage wurde ein breites Aus- und Fortbildungsangebot sichergestellt. Die Anschaffung eines professionellen Fire-Trainers unterstützt künftig eine noch realistischere Übungsdarstellung.
In der Brandschutzerziehung wurden rund zwanzig Kitas betreut, nachdem die entsprechende Stelle neu besetzt worden war.
Die Behördenfahrschule führte im Jahresverlauf zahlreiche Ausbildungen in den Klassen C und CE durch – sowohl für die Feuerwehr als auch für andere städtische Fachbereiche und externe Behörden. Ergänzend wurden Fahrsicherheitstrainings für Einsatzkräfte absolviert.
Gleichzeitig liefen umfangreiche Umbaumaßnahmen an der Feuerwehr- und Rettungsdienstschule, die im Dezember in den Umzug an die Britanniahütte mündeten.
Abteilung 10-16 – Freiwillige Feuerwehr
Die Freiwillige Feuerwehr leistete auch 2025 einen bedeutenden Beitrag zur Einsatzbereitschaft und Leistungsfähigkeit der Feuerwehr Bergisch Gladbach. In den sechs freiwilligen Einheiten wurden zahlreiche Übungsdienste durchgeführt, die eine kontinuierliche Aus- und Fortbildung der ehrenamtlichen Einsatzkräfte sicherstellten.
Die ehrenamtlichen Kräfte unterstützten die Feuerwehr im gesamten Jahr bei einer Vielzahl realer Einsätze – von Brandereignissen und technischen Hilfeleistungen bis hin zu Flächen- und Vegetationslagen.
Auch im Bereich Öffentlichkeitsarbeit und Bürgernähe zeigte die Freiwillige Feuerwehr Präsenz, unter anderem beim Stadtfest, bei Tagen der offenen Tür sowie bei weiteren Veranstaltungen im Stadtgebiet.
Die Unterstützungsabteilung zog in das Logistikzentrum 12 ein, was die Strukturen nachhaltig stärkt. Die Jugendfeuerwehr war im gesamten Jahr sehr aktiv und konnte sowohl in Übungen als auch bei Veranstaltungen eine starke Entwicklung vorweisen.
10-01 Stabsstelle Notfall- und Krisenmanagement (NuK)
Seit 2015 verfügt die Stadt Bergisch Gladbach über einen kommunalen Krisenstab („Stab für außergewöhnliche Ereignisse“), dessen Geschäftsführung und organisatorische Vorbereitung bisher durch den Fachbereich 10 sichergestellt wurden. Zuletzt fand im Oktober 2025 eine gemeinsame Übung mit dem Krisenstab des Rheinisch-Bergischen Kreises statt.
Die Krisen der vergangenen Jahre – darunter der Cyberangriff, die Herausforderungen der Flüchtlingsmigration, die Corona-Pandemie sowie die insgesamt veränderte weltpolitische Lage – haben deutlich gemacht, dass Kommunen zunehmend mit neuen Aufgaben konfrontiert werden. Bund und Länder übertragen zusätzliche Verantwortlichkeiten, gleichzeitig steigen die Anforderungen an eine widerstandsfähige, handlungsfähige Verwaltung.
Um dieser Entwicklung gerecht zu werden und die eigene Resilienz zu stärken, wurde zum Jahresende die Stabsstelle Notfall- und Krisenmanagement (NuK) eingerichtet. Sie koordiniert und unterstützt die gesamte Stadtverwaltung bei der Vorbereitung auf außergewöhnliche Ereignisse und in der Bewältigung von Krisenlagen.
Die Arbeit der Stabsstelle basiert auf drei zentralen Säulen:
- Zivile Verteidigung und Zivilschutz – einschließlich der Vorbereitung auf Lagen mit bundesweiter oder regionaler sicherheitsrelevanter Bedeutung.
- Krisen- und Notfallmanagement – die strukturierte Planung und Steuerung kommunaler Krisenreaktionsprozesse.
- Business-Continuity-Management (BCM) – Maßnahmen zur Sicherstellung der Funktionsfähigkeit der Verwaltungsbereiche auch unter außergewöhnlichen Bedingungen.
Mit der NuK entsteht eine zentrale, fachlich spezialisierte Einheit, die die Stadtverwaltung bei künftigen Herausforderungen unterstützt und die gesamtstädtische Krisenvorsorge nachhaltig stärkt.
Abteilung 10-03 – Stabsstelle Neubauprojekte
Die Stabsstelle Neubauprojekte betreute 2025 mehrere zentrale Bau- und Modernisierungsvorhaben, die die zukünftige Struktur und Leistungsfähigkeit der Feuerwehr Bergisch Gladbach wesentlich prägen. Die Projekte befanden sich in unterschiedlichen Phasen der Planung, Prüfung und Vorbereitung und erforderten eine enge Zusammenarbeit mit Planungsbüros, städtischen Fachbereichen und politischen Gremien.
• Feuer- und Rettungswache 2 in Frankenforst: Im Oktober 2025 wurde das europaweite Vergabeverfahren für die Generalplanung abgeschlossen. Den Zuschlag erhielt eine Planungsgemeinschaft aus Architektur- und Ingenieurbüros. Der eingereichte Entwurf überzeugte durch gut organisierte Funktionsabläufe, eine klare städtebauliche Struktur und ein durchdachtes Nachhaltigkeitskonzept. Erste Planungsrunden fanden bereits statt.
• Britanniahütte – Verwaltung und Feuerwehr- und Rettungsdienstschule: Für das 2024 erworbene Gebäude aus dem Jahr 1959 wurde im Sommer 2025 der Bauantrag gestellt. Der Bestand musste intensiv geprüft werden, insbesondere im Hinblick auf den baulichen Brandschutz. Da einige Maßnahmen erst 2026 finanziert werden können, wird nach Erteilung der Baugenehmigung zunächst eine Teilnutzung des Bürobereichs angestrebt. Die Umbauarbeiten in der Verwaltung sowie in den Bereichen der Unterstützungsabteilung wurden im Berichtsjahr abgeschlossen. Die Feuerwehr- und Rettungsdienstschule bereitet den Einzug für Anfang 2026 vor. Parallel wurden die Planungen zur Regenwasser-Kanalsanierung fortgeführt.
• Neubau Feuerwehrhaus 9 für den Löschzug Bensberg: Der bisherige Standort an der Wipperfürther Straße entspricht nicht mehr den heutigen Anforderungen. Ein gemeinsam mit dem Fachbereich für Jugend und Soziales erworbenes Grundstück an der Overather Straße bildet die Grundlage für den Neubau eines modernen Feuerwehrhauses. Die Planungen sollen 2026 beginnen.
• Zentrales Werkstattzentrum: Der Rat der Stadt beschloss 2025 die Bündelung aller Werkstätten und Reservefahrzeuge an einem zentralen Standort. Das Gebäude in der Britanniahütte wird hierfür erweitert. Raumprogramm und Funktionsstruktur wurden im Berichtsjahr erarbeitet, sodass Anfang 2026 die Vergabe der Planungsleistungen vorbereitet werden kann.
Abteilung 10-04 – Stabsstelle Kommunikation und Medien
Die Stabsstelle Kommunikation und Medien konnte 2025 erneut eine weitreichende und professionelle Öffentlichkeitsarbeit sicherstellen. Im Berichtsjahr wurden 48 Pressemitteilungen veröffentlicht und über das Presseportal, die sozialen Netzwerke und die eigenen digitalen Kanäle einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Die Reichweitenentwicklung war deutlich: Auf Facebook erzielte die Feuerwehr 5,1 Millionen Aufrufe und verzeichnete 1.500 neue Follower. Instagram erreichte 1,9 Millionen Aufrufe und gewann 2.288 neue Follower hinzu. Der WhatsApp-Kanal etablierte sich weiter als schnelles Informationsinstrument und erreichte zum Jahresende 6.522 Follower. Auch LinkedIn entwickelte sich weiter; 36.095 Aufrufe bei 536 Followern dokumentieren die höhere Wahrnehmung im beruflichen Netzwerk.
Die Stabsstelle begleitete das gesamte Jahr über sowohl Einsatzlagen als auch Projekte, interne Ereignisse, Modernisierungen, Personalentwicklungen und zahlreiche Veranstaltungen. Mit einem stetig wachsenden Medieninteresse und einer immer breiteren Kommunikationslandschaft wurde die inhaltliche Qualität weiter gesteigert, ohne die für die Feuerwehr Bergisch Gladbach typische sachliche und nüchterne Tonalität zu verlassen.
Besondere Einsätze im Jahr 2025
Neben dem täglichen Einsatzgeschehen prägten eine Reihe besonderer Einsätze das Jahr 2025 in besonderer Weise. In der Silvesternacht 2024/2025 arbeiteten Feuerwehr und Rettungsdienst in einem engen Zeitfenster eine Reihe von Einsätzen ab. Um das erhöhte Einsatzaufkommen bewältigen zu können, wurden zusätzlich zu den beiden regulär besetzten Feuerwachen mehrere Standorte der Freiwilligen Feuerwehr besetzt und ein zusätzlicher Rettungswagen in Dienst gestellt. Insgesamt zeigte sich eine im Vergleich zu Vorjahren leicht erhöhte Einsatzbelastung, die geordnet und strukturiert abgearbeitet werden konnte.
Bereits am 4. Januar forderten fünf Paralleleinsätze Feuerwehr und Rettungsdienst besonders. Ausgelöst wurde die Serie durch eine ausgelöste Brandmeldeanlage in der Rheinberg-Passage in der Stadtmitte. Es folgten weitere Einsätze, darunter ein Brand eines Elektrofahrzeuges in einer Garage. Die Lage verdeutlichte eindrucksvoll die Notwendigkeit einer belastbaren Personal- und Fahrzeugvorhaltung sowie funktionierender Führungsstrukturen bei Mehrfacheinsätzen.
Am 2. Februar kam es im Stadtteil Nußbaum zu einem schweren Unfall im unwegsamen Waldgelände, bei dem ein Mountainbiker stürzte und schwerste Verletzungen erlitt. Rettungswagen und Notarzteinsatzfahrzeug übernahmen die medizinische Versorgung und den Transport in ein Krankenhaus. Die Einsatzkräfte waren dabei sowohl rettungsdienstlich als auch hinsichtlich der Orientierung im Gelände gefordert.
Ebenfalls am 2. Februar ereignete sich ein ungewöhnlicher Brandeinsatz in einer Werkstatt im Stadtteil Gronau. Dort hatte ein konkaver Spiegel durch den sogenannten Brennglas-Effekt einen Karton entzündet. Die automatische Brandmeldeanlage erkannte den Brand frühzeitig, sodass die Feuerwehr den entstehenden Schaden rasch begrenzen konnte. Der Einsatz wurde genutzt, um erneut auf die Brandgefahren durch reflektierende oder bündelnde Glas- und Spiegelelemente in direkter Sonneneinstrahlung hinzuweisen.
Nur eine Woche später brannte im Stadtteil Hebborn der Anbau eines Einfamilienhauses vollständig nieder. Mehrere Löschzüge der Berufs- und Freiwilligen Feuerwehr sowie der Rettungsdienst waren an der Odenthaler Straße im Einsatz. Aufgrund der zunächst unklaren Menschenlage wurde die Alarmstufe früh hoch angesetzt. Das Feuer konnte eingegrenzt und ein Übergreifen auf weitere Gebäudeteile verhindert werden.
Am 9. März war die Feuerwehr in einem größeren Waldbrand im Königsforst im Bereich „Tütberg“ gefordert. Auf einer etwa 2.000 Quadratmeter großen Fläche brannte der Waldboden in einem abgerodeten, brachliegenden Bereich. Aufgrund der Windverhältnisse und der Bodenbeschaffenheit bestand die Gefahr einer schnellen Ausbreitung. Die Alarmstufe wurde auf „Feuer Wald“ erhöht, zusätzliche Einheiten nachalarmiert und der Brand mit erheblichem Kräfteaufwand unter Kontrolle gebracht. Der Einsatz unterstrich die Bedeutung der zuvor aktualisierten Waldbrandkonzepte und der interkommunalen Abstimmung.
Am 16. April wurde die Feuerwehr zu einem Wohnungsbrand in einem Wohn- und Geschäftshaus in der Reuterstraße im Stadtteil Nußbaum alarmiert. Beim Eintreffen standen Teile des ersten Obergeschosses bereits in Flammen, und es wurde vermutet, dass sich noch eine Person im Gebäude befindet. Trotz des schnellen und umfassenden Einsatzes aller Kräfte konnte eine Person nur noch leblos aufgefunden werden. Der Einsatz machte deutlich, welche Tragweite Brände im innerstädtischen Bereich mit Wohnnutzung haben können.
Eine besondere Herausforderung stellte im weiteren Jahresverlauf die Räumung eines einsturzgefährdeten Hauses an der Odenthaler Straße in der Stadtmitte dar. Nach ersten Sicherungsmaßnahmen und der Einschätzung von Statikern wurde das Gebäude vorsorglich geräumt, um Gefahren für die Bewohnerinnen und Bewohner sowie für Passanten auszuschließen. Die Feuerwehr war hierbei eng mit weiteren Fachbehörden und externen Sachverständigen abgestimmt.
Zu den besonders tragenden Einsätzen des Jahres zählte der Hochhausbrand im Stadtteil Gronau. Zwei Kinder konnten durch die Feuerwehr aus einer Brandwohnung gerettet werden; eine Person wurde schwer, vier weitere Personen leicht verletzt, insgesamt wurden 55 Menschen betreut. Der Einsatz erforderte eine umfangreiche Menschenrettung unter Atemschutz, eine Evakuierung mehrerer Etagen und die nachgelagerte Betreuung der Betroffenen.
Neben diesen stark belastenden Einsätzen prägten auch besondere und eher ungewöhnliche Lagen das Einsatzjahr. So musste Anfang Oktober in der Stadtmitte eine Eule aus einem Kamin befreit werden, nachdem Anwohnende ein „Klopfen“ im Schacht gemeldet hatten. Das Tier hatte sich im Kamin verfangen und konnte durch die Feuerwehr unverletzt gerettet werden.
Am 5. Oktober schließlich suchten Feuerwehr und Polizei mit großem Kräfteeinsatz nach einem 70-jährigen Mann, der sich im Königsforst verirrt hatte und über Notruf Hilfe angefordert hatte. Durch eine Kombination aus Handyortung, Drohneneinsatz, Fußtrupps und einem Polizeihubschrauber konnte der Mann nach rund vier Stunden Suche gefunden, medizinisch versorgt und in ein Krankenhaus gebracht werden. Der Einsatz zeigte eindrucksvoll die Leistungsfähigkeit der gemeinsamen Gefahrenabwehr von Feuerwehr und Polizei sowie die Bedeutung moderner Technik für die Personensuche in unübersichtlichem Gelände.
Gesellschaftliche Herausforderungen
Auch 2025 zeigte sich, dass der Umgang mit besonders schutzbedürftigen Personen – etwa Menschen in psychischen Ausnahmesituationen, mit Suchtproblemen oder in sozialen Notlagen – die Einsatzkräfte zunehmend fordert. Diese Lagen gehören zum Alltag, wirken jedoch belastend und binden regelmäßig zusätzliche Ressourcen, insbesondere im Rettungsdienst.
Hinzu kommt, dass aggressives Verhalten, verbale Anfeindungen und vereinzelte körperliche Übergriffe auf Einsatzkräfte weiter zunehmen. Dies stellt eine wachsende Belastung dar und macht eine kontinuierliche Weiterentwicklung von Einsatzkonzepten, Ausrüstung und Kommunikation notwendig.
Auch Ordnungsbehörden und Justiz arbeiten an ihren Kapazitätsgrenzen. Fehlende Unterbringungsmöglichkeiten, ausgelastete psychiatrische Kliniken und hohe rechtliche Hürden führen dazu, dass Betroffene häufig wiederholt in Einsatzsituationen auffallen, ohne dass eine nachhaltige Entlastung für alle Beteiligten erreicht wird.
Diese Entwicklungen verdeutlichen den Bedarf, gesellschaftliche Probleme klar zu benennen und strukturelle Lösungsansätze über die Feuerwehr hinaus anzustoßen.
Schlussbemerkung
Das Jahr 2025 war für die Feuerwehr Bergisch Gladbach geprägt von weiter wachsender Einsatzbelastung, tiefgreifenden strukturellen und technischen Modernisierungen sowie intensiver Personal-, Ausbildungs- und Öffentlichkeitsarbeit. Die Vielzahl laufender Projekte und die hohe Einsatzbereitschaft aller Haupt- und Ehrenamtlichen haben die Leistungsfähigkeit des Fachbereichs nachhaltig gefestigt.
Die Feuerwehr Bergisch Gladbach geht damit gut gerüstet in das Jahr 2026 – mit klaren Zielen, stabilen Strukturen und dem Anspruch, den bestmöglichen Schutz und Service für die Bürgerinnen und Bürger der Stadt zu gewährleisten.

