Helge Lindh (MdB, 2.v.l). mit Corvin Kochan, stellvertretender SPD-Kreisvorsitzender, Heike Lehmann, stellvertretende SPD-Kreisvorsitzende, Gerhard Zorn, Vorsitzender der SPD-Kreistagsfraktion und Hinrich Schipper, SPD-Kreisvorsitzender. Foto: Katja Zichlarz

Beim Neujahrsempfang der SPD im Rheinisch-Bergischen Kreis stand der entschiedene Einsatz für Demokratie, Menschenwürde und gesellschaftlichen Zusammenhalt im Mittelpunkt. Hauptredner war Helge Lindh, der seit 2017 für die SPD im Deutschen Bundestag sitzt und dort immer wieder massiven Anfeindungen und Bedrohungen aus dem rechtsextremen Spektrum ausgesetzt ist.

Wir veröffentlichen einen Beitrag der SPD Rhein-Berg

In einer leidenschaftlichen Rede warnte Lindh eindringlich vor der fortschreitenden Normalisierung rechtsextremistischer Positionen. Demokratie dürfe sich nicht darauf beschränken, Bestehendes zu verteidigen, sondern müsse aktiv gestärkt und weiterentwickelt werden. „Nicht das Normale wird extremistisch – das Extremistische wird normalisiert. Das ist die eigentliche Gefahr unserer Zeit“, so Lindh.

Ausgehend von der Frage nach dem Menschenbild machte Lindh deutlich, dass Rechtsextremismus dort besonders gefährlich werde, wo Menschenverachtung, Rassismus sowie die bewusste Verdrehung von Wahrheit und Lüge gesellschaftsfähig würden. Scharf kritisierte er den Missbrauch von Patriotismus durch rechte Akteure, die Vielfalt ablehnten und Solidarität verweigerten, sobald Deutschland nicht ihrem engen Weltbild entspreche. Deutschland sei längst vielfältig – und genau darin liege seine Stärke.

Mit Blick auf die AfD sprach Lindh von einer Partei, die systematisch Desinformation betreibe, internationale Netzwerke mit Demokratiefeinden pflege und offen mit autoritären Regimen sympathisiere. Die Auseinandersetzung mit ihr dürfe nicht taktisch geführt werden. Ein Rechtsstaat, der sich selbst ernst nehme, müsse auch seine Verfassung ernst nehmen.

Im Anschluss an die Rede sorgte die Poetry-Slamerin Luca Swieter für einen pointierten, zugleich nachdenklichen Perspektivwechsel. Mit viel Witz, Ironie und klarer Haltung nahm sie scheinbar einfache Antworten auf komplexe demokratische Krisen auseinander und zeigte, wie absurd gut gemeinter, aber gedankenloser Aktionismus sein kann.

„Am Ende haben wir uns nicht spalten lassen – und vor allem den Bullshit abgelehnt, den man uns verkaufen wollte“, brachte sie die Botschaft ihres Textes auf den Punkt. Ihr Auftritt machte deutlich: Demokratie lebt von kritischem Denken, Zusammenhalt und dem Mut, Unsinn klar zu benennen.

Der Neujahrsempfang machte deutlich: Die SPD im Rheinisch-Bergischen Kreis setzt auch 2026 auf klare Haltung, Verfassungspatriotismus und den entschiedenen Einsatz für eine offene, solidarische und demokratische Gesellschaft.

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