Die Vorstände von Partei und Fraktion der CDU und SPD bei der Vertragsunterzeichnung. Foto: CDU

Zum ersten Mal in der 51-jährigen Geschichte des Rheinisch-Bergischen Kreises sind CDU und SPD eine Koalition eingegangen. Gemeinsam verpflichten sie sich auf die Ziele Stabilität, Sicherheit, Forschung, soziale Gerechtigkeit, generationengerechtes Handeln und wirtschaftliche Entwicklung. Mit 41 Sitzen verfügt Schwarz-Rot über eine solide Mehrheit im Kreistag.

Wir veröffentlichen eine Mitteilung der CDU Rhein-Berg

Am Freitag haben die Vorsitzenden der CDU und SPD sowie der Kreistagsfraktionen, Maurice Winter (CDU), Hinrich Schipper (SPD), Uwe Pakendorf (CDU) und Gerhard Zorn (SPD) den Koaltionsvertrag für Stabilität, Sicherheit, Forschung, soziale Gerechtigkeit, generationengerechtes Handeln und wirtschaftliche Entwicklung unterzeichnet. Zuvor hatten am Donnerstagabend der Kreisvorstand der CDU und ein außerordentlicher Parteitag der SPD dem Vertrag jeweils einstimmig zugestimmt.

Mit dem Koalitionsvertrag schaffen CDU und SPD eine verlässliche Grundlage für eine stabile und zugleich zukunftsorientierte Kreispolitik. Unsere gemeinsamen Leitlinien sind Stabilität, Sicherheit, Fortschritt, soziale Gerechtigkeit, generationengerechtes Handeln und wirtschaftliche Entwicklung.

Im Mittelpunkt steht die Sicherung der finanziellen Handlungsfähigkeit des Kreises. Wir bekennen uns klar zu den beschlossenen Konsolidierungszielen und verbinden diese mit einer konsequenten Verwaltungsmodernisierung.

Ziel ist eine moderne, digitale, effiziente und bürgerorientierte Kreisverwaltung, die Leistungen serviceorientiert und rechtssicher erbringt. Digitalisierung und KI-gestützte Prozessoptimierung sollen dabei helfen, trotz knapper Personalressourcen leistungsfähig zu bleiben. Gleichzeitig setzen wir auf einen interkommunalen Strategieprozess, um gemeinsam mit unseren Städten und Gemeinden Synergien zu nutzen, Fördermittel besser zu erschließen und den Kreisumlagesatz möglichst stabil zu halten.

Auch in Zeiten eingeschränkter finanzieller Spielräume setzen wir klare Prioritäten: Wir investieren in Bildung und Fachkräftesicherung – insbesondere durch den geplanten Campus für berufliche Bildung auf dem Zanders-Gelände. Wir stärken Förderschulen, Schulsozialarbeit und Bildungsnetzwerke.

Wir sichern Mobilität durch einen zukunftsfesten ÖPNV und SPNV, den Erhalt unserer Straßeninfrastruktur sowie den Ausbau von Radwegen und Mobilstationen. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Stärkung von Rettungsdienst, Bevölkerungsschutz und Resilienz gegenüber Krisen und Extremwetterereignissen.

Darüber hinaus setzen wir uns für bezahlbaren Wohnraum, eine starke Jugendhilfe, eine wohnortnahe Gesundheitsversorgung, verlässliche Pflegeangebote sowie Klimaanpassung und Umwelt- und Naturschutz mit Augenmaß ein.

Dokumentation

Reden Sie mit, geben Sie einen Kommentar ab

7

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

    1. Ja, keine Förderung von Balkonkraftwerken mehr! Die haben nämlich mittlerweile so günstige Preise erreicht, dass sie keiner Subventionen mehr bedürfen.

  1. Der Rat der Stadt Bergisch Gladbach sollte sich den Zielen des Kreises nicht verwehren

    Der Koalitionsvertrag von CDU und SPD im Rheinisch-Bergischen Kreis 2025–2030 setzt klare Leitlinien für die zukünftige Wohnraumentwicklung im Kreis. Auch wenn der Vertrag auf Kreisebene beschlossen wurde, sollte sich die kreisangehörige Stadt – und damit auch der Rat der Stadt Bergisch Gladbach – diesen Zielen nicht verwehren.

    Der Koalitionsvertrag formuliert zur Wohnraumpolitik ausdrücklich:

    „Priorisierung auf die Schaffung bezahlbaren und an entsprechenden Baustandards orientierten Wohnraums“ (Seite 21)

    Und weiter:

    „CDU und SPD erkennen die unterschiedlichen Formen familiären Zusammenlebens an und setzen sich für generationenübergreifende, inklusive Wohnformen ein.“ (Seite 21)

    Sowie als explizites Ziel:

    „Vermeidung von Vereinsamung durch gemeinschaftliches Wohnen.“ (Seite 21)

    Diese Aussagen decken sich vollständig mit den Zielen der Gründung einer Bürgergenossenschaft für Wohnraumschaffung in Bergisch Gladbach, insbesondere mit Blick auf

    – die Umnutzung der Alten Stadthäuser,

    – die Wohnraumschaffung im Bestand in den Quartieren

    und den Grundsatz Bestandsnutzung vor Neubau.

    Dies schließt ausdrücklich die Schaffung generationenübergreifender, inklusiver und gemeinschaftlicher Wohnformen zur Vermeidung von Vereinsamung ein.

    Der Koalitionsvertrag nennt die Rheinisch-Bergische Siedlungsgesellschaft (RBS) ausdrücklich, bezieht jedoch zugleich auch „andere am Wohnungsmarkt aktive Akteure“ mit ein (Seite 21), zu denen auch genossenschaftliche Modelle gezählt werden können.

    Vor diesem Hintergrund sollte der Rat der Stadt Bergisch Gladbach die im Kreis vereinbarten Ziele konsequent unterstützen und bürgerschaftlich getragene Initiativen zur Wohnraumschaffung nicht ausbremsen, sondern aktiv ermöglichen.

    Danke!

    1. Hallo Herr Ditsche,
      sie beziehen sich auf den Koalitionsvertrag und darin auf die Aussage zur Schaffung bezahlbaren Wohnraums. Bei ihrem Genossenschaftsmodell geht es um ein Erstinvest von 100.000 € und monatlichen Zahlungen von 4200 bzw. 5100 €. Hierauf und die Frage der Finanzierung hatte “Drucker” in einer Antwort an sie bereits am 17.12.25 hingewiesen. Wie passt das zu bezahlbarem Wohnraum? Kosten für ggf. notwendige Pflege kommt dann noch hinzu. Welche Klientel wollen/können sie mit diesen Beträgen erreichen? Da reicht selbst die Villa in Frankenforst nicht lange aus.

      1. Sehr geehrte Frau / Herr Udick,

        vielen Dank für Ihre Nachfrage – sie ist nachvollziehbar, greift jedoch nur einen Teil des Modells heraus und lässt den eigentlichen wohnungspolitischen Hebel unberücksichtigt.

        Das von Ihnen angesprochene Erstinvestment betrifft eine klar definierte Zielgruppe (ältere Eigentümerinnen und Eigentümer), die ihr bestehendes Einfamilienhaus temporär oder dauerhaft in ein genossenschaftliches Modell einbringen. Diese Personen verlassen bewusst den klassischen Wohnungsmarkt und sichern sich im Gegenzug eine altersgerechte, gemeinschaftlich organisierte Wohnform.

        Es geht hierbei um rund 65 genossenschaftlich organisierte Residenzwohnungen, die ausdrücklich kein Produkt für den freien Markt sind, sondern Teil eines Tausch- und Übergangsmodells: Wohnraum im Bestand wird gegen eine kleinere, gemeinschaftliche und altersgerechte Wohnform eingetauscht.

        Der bezahlbare Wohnraum entsteht an anderer Stelle – durch die frei werdenden Wohnhäuser im Bestand. Genau hier liegt der Kern des Modells, das ich gerne als „65 zu 700“ bezeichne: Rund 65 Haushalte ziehen in Residenzwohnungen, wodurch mehrere hundert Quadratmeter Wohnfläche in den Quartieren für (ca. 700 Bürger) Familien, Wohngemeinschaften und Mehrgenerationenmodelle wieder verfügbar werden – ohne Neubau, ohne zusätzlichen Flächenverbrauch.

        Der Koalitionsvertrag spricht ausdrücklich von Bestandsnutzung, generationenübergreifenden Wohnformen und der Vermeidung von Vereinsamung sowie von der Einbindung weiterer Akteure am Wohnungsmarkt neben der RBS. Genau an dieser Stelle setzt das genossenschaftliche Modell an.

        Die Frage möglicher Pflegekosten ist im Übrigen kein Gegenargument, sondern Teil der Realität jeder Wohnform im Alter – unabhängig davon, ob jemand im Einfamilienhaus, zur Miete oder im Eigentum lebt. Ziel des Modells ist ausdrücklich, Pflegebedürftigkeit möglichst lange hinauszuzögern.

        Ich empfehle Ihnen, sich die bereitgestellten Unterlagen anzusehen:
        https://w104sz3kx.hier-im-netz.de/wordpress/
        (insbesondere die Downloads am Seitenende)

        Dann wird deutlich: Es geht nicht um exklusive Wohnangebote, sondern um Wohnraumpolitik im Bestand und um eine spürbare Entlastung des Marktes dort, wo er heute blockiert ist.

        Danke!

    2. Hallo Herr Ditsche,
      ihre Herleitung zur Schaffung von Wohnraum für bis zu 700 Personen überfordert mich mathematisch/intellektuell. Es werden 65 EINFAMILIENhäuser frei. Bei ihrer Herleitung müssen in jedes Haus dann 10,8 Personen einziehen. Einfamilienhäuser haben in der Regel 4 oder 5 ggf.mal 6 Zimmer, ein Bad und ggf. Gäste-WC. Neben den Gemeinschaftsräumen benötigen die Bewohner aber auch ihre privaten (Rückzugs)Räume. Wie soll das bei der vorhandenen Infrastruktur der Einfamilienhäuser funktionieren? Für mich sind es da eher Paare mit einem oder zwei Kindern, die in diese Häuser ziehen werden. So wird es dann Wohnraum für 195 bis 260 Menschen und das ist weit weg von 700.

      1. Sehr geehrte Frau / Herr Udick,

        bei all der Rechnerei geht ein Punkt völlig verloren und der ist mir der wichtigste.
        Die Diskussion verengt sich dabei nicht nur rechnerisch, sondern auch argumentativ wie intellektuell auf eine problematisch verkürzte Sichtweise.

        Es geht hier nicht um Zahlenakrobatik, sondern um Menschen, die heute keine reale Chance mehr auf dem Immobilienmarkt haben.

        Um Familien,
        die trotz Arbeit, trotz Ausbildung, trotz Kinder
        – bei Kaufpreisen, Eigenkapitalanforderungen und Konkurrenz durch Investoren –
        keinen Fuß mehr in die Tür bekommen.

        Um Alleinerziehende,
        für die das Wohnen in einem Haus mit Garten – auch zur Miete – heute schlicht unerreichbar ist.

        Um Studierende oder Auszubildende,
        die in Städten verdrängt werden und auf Zeit, Übergang oder Mitwohnen angewiesen sind.

        Genau hier setzt der genossenschaftliche Gedanke an:

        Wenn ältere Eigentümer freiwillig aus großen, kaum noch genutzten Einfamilienhäusern in eine kleinere, gemeinschaftliche und altersgerechte Wohnform wechseln,
        dann wird Wohnraum frei,
        der nicht an den Meistbietenden geht,
        sondern gezielt an Familien, Alleinerziehende, Mehrgenerationenhaushalte oder gemischte Wohnformen.

        Alle diese Wohnformen erfolgen zur Miete innerhalb der Genossenschaft, nicht als Eigentum.

        Nicht Rendite entscheidet – sondern Bedarf.
        Nicht Marktlogik – sondern Verantwortung.

        Jedes dieser Häuser bedeutet:
        ein, zwei, drei Kinderzimmer mehr statt Leerstand,
        ein Garten für Kinder statt ungenutzter Fläche,
        ein Zuhause statt Warteliste.

        Und ja: Selbst wenn daraus „nur“ 250 oder 300 neue Wohnplätze entstehen –
        dann sind das 250 oder 300 Menschen,
        die sonst keine Chance gehabt hätten.

        Das ist der Kern des Modells.
        Alles andere sind Rechenhilfen.

        Danke!