Foto: Markus Bollen

Zusammen haben die Bienenzuchtvereine Overath und Bergisch Gladbach ihre Ehrenamtler darin geschult, die sich rasant ausbreitende Asiatische Hornisse zu bekämpfen. Zu Gast war auch das Ehepaar Bethe, das über seine Stiftung eine Spenden-Verdopplungsaktion startete.

Wir veröffentlichen einen Beitrag des Bienenschutzvereins

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Die Bienenzuchtvereine Overath und Bergisch Gladbach haben eine Schulung für ehrenamtliche Artenschützer im Haus des (Rheinisch)-Bergischen Naturschutzbundes organisiert. Dort fand eine praxisbezogene Ausbildung zur Bekämpfung der Asiatischen Hornisse (Vespa Velutina) statt.

Schirmherr der Veranstaltung, Martin Lucke, Mitglied des Landtags, Friedo Weiß, Vertreter des Landrats und Michael Eyer, Bürgermeister von Overath, waren vor Ort und diskutierten sehr konstruktiv mit den Freiwilligen über nötige Hilfestellung der jeweiligen Ämter.

Foto: Lukas Daubenbüchel

Besondere Gäste war das Ehepaar Bethe, Ehrenbürger der Stadt Bergisch Gladbach, die mit einer Spendenverdopplungsaktion die Bekämpfung der Asiatischen Hornisse unterstützen.

Spenden bitte auf Konto des Bienenzuchtverein Bergisch Gladbach
Bensberger Bank
IBAN: DE38 3706 2124 0101 2830 11
Stichwort: Bethe-Stiftung – Velutina

Unter der Leitung von Dirk Wacker konnten die Teilnehmenden verschiedene Lanzensysteme, VeluLance, Erazor und BuzzBusters praktisch ausprobieren.

Die Asiatische Hornisse vermehrt sich rasant. Als Ihre Beutetiere wurden 1480 verschiedene Arten identifiziert. Eine Kolonie vertilgt im Jahr 11.000 bis 15.000g Insekten. Die Schäden bei Wildbienen lassen sich kaum messen. Die Imker klagen über Völkerverluste.

Gefährlich für Menschen ist die aggressive Verteidigung der Nester. Stiche können schwere allergische Reaktionen bis zu multiplen Organversagen hervorrufen. Die Vespa Velutina kann man leicht am schwarzen Brustteil und den gelben Füßen erkennen.

Die Jung-Königinnen erwachen jetzt aus der Winterruhe und bauen kleine Nester in ein bis zwei Meter Höhe. Die Primärnester können in Hecken aber auch in Carports, Schuppen, Spielhäusern, unter Dachvorsprüngen, in Vogelnistkästen, sogar in Gartenboxen, unter umgedrehten Blumentöpfen oder unter Kanaldeckeln gebaut werden.

Die Bevölkerung ist aufgerufen, Sichtungen der Vespa Velutina und ihrer Primärnester beim Amt für Artenschutz zu melden (02202 132815). Bitte die Nester NICHT selbst entfernen.

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  1. Hallo M. Schneider, vielen Dank für den Link! In dem Fall werden zwei Weinberge in Galizien verglichen. “Trapping” bedeutet für mich “Tiere in Fallen fangen“. Das ist ein Unterschied zur Vernichtung der Nester – oder? Dass Fallen nicht mehr den gewünschten Effekt bringen, kann ich mir bei der Höhe des Befalls in Galizien gut vorstellen. Wenn die beiden Weinberge in unmittelbarer Nähe zueinander sind, erst recht. Es gibt Bilder, auf denen zu sehen ist, wie viele Individuen an Bienenständen gefangen werden.

    Hier ein Link zu Videos, die unser Workshop Leiter Dirk Wacker zur Verfügung stellt: https://kurzlinks.de/velutina-videos

    Was die Einstufung als “Etabliert” betrifft, sehe ich das so: Solange die Art als invasiv eingestuft wurde, mussten die Kosten für die Beseitigung vom Staat getragen werden. Die Kosten wurde durch die rasante Vermehrung der Vespa Velutina schlicht zu hoch. Bei der Einstufung als “Etabliert” bleiben die Kosten für eine Nestentfernung beim Grundstückseigentümer hängen. Das ist der Unterscheid. Die Gefahr, die von der Asiatischen Hornisse ausgehen, und die Schäden, die sie verursachen, werden steigen.

    https://www.bfn.de/sites/default/files/2025-07/EU-VO-Art-19_MMB-Vespa-velutina_Version-2025-03.pdf

    Wenn ich daraus zitieren darf: In Spanien (VIDAL et al.2021) und Portugal (CALDEIRA et al. 2023) hat die Anzahl der Fälle mit allergischen Reaktionen nach Stichen der Asiatischen Hornisse stark zugenommen. Wirtschaftliche Schäden und damit einhergehende Kosten (MONCEAU et al. 2014, LAURINO et al. 2019, LUEJE et al. 2024) sind durch erhöhten Prädationsdruck auf Bienenvölker (Imkerei) (GARCIA-ARIAS et al. 2023, REQUIER et al. 2023) sowie durch Fraß an Früchten im Obst- und Weinbau zu erwarten (NAVE et al. 2024).

    Genau da will ich nicht tatenlos zusehen, die Aktiven der Velutina Army auch nicht.

  2. Keine Aussicht auf Erfolg: Seit März 2025 gilt die Asiatische Hornisse in Deutschland offiziell als etablierte Art: Im Rahmen der EU-Verordnung zu invasiven Arten wurde sie vom Status der verpflichtenden Beseitigung (Art. 16) in das reine Management (Art. 19) überführt – ein klarer Hinweis darauf, dass eine flächendeckende Ausrottung nicht mehr als realistisch angesehen wird.

    Vor diesem Hintergrund übersteigt ihre Reproduktionsdynamik jede realistisch umsetzbare Bekämpfung: Jedes Volk erzeugt hunderte fortpflanzungsfähige Jungköniginnen, von denen bereits ein minimaler Anteil ausreicht, um die Population im Folgejahr vollständig zu regenerieren, während zugleich ein Großteil der Nester hoch und verborgen liegt und sich systematisch der Bekämpfung entzieht, sodass nie die notwendige Eingriffstiefe erreicht wird.

    Für Imker sind Maßnahmen zum Schutz ihrer Völker vor der Asiatischen Hornisse daher allenfalls in seltenen Fällen sinnvoll bzw. von Erfolg gekrönt – für die breite Bevölkerung bleiben sie überwiegend Aktionismus, da sie die Gesamtpopulation der asiatischen Hornisse nicht nachhaltig beeinflussen.

    1. Hallo M. Schneider, vielen Dank für Ihren Kommentar! Genau richtig, die erschreckende Reproduktionsrate und ihre Aggressivität bei der Verteidigung des Nestes sind ausschlaggebend!
      Natürliche Feinde sind der Wespenbussard und der Bienenfresser. Wann haben Sie das letzte Mal einen gesehen?

      Wenn wir die Hände in den Schoß legen, haben wir bald Verhältnisse wie in Galicien. Dort wird der Wein nicht mehr geerntet, weil die Trauben voll Hornissen sitzen.

      Ich plädiere dafür, JEDES Nest umgehend zu entfernen. Wir sind auf die Mithilfe der Bevölkerung angewiesen. Wo bauen die Jungköniginnen die Primärnester? Wenn dort die ersten Arbeiterinnen geschlüpft sind, kann eine Fachkraft das Nest entfernen. Jedes Nest weniger in diesem Jahr bedeutet ca. 10 weniger im nächsten Jahr. Haben Sie einen besseren Vorschlag?

      1. Ihr Engagement in allen Ehren – aber genau dieser Ansatz wurde bereits aufgegeben, weil er nachweislich keinen Einfluss auf die Gesamtpopulation hat.

        Und die oft zitierten „Verhältnisse wie in Galicien“ halten einem Faktencheck nicht stand: Dort gibt es lokal Schäden, aber keine aufgegebene Weinernte – solche Beispiele sind eher zugespitzte Einzelfälle als die Realität. Wir sollten bei den wissenschaftlichen Fakten bleiben und nicht mit solchen Erzählungen arbeiten.

        Fakt ist: Die Bekämpfung der Asiatische Hornisse hat keinen messbaren Einfluss auf die Gesamtpopulation und bleibt damit im Kern wirkungslos.

    2. Hallo M. Schneider, haben Sie Zugang zu den wissenschaftlichen Fakten?
      Können Sie mir Untersuchungsergebnisse schicken? Würde mich wirklich interessieren.
      Wenn dem so wäre, wie sie sagen, könnten wir wirklich die Hände in den Schoß legen.
      Nach meinem jetzigen Wissensstand ist mir lieber, wir tun jetzt etwas, bevor es zu spät ist und sehr teuer wird.

      1. Hier vom Oktober 2025:
        https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/40605760/
        Kurzfassung:
        Zwei Weinberge in Galizien, auf einem Weinberg wurden die asiatischen Hornissen aktiv bejagt, der zweite Weinberg wurde nicht bejagt.
        Ergebnis: Egal wie stark die asiatische Hornisse bejagt wurde, am Ende ließ sich zwischen den beiden Weinbergen im Schadensbild kein Unterschied feststellen.

        https://neobiota.bfn.de/fileadmin/NEOBIOTA/documents/PDF/EU-VO-Art-19_MMB-Vespa-velutina_Version-2025-03.pdf

        Wenn eine Art offiziell als großräumig etabliert gilt und nur noch unter Management nach Art. 19 geführt wird, ist die Vorstellung einer privaten Ausrottungskampagne fachlich nicht haltbar.