Die Greifvogelhilfe hatte sich auch beim Apfelfest vorgestellt. Foto: RBN

Bei der Jahreshauptversammlung des Rheinisch-Bergischen Naturschutzvereins (RBN) stand zunächst die Lage der Greifvogelhilfe im Vordergrund, deren Auffangstation vom RBN maßgeblich gestützt wird. Erneut wurde deutlich, dass sich der Verein in seiner 50-jährigen Geschichte zur dominierenden Stimme im Naturschutz entwickelt hat.

Wir veröffentlichen einen Beitrag des Rheinisch-Bergischen Naturschutzvereins (RBN)

„Immer wieder spannend, hintergründig und überaus überzeugend!“ – so die Zusammenfassung einer Zuhörerin des Vortrags „Ziele, Zustand, Zukunft“ von Dirk Sindhu von der Bergischen Greifvogelhilfe, den er gut eine Stunde vor den Mitgliedern des Rheinisch-Bergischen Naturschutzvereins (RBN) bei deren Jahreshauptversammlung hielt.

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Jährlich würden über 500 verletzte Tiere bei der Auffangstation im Turmhof in Rösrath eingeliefert und für ihre Aussiedlung vorbereitet – in der überwiegenden Zahl gelänge dies, so Sindhu, aber manchmal seien die Verletzungen auch so gravierend, dass keine Überlebenschance bestehe.

Eindringlich wies Sindhu, dessen Greifvogelhilfe organisatorisch vom RBN unterstützt wird, darauf hin, dass seine Station mit ihren ehrenamtlichen Kräften „am Limit“ sei – selbst wenn er weitere Volieren baue, wie gegenwärtig, könnten trotzdem nicht mehr Tiere aufgenommen werden, es sei denn, die Ehrenamtlichen würden personell unterstützt durch feste Stellen für Tierpflege und Umweltbildung. Für die Tierpflege hat das Umweltministerium NRW eine Stelle bewilligt.

RBN-Vorsitzender Mark vom Hofe nutzte die Gelegenheit, auf die seit 2010 bestehende enge Verzahnung der Greifvogelhilfe im Themen- und Aktionsangebot des RBN hinzuweisen. „Der RBN sammelt die Spenden für Dirk Sindhu, stellt die Spendenquittungen aus, bezahlt Rechnungen für Futtermittel, Tierärzte, Baumaterialien für weitere Volieren“, so der RBN-Vorsitzende. 

In seinem Vorstandsbericht ging Mark vom Hofe auf das 50jährige Bestehen des Vereins ein, das im Juni im Beisein von Umweltminister Krischer begangen wurde. Mit rund 750 Mitgliedern sei der Verein fünf Jahrzehnte lang eine dominierende Stimme im amtlichen und ehrenamtlichen Naturschutz im Bergischen Land gewesen und wolle dies auch durch den Sachverstand und den Kenntnisreichtum seiner Mitglieder in vielen Themenbereichen weiter fortsetzen und ausbauen.

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Pionierarbeit für den Naturschutz: RBN feiert 50. Geburtstag

Die Fällung von Kastanien rund um St. Walburga in Overath hatte 1975 die Gründung des Rheinisch-Bergische Naturschutzverein (RBN) ausgelöst – der seither in der Region landschaftszerstörende Maßnahmen verhindert, wichtige Umweltprojekte anschiebt und praktischen Naturschutz leistet. Ein Blick zurück in die Geschichte des Vereins – und auf sein großes Tätigkeitsfeld.

„Dazu zählt eine zuverlässig erreichbare Geschäftsstelle an fünf Vormittagen in der Woche, dazu zählt ein harmonisch agierender Vorstand, dazu zählen Aktive, die sich regelmäßig für die Arbeiten rund um unser Vereinshaus kümmern, bei Krötenwanderungen im Frühjahr dabei sind und uns bei der Apfelernte helfen“, so der Vorsitzende.

Rekord bei der Apfelernte

Die Apfelernte 2025 sei überragend gewesen: 1,5 Tonnen wurden zu 900 Litern Saft verpresst, die als 3- und 5-Liter-Kanister beim Verein zu bekommen sind. Im Oktober wurde für Mitglieder, Freunde und Bekannte ein besonderer Pflücktag eingerichtet, gegen eine Spende konnten sich die, die gekommen waren, so viele Äpfel verschiedener Sorten mitnehmen, wie sie wollten bzw. tragen konnten. „Und wenn danach immer noch Äpfel hingen oder unter den Bäumen lagen – Vögel, Insekten und Wildtiere freuen sich: Wie betreiben auf unserer Wiese in Bechen Natur- und Artenschutz!“

Im Jahre 2026 beabsichtigt der Verein wieder an drei Standorten den Erdkröten und Fröschen bei ihrer Wanderung über die Straße zu helfen – in Bergisch Gladbach-Hebborn, in Odenthal-Landwehr und in Immekeppel im Freudenthal. Helferinnen und Helfer sind willkommen, über die RBN-Geschäftsstelle wird der Kontakt zu den Betreuenden hergestellt. 

Über weitere helfende Hände freut sich der Verein bei der weiteren Gestaltung der Flächen rund um das Vereinshaus zwischen Immekeppel und Untereschbach, die renovierte ehemalige Schule für das Sülztal: Eingerichtet werden sollen zum Beispiel eine Kräuterspirale und ein Sandarium sowie ein Insektenhotel, Beerensträucher sollen angepflanzt werden. „Wer mitmachen will, sollte sich bei uns melden; wir treffen uns alle drei Wochen samstags nachmittags“, so der Vorsitzende. 

Die Mitglieder ermunterten den Vorstand, sich auch im kommenden Jahr weiter in die anstehenden Bauvorhaben in den bergischen Kommunen einzumischen und die Stimme zu erheben bei Eingriffen in Natur und Landschaft. So werde sich der Verein mit dem Entwurf des Landschaftsplans für Bergisch Gladbach, Overath und Rösrath befassen und Papiere zu mehr Grün in den Städten sowie Erwartungen an den Natur- und Artenschutz in öffentlichen Wäldern, insbesondere in den städtischen Wäldern von Wermelskirchen und Bergisch Gladbach, erstellen. 

Der (Rheinisch-) Bergische Naturschutzverein ist seit 1975 die Stimme des Naturschutzes im Bergischen Land. Ursprünglich entstanden aus einer Bürgerinitiative engagieren sich Ehrenamtler quer durch das Bergische Land für den Schutz von Natur und Landschaft. Kontakt: info@bergischer-naturschutzverein.de

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  1. RBN – Bergischer Naturschutz: ein Leuchtturm in unserer Region !
    Danke für den laangen Atem und die vielen Erfolge gegen den Raubbau an unserer Natur. Einige wenige machen den (erfreulichen) Unterschied.