Vor allen in den Rand- und Nachtstunden sollen die Busse in den Depots bleiben. Foto: Thomas Merkenich

Rund 19 Millionen Euro soll der Rheinisch Bergische Kreis bis 2029 bei Bussen und Bahnen einsparen. Das hat der Kreistag mit Mehrheit beschlossen – und weitere Maßnahmenpakete in Auftrag gegeben. Für die Grünen gehen die Kürzungen deutlich zu weit, die CDU verteidigt sie.

Wir veröffentlichen einen Beitrag des Rheinisch-Bergischen Kreises

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Der Kreistag hat mehrheitlich ein umfassendes Maßnahmenpaket zu Einsparungen im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) beschlossen. Damit wird die im Jahr 2024 beschlossene Haushaltskonsolidierung fortgesetzt. Bis zum Jahr 2029 sollen im Bereich des ÖPNV insgesamt rund 19 Millionen Euro über die gesamte Zeitstrecke hinweg eingespart werden.

Die Kreisverwaltung hatte das Maßnahmenpaket mit einem potenziellen Gesamteinsparvolumen in Höhe von 1,7 Millionen Euro im letzten Ausschuss für Mobilität und Verkehrsinfrastruktur vorgelegt. Die bereits im Jahr 2024 durch den interfraktionellen Arbeitskreis Haushaltskonsolidierung festgelegten Einsparziele für den Bereich ÖPNV wurden im Haushalt 2025/2026 sowie in der mittelfristigen Finanzplanung bis 2029 berücksichtigt.

36 Einzelmaßnahmen zur Haushaltskonsolidierung

Das Maßnahmenpaket umfasst 36 Einzelmaßnahmen, von denen gemäß des nun getroffenen Kreistagsbeschlusses insgesamt 21 Maßnahmen ab Mitte 2026 schrittweise umgesetzt werden. Damit kann bereits ein jährliches Einsparpotenzial von rund 760.000 Euro erzielt werden.

Ein Schwerpunkt des Maßnahmenpakets liegt dabei in der kreisweiten Anpassung des Angebotes in den sogenannten Tagesrandlagen – also im frühen Morgen- und späten Abendverkehr – zu denen die Fahrgastnachfrage gering ausfällt.

Im Wortlaut: Stellungnahme der Grünen

Die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen im Rheinisch-Bergischen Kreis (RBK) bewertet das aktuelle Sparangebot der Kreisverwaltung im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) zwar als gut durchdacht, jedoch viel zu weitreichend.

„Wir stehen weiter zu unserer Verantwortung gegenüber den Kommunen, aber Kürzungen von diesem Ausmaß werden wir nicht mittragen“, so Co-Fraktionsvorsitzende Ursula Ehren.

Während die Pläne zur Schließung veralteter Ticketverkaufsstellen als nachvollziehbar gelten, kritisieren die Grünen die Kürzung von Nachtfahrten und damit die Reduzierung von Mobilitätsangeboten für junge Menschen in ländlichen Regionen scharf.

Nein sagen die Grünen auch zur pauschalen Verschlechterung der Taktzeiten und zur Reduzierung der Bedienzeiten in den Randstunden, bevor ein überzeugendes Alternativangebot auf dem Tisch liegt.

Von den geplanten Einsparungen sind besonders Jugendliche, Berufspendler*innen und Menschen betroffen, die sich kein eigenes Auto leisten können.

„Mit diesen Eingriffen in den ÖPNV werden diejenigen im Stich gelassen, für die Mobilität Teilhabe am gesellschaftlichen Leben bedeutet“, so Maik Außendorf, Vorsitzender des Ausschusses für Mobilität und Verkehrsinfrastruktur im RBK.

Gerade jetzt, da die Internationale Energieagentur (IEA) Homeoffice und die Nutzung des ÖPNV als zentrale Maßnahmen zur Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs empfiehlt, ist es Aufgabe der Politik, schnell und nachhaltig zu handeln. Die aktuelle geopolitische Lage macht mehr als deutlich, dass die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern ein dauerhaft unkalkulierbares Risiko für Wirtschaft und Gesellschaft darstellt. Den ÖPNV ausgerechnet jetzt zu schwächen, ist nicht nur verantwortungslos, sondern auch sozial ungerecht.

Die Fraktion fordert die Kreisverwaltung auf, das Sparangebot zu überarbeiten und stattdessen in den Ausbau nachhaltiger Mobilitätslösungen zu investieren.

„Es geht nicht um kurzfristige Einsparungen, sondern um eine zukunftsorientierte und leistungsfähige Verkehrsinfrastruktur“, so Dagmar Keller-Bartel, Co-Fraktionsvorsitzende. „Der ÖPNV ist die beste Alternative zum Auto – aber nur, wenn er zuverlässig, bezahlbar und flächendeckend verfügbar ist.“

Im Wortlaut: Stellungnahme der CDU

Alle Haushalte der Kommunen sind unterfinanziert. Die Einnahmen der Kommunen reichen nicht aus, um die vielfältigen Aufgaben angemessen zu finanzieren.

Dies ist auch beim Rheinisch-Bergischen Kreis so. Der Kreis weist in der aktuellen mittelfristigen Finanzplanung – TOP 16 der Sitzung des Kreistages – einen jährlichen Fehlbetrag aus. In 2026 ist ein Fehlbetrag von 5,4 und 2027 ein Fehlbetrag von 16 Mio. Euro zu erwarten.

Da dies absehbar war, hat sich der Kreistag mit sehr großer Mehrheit bereits in der letzten Wahlperiode auf Einsparungen in Höhe von 85 Mio. Euro bis 2029 verständig. Es wurde in einem interfraktionellen Arbeitskreis das gemeinsame Vorgehen abgestimmt, in dem alle Aufgabenbereiche des Verwaltungshandelns einer Aufgabenkritik mit dem Ziel der Erreichung der genannten Einsparungen unterzogen werden. Ziel ist es, die Steigerung der Kreisumlage so gering wie möglich zu halten.

Der Kreis hat keine eigenen Steuern, sondern finanziert sich im Wesentlichen über Zuweisungen des Landes und die Kreisumlage, die die kreisangehörigen Kommunen zahlen müssen. Höhere Belastung der Kommunen über die Kreisumlage müssen diese über Steuererhöhungen bei der Grund- und Gewerbesteuer an Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen weitergeben. 

Von den rund 500 Mio. Aufwendungen des Gesamthaushaltes des Rheinisch-Bergischen Kreises sind 350 Mio. Euro in gesetzlich gebundenen Sozialaufwendungen inkl. der Landschaftsverbandsumlage gebunden. Über die Umlage des Landschaftsverbandes werden insbesondere Aufwände für behinderte Menschen finanziert. Rund 88 Mio. Euro fließen gemäß Haushaltsplan in Personalaufwendungen. Das vorhandene Personal wird zur Erfüllung der Aufgaben benötigt. Neue Stellen werden aktuell nicht geschaffen.

So verbleiben nur noch höchstens ca. 70 Mio. Euro pro Jahr an sogenannten steuerbaren Aufwendungen übrig, wovon 2026 nach Plan 22,4 Mio. Euro in den ÖPNV fließen. Folglich ist es nachvollziehbar, dass auch die Aufwendungen des ÖPNV einen Beitrag von etwas weniger als einem Viertel der Gesamtkonsolidierung des Haushaltsdefizits bis 2029 leisten müssen.

Geplant ist, über den Beitrag zur Konsolidierung den jährlichen Aufwand 2029 auf ca. 19 bis 20 Mio. Euro zu stabilisieren. Zuletzt waren die Aufwendungen des Kreises für den ÖPNV in Höhe von rund 5 Mio. Euro im Jahr 2016 auf fast 25 Mio. Euro im Jahr 2023 angestiegen. Ohne Konsolidierung würden sie bis 2029 auf 28,7 Mio. Euro steigen.

Es bleibt festzuhalten, dass es sich bei den vorgenommenen Einsparungen im ÖPNV nicht um einen „Kahlschlag“ handelt. Aktuell werden gezielt Maßnahmen umgesetzt, mit denen sehr gering nachgefragte Leistungen und Doppelbedienungen auf Linienwegen konsolidiert werden. Der ÖPNV im Rheinisch-Bergischen Kreis bleibt attraktiv.

CDU und SPD im Kreistag verfolgen das Ziel, eine gute, nachfrageorientierte aber weiter attraktive Bedienungsqualität für die Bürgerinnen und Bürger vorzuhalten.

Dazu wollen wir bis 2028 durch eine Neuauflage des Nahverkehrsplans alle Verkehrsbeziehungen einer grundsätzlichen Untersuchung unterziehen und so moderne Bedienangebote etablieren und so die noch notwendigen Einsparungen auch durch bessere Linienwege, weniger Leerfahrten und ein insgesamt besser aufeinander abgestimmtes Angebot erreichen.

Neben den vom Kreistag beschlossenen Maßnahmen befinden sich zudem noch weitere 14 Maßnahmen in der Planungsphase, eine Maßnahme wurde von der Verwaltung zurückgezogen.

Die in Planung befindlichen Maßnahmen werden der Politik im weiteren Jahresverlauf sukzessive zur Beschlussfassung vorgelegt. Sie sind entweder noch final mit den Verkehrsunternehmen oder den beteiligten Nachbaraufgabenträgern abzustimmen oder nach Rücksprache mit den Kommunen und der Kreispolitik auf Anpassungsoptionen hin zu überprüfen. Das in diesen in Planung befindlichen Maßnahmen beinhaltete Einsparpotenzial liegt bei knapp 940.000 Euro.  

Die 36 Maßnahmen lassen sich fünf Kategorien zuordnen:

  • Optimierung des Vertriebs,
  • Anpassungen im Freizeitverkehr,
  • betriebliche oder nachfrageorientierte Optimierungen,
  • Reduzierung von Parallelverkehren
  • sowie eine Ausweitung des TaxiBus-Angebots.

Da viele Maßnahmen erst im Laufe des Jahres 2026 umgesetzt werden können, fällt die Einsparung im ersten Jahr entsprechend geringer aus, teilweise werden die Maßnahmen erst in 2027 wirksam. Bereits im letzten Jahr wurden Maßnahmen in Höhe von circa 1 Million Euro umgesetzt, wozu auch die Einstellung des Schnellbusses X24 gehörte.

Bei der Erarbeitung der Maßnahmenvorschläge wurden unter anderem die Fahrgastzahlen miteinbezogen aber auch andere Faktoren wie beispielsweise die bereits genannten Parallelverkehre. Ebenso sind Rückmeldungen aus den Kommunen eingeflossen, die ihre Standpunkte in einem konstruktiven Austausch eingebracht haben. Städte und Gemeinden sind dadurch im Verfahren beteiligt.

Weitere Maßnahmenpakete

Da das prognostizierte Einsparpotenzial für 2026 nicht ausreicht, um die jährlichen Konsolidierungsziele bis 2029 zu erreichen, wurde die Verwaltung durch den Kreistag auch beauftragt, weitere Maßnahmenpakete für die Jahre ab 2027 zu entwickeln.

Hierbei sind punktuelle Optimierungsmöglichkeiten entsprechend der Nachfrage weitestgehend ausgeschöpft. Vor diesem Hintergrund werden auch weitreichendere Reduzierungen im Linienangebot geprüft werden müssen, um das Risiko weiterer Finanzierungslücken zu minimieren.

Derzeit wird ein neuer Nahverkehrsplan erstellt, dessen Ergebnisse aber voraussichtlich erst Ende 2028 vorliegen werden. Daher müssen die weiteren Maßnahmen im Vorgriff umgesetzt werden. Zwischenzeitliche Erkenntnisse aus dem Prozess zur Neuaufstellung des Nahverkehrsplans werden jedoch in die Planungen mit einfließen.

Mit dem Nahverkehrsplan wird angesichts der angespannten Lage der kommunalen Haushalte auch das Ziel verfolgt, Effizienzsteigerungen beim Einsatz finanzieller Mittel zu realisieren durch Standardisierung, Digitalisierung sowie weitere Optimierungen. Zudem wird ein Fokus auf die Zuverlässigkeit des ÖPNV gelegt.

Der Prozess zur Neuaufstellung des Nahverkehrsplanes ist im Jahr 2025 gestartet worden und läuft bis zum Jahr 2029, in dem die Maßnahmen des Nahverkehrsplanes planmäßig wirksam werden. In enger Kooperation mit den Kommunen und Verkehrsunternehmen soll eine tragfähige Balance zwischen Kosteneinsparungen und einem weiterhin attraktiven ÖPNV-Angebot gelingen.

Dokumentation:

Rheinisch-Bergischer Kreis

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  1. Verkehrswende – ein schönes Wort. Scheinbar ist es nur nicht mehr wichtig. Parkplätze brauchen wir und ggf. ein paar Fahrrsdstraßen. ÖPNV kann weg, können ja alle mit dem Auto fahren, welches man oft aufgrund des stark ausbaufähigen Angebots sowieso oft benötigt.

    Auf die Idee das bestehende Angebot zu optimieren, scheint man einmal mehr nicht gekommen zu sein. Lieber direkt Leistungen abbauen weil einfacher.

    Die Linien 451/452 fahren weiterhin alle 30 Minuten und ermöglichen so außerhalb der Hauptverkehrszeit keine guten Anschlüsse an die Linie 1. Eine Taktreduzierung auf 40 Minuten würde viel bringen.

    Auch generell wäre wahrscheinlich bei der Linienführung viel Optimierungspotential. Aber lieber in den Rsndstunden streichen als nicht auch wirklich jede Nebenstraße bedienen, egal ob dies die Fahrzeiten so dermaßen unattraktiv macht, dass viele Pendler eben direkt beim Auto bleiben.

    Diese Unprofessionalität ist einfach echt unglaublich.

  2. Wie kann man nur so kurzsichtig sein?
    Weniger ÖPNV bedeutet mehr Autos auf den Straßen – und die sind für die Allgemeinheit wesentlich teurer. Was bei Bussen und Bahnen eingespart wird, zahlen wir an anderer Stelle doppelt und dreifach drauf: Für Straßenbau, mehr Parkplätze, höhere Gesundheitsausgaben, mehr Krankheitstage usw.
    Ökonomisches Denken: Fehlanzeige.

    Zum Thema ‘Randzeiten’: Es stimmt, dass Busse abends (oft) gering besetzt sind. Aber wer für den Rückweg keinen Bus mehr findet, muss auch für die Hinfahrt tagsüber schon das Auto nehmen – ergo sind alle Busse leerer. Erst ein zuverlässiges Gesamtangebot macht das ÖPNV-System attraktiv!

    In den letzten 10-20 Jahren wurde das Busangebot ausgebaut, was zu deutlich höheren Fahrgastzahlen geführt hat. Das zweite Gleis der S11 kann noch einmal einen spürbaren Schub bringen – aber dazu braucht es mehr Zubringerbusse von Kürten, Odenthal, Herkenrath usw., nicht weniger!

  3. Die CDU bekommt die Quittung bei der nächsten Wahl. Das „C“ für christlich könnte man sich sparen. Gerade auf dem Land braucht es den ÖPNV! Hauptsache Herr Metten hat damals seinen Pflaster in die Innenstadt bekommen. Die CDU bleibt weiter in der Schleife rückwärts in ihrer Klientel Politik!

    1. Bitte bleiben Sie sachlich. In diesem Beitrag geht es um den Kreis, Michael Metten ist Fraktionschef in der Stadt. Zudem hat er nicht „sein Pflaster“ bekommen: seine Firma hat die Steine geliefert, die das per Ausschreibung beauftragte Unternehmen geliefert (und falsch verlegt) hatte.

  4. Typisch CDU rein ideologisch geprägte Politik für das eigene Clientel. Das hat nichts mit Fortschritt zu tun

  5. Der Abbau von ÖPNV‑Angeboten schwächt die Grundversorgung im Verkehr, die Anbindung an Köln und erschwert verlässliche Mobilität für viele Menschen.
    Bus und Bahn erfüllen eine zentrale Infrastrukturaufgabe: Sie sichern Erreichbarkeit, entlasten Straßen und unterstützen kommunale Klima‑ und Entwicklungsziele. Eine nachhaltige Verkehrspolitik orientiert sich daher an stabilen Takten, guten Anschlüssen und planbarer Qualität, statt an Einsparungen, die langfristig höhere Folgekosten und weniger Nutzung nach sich ziehen.
    Beispiele in vielen Städten in Europa zeigen, dass leistungsfähiger ÖPNV kein Zufall, sondern Ergebnis konsequenter Planung und langfristiger Investitionen ist:
    Hohe Taktfrequenzen und kurze Umsteigezeiten.
    Gute Netzabdeckung, die auch Randlagen einbezieht.
    Einfache und bezahlbare Tarife, oft mit attraktiven Jahres- oder Monatstickets.
    Zuverlässigkeit durch abgestimmte Fahrpläne und robuste Infrastruktur.
    Politische Priorität für nachhaltige Mobilität und Verkehrsverlagerung.

    Wie wäre es, wenn sich der RBK an Erfolgsmodellen orientieren würde, anstatt an exakt an den Stellen zu sparen, die Zukunftsorientierung beinhalten?

    1. Das ist doch, meines Erachtens, alles so durchsichtig!
      Viele Senioren in B-GL (auch die baldigen) benötigen/wollen halt weniger bis garkeinen öffentlichen Nahverkehr.
      Deren Verlangen/Bestrebung beschränkt sich, verständlicherweise, darauf, im Alter eine optimale Versorgung zu haben und überall mit dem PKW bequem vorfahren zu können.
      Und diese Wählergruppe wird, absehbar, immer grösser werden und von der CDU (wie hier “notfalls” mit Hilfe der AfD) deshalb bevorzugt bedient, weil sie, auch verständlich, bei der nächsten Wahl von den Senioren/ihrem Wahlvolk nicht “abgewatscht” werden will.

      Aber dass man gleichzeitig die Nachwachsenden mit ihren ganz anderen Bedürfnissen bereits als Kinder am langen Arm vertrocknen lässt, ist sehr Besorgnis erregend.

      1. Woher haben sie denn die Erkenntnis, dass die Senioren weniger bis gar keinen öffentlichen Nahverkehr benötigen/wollen ?
        Ziemlich unsachlich Ihr Beitrag.
        Senioren benötigen einen funktionierenden und gut getakteten ÖPNV. Ausserdem sollte der der ÖPNV auch eine gewisse Sicherheit gewährleisten.
        Da dies alles nicht gewähleistet ist und sogar noch weiter reduziert werden soll, müssen Senioren leider auf den PKW ausweichen, sofern sie es noch können.
        Was stimmt, ist aber leider auch die Tatsache, dass viele Senioren sich in den späten Abendstunden nicht mehr trauen mit dem ÖPNV zu fahren. Was leider hierbei auch stimmt, ist die Tatsache, dass häufig Migranten häufig aus Osteuropa in den Bahnen ( wir kennen nur die Berichte aus Köln) für Angstmomente gerade bei älteren Personen sorgen.

        Was leider , wir haben hier schon erbittertste Diskussionen gehabt, stimmt ist die Tatsache, dass viele ältere Mitbürger sich hier eine “harte” Hand erhoffen indem sie in Kauf nehmen, dass durch ihre Wahl die Populisten immer mehr an Stimmen gewinnen. Obwohl sie innerlich gegen diese Partei sind, wird sie trotzdem gewählt.
        Eine bessere Taktung
        Mehr Busse und Bahnen
        und Sicherheitspersonal in den Bussen und Bahnen
        und manch ein Senior würde gerne wieder auf sein Fahrzeug verzichten.

        Ja, Senioren wollen eine optimale Versorgung, aber nicht wie sie behaupten mit dem PKW sondern mit dem ÖPNV.

      2. Herr Sobotta, ich sprach von “vielen” Senioren.
        Und die, die ich kenne, bewegen sich halt lieber mit dem eigenen Auto (wenn sie denn eins haben) fort, was, das mag sein, auch daran liegt, dass denen die nächste Haltestelle zu weit zum hingehen ist oder! sie nie oder schon sehr sehr lange nicht mehr mit Öffis gefahren sind.

        Aber, und wir können uns vielleicht insoweit einig werden, dass diejenigen unter uns, die nicht (mehr) berufstätig sind, naturgemäß auch nicht mehr soooo sehr vom ÖPNV abhängig sind wie hingegen Berufstätige, Schüler:innen, Student:innen oder Auszubildende, von denen manche, weil zu jung oder kein Geld, überhaupt noch kein eigenes Auto haben.

  6. Wer ist auch dafür dass sämtliche Dienstwagen von (Kommunal-) Politikern gestrichen werden und sie verpflichtet werden den ÖPNV zu benutzen? Das macht schlau und man lernt die Bedürfnissen der Bürger besser kennen.

    1. Wir haben mal die Stadt nach den Dienstagwagen gefragt. Hier die Antwort:

      „Dienstwagen gibt es bei uns nicht. Zur privaten Nutzung oder für den Weg zur Arbeit stehen keine Wagen zur Verfügung. Während der Arbeitszeit können vom Rathaus Stadtmitte und dem Rathaus Bensberg Dienstwege mit Pedelecs zurückgelegt werden. Die müssen nach der Nutzung aber wieder zurückgebracht werden und sind nicht dafür vorgesehen, auch private Wege oder den Heimweg damit anzutreten.

      Darüber hinaus gibt es seit kurzem die Möglichkeit das Carsharing der Wupsi für Dienstwege zu nutzen. Das ist aktuell aber nur eine Testphase. Wie bei den Pedelecs ist die Nutzung hier aber nicht für private Wege oder den Heimweg vorgesehen, sondern nur für Dienstwege.“

      1. Okay, dann lassen wir das mit den Dienstwagen weg und bleiben bei der Verpflichtung zum ÖPNV. Danke, dass Sie sich die Mühe gemacht haben, nach Dienstwagen zu recherchieren.

  7. Also alle zurück zum Individualverkehr auf maroden Straßen? Danke für gar nichts…

  8. Massive ÖPNV-Kürzungen im Rheinisch-Bergischen Kreis:
    „Soziale und klimapolitische Fehlentscheidung“

    Pressemitteilung Bergisch Gladbach, 29.03.2026

    Die jüngst beschlossenen Kürzungen im öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) im Rheinisch-Bergischen Kreis stoßen auf scharfe Kritik. Es wurde ein umfassendes Sparpaket beschlossen, das Einsparungen von rund 19 Millionen Euro bis 2029 vorsieht. Insgesamt umfasst das Maßnahmenpaket 36 Einzelmaßnahmen, von denen ein Großteil bereits ab 2026 umgesetzt werden soll – insbesondere durch Angebotsreduzierungen in Randzeiten. Das trifft auch ganz besonders Bergisch Gladbach.

    Tomás M. Santillan, Mitglied des Stadtrats Bergisch Gladbach Die Linke, erklärt dazu: „Während CDU und SPD im Wahlkampf von einer Stärkung des ÖPNV sprechen, beschließen sie gleichzeitig dessen systematischen Rückbau. Weniger Busse, schlechtere Verbindungen und deutlich steigende Ticketpreise – das ist eine Politik gegen die Menschen, die auf Bus und Bahn angewiesen sind.“

    Sehr kritisch sei, dass die Kürzungen gezielt Bereiche treffen, die für viele Menschen im Alltag entscheidend sind – etwa Verbindungen in den frühen Morgen- und späten Abendstunden. „Gerade Pendler, Schichtarbeiter und junge Menschen werden durch diese Politik abgehängt. Mobilität wird zur Frage des Geldbeutels – das ist sozial ungerecht“, so Santillan weiter.

    Gleichzeitig kritisiert er die klimafeindliche Prioritätensetzung in der Verkehrspolitik: Während der Kreis den ÖPNV zusammenstreicht, werden in Straßen und Brücken weiter investiert. Auch in Bergisch Gladbach wurde ein umfangreiches Straßen-Sanierungsprogramm beschlossen. „Hier wird für alle sichtbar, wohin die Reise geht: Mehr Geld für Straßen, weniger für Bus und Bahn. Das ist eine klare Entscheidung für das Auto – und gegen Klimaschutz und soziale Mobilität. Während die Ticketpreise im ÖPNV jährlich steigen, werden Parkgebühren subventioniert und bleiben seit 25 Jahren auf dem exakt gleichen Niveau.“

    Auch die Situation rund um die S-Bahn-Linie S11 verschärfe die Lage zusätzlich. Der dringend notwendige Ausbau ist erst für 2031 geplant, während Pendler bereits heute und seit Jahrzehnten unter Überlastung, Verspätungen und Ausfällen leiden. „Statt kurzfristige Verbesserungen zu schaffen, wird die Situation weiter verschlechtert. Das ist kein Sachzwang, sondern politisch gewollt.“

    Santillan fordert eine grundlegende Kursänderung: „Wir brauchen den Ausbau des ÖPNV statt Kürzungen, niedrigere Ticketpreise statt weiterer Belastungen und eine echte Verkehrswende. Mobilität ist Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge – sie darf nicht kaputtgespart werden.“

    Siehe mehr Details und Analyse unter:
    https://www.santillan.de/2026/03/29/rheinisch-bergischer-kreis-öpnv-kürzen-und-gleichzeitig-mehr-versprechen/

    Tomás M. Santilan – Mitglied im Stadtrat Bergisch Gladbach Die Linke

  9. Das sind massive Maßnahmen im Bereich der Daseinsvorsorge, die nicht nur Schüler, Alte und die Einwohner Bergisch Gladbachs treffen, die kein oder nicht für jedes Familienmitglied ein Auto vor dem Haus stehen haben. Sondern sie ist auch ein massiver Schlag gegen die berufstätigen Pendler, die jeden Tag nach Köln fahren. Das ist Verkehrspolitik von vor 50 Jahren! Wer hier auf die Einsparung von nur wenig genutzten Linien verweist, fährt offen bar weder Bus noch Bahn – und mag sich bereits jetzt einmal in die noch im 10-Minutentakt verkehrende Linie 1 oder den noch halbstündluch verkehrenden Schnellbus 40 nach Köln setzen, an denen auch zu den Kernzeiten gespart werden soll! Die sind sämtlich bereits jetzt gut ausgelastet.

    Der Schellbus 40 zu den Hauptverkehrszeiten bald halbstündlich, die Linie 1 viertelstündlich – am Wochenende tagsüber aller halbe Stunde! :
    Bergisch Gladbach hängt sich ab – vom Speckgürtel zum Dorf!

  10. Ich frage mich, ob die Erhebung der Fahrgastzahlen auch das PKW-Aufkommen berücksichtigt.

    – Wie viele PKW sind aktuell auf den Straßen des Rheinisch-Bergischen Kreises unterwegs, und wie viele Haushalte besitzen ein oder mehrere PKW?
    – Wie haben sich die Fahrtzeiten mit dem PKW für die Bürger:innen im Vergleich zu den Vorjahren entwickelt?
    – Wie sehr hat sich die PKW Nutzung in den letzten Jahren überhaupt verändert und was bedeutet das Kostentechnisch für die Kommunen und den Kreis (Instandhaltung, Sanierung, Schaffen neuer Routen um Verkehrsaufkommen zu verteilen)
    – Reicht der Platz für nicht fahrenden PKW, was darauf hindeuten kann, dass vor allem die Städte mit dem Verkehrsaufkommen maßlos überfordert sind.

    Zudem wäre interessant, wie viele Menschen auf das Fahrrad umgestiegen sind – und wie viele davon aufgrund der mangelhaften Fahrradinfrastruktur wieder auf den PKW ausgewichen sind.

    Im Zusammenhang mit der Attraktivität des ÖPNV wären folgende Fragen relevant:

    – Wie hoch ist die Ausfallrate der Linien, insbesondere aufgrund von Personalmangel?
    – Wie lange betragen die durchschnittlichen Wartezeiten im innerstädtischen und im ländlichen Raum?
    – Wie ist der ländliche Raum an den städtischen Raum angebunden und wie wird diese Alternative zum PKW genutzt?

    Die angeblichen Einsparungen im ÖPNV erweisen sich als Scheineffekt: Die Kürzungen führen nicht zu tatsächlichen finanziellen Entlastungen, sondern verlagern die Kosten lediglich – etwa durch die verstärkte Belastung der Straßeninfrastruktur. Denn wenn der ÖPNV unattraktiv wird, steigt der Individualverkehr, was zu höherer Abnutzung der Straßen, mehr Staus und langfristig sogar zu zusätzlichen Folgekosten führt. Gleichzeitig schadet die schlechte Qualität des ÖPNV seiner eigenen Nutzung: Wer unzuverlässige Verbindungen und lange Wartezeiten erlebt, steigt dauerhaft auf das Auto um. Damit wird ein Teufelskreis in Gang gesetzt: Der ÖPNV verliert Fahrgäste, weil er zu schlecht ist – und wird noch weiter ausgedünnt, weil er zu wenig genutzt wird. Statt Einsparungen entstehen so langfristig höhere Kosten für Verkehr und Umwelt.

    Iwona Winterscheid
    Co-Sprecherin der Linken RBK

  11. Es stellt sich mir die Frage, warum das bestehende Angebot auf einigen Linien so schlecht angenommen wird.
    Vielleicht ist das Angebot bereits so schlecht, dass man besser den PKW nimmt sofern vorhanden.
    Die Rumstreikerei verbessert das Angebot auch mit Sicherheit nicht.
    Ich fahre gerne Bus und Bahn. Im Ausland und einigen Teilen Deutschlands.
    In Köln und Bergisch Gladbach habe ich seit bestimmt 40 Jahren keinem ÖPNV mehr benutzt.
    Will schliesslich ankommen.

    1. Noch ein Nachtrag
      Vor etlichen Jahren eine Strecken Wanderung von 18 km. Am Ende sollte der vielgepriesene Wanderbus stehen.
      Wir kamen pünktlich an.
      “Oh, es tut mir leid, aber wir sind jetzt voll besetzt. Sie können den nächsten Bus nehmen”
      ” Wann kommt der ?”
      ” Morgen früh um 9: 30 h”
      Das war mein in letztes Mal mit Wanderbus. Da mache ich auch einen riesen Bogen drum.
      Es ging durch die Nacht über Stock und Stein 18 km retour

  12. Ich hab es so satt dass die CDU sogar im eigenen Kreis und Kommune das notwendige und mindeste mit Füßen zertritt. Wie kann diese Partei nur für Rückschritt stehen. Ich kann es nicht glauben das der ÖPNV die einzige Möglichkeit ist, Kosten einzusparen. Danke dass ihr den Weg für die nächsten Kreiswahlen legt endlich euch abzuwählen. Und verdammt peinlich von der SPD sich so ziehen zulassen.

    1. Haben Sie sich die Maßnahmen durchgelesen oder wollen Sie einfach nur mit Mist rumwerfen? Wenn Fahrten gestrichen werden können, die sowieso kaum genutzt werden, dann sollten wir dies begrüßen.

      1. Haben sie den 52-seitigen Maßnahmenkatalog durchgelesen?
        Zu begrüßen ist da gar nix! Wir leben im „Speckgürtel“ von Köln und zählen damit zum „Rheinmetropolgebiet“.
        Ein paar Zahlen zum Vergleich:
        Metropolregion Rhein-Ruhr hat rund 1.428 Einw./km²
        Metropolgebiet Rheinland (Köln/Bonn/Düsseldorf) etwa 710 Einw./km²
        Region Köln/Bonn hat allein eine Dichte von ca. 831 Einw./km²
        Die Stadt Köln selbst hat eine hohe Dichte von über 2.500 Einw./km²
        In allen Metropolen der Welt wird ein ÖPNV von 24 h rundum angeboten, nur bei uns geht das nicht.
        ÖPNV-Hitliste:
        1. Frankfurt/Main
        2. Düsseldorf & Stuttgart
        3. Hannover & Karlsruhe
        4. Berlin & Hamburg
        International:
        1. London
        3. Oslo
        4. Hongkong
        5. Wien
        Die Bewertungen basieren auf Faktoren wie Taktung, Haltestellendichte, Zuverlässigkeit und Erreichbarkeit.
        Ok, mag ja sein das man das nicht 1:1 auf unser Bergisch Gladbach bzw. den R-B-K übertragen kann, aber wir entwickeln uns immer mehr zu einer Bananenrepublik. Solange es hingenommen wird das ein Jens Spahn 3,1 Milliarden ungestraft verpulvern darf, solange tue ich mich schwer, wenn ich sehe wie hier um eine Einsparung von 1.674.200 € (in der Addition der Tabelle werden 1.702.200 € ausgewiesen??) gerungen wird. Zur Verdeutlichung, eine Milliarde hat tausend Millionen.

      2. Ich habe sehr wohl die Maßnahmen durchgelesen, was da gestrichen wurde ist nicht die Rede Wert.
        Wenn zwischen den Stoßzeiten ein Schnellbus oder Nachts ein leerer Bus weniger Unterwegs ist, dann ist das kein Drama.

    2. Hier spiegelt sich die desaströse Bundespolitik im Kleinen wider. Überall komplettes Versagen was unsere Verkehrsinfrastruktur angeht. Einerseits sollen wir vom PKW auf ÖPNV umsteigen, andererseits haben wir den ÖPNV einer Bananenrepublik. Und dann wird das Fahrrad angepriesen, aber es wird nicht bedacht das die Fahrradinfrastruktur fehlt und das ja wohl für eine überalterte Gesellschaft auch nicht der „Weisheit letzter Schluss“ sein kann. Wer auf den ÖPNV angewiesen ist, ist bei uns in den „Hintern gekniffen“.

      Kommunales Versagen treibt Wähler der AfD zu. Das sollte sich jede „demokratische“ Partei hinter die Ohren schreiben. Und Maßnahmen die die Mobilität der Bürger einschränken zählen doppelt, denn die greifen direkt in das tägliche Leben ein. Insofern sendet die Politik die falschen Signale und das nicht nur auf Bundeseben.

  13. Ein “besser aufeinander abgestimmtes Angebot” entsteht hier also in Augen der CDU. Soso. Zur Linie 1 lese ich: “Vorziehen der Taktwechsel von 10- auf 15-Minuten-Takt bzw. von 15- auf 30-Minuten-Takt”. Und der SB 40 aus bzw. nach Köln soll nur noch stündlich fahren… während die S11 für lange Zeit durch halb so schnelle Busse ersetzt wird und der Stadt von CDU/AFD-Seite gerade ein Planer gestrichen wurde, der das Verkehrskonzept für Zanders entwickeln sollte… Für mich sieht das nach einem blinden verkehrspolitischen Rundumschlag gegen alle aus, die in Refrath, Bensberg und sonstwo im Süden Bergisch Gladbachs wohnen! Jugendliche oder berufstätige Bahnpassagiere, die künftig auf dem Rückweg aus Köln in Brück stranden, oder Autoinsassen, die auf der Dolmannstraße zum Dauer-Stillstand kommen, werden künftig reichlich Gelegenheit haben, sich bei den Mobilitätsgenies der CDU und des RBK für das grandios aufeinander abgestimmte Verkehrsangebot zu bedanken.

    1. Über diese Punkte bin ich auch gestolpert. Insbesondere die Verbindung SB 40 zu Köln hat bei dem S 11 Bahndesaster in Bergisch Gladbach eine stärkere Bedeutung verdient.