Der Stadtrat in Leverkusen und der Kreistag Rhein-Berg haben beschlossen, das Abruf-Taxi „Efi“ zum Ende des Jahres einzustellen. Eine Entscheidung, die der Betreiber bedauert. Denn eine Nachfrage habe es für das innovative Mobilitätsangebot durchaus gegeben. Der Kreis will nun seinen Nahverkehrsplan umfassend überarbeiten.

„Wir bedauern diese Entscheidung zutiefst. An der Nachfrage liegt das Aus nicht“, erklärt Wupsi-Geschäftsführer Marc Kretkowski in einer Mitteilung zum Aus von „Efi“. Die „sehr positive Resonanz und die dauerhaft hohen Nutzerzahlen zeigen, wie gut der On-Demand-Verkehr in der Region angenommen wird“, sagt Kretkowski. Daher hätte sich das Unternehmen „aus verkehrlicher Sicht und im Interesse der Mobilitätswende eine Fortführung des Angebotes sehr gewünscht“.

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Vom Projektstart Anfang 2023 bis einschließlich September 2024 habe die Wupsi insgesamt mehr als 175.000 gebuchte efi-Fahrten verzeichnet, rund 220.000 Fahrgäste seien so befördert worden.

„Efi“ ist ein sogenanntes „On-Demand-Angebot“, die Taxi-ähnlichen Fahrzeuge sollten vor allem den ländlichen Raum der Region besser an das öffentliche Nahverkehrsnetz anbinden. Einzelne Beispiele hatten gezeigt, wie wichtig ein solches Angebot ist, um zum Beispiel aus Wermelskirchen-Dabringhausen morgens früh rechtzeitig zum Berufskolleg in Bergisch Gladbach zu kommen.

Das Mobilitätsangebot war im Rahmen des Modellprojekts „Multimodale Mobilität in Leverkusen und im Rheinisch-Bergischen Kreis“ vom Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) gefördert. Das Förderprogramm unterstütze Projekte, die durch ein attraktives Mobilitätsangebot nachhaltig die CO2-Emissionen im Verkehrsbereich reduzieren, erinnert die Wupsi. Mehr als 160 Projekte hätten sich bundesweit auf die Fördermittel beworben, das Projekt der Wupsi wurde als eines von nur zwölf Projekten vom BMDV ausgewählt.

Allerdings läuft die Förderung nun Ende 2024 aus, so dass Stadtrat und Kreistag jetzt über eine Fortsetzung und Finanzierung entscheiden mussten.

Nach eingehender Beratung waren der Stadtrat in Leverkusen und der Kreistag in Bergisch Gladbach (mit den Stimmen von Grünen und CDU) zum Entschluss gekommen, das Angebot einzustellen. Begründet wird dies insbesondere mit der aktuell angespannten Haushaltslage. Auch Alternativen mit einer deutlichen Kostenreduzierung, wie eine Fortsetzung von efi mit Einführung eines Zuschlagtarifs für Fahrgäste oder die Fortführung im reduzierten Umfang fanden keine Mehrheit.

Nahverkehrsplan einstimmig verabschiedet

„Der Preis, andere Buslinien dafür wegfallen zu lassen, ist zu hoch, hatte Ursula Ehren, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Kreistag, ihre Haltung begründet. Dennoch sei ihre Fraktion „dass efi oder ein anderer On-Demand-Verkehr ein unverzichtbarer Bestandteil des neuen Nahverkehrsplans sein wird.“

Die Neuaufstellung des Nahverkehrsplans für das Kreisgebiet hatte der Kreistag in der gleichen Sitzung einstimmigbeschlossen – als „systematische und konzeptionelle Grundlage für den ÖPNV vor Ort“, hatte der Dezernent für Umwelt und Verkehr, Heiko Krause, im Kreistag erläutert.

Dabei sollen auch übergeordnete Mobilitätsangebote wie der Schienenverkehr und die Anbindung an das regionale Netz betrachtet werden.

„Ich begrüße es sehr, dass die Verwaltung diesen mutigen Schritt gemeinsam mit der Politik geht, um eine Mobilität zu realisieren, die einem breiten politischen und gesellschaftlichen Konsens entspricht und die Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger aufgreift. Gleichzeitig tragen wir dabei der aktuellen schwierigen Finanzsituation Rechnung“, erklärte Uwe Pakendorf für die CDU-Fraktion.

„Wir brauchen intelligente Einsparungen im ÖPNV, ohne dabei die Nutzerinnen und Nutzer zu treffen. Daher ist es wichtig, schrittweise ein Konzept aufzustellen und Synergieeffekte zu erzielen. Wir müssen zuerst investieren, um dann einzusparen“, lobte Gerhard Zorn von der SPD-Fraktion.

Auch Michael Becker von der FDP-Fraktion unterstütze die Entscheidung. „Wir begrüßen sehr, dass hier Bewegung reinkommt, denn es besteht großer Handlungsbedarf.“

Zustimmung gab es auch von den Freien Wählern. „Hier wird der ÖPNV auf den Prüfstand gestellt. Das ist gut investiertes Geld, das sich rasch amortisieren wird“, so Werner Conrad.

Quellen: Pressemitteilung der Wupsi, Pressemitteilung des Rheinisch-Bergischen Kreises

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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  1. das Efi-Projekt wurde zum größeren Teil subventioniert und war an sich nicht finanziell tragfähig. außerdem wären zahlreiche Buslinien gekürzt oder reduziert worden.
    aus Steuerlicher Sciht ist es die richtige Entscheidung.
    Auch ein Deutschlandticket lebt von hohen Subventionen und ist ein politisches MUSS.
    Leider klingt die Stellungnahme der wupsi nach schönrederei, wohlwissend, das sie selbst die Kosten für das Projekt nicht aufbringen kann.

  2. Es ist für mich unverständlich. Ein genutztes Konzept, was auf dem Land endlich die Lücken schließt, wird eingestellt.
    Andererseits hält man an Buslinien fest, die nur einmal frühmorgens und einmal abends fahren.
    Ich hätte mir hier eher noch eine Anbindung von Burscheid gewünscht als die Einstellung von EFI.

  3. wenn was möchte sucht man nach Lösungen wenn man was nicht will nach Argumenten ( Konzepten)
    Das letztere ist Zeitverschwendung auf Kosten der Bürger.