Die Firma Miltenyi Biotec kennt zwar kaum jemand, gehört aber zu den Unternehmen in Bergisch Gladbach, die in ihrem Bereich zur absoluten Weltspitze gehören – und hinter dem sich eine echte Gründergeschichte verbirgt.

Stefan Miltenyi startete mit 5000 € im Keller der Eltern heute beschäftigt die Miltenyi Biotec GmbH fast 1 200 Menschen. Das Biotechnologieunternehmen mit Hauptsitz in Bergisch Gladbach wurde 1989 gegründet und ist heute eines der ältesten sowie größten deutschen Unternehmen der Biotechnologie-Branche. Das Unternehmen ist in achtzehn Ländern präsent und erwirtschaftete 2008 einen Umsatz in Höhe von 98 Millionen Euro.

Das Kerngeschäft ist die magnetische Zellsortierung und -analyse (MACS-Technologie), die weltweit eingesetzt wird, beispielsweise bei der Erforschung von Krankheiten wie Krebs, Aids und Autoimmunerkrankungen sowie im Zusammenhang mit Knochenmarktransplantationen. Auf diesem Gebiet ist Miltenyi Biotec nach eigenen Angaben Marktführer.

Mitte der 90er Jahre siedelte sich das Unternehmen auf dem Gelände einer ehemaligen Nato-Kaserne an.  Als Ausbau und Erweiterung dieses Headquarters entstand ein modernes Forschungs-, Produktions- und Verwaltungsgebäude.

Seit Oktober 2002 hat das Unternehmen eine Produktionsstätte in Teterow für die Adsorbertechnologie sowie die Herstellung von Biochemikalien und pharmazeutischen Produkten. Anfang Dezember startet das Unternehmen dort ein Aufsehen erregende großes Projekt: Das neue Verbundforschungsvorhaben gemeinsam mit der Universitäts-Hautklinik Greifswald soll neue Therapiemöglichkeiten für Menschen mit schweren chronischen und blasenbildenden Hauterkrankungen erschließen. Worum es dabei genau geht erklärt der Innovations Report.

Die Wirtschaftswoche berichtet über die Chancen der Stammzellentherapie für die Behandlung von Alterserkrankungen – und auch hier spielt Miltenyi Biotec eine wichtige Rolle:

Der Herzchirurg Gustav Steinhoff hat an der Universitätsklinik Rostock eine Therapie entwickelt, um infarktgeschädigte Herzen wieder auf Touren zu bringen: Er spritzt Stammzellen in die kraftlosen Infarktbereiche, sodass sich neue Muskelmasse bildet. Bisher versuchen Ärzte mit Ersatzadern – den Bypässen, die sie rund um den geschädigten Bereich verlegen –, die Blutversorgung eher notdürftig wieder herzustellen.Steinhoff ist natürlich nicht der Einzige, der mit Stammzellen altersbedingte Erkrankungen behandelt. Aber er ist mit seinen Kooperationspartnern in Hannover und Berlin sowie dem Industriepartner Miltenyi Biotec aus Bergisch Gladbach am weitesten, sogar im weltweiten Vergleich: Steinhoff hat seine Therapie schon durch zwei klinische Zulassungsphasen gebracht.

Weitere Informationen:

G. Watzlawek

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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