Unter der Führung des Bensberger Heimatforschers Willi Fritzen hat der Vorstand des Festkomitee Bensberger Karneval e.V. das Karnevalsmuseum im Engelbertturm des Bensberger Rathauses erkundet.

Das Museum, offiziell das Archiv für Brauchtumspflege, befindet sich im historischen Engelbertturm des “Alten Schlosses zu Bensberg”, dem heutigen Bensberger Rathaus.

Von Fritzen erfuhren die Vorstandsmitglieder, dass in der Schloßstadt schon zu Kaisers Zeiten, also Ende des 19. Jahrhunderts, kräftig Karneval gefeiert wurde. Damals stand der Saalkarneval im Vordergrund – der Straßenkarneval mit Umzügen durch die Stadt etablierte sich erst sehr viel später. Auch nach dem 1. Weltkrieg wurde wieder gefeiert – allerdings unter schwierigen Vorzeichen.

Während der unseligen Zeit des sogenannten 1000jährigen Reiches nahmen die Herrschenden auch auf den Karneval Einfluss. Fritzen weiß jedoch zu berichten, wie man sich z.B. Sammlungen für das „Winterhilfswerk“ erfolgreich entzog.

Nach dem 2. Weltkrieg hatte man zwar andere Sorgen, als Karneval zu feiern, aber ein paar Unerschütterliche ließen nicht davon ab. So berichtete Fritzen, u. A. dass aus allen noch vorhandenen Sälen die Stühle zusammengebracht wurden und unter den Augen der misstrauischen Besatzer im „Kölner Hof“(den es schon lange nicht mehr gibt) eine Veranstaltung durchgeführt wurde.

Auch dass sich insbesondere die belgischen Streitkräfte später zu Karnevalsfreunden wandelten, ließ Fritzen nicht unerwähnt. So sei einer von ihnen, Jos Laermans, Vizepräsident der KG Kurfürstliche Schloßgarde gewesen. „Und heute haben wir mit unserem Orgaleiter Wally Geerts und dem Zugleiter Tommy Rooze schon die dritte Generation Belgier in den Karneval integriert“ bemerkte FBK-Vorsitzender Heinz Weikert.

Auch das vorübergehende Ende des Bensberger Karnevals und dessen Wiederbelebung Ende der 60er Jahre durch eine Gruppe Jugendlicher, die von der Presse kurzerhand als „KG Junge Bensberger“ tituliert wurde, schilderte Willi Fritzen den Besuchern ausgiebig.

Aus eigenem Erleben konnten FBK-Präsident Gerd Breidenbach und FBK-Pressesprecher/Schriftführer Ulrich Kraus die eine oder andere Ergänzung geben. „Wenn ihr schon so lange dabei seid, stopfen wir euch aus und stellen euch zu den anderen Pappkameraden“ meinte dazu FBK-Geschäftsführer Dieter Kampf trocken. Protest kam hierzu von FBK-Schatzmeisterin Beate Naaf: „Das ist zu teuer!“ Und so wurde der Vorschlag mit Blick auf die hierdurch entstehenden Kosten doch noch mehrheitlich abgelehnt.

Mit einem leisen „Bensberg Alaaf“ (man ist ja außerhalb der Session!) dankte das ganze Schmölzchen Willi Fritzen für den lehrreichen Nachmittag im Karnevalsmuseum Bensberg und begab sich in ein naheliegenden Gasthaus. In gemütlicher Runde wurden noch einige Anekdoten miteinander ausgetauscht.

Quelle: Festkommittee Bensberger Karneval

Weitere Informationen
Website von Willi Fritzen
Das Bensberger Karnevalsmuseum

Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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