Die Trauerfeier für Horst Neuhäuser fand heute unter großer Anteilnahme im Bestattungshaus Pütz-Roth, dem “Haus der menschlichen Begleitung” statt. Mehr als 600 Trauergäste waren gekommen, Abordnungen mehrerer Karnevalsvereine standen abwechselnd neben dem Sarg, während der Nussbaumer Männerchor und die Flöckchen für bewegende Momente sorgten. Neuhäuser war am 19. Mai nach kurzer schwerer Krankheit gestorben.

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Die Nussbaumer, die am Morgen noch den Titel Meisterchor errungen hatten, sangen das bergische Heimatlied und Neuhäusers Lieblingslied “Heimat”.

Die Flöckchen erinnerten mit “Zweimol Prinz ze sin” an die einmalige Tatsache, dass Neuhäuser in Bergisch Gladbach zweimal zum Prinzen proklamiert wurde: Einmal fiel nämlich die Session wegen des Golfkriegs aus und er wurde deshalb im Jahr darauf erneut proklamiert. Außerdem sorgten die Flöckchen mit “Ich bin ne kölsche Jung, wat willste mache”  für feuchte Augen – bei den Gästen und bei sich selbst.

Bestattungsunternehmer Fritz Roth musste improvisieren, denn ursprünglich war geplant gewesen, die Trauerfeier in der Waldarena stattfinden zu lassen. Das Wetter spielte jedoch nicht mit. Da die Räumlichkeiten die große Zahl der Trauergäste nicht fassen konnten, musste kurzfristig ein Zelt angebaut werden.

Das war aber auch ganz richtig so, sagte Roth:

“Horst hätte das gefallen, er mochte es, wenn es sich knubbelte.”

Roth zählte Neuhäusers Lebensstationen auf: in Bensberg geboren, in Immekeppel zur Schule gegangen, dann 50 Jahre an seinen geliebten Papiermaschinen bei Zanders. 1978 vom Karnevalsvirus befallen, weil ein Nachbar Prinz war, wurde das Brauchtum zu seiner großen Leidenschaft – neben dem FC (dessen Spiele er bis zu allerletzt verfolgte) und Strundorf, wo er als großer Organisator der Mai- und Weihnachtsbaumfeiern allen in lebendiger Erinnerung ist.

Kein Wunder also, dass anschließend noch ins “Botze Stüffje” geladen wurde, diese Versammlungsstätte im Papiermuseum würde es nämlich ebenfalls nicht geben, wenn Horst Neuhäuser nicht gewesen wäre. “Ein Grund, dankbar zu sein”, so Roth, der den Tod heute als “Geburtstag” bezeichnete.

Weitere Informationen:

W. Schmitz-Dietsch

Verleger seit 1980 (Freizeitbörse, Bergische Illustrierte, Live! Magazin) Heute Franzz, Kultur- und Stadtmagazin im Rheinisch-Bergischen Kreis. Mitbegründer des iGL Bürgerportal Bergisch Gladbach. In Sand geboren und wohnend. Verheiratet, drei Töchter.

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