UDPATE: Die neuen Pächter sind gescheitert, die Grillhütte ist seit November 2011 wieder geschlossen, ein neuer Gastronom wird gesucht.
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Die Refrather Grillhütte gehört mit ihrem prominenten Standort am Rande des Marktplatzes und des Kahnweihers zu den Aushängeschildern des Ortsteils – war zuletzt jedoch eher zu einem Schandfleck herunter gekommen. Nach einem langen und bitteren Streit zwischen dem Eigentümer, der Stadt Bergisch Gladbach, und dem Pächter, stand der Imbisspavillon seit Monaten leer.

Gründliche Auswahl – mit Erfolg

Bei der Suche nach einem neuen Pächter, der die Grillhütte zu neuem Glanz führen soll, sind die Stadtverwaltung und der stark involvierte Stadtrat sehr gründlich vorgegangen:  27 Bewerber mussten ein gastronomisches Konzept vorlegen,  zehn Kandidaten zum persönlichen Gespräch antreten. Vier Angebote übrig, die der Infrastrukturausschuss jetzt in nichtöffentlicher Sitzung entschied.

Heute berichten lokale Medien auf Basis der städtischen Pressemitteilung eher am Rande, wer das Rennen gemacht habe: Jan Nöhre, ein “Kölner Catering-Unternehmer”. Hört sich unspektakulär an, ist es aber nicht.

Wer wirklich hinter Catalogna steckt

Alejandro und Christoph Wilbrand. Foto: Hotel zur Post

Denn tatsächlich ist Jan Nöhre Geschäftsführer des Kölner Catering-Unternehmens Catalogna – und dahinter verbergen sich die beiden Spitzenköche Alejandro und Christopher Wilbrand, das bekannte Sterne-Restaurant “Hotel Restaurant Zur Post” in Odenthal betreiben (ein Stern im Guide Michelin, 16 Punkte im Gault Millau).

Weil Ihnen das elterliche Hotelrestaurant als Spielfläche und Bühne offensichtlich nicht mehr reichte, gründete das Kochduo 2006 die Alejandro & Christopher Wilbrand GbR und 2007 Catalogna Cologne Cartering. Die bieten bislang feinste Versorgungen für Veranstaltungen und Messen an – von kölscher Fingerfood bis hin zu exotischen Häppchen aus der Molekularküche. Ein eigenes Restaurant (außer der “Post”) betrieb Catalogna aber bislang nicht.

Nun scheinen sich die Wilbrand-Brüder eine neue Herausforderung vorgenommen zu haben. Aber was bedeutet das für die Refrather Grillhütte, wenn künftig Sterne-Köche hinter der Friteuse stehen (oder wenigstens ihre Mitarbeiter bzw.  Kompagnons)?

UPDATE: Inzwischen haben die Betreiber reagiert. Jan Nöhre betont,
dass die Grillhütte ein typischer deutsche Imbiss sein wird, der
gute Qualität zu günstigen Preisen anbietet. Weiter heißt es: “Es ist richtig, dass die Herren Wilbrand mit Ihren Qualitätsgedanken und Ihrem Können hinter Catalogna Cologne Catering stehen. So ist es auch richtig das wir sehr hohen Anspruch an uns und unser Produkt haben. Die Refrather Grillhütte jedoch ist nur ein indirektes Tochterunternehmen der Herren Wilbrand. Sicherlich kommen diese dort regelmäßig vorbei, jedoch eher privater Natur um einen Imbiss zu essen. Die Geschäfte im Imbiss werde allein ich mit meinem Team führen.” Mehr dazu in diesem Beitrag UDPDATE des Updates: Jan Nöhre stellt die Gesellschafterverhältnisse klar:  "Die Herren Wilbrand betreiben nur das Hotel Restaurant Zur Post in Odenthal und Catalogna. Der Betreiber der Grillhütte ist die DGH Imbisskonzepte GmbH, deren Geschäftsführender Gesellschafter ist Jan Nöhre - und sonst niemand."

Eine Terasse am Kahnweiher – und was noch?

Die offiziellen Angaben sind noch dürr:

“Die Planung sieht vor, ein umfassendes deutsches Imbisskonzept zu integrieren, das den Ansprüchen aller Bevölkerungsgruppen „vom Schüler bis zum Senior“ gerecht wird. Der neue Pächter ist mit den Gebräuchen der ortsansässigen Karnevals- und Schützenvereine vertraut, möchte sich in deren Veranstaltungen genau so wie in Straßenfeste, den Wochenmarkt und die Kirmes integrieren und diese Veranstaltungen mit seinem Konzept unterstützen. Abgerundet wird die Planung durch eine ansprechende Außengastronomie mit Kaffee und Kuchen.”

Eine Chance hat damit offenbar wieder die Terasse zum Kahnweiher hin, für die bislang immer das Geld gefehlt hatte. Nach einem Umbau soll die Grillhütte in drei Monaten neu eröffnet werden. Und auch die Öffnungszeiten haben Stadt und Betreiber detailliert festgelegt:

  • Freitag und Samstag 11.00 bis 22.00 Uhr, sonst 11.00 bis 21.00 Uhr.
    An Markttagen ab 6.00 Uhr geöffnet („kleines Frühstück“  möglich).
    Die öffentliche Toilette ist automatisch täglich von 6.00 bis 22.00 Uhr geöffnet.

Was sind Ihre Erwartungen, was würden Sie sich für die Refrather Grillhütte wünschen? Nutzen Sie das Kommentarfeld unten – wir reichen Ihre Wünsche weiter.

Weitere Informationen:

Fotos: Hotel zur Post, eiderstedt/flickr

Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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8 Kommentare

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  1. Na wie war das denn nun. Erst sind die bewährten Arbeitsplätze platt gemacht worden und ein hoffnungsvoller Stern am Himmel sollte aufgehen, und nun.

    Wieder nix mit den Mieteinnahmen für die Stadt.

    Ja, man kann ja auch besser fast durchgehend nix verdienen, als vielleicht ein bisschen mehr als 500,00 Euro.

  2. Es befremdet doch sehr, wenn man schon nach einigen Monaten einmal zurück in Refrath ist, und die Imbißbude aufsucht, daß man wie schon vorher von einer Schließung überrascht wird. “Aus Krankheitsgründen, oder aus Personalgründen??” ist nicht so genau festgelegt.
    Betriebsurlaub oder Krankheitsfall??? lt. Aushang ! ! !
    Wenn man schon so große Töne spuckt, sollte man wenigstens Personal haben, daß die Arbeiten auch bei einer Krankheit meinerseits erledigen kann.
    Man muß einmal gespannt sein, wen die Stadt jetzt auswählt, um wieder einen neuen Pächter für einige Wochen zu finden……..

  3. Hmm… also ehrlich gesagt.

    Wir sind am Abend des Eröffnungstages dort gewesen, haben in der Schlange gestanden, was ja nicht anders zu erwarten war. Dennoch war die Bedienung freundlich und die Preise soweit in Ordnung.

    Probiert haben wir ein halbes Hähnchen mit Pommes und eine Currywurst Pommes.

    Das Hähnchen und die Pommes waren geschmacklich langweilig und fad. Die haben keinen Stern verdient. Nur mit extra viel Salz und Ketchup war hier Geschmack dran zu bekommen. Peinlich!
    Gut war die vermeintliche Currywurst. Curry habe ich zwar nicht geschmeckt (hat sich da jemand im Soßentopf vergriffen?), aber die Pfeffersoße und die Wurst war sehr lecker.

    Unser Urteil: Naja, war wohl für einige Zeit eher der einzige Besuch dort…

  4. Ich habe gestern Mittag voller Erwartung in der Grillhütte eine Currywurst mit Fritten bestellt.

    Preislich war das soweit Ok, was den geschmacklichen Aspekt anbelangt, war das servierte Essen absolut nicht der Brüller.

    Fade Pommes von Mc Cain, die Wurst war auch so “na ja”, die hausgemachte Currysauce hatte für meinen Geschmack einen zu hohen Essiganteil und Currypulver gab es nicht.

    Was ich als absolutes no Go empfinde, ist bei Verzehr im Haus die Wurst durch den Wurstschneider zu jagen,

    Essen im Imbissbereich von einem Sternekoch angeboten stelle ich mir anders vor…

  5. Hab mir heute (12.11.2010) in der Grillhütte Hähnchen mit Fritten zum Mitnehmen bestellt.

    Ich kann nur sagen: Die Bedienung ist freundlich, die Preise sind mehr als gut. Das Hähnchen war sehr gut, die Fritten trotz der Mitnahme nicht aufgeweicht.

    Ich kann nur zum Ausprobieren raten. :)

  6. Na, dann wollen wir mal hoffen, dass die Sterne nicht erst noch wieder vom Himmel geholt werden müssen, bislang waren sie immer da und der Name Pisarski stand für Qualität. Sterneküche ist bestimmt auch Qualität, aber passt das an diesen stinkenden Weiher. Aber es gibt ja bestimmt genug nasenkranke Bürger mit dem nötigen Kleingeld in der Tasche.

  7. Ich erinnere mich noch gut an die Mitarbeiterinnen im ehemaligen Imbiß, die traurig waren ihre Arbeit zu verlieren. Und so nach 1965 gab es an der Stelle einst (das war der Beginn der Speisung) einen Imbißwagen mit hervorragender Currywurst. Später brachte dann das “Haus am See” (Bürgermund) in dieser Grillhütte deftiges auf den Teller und wurde von Reisenden und Heimischen gerne aufgesucht. Vielleicht kommen jetzt auch filigrane Salatblätter und gedünstetes, gesundes Gemüse in die Töpfe und Schüsseln. Lasse mich gerne überraschen. Und wenn dann noch die kleinen Ruderboote auf dem Kahnweiher kreisen, dann ist die Refrathidylle perfekt. Ich rudere dann unbedingt und denke an Kindertage. Kann mir aber gut vorstellen, dass so mancher Gast nach leckeren Speisen gerne ein wenig für die Kondition tun würde. Und Freude macht es ja allemal – das Ründchen im Bötchen…….aber wird kaum was werden – denn der Naturschutz hat sicher ein kleines Problem mit den Menschen im Boot.